The Bland, The Modern Times, Whitney

The Bland

Ach, noch einmal süße 17 sein – ist aus mehr als doppelt bis nahezu dreimal so alter Sicht natürlich ebenso unattraktiv wie, sagen wir: Pupertätspickel und Führerscheinprüfungen, aber wenn The Bland davon singen, klingt es irgendwie selbst aus erwachsener Sicht gar nicht so furchtbar. Mit funkigen Streichern und Marimba-Samples unterlegt erzählt Sänger Axel Öbergs Wattewachsstimme, wie schön grün der Schnee für Teenager selbst dann noch leuchtet, wenn der Vater deiner Sommerliebe mit dem Gewehr hinter dir her ist und prompt möchte man eine Line dieser ulkigen Droge Sorglosigkeit ziehen, mit der das schwedische Quintett sein Debütalbum erschaffen hat.

Schließlich ist es vom jugendsehnsüchtigen Opener bis zum minimalistischen Wanderer, in dem fröhlich die Vögel flöten, am Rande der Selbstverblödung arglos. Klimakrise und Rechtsradikalismus, Bolsonara und Trump, überhitzte Sommer und nahende Winter? Mit einer transzendierend unernsten Platte drauf gepfiffen, die zehn Stücke lang im sedierten Yeahsayer-Modus das Leben kurz mal auf gemütliches Abhängen reduziert und dabei mit karibischem Skandinavismus zum bekifften Kichern einlädt. Gut, im Video zu 17 endet die Sorglosigkeit im Chaos, aber hey – wer hat in der Hängematte zwischen zwei Palmen schon geöffnete Augen…

The Bland – Beautiful Distance (Backseat)

The Modern Times

Ebenfalls skandinavisch und ein Gegenteil von verkopft ist das neue Album der norwegischen Britrockband The Modern Times. Mit ihrer sensationellen Mischung aus rotzigem Punk ohne Post davor und dem besten aus der jüngeren Alternative-Phase des Indierock, klingt es so herzerfrischend nach Scheißegal, dass man aus dem Schulterzucken gar nicht mehr raus kommt. “It’s the best time in history / to be openly gay” knarzt Sänger Magnus Vold Jensen in It Sure Is Fun To Party durch rüpelhafte Gitarren, reduziert es branchenüblich auf den Standort Berlin und grölt zur Sicherheit noch kurz ein paarmal “we’re having so much fuuuuun”, damit auch ja niemand auf die kommt, nun folge ein politischer Anflug von gesellschaftskritischen gay-pride oder gar politische Parolen.

Nee, nee – Algorithmic Dance Music klingt dem Titel nach zwar ein wenig berechnend. Aber wenn der Rock hier und da von einer irren Ladung Saxofon zersägt wird, zeigt sich: das ist hier alles aus der Magengrube für die Magengrube. Stücke wie Everything is Going to be Fine oder The World Needs More Parties lutschen zuweilen zwar ein bisschen ostentativ auf dem Drops allenfalls halbsatirischer Harmlosigkeit herum, was gerade in den Restbeständen des Punkrock ein wenig irritiert. Zwischen unverzerrt fröhlichen Fuzz-Riffs und einem Schlagzeug ohne jedes männliche Selbstbeweihräucherungspathos macht das aber einfach nur gut gelaunt. Auch mal schön.

The Modern Times – Algorithmic Dance Music (Black Pop)

Whitney

Wäre die Welt ein schöner, guter, gerechter Ort – das neue Album von Whitney würde hier in der Rubrik Hype der Woche gefeiert werden, weil das erste nicht nur 2016, sondern für alle Ewigkeit zum Besten zählt, das jemals mit so viel Eleganz Rockmusik verpoppt hat. Damals schien es, niemals wieder könne ein Werk wie Light Upon The Lake mit solcher Hingabe gleichsam gelassen und wuchtig klingen. Bis jetzt. Denn der späte Nachfolger Forever Turned Around ist – zugegeben – keine allzu große Fortentwicklung des Vorgängers; aber warum auch, wenn es mit ähnlichen Mitteln so schnell vom Kopf über alle Sinnesorgane zu Herzen geht.

Denn wie damals mogeln sich Dutzende virtueller Jazzkapellen ins Westcoast-Orchester von Gitarrist Max Kakacek und Drummer Julien Ehrlich, deren Falsett-Stimmen dazu den Soundtrack maximaler Leichtigkeit liefern. Mit einem halben Dutzend Freunden auf Bigbandgröße angeschwollen, sorgt das Duett aus Chicago damit abermals für eine Art Kammerstrandsoulrevival der Beach Boys, dem man nur mit größter Hartherzigkeit oder unverbrüchlichem Wacken-Appeal nicht verfällt. Ein weiterer Meilenstein des Musizierens für Millionen, ohne im Mainstream zu landen.

Whitney – Forever Turnde Around (Secretly Canadian)


Papierschelte & Flaschendrehen

Die Gebrauchtwoche

19. – 25. August

Rezo, schon wieder. Man könnte meinen, sobald der YouTuber mit dem blauen Haar das Internet anwirft, um über seine kleine große Welt der Zoten hinaus Gesellschaftskritik zu simulieren, spreche die Kanzlerin zur Nation. Nun hat er sich die Printmedien vorgeknöpft – was nicht nur denen so auf die Nerven ging, dass sich der DJV zu einer beißenden Retourkutsche (nebst anschließender Entschuldigung) hinreißen ließ. Dabei hat Rezo weniger gegen die Printmedien als den Boulevard gepestet. Mit Fokus aufs Papier, das ja echt nicht der Weisheit letzter Publikationsschluss ist. Und einen Seitenhieb aufs lineare Fernsehen, dessen Programm Printfans im Video angeblich aus Bild und BZ erfahren, um abends Sachen wie SOKO zu sehen, konnte er sich ebenso wenig verkneifen.

Doch wer weiß: vielleicht hat das ZDF Rezos Film ja zum Anlass genommen, die Münchner Ausgabe nach 41 Jahren endlich zu beenden. Was mal ein guter Anlass wäre, weiter auszumisten. Etwa den Teflon-Moderator Guido Cantz, der das Unterhaltungsfossil Verstehen Sie Spaß? so degeneriert, dass sich darüber sogar die Stammzuschauer (vermutlich in Printmedien) beschwert haben. Ähnlicher Streichkandidat: der Fernsehgarten – und zwar explizit nicht, weil ihn die Ulknudel Luke Mockridge für ein Rentner-Bashing der billigen Art missbraucht hat und von Andrea Kiewel – es heißt: lange geplant – der Bühne verwiesen wurde. Kleiner Sturm im Gebissreinigerglas. Einen in der Bierdose hingegen wünscht man dem zeitgenössisch enthemmten Trash-TV, das zusehends von der 15-Minuten-Berühmtheit formbarer Wohlstandsverlierer zur Hebebühne reaktionärer Machos degeneriert, die Frauen unbehelligt belästigen, betatschen, wie Dreck behandeln.

Zum Beispiel in Paradise Hotel oder Sommerhaus der Stars, wo RTL nicht mal das Korrektiv bissiger Off-Kommentare einsetzt, wenn Jungs das Testosteron aus Augen, Mund und Nase läuft. Apropos Männermacht: wo sich zwei milliardenschwere Global Player, deren Geschäftspolitik die brutale Verdrängung kleiner Konkurrenten beinhaltet, handelseinig werden, sind wir entweder im mächtigen Medienkonzern Viacom, der sich mit dem noch mächtigeren CBS zusammentut, oder bei Amazon, das dem Bundesligisten Dortmund eine vierteilige Dauerwerbesendung namens Inside Borussia schenkt.

Die Frischwoche

26. August – 1. September

Mit (etwas) weniger Product Placement kommen da Sky und Netflix aus, die mit der Scheidungskomödie Divorce und dem Suizid-Drama Tote Mädchen lügen nicht in die dritte Staffel gegangen sind, während ZDFneo ab Donnerstag (23 Uhr) endlich die grandiose TNT-Serie 4 Blocks ins Free-TV holt, wo Pro7 dienstags um 22.30 Uhr Christian Ulmens maxdome-Juwel jerks zeigen darf. Auf Starzplay startet drei Tage später Baptiste, wo die gleichnamige Nebenfigur der britischen Polizeiserie The Missing in den Vordergrund rückt, während Netflix zeitgleich ein Serienprequel des Fantasy-Klassikers Der dunkle Kristall wie damals mit echten Puppen reanimiert. Aus der Zeit des Originals stammt auch die Ästhetik der schwedischen Cop-Saga Hassel, die allerdings nur durch den gelungenen Soundtrack überzeugt.

Um zu verdeutlichen, wie die alte Konkurrenz derweil um Lufthoheit im Vakuum der Zuschauerköpfe kämpft, hier ein – zugegeben explizites – Beispiel: Am Freitag veranstaltet Sat1 Das große Promi Flaschendrehen mit Oliver Pocher, Sonya Kraus und der Gewissheit, dass all dies analog zu Fernsehgarten, Guido Cantz und Amazon abgewickelt gehört. Besseres Fernsehen verspricht da mal wieder die Nische. Wie Arte, wo die glaubhafte Charlotte Roche erst ab Mittwoch (21.40 Uhr) Love Rituals verschiedener Nationen erkundet – also nicht bloß, aber auch die Sexualität von Ländern wie Japan, Israel, USA. Am Sonnabend dann macht der Ki.Ka mit dem Filmexperiment Der Krieg und ich die größte aller Völkerschlachten auch für Kinder verständlich. Und tags zuvor kriegt Michael Kessler zur besten RBB-Sendezeit die nächste Gelegenheit, abseits vom Rampenlicht für etwas öffentlich-rechtlichen Glanz zu sorgen. In Showtime, Herr Kessler macht er diesmal ganz Berlin zur Bühne. Den Ort also, an dem sich 30 Jahre zuvor die DDR Richtung Untergang feierte – was die ARD-Komödie Vorwärts immer! heute um 20.15 Uhr mit Jörg Schüttauf als Erich Honecker persifliert.

Dicht gefolgt wird das an gleicher Stelle von der verstörenden Doku Chemnitz – Ein Jahr danach an einem Ort, wo der real existierende Sozialismus mittelbar in den real existierenden Neonazismus geführt hat. Bleibt vor den Wiederholungen der Woche noch die bemerkenswerte Verfilmung von Martin Suters Roman Die dunkle Seite des Mondes (Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD) mit Moritz Bleibtreu als Anwalt auf einem ganz miesen Drogentrip. Rund 90 älter ist eine Sauftour durchs Berlin der roaring twenties, die ein Gurkenfabrikant aus der Provinz 1927 Eine tolle Nacht lang erkundet (Montag, 0.00 Uhr, Arte). Farbig schön: Der Himmel soll warten von 1978 (Dienstag, 22.10 Uhr, Servus) mit Warren Beatty als Footballstar, der als Engel eine zweite Chance kriegt. Und der Tatort-Tipp Medizinmänner ist mit Schimmi, diesmal (Dienstag, 23.40 Uhr, WDR) in einem Pharmaskandal von 1990.


Oliver Welke: 10 Jahre heute-show Teil 2

Satire ist eine Einstiegsdroge

Seit zehn Jahren moderiert Oliver Welke die heute-show im Zweiten und hat das Satire-Format dort trotz aller Kritik an vielfach brachialer Komik zu einer wichtigen Stimme der heiteren Vernunft im Land gemacht. Im zweiten Teil des Interviews spricht er über satirische Dringlichkeit, Skandalisierungspolitik, lustige Versprecher und Oli Kahns Reifungsprozess.

Von Jan Freitag

Herr Welke, hatte die heute-show anfangs den journalistischen Wirkungsgrad von Jon Stewarts Vorbild im Sinn? In der extrem polarisierten US-Medienlandschaft war er ja besonders junge Menschen keine Unterhaltungssendung, sondern Informationsmedium.

Nicht nur das; er verstand sich explizit als politischer Akteur, eine Art inoffizieller Oppositionsführer gegen George W. Bush, bei dem man damals ja dachte, viel irrer könnte es an der Spitze nicht werden. Damit war John Stewart auch eine Antwort auf die extrem rechten Fox-News, die bis heute stolz sind auf ihre Parteilichkeit. In Deutschland völlig undenkbar.

Noch.

Noch. Momentan ist die Gefechtslage klar erkennbarer Freund- und Feindbilder in den USA aber schwer mit unserer Konsensdemokratie zu vergleichen, in der eine Groko der nächsten die Klinke in die Hand gibt. Deswegen mussten wir uns zunächst eher an einzelnen Themen als Akteuren abarbeiten.

Gab es dennoch eine politische, gar journalistische Dringlichkeit für die heute-show?

Schon. In unserem Geburtsjahr ist ja auch besagte schwarz-gelbe Koalition zur Welt gekommen. Es ging also noch nicht um die fehlende Unterscheidbarkeit der klassischen Regierungsparteien, sondern eher um einen neoliberalen Rollback. Vorlagen gab es also genug, die FDP war der wichtigste Medienpartner für unser journalistisch-satirisches Angebot.

Gab es dabei je eine Unwucht in Richtung von Journalismus oder Satire?

Nein, wir waren und sind eine Mischform aus Satire, Comedy und echter Information. Es gibt bei uns natürlich auch Pointen um ihrer selbst Willen oder wie es wissenschaftliche Studien, von denen mittlerweile einige über uns kursieren, lieber ausdrücken: Kalauer. Allerdings sind die meist in sehr ernste Informations-, sogar Aufklärungssequenzen eingebettet. Wir wollen informieren und unterhalten. Die Reihenfolge kann jeder im Publikum selbst festlegen .

Es gibt also Zuschauer, die die heute-show wie das heute-journal als Nachrichtenmedium nutzen?

Ich bin überzeugt, es hilft gerade bei komplexeren Themen, wenn sie unterhaltsam, gar lustig erklärt werden. Ein wenig herablassend ausgedrückt, sind wir die Hundemedizin in einer Scheibe Mortadella. Manche Themen schmecken halt fad, aber wenn man es schafft, Leute durch Geschmacksverstärker darauf zu stoßen, gibt‘s oftmals sogar die größte Resonanz.

Zum Beispiel?

Dass es anders als in den meisten Staaten Europas noch immer kein Lobby-Register gibt, was schlichtweg ein Skandal ist, aber wenig aufregend klingt. Und das Informationsfreiheitsgesetz erlaubt eigentlich jedem Bürger, bei allen Behörden Akteneinsicht zu kriegen. Wie bestimmte Bundesländer, allen voran Bayern, da mauern, ist juristisch vielleicht trocken, satirisch jedoch hochspannend. Wir müssen zwar aufpassen, nicht belehrend zu klingen, aber es macht großen Spaß, Dinge zu verarbeiten, die niemand so richtig auf dem Zettel hat. Und manchmal haben diese Geschichten dann sogar ein Echo im echten Journalismus.

Weil andere Medien darauf anspringen?

Das war zum Beispiel bei  einem Beitrag über Bildungsministerin Anja Karliczek der Fall, bei der uns aufgefallen war, dass sie nach einem Jahr im Amt keine einzige Gesetzesvorlage eingebracht hat und in jedem Interview meinte, sie sei ja noch dabei, sich einzuarbeiten. Ausgearbeitet war hingegen ihr Sensorium für Fettnäpfchen wie jenes, Kinder würden in gleichgeschlechtlicher Ehe eventuell nicht schadlos aufwachsen, technischer Fortschritt müsste sich stets am christlichen Menschenbild orientieren und nicht jedes Dorf brauche 5G-Internet. Als wir das thematisiert haben, ist es so viral gegangen, dass es später sogar der Spiegel aufgegriffen hat. Ähnliches ist mit dem AfD-Pranger für Lehrer geschehen. Als wir in der Sendung Schüler dazu aufgerufen haben, ihn mit allem Möglichen zu fluten, sind die Server kollabiert.

Das allerdings ist schon nicht mehr langweilig, sondern Skandalisierungspolitik perfidester Art.

Von der zu dem Zeitpunkt aber trotzdem nur in circa zwei Zeitungen Dreizeiler standen.

Macht Humor diese Menschenverachtung am Ende sogar nicht nur kognitiv verständlich, sondern überhaupt erst physisch erträglich?

Das kann schon sein. Auch dabei müssen wir uns aber stets vor Augen halten, dass derart unappetitliche Politik auch durch uns überhaupt erst in der öffentlichen Debatte gehalten wird. Ob man wirklich über jedes Stöckchen springen muss, diskutieren wir hier echt jede Woche.

Und die Antwort?

Ja, sofern es im Rahmen einer inhaltlichen Auseinandersetzung erfolgt. Wenn man die rechten Tabubrüche nur stumpf wiederkäut, hilft man am Ende nur deren Agenda . Die Strategie hinter Gaulands Vogelschiss Spruch war aber beispielsweise schlicht zu empörend, um ihn unkommentiert zu lassen. Besser ist es allerdings, die AfD am Parteiprogramm zu packen, gern auch da, wo es ausnahmsweise mal nichts mit Rassismus oder Revisionismus zu tun hat. Befragen Sie Jörg Meuthen mal zur Rentenpolitik; da ist die vermeintliche Partei der Abgehängten rasch beim neoliberalen Flügel der FDP.

Am Parteiprogramm packen – klingt irgendwie öde…

Aber als radikaler Anhänger der Versammlungs- und Meinungsfreiheit sage ich: wir müssen im Umgang mit Populismus gleichzeitig auch mehr aushalten. Deshalb halte ich es auch  für  einen Riesenfehler, die AfD nicht ins Vizepräsidium des Bundestags zu wählen. Es regt mich auf, wenn man  es denen in diesem Punkt so einfach macht, das Opfer zu geben.

Aber sorgt die nüchterne Betrachtung der politischen Lüge am Ende nicht auch dafür, diese Lüge salonfähig zu machen?

Kommt auf den Adressaten an. Es gibt Untersuchungen darüber, dass es vielen mittlerweile egal ist, ob sie einer Lüge aufgesessen sind. Wer Fakten als Ansichtssache betrachtet, ist für die echten unempfänglich. Das haben Rechtspopulisten wie die AfD ja vor allem deshalb geschafft, weil sie die Kraft der sozialen Medien schneller für sich entdeckt haben als bürgerliche Parteien. Selbst wenn nur hinter einem Bruchteil der AfD-Kommentatoren verschiedene echte Menschen stecken, sind die Zahlen im Vergleich mit anderen Parteien erschreckend.

Was auch daran liegt, dass Rechtspopulisten nicht auf Argumente, sondern Emotionen setzen.

Darüber hinaus sind sie aber auch schlichtweg beharrlicher in der Nutzung – und zwar nicht nur im Umfeld großer Ereignisse wie Wahlen, sondern permanent. Wie die AfD ihre Anhänger ununterbrochen mit der Gefühlstaste bespielt – da kann einem schon ein bisschen bange werden. Die Frage ist ja: was soll man dem entgegensetzen, ohne sich auf deren Niveau zu begeben? Gerade für Journalisten besteht darin eine der schwierigsten Aufgaben der näheren Zukunft. Und ihr müssen wir uns auch in der heute-show stellen.

Aber birgt das nicht auch die Gefahr, reale Risiken durch Leichtigkeit zu relativieren?

Satire ist doch nicht nur Leichtigkeit. Bei uns im Team sitzen drei Journalisten, die außerhalb der Abteilung lustig alle unsere  Themen der Woche komplett durchrecherchieren, damit uns am Ende keine Fehler um die Ohren fliegen. An diesem Prozess ist die gesamte Produktion permanent beteiligt.

Wenn man sich dann die beiden Standbeine Ihrer journalistischen Karriere betrachtet.

Humor und Sport.

Ist ersteres angesichts dieser seriösen Recherche womöglich sogar näher am Journalismus als letzteres, bei dem ja manchmal auch einfach nur die Emotionen der 80 Millionen Bundestrainer bedient werden wollen?

Nein, denn das ist in erster Linie eine Frage der kreativen Herausforderung. Ich habe vor mehr als 20 Jahren als Fieldreporter am Spielfeldrand mit Interviews begonnen…

Die ja auch ein Stück Realsatire sind.

Manchmal wie  ein Boulevardtheaterstück, dass jeden Spieltag mit wechselnden Darstellern, aber identischem Text aufgeführt wird. Wer wie ich damals neu dabei war, hat oft den Ehrgeiz, besonders originell und kritisch zu fragen, prallte aber zumindest seinerzeit oft gnadenlos dabei ab.

Abprallen heißt in diesem Fall?

Dass der Interviewte meine Frage ignoriert und einfach irgendwas antwortet . Trotzdem ist guter Sportjournalismus spannend und wichtig. Deshalb ärgert es mich so, dass der Sport als vermeintlich leichtere Kost trotz seiner gesellschaftlichen und  wirtschaftlichen Bedeutung noch immer am redaktionellen Katzentisch sitzt, auf den die anderen Ressorts ein wenig milde herabblicken. Vielleicht versuchen Sportreporter deshalb so oft, auch in anderen Genres wie Unterhaltung oder Politik Fuß zu fassen, um dort zu beweisen, in Anführungszeichen richtige Journalisten zu sein.

Bei Ihnen diente weder Sport noch Humor zur Kompensation vom mangelnden Renommee des jeweils anderen?

Nein, das lief bei mir von Anfang an parallel. Gutgemachter Sportjournalismus ist selbstverständlich ebenso wichtig wie gutgemachte Comedy. Man muss ja auch nicht bloß doof fragen, und all die großen Turniere mit Oli Kahn möchte ich schon deshalb nicht missen, weil ich wenige Menschen kenne, die in seinem Alter noch eine derartige Entwicklung auf dem Schirm machen. Vom leicht brummigen Titan zu einem großartigen Analysten mit regelrechter  Selbstironie. Früher als junger  Fieldreporter hatte ich Todesangst vor dem Mann.

Profitieren die beiden Genres demnach voneinander?

Unbedingt. Meiner festen Überzeugung nach, ist Sport vor allem live eine großartige Schule für alle Genres, die man besonders jungen Kollegen anderer Ressorts nur wärmstens empfehlen kann. Erstens, weil man bei aller Vorbereitung immer spontan und frei spricht; in der heute-show musste ich mich deshalb mit dem Tele-Prompter erst langsam anfreunden und habe stets darum gekämpft, wenigstens ab und zu Politiker ins Studio einzuladen, damit ich mal länger  ungescriptet  reden kann.

Und zweitens?

Weil man in Echtzeit erkennen muss, was die Geschichte des Abends wird. Das Schönste am Sport ist ja, dass sie sich bis zum letzten Moment nochmals komplett drehen und jedes redaktionelle Konzept über den Haufen werfen kann. Wenn kurz vor Schluss ein Tor fällt, kann man sich in der Sekunde lauter neue Fragen ausdenken. Dennoch nimmt man im Vergleich zur Satire als Moderator natürlich mehr eine Service-Funktion ein, bei der man sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen sollte.

Haben Sie nach ersten Erfahrungen als Zeitungsjournalist ihr komödiantisches Talent deshalb zunächst im brachial komödiantischen Frühstyxradio bei Radio FFN ausprobiert, wo man als Person unsichtbar bleibt?

Klar ist man im Radio etwas anonymer. Die Zeit beim Frühstyxradio möchte ich nicht missen,  wir  haben damals eine ganze Generation in Norddeutschland charakterlich und sprachlich versaut. Von dort bin ich allerdings relativ schnell über Reinhold Beckmann bei Sat1 und ran gelandet, wo ich mehrere Jahre lang nur Sport moderiert habe, als Autor und auf der Bühne aber weiterhin Comedian war.

Gibt es demnach eine Linearität ihrer journalistisch-humoristischen Entwicklung?

Nein. Das einzige, was sich seit Anfang der Neunziger durch mein ganzes Berufsleben zieht, ist das Schreiben für mich und andere. Das  Frühstyxradio war eine gute Vorbereitung in Sachen Wochenaktualität irgendwie  lustig kriegen,  während mich ran daran gewöhnt hat, vor der Kamera zu stehen – was ja nicht allen in die Wiege gelegt ist. Auch wenn ich jetzt klinge, wie Opa erzählt vom Krieg: alles was man in Medienberufen ausprobiert,  ist für irgendwas gut.  Fast nichts davon ließ sich wirklich planen, aber Abwechslung war mir tatsächlich immer wichtig.

Auch, um kein Fachidiot zu werden?

Und geistig wacher zu bleiben. Trotzdem ist da auch immer Glück im Spiel. Wenn das ZDF nicht die Rechte an der Champions League gekauft hätte, wäre ich dort kein Sportreporter geworden. Ich moderiere bis heute gerne Sport, auch wenn die heute show natürlich mein eigentliches Standbein ist.

Wo, was daran gern kritisiert wird, weit mehr mit Grimassen und Lautstärke gearbeitet wird als, sagen wir: in Die Anstalt von Max Uthoff und Claus von Wagner?

Keine Ahnung, welche Folge Sie gesehen haben, aber Grimassen spielen eigentlich keine Rolle in unserem Konzept. Was stimmt, wir behandeln drei, eher vier Themen pro Sendung, die Anstalt in 45 Minuten nur eins. Klar gehen die mehr in die Tiefe, wir haben uns halt früh für ein höheres Tempo und eine bestimmte  Pointendichte entschieden. Zu dieser Form von Leichtigkeit stehe ich.

Und haben nicht das Bedürfnis, auch mal ins gravitätischere, vom Feuilleton hochgeachtete Kabarett zu wechseln?

Die Anerkennung des Feuilletons verläuft immer in Wellen. Die Tatsache, das wir einen Grimme und einen Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis haben, deutet ja darauf hin, das wir in Wirklichkeit nicht ausschließlich für platte Gags stehen. Fakt ist, meine persönliche Sehnsucht nach humoristischem Frontalunterricht hält sich weiter in Grenzen. Der Preis, den wir dafür zahlen , ist zwar, dass sich das Feuilleton zur Beschreibung unseres Humors auch in Zukunft wohl nur jene Gags herauspicken wird, die voll auf die Zwölf gehen, aber hilft ja nix.  Es ärgert mich zugegebenermaßen manchmal, andererseits wer beruflich austeilt, sollte auch einstecken können.

Trotzdem reiten Sie noch immer gern auf Versprechern herum.

Versprecher um ihrer selbst Willen kommen bei uns nicht vor. Auch so ein unausrottbares Vorurteil. Die schaffen es nur in die Sendung, wenn es eine zusätzliche inhaltliche Ebene gibt, oder wenn es sich um Freudsche Versprecher handelt.  Wie  neulich, als Frau Merkel aus Versehen gesagt hat, sie würde am Jahresende aufhören.

Der schwerere Vorwurf, den sich die heute-show etwa in einem Artikel des Cicero gefallen lassen musste…

… die Förderung von Politikverdrossenheit, ich weiß. Aber so wie wir – mich eingeschlossen – alle mehr aushalten müssen, muss es auch die Politik. Was sich nicht bestreiten lässt, in der aktuellen Die-da-oben-wir-da-unten-Stimmung haben auch wir als Komiker eine größere Verantwortung als früher, immer sachlich korrekt  zu arbeiten. Die Crux ist, dabei nicht zu verkrampfen. Andererseits hatte Satire noch nie die Aufgabe, zu beschreiben, was gerade richtig gut  läuft im Land.

Das machen die Objekte ihres Spotts ja auch selber.

Deshalb sind weder Satire noch Journalismus schuld daran, wenn die Politik mal  im schlechten Licht steht, sondern die Politik selber. Alles andere wäre auch zu viel der Ehre. Satire bewirkt gesellschaftlich betrachtet wenig, kann aber als eine Art Einstiegsdroge  wirken, Menschen auf bestimmte Themen stoßen, und so im Idealfall der Politikverdrossenheit entgegen wirken. Wir erleben ja gerade eine unglaublich politisierte junge Generation, und tatsächlich freue ich mich über jeden, der heute Politiker werden will. Die vielleicht größte Gefahr für repräsentative Demokratie ist, dass sie irgendwann niemand mehr repräsentieren will.


Sleater-Kinney, The Murder Capital, Pompeya

Sleater Kinney

Wer den Feminismus mit und ohne Post-, Lipstick- oder Individual- davor im Jahr 2 nach MeToo, Trump und Pence-Effekt auf große Bühnen trägt, sollte sich vor Augen halten, wie das ein Vierteljahrhundert früher wohl bei Gleichgesinnten war. Damals eroberten Riot Grrrls wie Sleater-Kinney die Westküste und trafen beim Versuch, das männerdominierte Rockbusiness mit viel Wut zu dekonstruieren, auf eine Gesellschaft, die den burschikosen Habitus zwar ganz putzig fand, aber nicht weiter beachtete. Kein Wunder, dass der Furor, mit dem Corin Tucker, Carrie Brownstein und Janet Weiss zu Werke gingen, mit jedem Song brachialer wurde. Kein Wunder aber auch, dass selbst der wütendste Furor irgendwann mal verraucht.

Weil kein Feuer auf Erden ewig brennt, wurden Sleater Kinney ruhiger, lösten sich 2006 auf, kamen sechs Jahre später zurück und begannen von Neuem, ohne dass die Emanzipation im Showbiz und ringsum auch nur ansatzweise zur Vollendung gekommen war. Das sollte im Hinterkopf behalten, wer sich übers neue, neunte Album des Alternative-Trios wundert. Nach gewohnt brachialem Start steigt zwar auch das dreckig verzerrte Reach On Home robust ein, wird jedoch rasch poppiger, bevor Reach Out im Anschluss fast nach Madonna auf einer Line Franz Ferdinand klingt. So gelassen, fast harmonisch geht es das halbe Album weiter. Klingt gar nicht nach Sleater-Kinney? Doch! Deshalb ist ihr richtiges Leben im Falschen ja auch diesmal so grandios und dringend nötig.

Sleater-Kinney – The Center Won’t Hold (Caroline)

The Murder Capital

Wessen Wut stattdessen schwer nach der von Sleater-Kinney anno 1995 klingt, ist die der irischen Postpunkband The Murder Capital. Wie sich die Gitarren da vor einer kakophonischer Wall of Sound sammeln und angetrieben vom wavig drängenden Bass überwinden, wie das nimmermüde Schlagzeug dazu im Sprint zum Spring ansetzt und Sänger James MacGovern dazu jenseits aller Harmonielehren den Kollaps menschlicher Kommunikation anprangert – das muss vorm selben Ärger angetrieben sein wie einst die Riot Grrrls. Nur, dass hier eben Männer am Werke sind. Männer allerdings, die mit dem gängigen Posergehabe des klassischen Rock wenig gemein haben.

Schon dem Namen nach sind Stücke wie Slowdance I und II melodramatische, hyperpoetische, emotional und klanglich entgrenzte Soundexperimente am Rande der Harmonielehre, die allerdings mit einer gehörigen Portion Verzerrern auf den Noise der Werke ringsum verweisen und sich nie so ganz den Strukturen des Indierock verweigern. Feeling Fades dann kehrt mit seiner hochenergetischen Dynamik wieder zurück in jene Zeit, als der Punkrock gediegen wurde und Rockmusik kultiviert, in die frühen Achtzigern, zu Joy Division und The Fall. Ein wunderbares Album für die schlechte Laune mit Niveau.

The Murder Capital – When I Have Fears (Human Season Records)

Pompeya

Russland, so viel Vorurteil muss erlaubt sein, ist nicht das bekannteste Pflaster für eigensinnigen Independent. Der ESC mag zwar kein idealer Referenzrahmen sein, aber wer ihn Jahr für Jahr verfolgt, könnte den Eindruck gewinnen, östlich des Ural gibt es ausschließlich plastinierten Folklorepop plus etwas Punk und Metal, dessen Interpreten allerdings zügig im Knast landen. Ist natürlich Quatsch. Gerade Moskaus Musikszene dürfte westlich des Ural unbekannter, aber keinesfalls weniger vielschichtig sein. Das beste Beispiel ist Pompeya, die exakt so pompös klingen, wie ihr Name, nur sehr viel klüger.

Auch auf ihrer vierten Platte machen die vier Hauptstädter einen Mulitlayer-Pop, der seine Facetten wie ein 3D-Drucker Schicht für Schicht verklebt, bis daraus die täuschend echte Kopie eines Achtzigerjahre-Waves wird. Tief aus der Hüfte geslappte Riffs und Bassläufe flattern dabei flamboyant unterm Ein- bis Vierfachfalsett hindurch, der deutlich hörbar vom Entstehungsort USA geprägt ist. Duran Duran und Heaven 17 schimmern hindurch, aber auch die funkige Farbenpracht eines Todd Terje, mit dem Pompeya nicht nur den Eklektizismus gemeinsam hat. Ein wunderbares Album zum Kontern tradierter Klischees. Und abgesehen davon einfach wahnsinnig unterhaltsam.

Pompeya – Songs From The Videos (Pompeya Music)


Oliver Welke: 10 Jahre heute-show Teil 1

Wir habe keine Fünfjahrespläne

Seit zehn Jahren moderiert Oliver Welke die heute-show im Zweiten und hat das Satire-Format dort trotz aller Kritik an vielfach brachialer Komik zu einer wichtigen Stimme der heiteren Vernunft im Land gemacht. Ein Interview in zwei Teilen über politischen Humor, schwarz-gelbe Pointenlieferanten, das große Vorbild John Stewart und warum das Radiogewächs Welke gut ohne Instagram auskommt.

Von Jan Freitag

freitagsmedien: Herr Welke, vor ein paar Tagen war die Europawahl – haben Sie eigentlich auch gewählt?

Oliver Welke: Selbstverständlich, warum sollte ich denn nicht?

Weil es schwerfällt, sich eine Partei vorzustellen, die auch nur im Entferntesten Ihren Ansprüchen genügt – so hart, wie sie auf wirklich jede einzelne davon Woche für Woche eindreschen.

Was unbedingt für die Sendung spricht. Das was Sie dreschen nennen ist ja nie Selbstzweck sondern geschieht aus Gründen.

Aber es spricht nicht für irgendeine der grundsätzlich wählbaren Parteien.

Mag sein, aber das ist die Aufgabe der politischen Satire. Und anders als in Talkshows, wo schon darauf geachtet wird, eine gewisse Parität herzustellen, führt bei uns ganz ehrlich niemand Buch darüber, welche Partei gerade zu viel oder zu wenig Fett wegkriegt. Unser einziges Kriterium ist Aktualität. Wenn sich Politiker und Parteien dabei aufdrängen, wird dem nachgegangen.

Und sich wenn eine Partei Sendung für Sendung zum Draufhauen aufdrängt, wäre sie für Sie noch wählbar?

Theoretisch schon. Parteien sind schließlich komplexer als manche einzelne Themen. Und das größte Problem unserer Autoren, mich eingeschossen, ist ja, dass manche dieser Themen auf der Stelle treten, zum Beispiel ständig neue Enthüllungen über den Grenzwertbetrug beim Schadstoffausstoß. Da immer und immer wieder aufs Neue dranzubleiben, ist aus journalistischer Sicht Normalität, aus satirischer hingegen echt kompliziert. Trotzdem müssen wir es unabhängig von jeder Parteipräferenz weiter bedienen.

Rufen die Vertreter der bedienten Parteien oder Unternehmen am Montag drauf noch in der Redaktion an, um sich über die Ungleichgewichtung zu beschweren?

Früher vielleicht. Heute läuft das deutlich subtiler. Angeblich meldet sich zwar schon hin und wieder jemand in Mainz, aber weil wir eine Produktionsfirma sind, die ihr Produkt schlüsselfertig in Köln produziert und dann ans ZDF übergibt, ruft hier keiner an. Außerdem sitzen die Betroffenen ja teilweise in den Gremien der Fernsehsender, wo sie sich wahrscheinlich schon mal offen oder hinterher in der Kantine beklagen. Mit dem Sender ist klar vereinbart, dass ich nicht jeden Wasserstand beleidigter Leberwurst vom Lerchenberg hören muss .

Es gibt also nicht Reaktionen aus der CSU, die Sie ständig zwischen den Zähnen haben?

Natürlich ist in zehn Jahren ab und an zu uns durchgedrungen, dass die sich doch etwas zu oft bei uns im Bild sieht. Aber falls es der Nachrichtenlage entspricht, ist das eben so. Wir sind argumentativ absolut safe, haben keine Fünfjahrespläne, keine Kampagnen, keine Agenda, nur die Aktualität. Von einer Nachrichtensendung unterscheiden wir uns also nur darin, über Sachen, die eigentlich gar nicht lustig sind, auch noch Witze machen zu müssen.

Aber gibt es nicht dieses journalistisch verankerte Bedürfnis, ausgewogen zu berichten?

Für meine Kollegen kann ich da nicht sprechen. Ich habe dieses Bedürfnis nicht. Sicher entstehen zu vielen Sachverhalten schon deshalb Überzeugungen, weil sie irgendwann auf mehr als nur oberflächlicher Tageszeitungslektüre beruhen. Aber das sorgt nicht dafür, alle Seiten stets gleichermaßen beleuchten zu wollen. Nehmen Sie das Beispiel Grundrente.

Klingt nur bedingt humortauglich…

Es wird aber dadurch spannend, dass dieses Thema seit 2009 ununterbrochen in Koalitionsverträgen steht und jede Regierung versichert, wie wichtig es sei, dass auch Geringverdiener später  mehr als Grundsicherung kriegen. Bis auf die Tatsache, dass die Grundrente seither mindestens siebenmal den Namen verändert hat, passiert jedoch nichts, Null. Das allein ist für  uns Antrieb genug, es immer und immer wieder in die Sendung zu nehmen.

Ist Ihr persönlicher Antrieb ausschlaggebend dafür, was in der Sendung landet?

Nicht nur, aber auch, ja. Ich arbeite zwar an meiner absolutistischen Herrschaft über die Redaktion, aber bislang sind wir noch immer ein Team aus immerhin sieben Autoren, plus Redakteure, die sich jeden Dienstag hier in der Redaktion fürs erste Brainstorming treffen. Und beim Austarieren unserer Grundhaltung zu einzelnen Themen werde ich häufiger mal überstimmt, keine Sorge. Das hat sich in zehn Jahren kaum geändert.

Darüber hinaus ist das Jahr 2009 mit dem jetzigen kaum vergleichbar. Vor der ersten heute-show hatte Obama gerade den Amtseid abgelegt, die AfD gab es noch nicht und trotz Finanzkrise schien die Welt auf eine Art kollektiver Problemlösung zuzusteuern.

Ich erinnere mich dunkel.

War diese Ausgangslage für Satire Ihrer Art dennoch vergleichbar mit der heutigen?

Nein, dafür sind die Zeiten tatsächlich zu anders. Dass eine rechtspopulistische Partei bald darauf in allen Parlamenten sitzen würde, war seinerzeit ebenso undenkbar wie ein Präsident Donald Trump. Andererseits gab es die Überzeugungen beider auch 2009 schon, sie wurden nur weder legislativ noch exekutiv repräsentiert. Und wenn Sie die Tea Party nehmen, die schon damals in den USA die Grenzen des Sagbaren ausgeweitet hat, frage ich mich, ob wirklich die Zeiten so grundlegend andere sind oder doch nur die Aufmerksamkeit dafür.

Und Ihre Antwort?

Beides richtig. Mit den sozialen Medien, die damals noch weit weniger Einfluss hatten, wird die Aufmerksamkeitsspanne zusehends kürzer. Was zur Folge hat, dass sich alle politischen Akteure bis hin zu uns Moderatoren und Medien permanent unter dem Zwang sehen, jede noch so irre News sofort rauszuhauen oder  zu kommentieren. Säue wurden auch früher durchs Dorf getrieben, aber heute jagt man immer nur neue hinterher, statt die alten einzufangen.

Was allerdings auch für ein Format wie die heute-show gilt.

Absolut. Deshalb müssen wir uns ständig aufs Neue fragen, worauf wie anspringen und worauf nicht. Ich selber bin da ein wenig Oldschool.

Inwiefern?

Mir geht das oft zu schnell. Ich appelliere gern mal an die Jüngeren, Netzaffineren, noch mal kurz in sich zu gehen, ob die Welt diesen Hype jedesmal  braucht und vor allem: ob sich was Originelles, Lustiges daraus machen lässt. Da hat unsere Show  den Vorteil, dass wir von Montag bis Freitag  Zeit haben,  darauf herum zu denken und wahrscheinlich ein Drittel aller Ideen wegzuwerfen, bevor sie auf Sendung gehen. Die Zeit hat das heute-journal nicht, vom Internet ganz zu schweigen.

Sind Sie auch insofern Oldschool, dem Internet generell zu misstrauen?

Das nicht, aber es birgt die Gefahr, sich permanent zu wichtig zu nehmen. Deshalb komme ich sehr gut ohne Twitter oder Instagram aus und beantworte mir die Frage, ob die Welt meine Meinung oder Fotos wirklich braucht, meistens mit Nein. Klingt wie Kokettieren oder?

Schon.

Meine Eitelkeit findet es durchaus schön, dass ich einmal die Woche sehr prominent in einem Fernsehformat auftauche. Aber den Rest der Woche kann ich prima Privatperson bleiben, die der Öffentlichkeit einfach unterschlägt, was auf ihrem Mittagsteller zu sehen ist. Ich bin nichtmal bei WhatsApp.

Zugleich aber füttert das Internet die heute-show permanent mit Input.

Deshalb möchte ich es auch definitiv nicht mehr missen; die sozialen Medienkanäle von Söder bis Scheuer sind pures Comedy-Gold; da beiße ich nicht in die Hand, die mich füttert.

Sind diese verrückten Zeiten also bessere oder schlechtere Zeiten für Komiker als die ruhigeren vor zehn Jahren?

Bessere, definitiv. Unsere Quellenlage hat sich immens verbessert. Hinzu kommt, dass die Parteien mittlerweile eigene Newsrooms betreiben und Informationen ohne lästiges Kuratieren durch Journalisten nach außen geben. Darüber hinaus wäre ich mir aber gar nicht so sicher, ob die Jahre unter Schwarz-Gelb dramaturgisch anders waren; sie wurden weniger aufgeregt verarbeitet als heute, waren aber nicht weniger irre. Auch vor zehn Jahren gab es also viel zu tun für uns.

Ihr Vorbild war seinerzeit die Daily Show von John Stewart.

Na ja, eines von ungefähr drei, vier Fake-News-Formaten, wie diese Pseudo-Nachrichten damals noch relativ arglos hießen, bevor Donald Trump den Begriff kontaminiert hat. Aber John Stewarts war definitiv die beste, klügste, einflussreichste. Von der wir allerdings praktisch nur den Schreibtisch mit Grafikacheln und Fake-Schalten aus der Greenbox übernommen hatten – wenngleich mit sehr deutschem Fokus und deutschen Figuren, die wir parodiert haben.

Das Interview ist vorab im Medienmagazin journalist erschienen. Freitagsmedien bringt den 2. Teil am kommenden Donnerstag

Hedgefonds & Pokalspiele

Die Gebrauchtwoche

5. – 11. August

Der Irrsinn des Medienalbtraums unserer Tage geht weiter und weiter und weiter. In der Türkei wird das regierungskritische Web-Portal Bianet verboten, weil es laut zuständiger Staatsanwaltschaft „irrtümlich“ auf einer Liste 136 missliebiger Online-Adressen gelandet sei. Kann ja mal passieren… Parallel dazu erntet Dunja Hayali diesmal schon vor ihrer Talkshow mit der Seenotretterin Carola Rackete einen Shitstorm von rechts bis richtig weit rechts. Kann man nichts machen. Derweil kauft Netflix die GoT-Schöpfer Dan Weiss und David Benioff für 200 Millionen Dollar aus ihrem HBO-Vertrag raus. Können die sich halt leisten.

So wie die italienische Mediaset, deren Vorstandsvorsitzender Pier Silvio Berlusconi wie einst sein Vater die gierigen Hände nach der ProSiebenSat1 Media SE ausstreckt, um sich den deutschen Multichannel-Medienkonzern schnellstmöglich einzuverleiben. Und natürlich so wie der amerikanische Hedgefonds KKR. Mit seinen schier unerschöpflichen Festgeldbeständen hat das, was nicht ganz zu Unrecht noch immer „Heuschrecke“ genannt wird, quasi im Vorübergehen ein Drittel der Umlaufaktien der Axel Springer AG eingesammelt. Deren allmächtiger CEO Mathias Döpfner dürfte den amerikanischen Finanzjongleur dafür jedoch weniger Heuschrecke, Seenotretter nennen.

Während Döpfners rot-blaue Massenblätter wahrhaftige Seenotretter wie Carola Rackete schließlich tagtäglich im Chor mit ihrer populistisch gepolten Kernleserschaft sinnbildlich auf den Meeresgrund wünschen, dient Döpfner die zahlungskräftige KKR als Anker im Sturm schlingernder Presseprodukte wie Bild und Welt. Dass sich Springer mit den frischen Mitteln zunächst mal ein Autoportal einverleiben will, zeigt allerdings, wie wenig der Deal mit Medien, Qualität, Pressefreiheit zu tun hat und wie viel mit Masse, Profit, Pressevernichtung. Springers Nachrichtenkanal Welt, den ProSiebenSat1 noch unterm Namen N24 mangels Erlös verscherbeln musste, als KKR dort das Kommando übernommen hatte, dürfte demnach nun abermals rasch auf der Streichliste landen.

Die Frischwoche

12. – 18. August

Was indes nie geschehen wird, ist die Streichung des Multimillionenkonzerns FC Bayern von der öffentlich-rechtlichen Liste umfassend zu fördernder Freunde und Partner. Deshalb überträgt das ZDF heute Abend natürlich – fünf Tage vorm live gezeigten Bundesligaauftakt gegen Hertha BSC – das sportlich belanglose, aber finanziell zugkräftige DFB-Pokalspiel in Cottbus. Bei ARD und ZDF ist die Droge FCB mittlerweile offenbar weiterverbreitet als jene Zigaretten, von denen sich der kommerzielle Brachialreporter Jenke von Wilmsdorff parallel dazu im Jenke-Experiment entwöhnen will. Wir sagen das hier nicht oft, aber jetzt wird es Zeit: Lieber RTL als ZDF gucken bitte!

Während sich die ProSieben-Plattform Joyn in ihrer seriös beschwingten Schnipsel-Serie Singles’ Diaries ab heute 16 fünfminütige Folgen lang dem vertrackten Liebesleben paarungswilliger Jungerwachsener widmet, umgarnt das ZDF seine Kernzielgruppe in den Altersheimen oder Seniorenresidenzen der Republik und geht ein paar Wochen lang Mit 80 Tagen um die Welt, was zwar eine charmante, aber auch berechnende Reminiszenz an die eigene Unfähigkeit zur Modernisierung ist, moderiert natürlich vom notorischen Traumschwiegerenkel Steven Gätjen als Reiseleiter. Wird sonst noch was altes Neues dieser Tage? Na ja, nicht wirklich.

Schließlich stammt auch die sehenswerteste Dokumentation aus längst vergangener Zeit. Sehenswert ist Woodstock – 3 Days of Peace and Music von 1969, gefolgt von Dennis Hoppers ein Jahr jüngerer Roadtriplegende Easy Rider natürlich trotzdem, leitet aber früher als gewohnt zu den Wiederholungen der Woche über. In Schwarzweiß seit 78 Jahren von beispielloser Intensität: Alfred Hitchcocks Frühwerk Verdacht (Montag, 20.15 Uhr, Arte), mit dem er 1941 seine langanhaltende Zusammenarbeit mit Cary Grant – als Ehemann von Joan Fontaine, die ihn für einen Mörder hält – begann. Sehr viel jünger und folglich in Farbe: die neuseeländische Dramaserie Top of the Lake, mit der das Krimigenre vor sechs Jahren kurz ein bisschen weniger prätentiös, selbstreferenziell und ausgenudelt wirkte. Arte wiederholt sie ab Donnerstag um 21 Uhr in zwei Dreifachfolgen. Irgendwo dazwischen ist der Tatort-Tipp angesiedelt: Das Haus im Wald von 1984 mit einer speckigen Jacke und Schimanski drin, der am Dienstag um 22.10 Uhr im WDR nach einem verschwundenen Reporter sucht.


Reisereportage: Osttirol & Wasserkraft

Im Rausch der Isel

Die Isel ist das letzte freifließende Alpengewässer und nicht nur deshalb Objekt wirtschaftlicher Interessen. Doch gegen die gibt es seit jeher Widerstand. Eine Reise vom Gletscher zur Mündung eines ganz besonderen Flusses im Osttiroler Nationalpark Hohe Tauern.

Von Jan Freitag

Um uns Menschen zu zeigen, was Wasser vermag, wenn man es lässt, hat sich die Isel offenbar diesen Findling ins Bett gelegt. Ein mächtiger Stein, der Osttirols spannendstes Fließgewässer verstopft: tonnenschwer, nilpferdgroß, kaum zu bewegen – es sei denn von jener Lawine, die ihn 1985 mitgerissen und in der ausgespülten Klamm eines Flusses vergessen hat, den nichts und niemand aufhalten kann. So schien es seit Menschengedenken. Und jetzt? Dazu später mehr.

An dieser Stelle reicht es, einem Wildbach zu lauschen, der sich vom Kees, wie Gletscher hier heißen, 57 Kilometer ostwärts bewegt, bevor ihn die Drau gemächlich zur Donau befördert. Hier oben aber, an den Umbalfällen, ist nichts gemächlich, hier ist alles ein Tosen, Toben, Brüllen, ein Wirbeln, Strudeln, Zischen. „Hörst du?“, fragt Matthias Berger und erwartet schon deshalb keine Antwort, weil sie im Lärm von bis zu 20 Kubikmeter Wasser pro Sekunde unterginge. „Das ist der Charakter der Isel“.

Genau zehn Jahre ist der Eingeborene nun Ranger im Nationalpark Hohe Tauern, und diese Erkenntnis lehrt ihn Osttirols flüssige Drama Queen jeden Tag davon: „Er hat ein Herz, ein Gedächtnis, eine Seele.“ Wie er das zwischen den majestätischen Gipfeln von Großglockner und Großvenediger sagt, klingt es nüchtern betrachtet zwar arg esoterisch. Ganze gewiss aber klingt es so folkloristisch, wie Naturburschen mit Seppelhut und Wanderstock aus Städtersicht nun mal wirken, wenn sie von ihrer Heimat schwärmen als sei die lebendig.

Nur: Wer den Charakter der Isel vom Ursprung bis zur Mündung Meter für Meter abwandert, abradelt, abreitet, abfährt, wer sich also darauf einlässt, diesen Fluss wirklich zu spüren, erkennt in ihm tatsächlich etwas Herzliches, eben Beseeltes, also Lebendiges. Schon der Weg durch Österreichs größten Nationalpark zur Quelle, so mundgerecht er am gut gefüllten Parkplatz Prälaten auch zubereitet wurde, ist von einer wilden Schönheit, die man förmlich im Gesicht spürt. Fließt das Wasser talwärts nur noch zügig durch süße Alpendörfer, wird es in den Steilstufen nahe der Kernzone schließlich so rasant, dass die Gischt spritzt wie in der Autowaschanlage.

Matthias Berger wischt sich fröhlich die Isel von der Stirn und erklärt, wo es trockener sei. Er kennt hier jeden Fels, jede Biegung, jedes Gewächs. Vor allem aber liebt er all dies mit unverbrüchlicher Hingabe. Dennoch hält der 30-Jährige das Lauftempo ausgerechnet dort am höchsten, wo die Isel besonders atemberaubend ist. Immerhin geht es ihm bei dieser Tour um etwas anderes als bloß ein natürliches Schauspiel; es geht um die Natur an sich. Ums Ganze. Und das ist nirgends spürbarer in Gefahr als am Fuße der imposanten Dreiherrenspitze, die sich nach einer anspruchsvollen, aber kinderfreundlichen Wanderung mit Übernachtung in der historischen Clarahütte aus der Wolkendecke schält.

Bevor das berggesäumte Rinnsal dank Dutzender oft spektakulärer Wasserfälle zu jenem Strom anschwillt, den man als einzigen Gletscherfluss Tirols raften kann, speist sie der Umbalkees auf 2400 Metern Höhe zunächst mal mit Schmelzwasser. Zu viel Schmelzwasser. „Viel zu viel“, klagt Berger. Überm fahlen Mond macht ein mächtiger Bartgeier Jagd auf den ähnlich großen Steinadler, als er zur grauen Gletscherzunge zeigt. Allein im Jahrhundertsommer 2003 verlor sie 86 Meter. Kann passieren, sagt der sehnige Ranger vom sanften Gemüt und kaut seine Speckjause. Doch weil alle Sommer nun Jahrhundertsommer sind, müsse der Frühling „dringend mal draufschneien“. Nur: es schneit ja nicht mal mehr im Winter richtig. Der Kees schwindet, und ohne Kees, keine Isel. So einfach, so bitter ist die Gleichung. Den Naturburschen Berger bringt sie trotzdem nicht aus der Ruhe. Warum auch?

Die Reise vom Anfang zum Ende der Isel mag eine zum Wesen des Wassers sein, das unsere Spezies längst mehr beeinflusst als jede Jahreszeit. Doch sie führt auch ins Gemüt von Anwohner wie Matthias Berger, der da, wo das bemooste Felsgestein keine drei Generationen zuvor noch unter Eis begraben lag, meint: „Wir müssen akzeptieren, dass Natur Veränderung ist.“ Pause. „Ob mit oder ohne uns“. Doch grad weil der Wandel dazugehört, bekämpft er ihn so vehement. Schon aus Familientradition. Seit jeher ist die Isel Ziel lokaler Träume von Fortschritt und Technik. Erst 2012 sollte sie für mal wieder aufgestaut werden, wogegen schon Bergers Vater Adi vom 800 Jahre alten Hof aus angekämpft hatte und damit in die Fußstapfen von Opa Gottlieb trat, der das gleiche in den Achtzigern tat.

Es waren Leute wie sie, denen Tirol das letzte freifließende Alpengewässer verdankt. Eingeborene, zu denen sich ein Zugereister gesellte, als er 2014 ein dokumentarisches Fanal gegen die energiewirtschaftliche Nutzung drehte. Der „Iselfilm“, erzählt Thomas Zimmermann in seiner Wahlheimat, „soll den Befürwortern des Kraftwerks zeigen, was ihnen verloren ginge“. Da die dramatisch untermalten Bilder von Berg und Fluss, Mensch und Tier und Mensch indes eher Gefühle anspricht, fügt er sachlich hinzu: „Unser bestes Argument gegens Wasserkraftwerk ist allerdings das Wasser selbst.“

Genauer: der Gletscherschliff, den die Isel auf ihrer Tour aus dem Fels wasche, „würde auf Dauer alle Turbinen kaputt machen“. Von wegen Fortschritt. Weil sein Film den Riss durch die Region ein wenig schließen half, ist es am Ende also nicht nur dem ländlichen Matthias, sondern dem städtischen Thomas zu verdanken, dass die Isel kein begradigter Kulturfluss wie jeder andere ist, sondern – eben die Isel; ein Gewässer, dessen Seele man vom hübschen Matrei aus perfekt mit Kanu oder Schlauchboot erkunden kann.

Auf zehn Kilometern Strecke zeigt sie sich hier in ihrer ganzen Vitalität. Von eng bis breit, friedlich bis wild, mehlig bis klar, still bis tobend schlängeln sich die letzten Kilometer Richtung Lienz, wo sie im Herzen der Altstadt zur – was viele nur halb im Scherz für anmaßend halten – kleineren Drau wird. Wer kurz zuvor ins mehlige Nass greift, spürt den Unterschied. „Fühlt sich irgendwie unbehandelt an“, meint Thomas Zimmermann. „Wie das Leben selbst“, ergänz sein Geistesbruder Matthias Berger 1000 Höhenmeter nordwestlich. Dort, wo ein riesiger Stein im Umbalfall von der Kraft des Wassers zeugt.

Info
www.nationalpark.osttirol.com
https://www.osttirol.com/
http://www.virgental.at/clarahuette