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fragezeichen_1_Wenn Zielorte und Zeiten im Bildschirmeck erscheinen, hat das Web 2.0 Pause. Dann arbeiten Agentenjäger wieder mit alten Schreibmaschinen.

 Von Jan Freitag

Tacktack tackeditackedi tacktacktatatatack. Wenn der Fernseher so klingt, wird klar: hier tickt eine Bombe, die Zeit rennt davon, es geht ums Ganze. Tacktack steht für Countdown. Bei amerikanischen Agentenfilmen, deutschen Actionserien, Krimis jeder Art – überall werden ablaufende Ultimaten und kriminologische Zielorte mit Tönen untermalt, die auch im Büro von Thomas Mann zu hören waren, zur Vertonung der Schrift uralter Schreibmaschinen im Flatscreeneck, deren Farbbänder seit den Achtzigern nicht mehr im Handel sind.

Während die Protagonisten also ausgerüstet sind wie 007 im Jahr 2013, werden ihre Aufenthaltsorte versinnbildlicht, als würde weiter Sean Connery lizensiert töten statt dieser Typ, der gar nicht so richtig James Bond ist. Und noch vorm Umstand, dass der Sound einer PC-Tastatur eher nach Nieselregen als echte Bedrohungen klänge, ist der wohl ein Hauptgrund, warum Requisiteure so oft mechanisch tippen: Verbrecherjagen ist längst aseptisch; man ermittelt Hightech; Bösewichte töten ohne Haifischbecken, sondern ganz profan per aufgesetztem Kopfschuss; von Technikolor, Kreativität, Spannung keine Spur. Da erinnert die „Olivetti Lettera 22“ schon eher an Verfolgungen auf Wasserski, geschüttelte Martinis am Strand, dazu Bikini-Schönheiten mit Namen wie Pussy Galore. Agenten würden Adler kaufen.

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