Chapelier Fou, Nova Twins, Peter Piek

Chapelier Fou

Im Zeitalter künstlicher Intelligenzen wirkt es fast konservativ, digitale Musik analog zu unterfüttern. Wer seinen Sound vorwiegend synthetisch kreiert, kann das schließlich auch mit klassischem Instrumentarium. Kann. Konjunktiv. Denn im Indikativ gewinnt die haptisch unterfütterte Elektronica von Chapelier Fou jene Wärme, jene Tiefe, jene Brillanz, die ihn von vielen seiner Koleg*inn*en unterscheidet und gleichsam ein Megatrend des Genres ist.

Mithilfe eines halben Orchesters von Mandoline übers Cello bis hin zur guten alten Gitarre, modeliert der verrückte Kapellmeisters aus Frankreich einen Sound, der trotz einer wahren Flut drumbegleiterter DJs seinesgleichen sucht. Auf der fünften Platte Mériediens vermengt der 36-Jährige somit technoide Klassik mit orientaliasch angehauchtem Synthpop zu einem Noisefolk, der übers Gehirn die Seele berührt und dort hängenbleibt. Wie ein Liebesrausch auf Drogen.

Chapelier Fou – Méridiens (Ici,d’ailleurs)

Nova Twins

So ganz ohne Umweg durchs Gemüt macht sich der brachiale Electropunk von Nova Twins am gesträubten Nackenhaar vorbei auf den Weg in die Magengrube und räumt darin mal kräftig auf. Wenn das Debütalbum des Londoner Duos im Titel Who Are The Girls? fragt, geben sie die Antwort zehn Stücke lang eindeutig jenseits aller Harmonielehren und -bedürfnisse. Denn Georgia South und Amy Love sind jene Mädchen, die uns die Nüchternheit aus dem Gehirn blasen.

Mit Bass und Gitarre machen die beiden nachdrücklich zertrümmert von namenlosen Drums eine Art Noiserap, der irgendwo zwischen The Prodigy oder Skunk Anansie lärmt und dabei herumbrüllt wie HipHop im Technokellerclub. Das Energetische daran besteht allerdings nicht allein im Sägewerk wütender Akkorde; es ist Amy Loves dissonanter Gesang, der mal apokalyptisch, mal engelsgleich die analogen Breakbeats zerschreddert. Das Album der Woche für die Laune des Jahres: mies, aber kraftvoll.

Nova Twins – Who Are The Girls? (Fever 333’s)

Peter Piek

Weniger Gitarre ist mehr – was bei den Nova Twins nicht mal die Pausen zwischen den Tracks korrekt umschriebe, ist bei Peter Piek seit neuesten Programm. Auf den ersten vier Platten nämlich standen die vielschichtigen Riffs des Leipziger Alleinunterhalters aus der Popdiaspora Chemnitz klar im Vordergrund seiner avantgardistischen Electronica. Nummer fünf dagegen nutzt sie allenfalls noch zur Randbespaßung eines Sounds, der wie üblich fern aller Eingängigkeitskriterien aus dem Synthesizer quillt.

Der Produktionslegende nach begibt sich The Time Travelling dabei auf eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau bis Peking, was man glauben mag oder nicht. Glaubhaft ist wie zuvor die Atmosphäre unbedingter Bewegungsfreude, mit der sich Piek durch die Landstriche des künstlichen Mashups wühlt. Während die Singleauskopplung Summer Holiday fast schon westcoasfolkig ihr Handtuch am Urlaubsstrand drapiert, erinnert 1989 zuvor mit halligem Gesang und Wave-Elementen an den Fempunk der Neunziger. Alles nicht neu, alles schick anzuhören.

Peter Piek – The Time Travelling (What We Call)


Jürgen von der Lippe: Smalltalker & Feierbiest

Ich bin xenologophil

Wenn Jürgen von der Lippe mit seiner WDR-Talkshow Nicht dein Ernst! sonntags über Alltägliches plaudert, kehrt der 71-Jährige nicht auf die Bühne zurück – er war nie fort davon. Ein Gespräch über Partymäuse, Altersmilde, Ehrenpreise und was er als Offizier für die Bühne gelernt hat.

Von Jan Freitag

Herr von der Lippe, wenn Sie nicht zufällig der Gastgeber ihrer Auftaktsendung zum Thema Party wären – würden Sie sich selber als Gast einladen?

Jürgen von der Lippe: Klar. Ich würde mich zwar nicht mehr als Partymaus bezeichnen, hatte wie die meisten  aber solche Phasen.  Und das gilt ja scheinbar auch für Frank Plasberg, der hat da einiges zu erzählen.

Wobei einem sein Name nicht zwingend als erstes einfallen würde, wenn man sich in einer Talkshow übers Feiern unterhalten möchte.

Mag sein, aber wir mussten auch nichts aus ihm rauskitzeln. Meine Einstiegsfrage an ihn als Moderator verschiedenster Fernsehformate, der zudem in mehreren Filmen mitgespielt hat und laut Wikipedia bisher mit acht Preisen ausgezeichnet wurde, lautete: welches Völkchen feiert die besten Partys?

Oh, ist mir gar nicht aufgefallen.

Weil es dem Schnitt zum Opfer gefallen ist. Aufzeichnungen dauern ja stets viel länger als die geplante Sendung. Dennoch zeigt sich, dass jeder zu fast allem was zu sagen hat. Das muss gar nicht so naheliegend sein wie bei Elena Uhlig, wo beide zusammen auf sieben Kinder kommen und die man dann natürlich zu dem Thema einlädt. Wobei das Interessante an Nicht dein Ernst! ist, dass sowohl Sabine und ich als auch der jeweilige Gast manchmal persönliche Erfahrungen offenbaren, die man noch nie gehört hat.

In diesem Fall Dinge von großer Leichtigkeit. Ist das alltägliche Plaudern auch ein Statement gegen die Härte politischer Talkshows?

Ich persönlich empfinde das in der Tat als angenehm. Wobei Themen wie Geld oder Partnerschaft alltäglich, aber keinesfalls belanglos sind. Es geht meist um Probleme, die die meisten von uns betreffen, manchmal auch um heikle.  Das unterscheidet sich aber wohltuend von der allgemeinen Hysterie um uns herum. Ich zitiere da gern Max Goldt: wenn die Kritik an den Zuständen nerviger wird als die Zustände, muss man aufpassen, also Ruhe bewahren.

Für Ruhe sind Sie selbst ein gutes Beispiel. Können Sie eigentlich auch richtig laut sein?

Kann ich schon, bringt aber nichts. Und das ist einer der wenigen Vorteile des Alters, die Altersmilde, die, wie ich in meinem aktuellen Bühnenprogramm erkläre, ein hormonelles Geschehen ist: das Kämpferbenzin, das Testosteron wird weniger, das Östrogen mehr, leider nur bei Männern, bei Frauen ist es umgekehrt. Vom Rumbrüllen hatte ich schließlich schon bei der Bundeswehr genug.

Weil Sie dort so angeschnauzt wurden?

Zunächst ja. Aber meine einzig abgeschlossene Berufsausbildung ist die zum Offizier; da habe ich auch gelernt, andere anzuschnauzen. Hierarchie ist natürlich in einer solchen Organisationsform notwendig, aber als junger Leutnant und stellvertretender Kompaniechef lässt man dann schon mal die Sau raus, einfach weil man es kann und das ist Scheiße.

War es andererseits eine gute Übung für die Bühne, Menschen nach der eigenen Pfeife tanzen zu lassen?

Das nicht, aber ich habe es nur meinem schauspielerischen Talent zu verdanken, dass ich die ganzen Lehrgänge überhaupt bestanden habe. Schließlich war ich nicht beim Bund, weil ich so ein begeisterter Militarist bin, aber Wehrdienstverweigerung kam für mich nicht in Frage, weil ich den pazifistischen Standpunkt nicht sinnvoll finde: Es hat noch nie einen Aggressor abgehalten, dass jemand sich nicht verteidigen kann, warum sollte ihn  also die Tatsache abhalten, dass jemand sich nicht verteidigen will.

Außerdem?

Hatte ich keine Lust, meine Eltern vor Gericht zu schleppen, um feststellen zu lassen, wie viel Bafög ich kriege. Deshalb war die recht hohe Abfindung, die man als Zeitsoldat bekam, natürlich ein Anreiz, zumal man mir in Aussicht stellte, beim PSK-Sendebataillon in Andernach eine Journalistenausbildung zu bekommen, was aber, wie sich später herausstellte, eine Fehlinformation war. Also habe ich die drei Jahre abgeleistet, war aber wirklich keine Traumbesetzung. Egal, lange her.

So wie Ihr Start ins Unterhaltungsgeschäft. Wenn man wie Sie bereits mit Ende 50 die ersten Preise fürs Lebenswerk erhält fühlt man sich da geehrt oder doch bloß alt?

Eher alt! Und es klang für mich wie eine Aufforderung, nun aber bitte endlich aufzuhören. Ich hatte also den Produzenten ersucht, es bei „Ehrenpreis“ zu belassen und das Wort „Lebenswerk“  zu vermeiden. Das hatte man mir auch versprochen, es aber Dieter Nuhr, der die Laudatio hielt, nicht  gesagt. Also war ich sauer und habe Dieter angemeckert, der daraufhin, völlig zu Recht, auch sauer wurde. Meine Empfindlichkeit hat sich aber gelegt, als ich im Jahr drauf den zweiten Grimme-Preis erhielt und Hape Kerkeling, der ja noch jünger ist, zugleich den für sein Lebenswerk und bei der Dankesrede meinte, super, da kann ich ab jetzt ja Scheiße bauen. Diese Haltung habe ich mir zueigen gemacht.

Fühlen Sie sich demnach befreit, seit Ihr Alter jederzeit den Ruhestand erlaubt?

Nö. Ich fiebere keinem Pensionsdatum entgegen, sondern mache weiter, so lange mein Körper, das Gehirn und die Zuschauer mitspielen. Schließlich habe ich den für mich schönsten Beruf der Welt gewählt, was ich als großes Privileg empfinde.

Haben Sie sich auch deshalb so lange gehalten, weil das Publikum glaubt, es hätte nicht Jürgen von der Lippe, sondern den echten Hans-Jürgen Huber-Dohrenkamp vor sich?

Keine Ahnung, de facto schlüpfe ich aber ständig in andere Rollen, bin mal Autor, Komiker, Leser, Schauspieler, Moderator. Gerade erst habe ich auf Einladung der Uni Düsseldorf im Audimax einen Vortrag über den Einfluss der alten Sprachen auf meine Comedy gehalten. Hat Riesenspaß gemacht.

Sie sind aber kein Philologe?

Kein studierter. Aber in der Schule hatte ich sieben Jahre Griechisch und neun Jahre Latein. Seitdem bin ich xenologophil, habe also eine Schwäche für Fremdwörter.

Was zeichnet Sie noch aus?

Dass ich privat  lieber zuhöre als rede. Nur wer ständig mit ausgefahrenen Antennen durchs Leben geht, kriegt genug Stoff für die Bühne. Überall gibt es Comedy-Material, im Cafe, im Zugabteil, beim Sport, beim Einkaufen, im Hotel und und und.

Ihr Hawaii-Hemd ist also auch eher Maskerade als Kleidungsstil?

Reines Bühnenoutfit –  ich muss nicht auch noch privat so auf mich aufmerksam machen.


Schwarze Titelseiten & realistische Teenies

Die Gebrauchtwoche

17. – 23. Februar

Es war schon bemerkenswert, wie kollektiv die Gegenreaktion der gesamten Zivilgesellschaft nach dem faschistischen Anschlag von Hanau war, wie kollektiv ihn aber auch nahezu sämtliche Medien ohne AfD-affine Belegschaft in vielfach bedächtiger Deutlichkeit verurteilt haben. Da blieben ganze Titelseiten schwarz, da ließen Kommentare bis in konservative Redaktionen hinein Null Zweifel an der rassistischen Gesinnung des Attentäters, da herrschte also endlich mal Einigkeit im Umgang mit den Feinden der Demokratie.

Selbst Friedrich Merz schaffte es, sein Ego kurz zu zügeln und forderte, die „Hintergründe dieses rechtsextremen Anschlags müssen jetzt schonungslos aufgeklärt werden“. Natürlich forderte er das auf Twitter. Traditionelle Medien hält der neoliberale Ehevergewaltigungsverteidiger schließlich für überflüssig – so schien es zumindest, als er meinte, Journalisten nicht mehr zu brauchen, was von denen viele sicher ein bisschen bewusst als Ablehnung des Journalismus generell fehlinterpretiert haben.

Merz bezog das allerdings unverkennbar auf politische Meinungsträger selbst, für die soziale Medien in der Tat praktischer sind. Schließlich muss man sich darin nicht mit Lästigkeiten wie Recherche, Fakten, Pluralismus plagen – alles Dinge, die dem Vereinfachungsfuror des Kapitalpopulisten Merz nicht so liegen. Ihm reicht daher ein Sender wie ProSieben, der sich zwar anlassbezogen – nach rechtsextremistischen Anschlägen zum Beispiel – gewissenhaft geben mag, dann aber wieder so ignorant ist, dass die Merzens der Welt fast grün daherkommen.

In seiner neuen Show Alle gegen einen, eine Art LED-Gewitterversion des Familienduells mit Werner Schulze-Erdel, verloste der Plastikkanal am Samstag zum Beispiel ein fossile Dreckschleudern namens Land Rover Evoque, die den Umweltschutz ebenso verachten wie jedes Produkt der episch langen Werbepausen. Damit zeigt er abermals, wie menschverachtend privates TV-Entertainment ist, wenn es nicht gerade Nachhaltigkeit simuliert. Und wie reaktionär, wenn der Moderator praktisch permanent frauenfeindliche Witze macht und zwischendurch wie ein Zehntklässler Alkoholismus im Karneval feiert. Der hat uns übrigens mit einer sensationell kämpferischen Büttenrede des Mainzer Obermessdieners positiv überrascht, in der Andreas Schmitt die AfD unter stehenden Ovationen des kostümierten Publikums zurief: “Ihr werdet uns nie regieren!”. Angesichts des knappen, aber wiederholten Einzugs der nationalsozialistischen Wiedergänger in Hamburg kann man dazu nur sagen: Amen!

Die Frischwoche

24. Februar – 1. März

Trotz der rebellischen Worte vom Freitag, ist es aber keine allzu schlimme Nachricht, dass die ARD heute womöglich nix zu übertragen hat, wenn die Rosenmontagsumzüge sturmbedingt ausfallen. Ein Schicksal, dass der Berlinale nicht droht, wenn 3sat Samstag um 19 Uhr die Verleihung der Bären überträgt, aber gut – Vergleich hinkt. Statthafter ist derjenige deutschen Fiktion zur englischsprachigen. Denn mit I Am Not Okay With This schafft Netflix am Mittwoch so herausragende Coming-of-Age-Unterhaltung in Serie, dass selbst der Mystery-Anteil dieser Geschichte um eine Außenseiterin, die auf Adrenalin Superkräfte entwickelt, realistisch wirkt.

Realistisch will die SyFy-Serie Pandora ab heute nicht sein – geht es darin ab heute auf Sky doch um eine Schar bildschöner Space-Student*inn*en, die im Jahr 2199 die intergalaktische Zivilisation retten. Leider ist der 13-Teiler nach Ansicht des ersten Viertels von solcher Dämlichkeit, dass Raumschiff Enterprise verglichen damit zur Wissenschaftsdoku wird. Ebenfalls abseits der Realität spielt die deutsche Krimiserie Dunkelstadt (Mittwoch, 20.15 Uhr, Neo) mit Alina Levshin als Privatdetektivin Doro Decker die dechs Dolgen dang din deinen decht düsteren Dordfall derwickelt dird. Dann doch lieber Blind ermittelt tags drauf im Ersten.

Nach dem Verlust seines Augenlichts hat es Philipp Hochmair im 2. Fall Die verlorenen Seelen von Wien mit einer Entführung im eigenen Umfeld zu tun hat, was nicht nur dank des Schmähs echt sehenswert ist. Kleine Überraschung am Sonntag im ZDF (Freitag bei Arte) ist die verblüffend vielschichtige Highschool-Komödie Der Sommer nach dem Abitur über drei Schulfreunde um Bastian Pastewka, die sich 25 Jahre später einen einst verpatzten Traum erfüllen – und damit ganz bitterböse ins Chaos stürzen. Vor den Wiederholungen der Woche noch ein Doku-Tipp: Ozeanriesen (Donnerstag, 20.15 Uhr, Arte), ein Zweiteiler am Stück über den fortschrittsbesoffenen Gigantismus des frühen 20. Jahrhunderts.

Aus dieser Epoche stammt auch der schwarzweiße Klassiker Das Wachsfigurenkabinett (Montag, 23.25 Uhr, Arte), wo Puppen wie Jack the Ripper 1924 lebendig werden. 1968 entstand Butch Cassidy and the Sundance Kid (Sonntag, 20.15 Uhr, Arte) mit Paul Newman und Robert Redford als Eisenbahnräuber. Der Alt-Tatort heißt Kollaps und zeigt Kommissar Faber (Jörg Hartmann) am Donnerstag (20.15 Uhr, WDR) im Dortmunder Drogenmilieu.


Fußballtore & neue Päpste

Die Gebrauchtwoche

10. – 16. Februar

Wer einst Fußballfan von, sagen wir: Arminia Bielefeld oder Waldhof Mannheim war, musste selbst dann damit rechnen, sein Team praktisch niemals live zu sehen, wenn es ausnahmsweise mal erstklassig war. Bis in die 1990er Jahre zeigte die Sportschau nämlich nur Ausschnitte dreier Partien pro Spieltag, während es von den sechs anderen das Ergebnis ohne Torabfolge oder sonstige Details gab. Dortmund-Köln 1:1 – und damit geben wir ab zur Tagesschau. Das sollte sich kurz in Erinnerung rufen, wer beklagt, dass die Vergabe der Übertragungsrechte auf vier, fünf, wenn nicht gar 25 Anbieter verteilt werden und sowohl ARD als auch Sky, also die Platzhirsche des Fußballs, leer ausgehen könnten.

Der totale Vermarktungsoverkill hat die Herzensangelegenheit Fußball ohnehin längst zur kopfgesteuerten Geschäftsidee verkommen lassen. Wäre Joseph Vilsmaier nicht vorigen Dienstag buchstäblich bei der Arbeit gestorben, vielleicht hätte ihn das Erste ja irgendwann mal mit einem melancholischen Rückblick auf jene Zeit beauftragt, in der Sport noch einfach Sport war. Eine Zeit, in der auch folgende drei Verstorbene in spe noch eine Zukunft hatten: Die BBC, das Fernsehballett und der Blackberry.

Erstere will Boris Johnson in seiner rückgratlosen Pluralismus-Verachtung demnächst zum Abo-Modell umwandeln und damit dem Tode weihen. Zweiteres darf Ende 2020 nicht mehr wie die 30 Jahre zuvor durch alle MDR-Shows tanzen. Letzterer wird ab August nicht mehr hergestellt, womit nicht nur der mobile Internetzugang vorm Smartphone, sondern auch das Statussymbol der Upper-Class – 2013 noch satte 80 Milliarden Dollar wert – endgültig Geschichte ist. Doch während man weder dem Tastentelefon noch ein paar Hupfdohlen vom Dienst lange nachzutrauern braucht, würde das Ende der BBC das der Demokratie beschleunigen.

Die Frischwoche

16. – 23. Februar

Ohne gebührenfinanziertes, also ausschließlich von Clicks und Quoten generiertes Fernsehen, gäbe es statt Journalismus nämlich irgendwann nur noch Entertainment, ergo ulkige Infotainment-Karikaturen à la Galileo, aber gewiss keine seriösen Dokus mehr wie Mord im Konsulat, mit der Arte morgen um 20.15 Uhr den arabischen Staatsmord am regimekritischen Reporter Kashoggi rekonstruiert. Und auch die heutige Geheimmission Tel Aviv (23.30 Uhr, ARD) über ein denkwürdiges Fußballspiel von Borussia Mönchengladbach in Israel vor 50 Jahren fände wohl weder Finanziers noch Zuschauer. Obwohl – für den Umweg ins Seichte braucht es hierzulande keinen Boris Brexit.

Während das Erste die Primetime übermorgen volle zwei Stunden für Düsseldorf Helau freiräumt, tags drauf Kölle Alaaf im Zweiten läuft und Mainz dort Freitag wie immer Mainz bleibt, verbannt der WDR zwei bemerkenswerte Dokus über die fünfte Jahreszeit im Dritten Reich (Karneval mit Haltung und Heil Hitler und Alaaf!) ins Mittwochnachtprogramm ab 23.25 Uhr. Was weiterhin ziehen könnte, sind dagegen Überwältigungsdreiteiler wie Unsere Erde aus dem All, der heute Abend im Ersten geigenumflort zu Ende geht. Und für den Rest? Gibt es Streamingdienste mit ihren schier unendlichen Mitteln.

Sky zum Beispiel zeigt morgen die wunderbare Coming-of-best-Ager-Serie Work in Progress von und mit der amerikanischen Impro-Komödiantin Abby McEnany, die sich als lebensmüde LGBTQ-Ikone achtmal ein wenig selber spielt. An gleicher Stelle wird Donnerstag die hinreißende Pop-Papst-Persiflage The Young Pope mit John Malkovich als The New Pope fortgesetzt. Und (kauft nicht bei) Amazon Prime hat sich Al Pacino als einer jener Hunters gekauft, die tags drauf bildgewaltig Nazis im Jahr 1977 jagen – theoretisch also auch ein paar jener Wehrmachtsverbrecher der Schlacht von Dunkirk, die Christopher Nolan Sonntag um 20.15 Uhr denkwürdig in Szene setzt. Natürlich versetzt durch ein Fünftel Werbung, sonst wäre die Ausstrahlung von Pro7 nicht bezahlbar.

Ach ja – was noch ginge, sind Wiederholungen der Woche wie Kehraus (Samstag, 20.15 Uhr, BR), Gerhard Polts bitterböse Gesellschaftsstudie am Beispiel des Münchner Faschings von 1983, als das Kabarett noch wirklich groß war. 24 Stunden später zeigt Arte dann Dustin Hoffman als Rain Man von 1988, als Hollywood noch wirklich groß war. Und schon heute läuft an gleicher Stelle John Fords Kavallerie-Legende Rio Grande mit dem Rassisten John Wayne, als Helden noch wirklich groß waren. Dazu passt Roger Cormans Drama Weißer Terror mit William Shatner als rassistischer Südstaaten-Politiker der Fünfziger im Anschluss.


Messer, Sons, Ätna

Messer

Miese Laune hat einen, besser: Dutzende Namen. Sie reichen von Dark Metal bis Gothic, von The Fall bis The XX, von Melodram bis Moll. Alles oft zu sperrig, öde, zu verkopft, um beim Hören nicht hirntot vom Grabstein zu fallen. Um aus dieser miesen Laune auch gute Musik zu machen, ist es daher ratsam, sie hübsch einzupacken, ohne sich dem hedonistischen Zwang zur guten Stimmung anzubiedern. Und das beherrscht hierzulande kaum eine Band besser als, sorry für den lustigen Reim: Messer. Seit ihrem Debütalbum vor acht Jahren schon.

Auch damals wirkte der elaborierte Schwermut des Quartetts aus Münster zwar aufrichtig ernüchtert, aber nie verzagt. Wenn Hendrik Otremba gleich zum Auftakt der vierten Platte nun haucht, “Es gibt kein Happy End” und von Wolken am Himmel singt, mag die Sonne dahinter also verborgen sein, aber nicht negiert. Denn mit schrillen NDW-Gitarren der Marke Ideal und proklamatischem Mehrfachgesang drüber, räumt No Future Days die Übellaunigkeit der untergründigen Übellaunigkeit resolut ab und macht daraus eine Art Wavefunk mit Orgelbegleitung. Das ist und bleibt die klügste Versuchung, seit es Postpunk gibt.

Messer – No Future Days (Trocadero)

 

Sons

Wie blendend die Laune im Kontext mieser Vibes sein kann, zeigen dagegen die Alternativerocker SONS, deren Bandname eigentlich so derart bescheuert ist, dass man den Eigensinn ihrer flächigen Klanggewitter darunter glatt vergessen könnte. Wer sich das Mackerhafte der Oberfläche allerdings kurz mal wegdenkt, erblickt im psychedelischen Noise des belgischen Männerquartetts eine Eleganz, die zwar ohne weiblichen Anteil auskommen muss, aber Null Raum für Geschlechterdebatten jeder Art lässt.

Daheim bereits vor knapp einem Jahr und nun endlich auch hierzulande erschienen, drischt Family Dinner zwar beherzt in die Saiten. Sie hängen allerdings nicht wie im Schweinrock üblich auf Eier-, sondern buchstäblich auf Herz- und Hirnhöhe. Es gibt also reichlich Adrenalin im brachial verzerrten Gitarrensound der Sons, was ihr potenzielles Publikum betrifft gewiss auch ein wenig THC, aber trotz allem kein Testosteron. Dafür ist das Psychosurfelement am Übergang zum Punkrock zu vordringlich. Und zu gut.

Sons – Familiy Dinner (Popup)

Ätna

Aus Dresden kommen bekanntlich vorwiegend Horrornachrichten. Wenn der Faschismus dort nicht gerade das nächste Ermächtigungsgesetzt vorbereitet, wird die Stadt wahlweise geflutet, verbaut oder sonstwie missbraucht. Schon deshalb ist es wichtigt, den vernunftbegabt Aufrechten vor Ort alle Aufmerksamkeit zu geben. Etwa in Gestalt des Popduos Ätna. Kurz, nachdem die spanisch-jüdische Schweizerin Inéz zum Studieren dorthin gezogen ist, hat sie nämlich das westdeutsche Landei Demian getroffen, um die lokale Partyszene mit einem kleinen Vulkanausbruch aufzumischen.

Das Ergebnis ist ein avantgardistischer Cocktail aus Synths und Drums, aufwühlendem Gesang und emanzipierten Lyrics, der stimmlich ein bisschen an M.I.A. erinnert und atmosphärisch an Atari Teenage Riot – nur sehr viel tanzbarer, strukturierter, weniger wütend. Manchmal ein wenig weltmusikalisch angehaucht, ist das Debütalbum Made by Desire demnach glaubhaft innerer Leidenschaft entsprungen, die in ihrer Vielschichtigkeit hingebungsvoll den Pop durchdekliniert, ohne beliebig zu werden. Kleiner Lichtblick aus der dunkelsten Ecke Deutschlands.

Ätna – Made by Desire (Humming Records)


Bjarne Mädel: Ernie, Schotty & ein Manager

Auch ein Banker hat Gefühle

Kaum ein Schauspieler hatte es schwerer als Bjarne Mädel, sich von beharrlichen Rollenklischees zu lösen. Sein Banker im ZDF-Melodram Tage des letzten Schnees zeigt: es ist ihm gelungen. Ein Interview über Mittelschichtsfiguren, Realitätsvortäuscher und wie er mal auf einen Hütchenspieler reingefallen ist.

Von Jan Freitag

freitagsmedien: Bjarne Mädel, sind Sie selbst schon mal reingelegt worden wie Ihre Filmfigur Markus Sellin?

Bjarne Mädel: Nicht in dem Ausmaß, aber als ich vor vielen Jahren nach Berlin gekommen bin, hab ich den Fehler gemacht, Hütchenspielern auf den Leim zu gehen. Nachdem ich denen eine Weile lang von der anderen Straßenseite aus zugesehen hatte, war ich mir so derart sicher zu gewinnen, dass ich danach 50 Mark verloren habe. Seither bin ich nicht mehr so richtig betrogen worden.

Wobei Schauspielerei selbst als kleiner Betrug gilt…

Sagt man so, ja. Ich würde allerdings eher von Realitätsvortäuschung reden.

Kriegt man als berufsbedingter Realitätsvortäuscher ein anderes Sensorium für echte Betrüger?

Nicht so sehr, wenn es um Tricksereien geht. Aber wenn mir jemand eine Stimmungslage nur vorgibt, merke ich das auch deshalb oft relativ schnell, weil ich es ebenfalls gelernt habe, Gefühle künstlich herzustellen.

Sind Sie dadurch auch privat in der Lage, anderen emotional einen Bären aufzubinden?

Nein, das sind zwei verschiedene Welten. Zumal es mir auch im Schauspiel nicht darum geht, mich zu verstellen. Meine Figuren sind mir vielfach emotional sehr nah.

Wobei Ihnen der Banker Sellin verglichen mit vielen Ihrer Charaktere seltsam fern wirkt…

Der Mensch war mir nicht fern, nur seine Arbeitswelt; da gibt’s ja auch tatsächlich überhaupt keine Berührungspunkte – was schon beim Anzug oder der Lebensweise anfängt. Beides ist allerdings nur Teil seines beruflichen Umfelds. Die Privatperson mit all ihren Problemen ist mir dann wieder gar nicht so fern. Auch ein Banker hat ja Gefühle!

Fällt es Ihnen dennoch leichter, untere Mittelschicht wie Der kleine Mann, Mord mit Aussicht oder Stromberg zu spielen?

Ich fühle mich meinem Tatortreiniger zwar irgendwie verbundener als einem leitenden Angestellten, für die Intensität des Spiels macht das aber keinen Unterschied. Die Konzentration aufs Spiel ist einfach Teil meines Berufs. Ich bin ja nicht zufällig vor der Kamera gelandet und zum Glück nicht deckungsgleich mit den Figuren, die ich spiele.

Aber trotzdem wie Schotti HSV-Fan.

Es war von Anfang an klar, dass sich Heiko Schotte als Hamburger Macho mit Goldkette für Fußball interessieren sollte. Regisseur Arne Feldhusen war damals eher für St. Pauli, ich für den HSV – aber Pauli wird ja von Axel Prahls Kommissar Thiel im Tatort als Fan schon gut am Fernseher vertreten, auch deshalb haben wir uns für den größeren Traditionsverein Hamburgs entschieden. Dass ich HSV-Fan bin, hat es mir leichter gemacht, das glaubhaft zu vertreten, aber darum geht es echt nicht.

Sondern?

Es geht darum, was für die Geschichte richtig und stimmig ist, nicht was mir privat lieber ist. Natürlich gibt es Figuren oder Lebensumstände, die einem persönlich näher sind als andere. Ich habe zuletzt etwa in Der Überläufer einen Soldaten gespielt, ohne jemals beim Bund gewesen zu sein. Ich kann mich aber natürlich dennoch in seine Not hineinversetzen, auch wenn mir der Umgang mit einer Waffe nicht so vertraut ist. Ich habe durchaus innere Widerstände gegen allzu erfolgreiche Typen, aber einfach nur weil ich es langweiliger finde, sie zu spielen, wenn sie keine Abgründe haben.

Folgt Ihre Rollenauswahl dem Bedarf, sich von Rollenklischees zu emanzipieren?

Ich habe tatsächlich eine Weile aufgepasst. Nach zehn Jahren Stromberg haben alle gesagt, guck mal, da kommt Ernie. Nach sieben Jahren Mord mit Aussicht haben alle gesagt, guck mal, da kommt Dietmar. Nach sieben Jahren Tatortreiniger haben alle gesagt, guck mal, da kommt Schotti. Das waren ja auch alles tolle Sachen, auf die ich sehr stolz bin, aber wenn ich im Theater auf die Bühne komme und jemand fängt an zu lachen, bevor ich angefangen habe zu spielen, oder schlimmer noch, ruft laut Schotti, dann nervt das nicht nur mich, sondern alle. Aber letztlich ist es nur ein Lob für eine Figur, die ich selber ja auch sehr mochte.

Mochten Sie auch diesen Film hier, oder anders gefragt: Würden Sie sich Tage des letzten Schnees auch privat ansehen?

Ja, absolut! Schon allein wegen des tollen Ensembles. Außerdem mag ich die Arbeit von Jan Costin Wagner sehr, der die Romanvorlage geschrieben hat. Er erschafft tolle Figuren, erzählt spannende Krimis, aber eben psychologisch so tiefgründig, dass der Anteil der Polizeiarbeit in den Hintergrund rückt.

Von den Romanen gibt es noch drei. Macht das den Stoff automatisch reihentauglich?

Hätte ich nichts dagegen, aber ohne zu viel zu verraten, bin ich dann ja als Protagonist definitiv raus.


Balbierte Thüringer & krasse Teens

Die Gebrauchtwoche

3. – 9. Februar

Nachdem das ZDF bereits die Übertragung der Goldenen Kamera beendet hatte, wendet sich die ARD nun vom Bambi ab – zu offensichtlich ist die künstlerische Irrelevanz beider Preise, zu offensichtlich auch der Werbecharakter beider Veranstaltungen. Und dann waren die Einschaltquoten auch noch Jahr für Jahr tiefer in den Keller gerauscht. Fehlt eigentlich nur noch das Ende der Live-Schalten zu jedem noch so unbedeutsamen PR-Kick des FC Bayern, dann wird das öffentlich-rechtliche Showfernsehen vielleicht irgendwann mal unabhängig.

Im heute-journal bringt Marietta Slomka den faschistisch intronisierten FDP-Mann Thomas Kemmerich mit einer Kanonade kluger Fragen in Erklärungsnot, der ARD-Brennpunkt muss wegen des DFB-Pokals trotz aller Dramatik leider mit neun, statt der üblichen 15 Minuten auskommen, Martin Schulz zeigt mit seiner achtmaligen Wiederholung der altbackenen Redewendung, irgendwer habe irgendwen über den Löffel balbiert, warum junge Menschen in Scharen Grüne statt Sozis wählen, Alice Weidel grinst eine Therapiesitzung bei Anne Will wie ein Honigkuchengoebbels und Dieter Nuhr setzt in geistiger Verwandtschaft Nazis mit Linken gleich, die er fast noch asozialer findet als Greta Thunberg – die Tage nach dem Dammbruch von Erfurt, der ja erstmal nur ein Tabubruch war, hallten auch in den Medien nachhaltig nach.

Und zwar so heftig, dass Dieter Nuhrs Populistenbuddies von Donald Trump, dessen fortgesetzter Betrug immer mehr zur Machtverfestigung führt, bis hin zu Boris Johnson, der kritische Medien wie die BBC dadurch aufs Korn nimmt, dass er die strafbare Unterschlagung der Rundfunkgebühr künftig entkriminalisieren will, ins Hintertreffen geraten.

Die Frischwoche

10. – 16. Februar

Aber gut, ist ja auch – Tättääh – bald Karneval. Weshalb die Öffentlich-Rechtlichen alle Nicht-Närrinnen und Narrhalesen bereits zwei Wochen vorm Rosenmontag permanent mit Kalauerkanonaden auf allen Kanälen quälen. Dabei gibt’s die besten Kalauer aus deutscher Herstellung bei (kauft nicht bei) Amazon Prime, das sich 2017 bekanntlich Pastewka unter den Nagel gerissen hat. Weil die ursprünglichste aller fakefiktionalen Fremdschamserien zuvor bereits zwölf Jahre bei Sat1 lief, ist es mit der aktuell zehnten Staffel, nun aber auch mal gut.

Freitag startet derweil der erste deutsche Netflix-Film. Wie nicht anders zu erwarten, zeigt Isi & Ossi der linearen Konkurrenz, wie man Jugendkultur auch ohne Peinlichkeit in gute Fiktion verwandelt. Oliver Kienles (Bad Banks) Geschichte einer Milliardärstochter (Lisa Vicari), die sich vom Jet Set genervt in die Unterschicht des Boxers (Dennis Mojen) begibt, ist nach eigenem Buch gleichermaßen humorvoll, empathisch und real – also das Gegenteil der US-Abenteuerserie Blood & Treasure, in der ein schöner Ex-Spion mit einer noch schöneren Meisterdiebin ab Freitag (20.15 Uhr, K1) im Indiana-Jones-Stil Schätze jagt. Zum Auftakt natürlich irgendwas mit Pyramiden.

Das ist unterhaltsam, bunt, aber so egal, dass die Überleitung zur Realität leicht fällt. Morgen zum Beispiel die Dokumentation Gulag, in der Arte ab 20.15 Uhr drei Teile am Stück das sowjetische Lagersystem 1917-1957 seziert. Oder Carsten Binsacks Kindesmissbrauchsanalyse Dunkelfeld, die Donnerstag auf Info zweierlei tut: einen Zivilisationsbruch aufzuzeigen, der erstens alle Teile der Gesellschaft betrifft, und all diese Teiel zweitens in ihrer Ein-Herz-für-Kinder Ignoranz vereinigt. Eine Ignoranz, die zur Wir-waren-aber-auch-Opfer-Mentalität passt, mit der gerade an die Bombardierung Dresdens vor genau 75 Jahren erinnert wird.

Als erste Wiederholung der Woche also eine Empfehlung zum Abgewöhnen: Roland Suso Richters Exkulpationsmelodram Dresden (20.15 Uhr, MDR), in dem Fee Woll kurz vorm Sommermärchen zwischen zwei Männern das Märchen erzählte: klar, waren echt scheiße, die Nazis, aber eigentlich, Ehrenwort, waren ja fast alle dagegen. Bei so viel geschichtsklitterndem Sulz empfiehlt sich Mittwoch (22.25 Uhr, 3sat) Francois Ozons zehn Jahre jüngeres Schwarzweißmeisterwerk Frantz mit Paula Beer als Kriegerwitwe des 1. Weltkriegs, die sich in einen französischen Erbfeind verliebt. Zwei Stunden zuvor entführt uns Bienzle und das Narrenspiel in die schwäbische Fassnacht von 1994, womit der Tatort den Karnevalskreis schließen darf.