Raum-Fernseh-Kontinuum
Posted: March 4, 2013 | Author: Jan Freitag | Filed under: 2 dienstagsmarthe |Leave a comment
Im Fernsehen nie fernzusehen klingt so, wie beim Atmen nicht zu atmen, hat aber sehr praktische Gründe: Den Fortbestand des Weltalls.
Von Jan Freitag
Es gibt Gedankenspiele, die sind so absurd, dass sie für Kopfsausen sorgen. Bei Zeitreisen etwa gibt es das „Großvaterparadoxon“. Superwort, Supertheorie: Was nämlich passiert, wenn man ein Vehikel baut, das in der Historie rückwärts fährt und dabei dummerweise auf dem eigenen Großvater landet – kann man dann überhaupt noch geboren werden, also in die Zeitmaschine steigen um später auf Opa…? In „Zurück in die Zukunft“ soll so was das Raum-Zeit-Kontinuum gefährden, also den Fortbestand des Weltalls.
Nach dieser Logik wäre der ähnlich gefährdet, sähe sich eine Filmfigur selbst im Fernsehen. Dr. Kleist schaltet also die Glotze an, erblickt sich samt seiner Familie am Bildschirm und puff! – schrumpft der Kosmos auf Erbsengröße. Sendeschluss. Womöglich ist diese Option der Grund, warum im Fernsehen praktisch nie das getan wird, was alle Welt eigentlich dauernd tut: fernsehen. Sonst würde besagter Dr. Kleist ja bei dem zugucken, was er da grad verzapft und in sich sofort dematerialisieren wie im schwarzen Loch. Was zur nächsten Erklärung führt: Vielleicht ist intelligenten, schlüssigen, guten Fernsehfiguren das Programm einfach zu blöd. Obwohl – müsste Dr. Kleist dann nicht andauernd…