Selbstunbefriedigung

fragezeichen_1_Es gibt eigentlich nur zwei Sorten Filme, in denen onaniert wird: Echte Pornos, und da machen das meist andere für einen. Oder ARD-Dramen, und da ist das eine triste Angelegenheit. Merkwürdig

Man kann es fast an einer Hand abzählen, was auch in Film und Fernsehen mit fünf Fingern der Selbstbefriedigung dient, aber nicht strikt pornografisch inszeniert wurde: Der Altschauspieler Jürgen Vogel hat es mal als zwanghafter Vergewaltiger im Kinofilm Der freie Wille getan, der Jungschauspieler Jonas Ney als verliebter Teenager im ARD-Drama Homevideo, der US-Schauspieler Evan Handler als geiler Schriftstelleragent im Serien-Erfolg Californication: masturbiert. Schon die Tatsache, dass zwei der drei für diese schonungslose Eigenauslieferung mit Preisen überhäuft wurden, zeigt schließlich, wie selten die vermutlich verbreitetste Sexpraktik der Welt generell visualisiert wird.

Das hat zunächst ästhetische Gründe; es gibt ja schönere Anblicke als masturbierende Frauen, von Männern ganz zu schweigen. Dann wären da psychosoziale; denn so gern Kameras dem Geschlechtsakt als Paar- und Gruppenveranstaltung beiwohnen, gilt er solo als Beleg latenter Vereinsamung. Womit wir bei der stichhaltigsten Erklärung wären, die in etwa so profan ist wie jene, warum uns so wenig reale Morde gezeigt werden: Während gefilmter Beischlaf auch als Fiktion Ausdruck ausgezeichneter Virilität bei Mimen und Echtmenschen ist, lassen sich die wenigsten freiwillig bei der Selbstbefriedigung filmen, und sei sie bloß angedeutet. Ist vielleicht auch besser so…

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