ARD-Brennpunkt: Cichowicz, Zeiß, Baumann

Herr Herres hat das letzte Wort

Ungefähr seit Herbst 2014 werden die Nachrichten von Krisen dominiert wie allenfalls in den heißesten Phasen des Kalten Kriegs. Doch was für die Welt katastrophal ist, ist für Nachrichtenmacher Alltag – etwa in Sondersendungen wie dem Brennpunkt, der mittlerweile dauernd auf Sendung scheint. Im Interview vom Winter vorigen Jahres erzählen die Chefredakteure Thomas Baumann (ARD) und Andreas Cichowicz (NDR) gemeinsam mit ihrem mittlerweile pensionierten Kollegen Michael Zeiß (SWR), was hinter der wichtigsten Plattform aktueller Weltgeschehensanalyse steckt.

Interview: Jan Freitag

freitagsmedien: Herr Baumann, Herr Cichowicz, Herr Zeiß, können Sie sich an den allerersten Brennpunkt erinnern?

Thomas Baumann: Nein, ich entblöße mich. Wann war das?

Andreas Cichowicz: Anfang der Siebziger. Damals gab es auch filmische Brennpunkte, allerdings mit festem Sendeplatz.

Michael Zeiß: Und worum ging’s nun bei der Premiere?

Um die Beteiligung deutscher Firmen an einem Staudamm in Mosambik, am 6. Januar 1971. Gut 20 Jahre später wurde die Reihe zur Sondersendung. Was glauben Sie, hat sich seither an diesem Format verändert?

Zeiß: Mein erster Brennpunkt war 1977, kurz bevor ich zum SDR kam. Es ging um Mogadischu, wo der Kollege Kurt Stenzel als einziger Journalist vor Ort war und mit der befreiten Maschine nach Frankfurt flog. Von dort ging es mit drei Filmrollen per Hubschrauber nach Stuttgart, wo daraus ein Brennpunkt entstand. Heute kann man von fast jedem Ort aktuell schalten; das ist überhaupt nicht miteinander zu vergleichen.

Auch inhaltlich, handwerklich?

Zeiß: Während es damals eher um Filmberichte ging, die mit einem gewissen Zeitverzug vom Studio aus geliefert wurden, müssen unsere Korrespondenten heute bereits direkt vor Ort analysieren, wo immer es ist. Die Schnelligkeit hat sich da ungeheuer erhöht.

Baumann: Hinzu kommt: Wir haben im Vergleich zu damals wesentlich mehr Ausgaben der Tagesschau. Der Brennpunkt steht also nicht mehr so sehr  in der Pflicht, Aktualität abzubilden. Er soll die Aktualität vor allem mit Hintergrund ergänzen.

Cichowicz: Weil das Nachrichtliche auch über all die anderen News-Kanäle gut abgedeckt wird, dient er heute entsprechend stärker der Vertiefung. Zwar basierend auf einem Ereignis, aber weniger auf Exklusivität ausgerichtet. Anders als früher bedarf es vor jedem Brennpunkt der zugehörigen News.

Ergibt die sich in der Regel im Tagesverlauf oder steht sie schon morgens fest?

Baumann: Weder in den Redaktionen der ARD-Sender noch in der Programmdirektion wird jeden Morgen die Frage nach einem Brennpunkt gestellt, aber alle haben ein Gespür für Reizschwellen. In der Regel bieten die zuständigen Funkhäuser oder das ARD-Hauptstadtstudio Brennpunkte an. Über diese schriftlichen Vorlagen beraten wir in der werktäglichen Schaltkonferenz der Chefredakteure. Anschließend teile ich deren Votum dem Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen mit.

Volker Herres.

Baumann: Ob er unserer Empfehlung für einen Brennpunkt folgt oder nicht, liegt allein bei ihm.

Er hat also ein Vetorecht.

Cichowicz: Kein Vetorecht – ein Entscheidungsrecht. Herr Herres hat das letzte Wort.

Dass ein Brennpunkt zum abgehörten Handy der Kanzlerin im NSA-Skandal nicht gesendet wurde, war so ein Fall?

Cichowicz: In der Tat. Aber gesendet ist das falsche Wort; es kam ja gar nicht erst zur Entstehung des Beitrags.

Baumann: Zumal auch die Chefredakteure in ihrer Schaltkonferenz zurückhaltend waren, ob ein Brennpunkt zwingend sei. Denn einerseits: Wenn ein deutscher Außenminister zur härtesten diplomatischen Maßnahme greift und den US-Botschafter einbestellt, ist das ein sehr starkes Indiz für die außerordentliche Lage. Anderseits blieb die Ausspähung des Merkel-Handys blieb ein Verdacht. Und Volker Herres hatte Skrupel, darauf eine Sondersendung zu gründen. Außerdem vermisste er im Konzept den inhaltlichen Mehrwert zur Tagesschau.

Angeblich auch wegen mangelnder Quotenaussicht, die der anschließenden Show mit Kai Pflaume Zuschauer gekostet hätte.

Baumann: Ich habe an diesem Tag mehrfach mit Volker Herres gesprochen und kann Ihnen versichern: Um Quote und audience-flow ist es zu keinem Zeitpunkt gegangen.

Zeiß: Davon abgesehen muss der Programmdirektor eben auch das Gesamtprodukt und dessen Publikum im Blick haben. Da ist es legitim, bei jeder Umprogrammierung in Betracht zu ziehen, was dadurch verdrängt würde. Wir Chefredakteure sind da sicher brennpunktaffiner, aber hochwertige Unterhaltungsformate haben auch ein Recht auf ihren Sendeplatz.

Baumann: Übrigens: Das ZDF hatte am selben Tag keine Unterhaltungsshow im Programm, ist aber offensichtlich zur selben Entscheidung gelangt wir Herr Herres: Auch im ZDF gab es kein Spezial.

Wie oft votiert denn ein Programmdirektor gegen seine Chefredakteure?

Baumann: Darüber führe ich nicht Buch, aber in den vergangenen zwei Jahren erinnere ich exakt diesen einen Fall, und das in einem brennpunktstarken Jahr wie 2013. Ich habe so etwas auch unter Volker Herres’ Vorgänger Günter Struve erlebt, aber sehr selten.

Gibt es feste Parameter, die ein Nachrichtenthema brennpunkttauglich machen?

Cichowicz: Es gibt ein Ausschlusskriterium, das vor zehn Jahren noch seltener angewendet wurde: ein Brennpunkt darf nicht bloß wiederholen, was die Tagesschau bereits gezeigt hat. Oberste Faustregel ist eine außergewöhnliche Nachrichtenlage. Diese Latte muss erstmal gesprungen werden.

Zeiß: Neben diesem Mehrwert geht’s um dreierlei: eigener Ansatz, erzählenswerte Geschichte, aktueller Dreh. Das gilt besonders fürs Ausland, wo oft die zugehörigen Bilder fehlen und Informationen schwieriger zu bestätigen sind. In der letzten Zeit haben wir zwar viele Brennpunkte aus Syrien oder Ägypten gemacht, von größter Bedeutung ist aber auch die persönliche Betroffenheit des Publikums. Inlandsthemen liegen ihm einfach näher als Südamerika und Afrika. Ein Korrespondent in Mexiko hat es schwerer, etwas abzusetzen als der in Kairo.

Cichowicz: Wobei die Chance bei Naturkatastrophen steigt. Dabei gilt, so zynisch das klingt: Je näher dran, je mehr Opfer, desto größer der Vertiefungsbedarf. Dennoch muss er sich auch dann visualisieren lassen, was beim NSA-Skandal schwieriger ist als bei Wetterphänomenen. Deshalb bleibt vieles oft lange knapp unterhalb der Schwelle des Brennpunkts.

Baumann: Hinzu kommen inhaltliche und logistische Faktoren: Wie viele Leute haben wir vor Ort? Vor allem aber: Wie stichhaltig sind die vorliegenden Informationen? Wir Chefredakteure haben im letzten Jahr in den Schaltkonferenzen tagelang über die Authentizität der Bilder von Chemiewaffenopfern in Syrien diskutiert. Wenn man nicht verifizieren kann, von wem Bilder stammen, wann, wo und wo sie gemacht wurden und wen sie genau zeigen, besteht äußerste Gefahr, Opfer gezielter Falschinformation zu werden. Wir haben da miteinander gerungen und entschieden, das Thema auf den üblichen Nachrichtenplätzen zu belassen.

Warum dort, wenn die Beweislage so dünn war?

Baumann: Weil wir uns nicht der Nachrichtenunterdrückung schuldig machen dürfen. Wichtig war: Wir haben die Meldungen bewusst vorsichtig und im Konjunktiv formuliert.

Aber kippt die Angebotspolitik denn nicht zur Nachfragepolitik, wenn übers Elbhochwasser elf Brennpunkte nacheinander gesendet werden, die zwar selten Neuigkeiten erbringen, aber viele Bilder zu einem Thema, das die Zuschauer brennend interessiert?

Cichowicz: Sie haben insofern recht, als ich mich an einen schlecht geschalteten Wetter-Brennpunkt gar nicht erinnern kann. Das geht immer.

Baumann: Es gab 2013 einfach besonders außergewöhnliche Phänomene. Das Hochwasser an Donau und Elbe hat sehr viele Menschen in Deutschland ganz persönlich betroffen. Wir hatten viele Reporterinnen und Reporter in den Krisenregionen, die eigene Bilder und Reportagen liefern konnten. Das waren nicht nur Wasserstandsmeldungen, da ging es um existentielle Fragen, um Haus, Heim, Versicherungsschutz. Und das Hochwasser war eben keine Sache von nur zwei Tagen; es dauerte Wochen. Da entsteht beim Publikum auch so etwas wie eine Erwartungshaltung nach Brennpunkten.

Wenn Wetterfolgen vor der eigenen Haustür besonders gut funktionieren – gibt es auch Themen, die per se eher ungeeignet sind?

Baumann: Grundsätzlich geht alles mit einem bedeutsamen Thema. Aber: Brennpunkte gelten dann als wenig attraktiv, wenn wir keine Bilder haben, sondern lediglich ‚talking heads’.

Cichowicz: Selbst bei Boulevardthemen kann es wie beim Brennpunkt über die Trennung von Charles und Diana um Politik gehen, nämlich die Thronfolge. Bei härteren Themen dagegen stellt sich nicht so sehr die Frage nach dem Ob, sondern dem Wann oder Wie.

Wenn die Queen morgen früh abdankt – wäre das einen Brennpunkt wert?

Zeiß: Unbedingt, auch wenn sie stürbe, müsste man darüber nachdenken.

Baumann: Ich hielte die Abdankung der Queen bei weitem nicht nur für ein klassisches Boulevardthema. Keine Monarchin ist länger im Amt. Wie hat sich Großbritannien seit ihrem Amtsantritt verändert! Das Thema hat eine Reihe politischer Dimensionen.“

Cichowicz: Beim Thailändischen König wären wir dagegen sehr entspannt, weil das zudem nicht die hochpolitische Frage nach dem Fortbestand der Monarchie aufwürfe.

Herr Seelmann-Eggebert muss allerdings Zeit haben.

Cichowicz: Das hat der dann. In der Tagesschau können wir kein Interview mit unserem Königshausexperten machen, im Brennpunkt gehört es unbedingt dazu.

Zeiß: Um mal die Königsebene zu verlassen: Als Nelson Mandela gestorben ist, haben wir eine halbstündige Sondersendung gemacht – allerdings nach den Tagesthemen; er war ja politisch nicht mehr aktiv.

Baumann: Deshalb möchte ich die Frage nach Angebot und Nachfrage mal umdrehen: Hätten wir einen Brennpunkt zu Michael Schumachers Skiunfall gemacht, die Quote wäre gigantisch gewesen. Wir waren aber nicht in der Lage, inhaltlich und bildlich echten Mehrwert gegenüber der Tagessschau um 20 Uhr herzustellen. Weil es diese Dinge sind, die zählen, haben wir uns gegen einen Brennpunkt entschieden und auf Quote verzichtet.

Cichowicz: Und wenn wir einen Brennpunkt über den Auftakt im NSU-Prozess machen, wird das garantiert kein Straßenfeger, ist aber politisch zu wichtig fürs Land, um es zu lassen.

Baumann: Und es gilt auch: Auf die erwarteten Interessen größerer Publika zu achten, ist nicht verwerflich. Wenn über drei Millionen Menschen in diesem Land Türken oder türkischer Herkunft sind, dann befördert das die Neigung, über die Besetzung des Geziparks in Istanbul einen Brennpunkt zu machen.

Cichowicz: Und weil dazu auch die Quellenlage hervorragend war, hatte der Brennpunkt mit 26 Prozent die zweithöchste Quote 2013 knapp hinterm Beginn der Flut.

Zeiß: Sie sehen schon: wir schauen bei allen Qualitätsansprüchen durchaus auf die Zuschauerzahlen. Das gilt fürs Fernsehen insgesamt.

Cichowicz: Trotzdem erinnern wir alle uns eher an gute Sendungen als die mit toller Quote.

Wann gilt ein Brennpunkt über die Quote hinaus noch als besonders erfolgreich?

Baumann: Wenn er einlöst, was das redaktionelle Konzept versprochen hat. Wenn er einen inhaltlichen und bildlichen Mehrwert zu vorhergehenden Sendungen bietet. Wenn er analytisch und verständlich zugleich ist.

Zeiß: Wenn zur handwerklichen Qualität ein eigener Nachrichtenwert hinzukommt.

Cichowicz: Und wenn es keine technischen Probleme gab oder schlechte Interviews.

Baumann: Ein Bespiel: Nur 24 Stunden nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon hat es unsere Reporterin Ina Ruck geschafft, ein Interview mit den Eltern eines Tatverdächtigen aus dem Kaukasus zu bekommen. Das war aufschlussreich, das bietet den Mehrwert, den wir uns wünschen, das hatte sonst niemand.

Was auch an daran liegt, dass Ina Ruck als Washingtoner Korrespondentin des WDR vor Ort war und sich dort bestens auskennt. Was qualifiziert ein Funkhaus über geografische Nähe und gewachsene Strukturen noch für einen Berichtsort?

Zeiß: Also zunächst mal ergibt sich die Zuständigkeit immer aus dem Standort des Studios, danach erst inhaltlich.

Cichowicz: Aber es gibt auch inhaltlich Stärken und Schwächen. Improvisation zum Beispiel, wenn eine Bombe hochgeht und alle Ü-Wagen beim Sport sind. Dafür haben Reporter heute Handys, mit denen sie „schmutzige“ Bilder machen und verschicken, während man früher erst aufs große Equipment warten musste. Ein Studio, das oft Brennpunkte liefert, hat gewiss mehr Routine, als jene, die alle paar Schaltjahre dran sind. Aber ich warne vor Hochnäsigkeit.

Baumann: Brennpunkte sind vor allem dann gut, wenn unsere Korrespondenten ihr Expertenwissen aus dem Stand abrufen können. Als vor wenigen Monaten die Gewalt in Kairo eskalierte und Präsident Mursi entfernt wurde, da wurde Volker Schwenck fast rund um die Uhr geschaltet und hat jede neue Entwicklung klug eingeordnet. 

Cichowicz: Und war dafür Tag und Nacht präsent.

Zeiß: Der SWR ist seit dem Irak-Krieg weltweit in Dauerbereitschaft. Wann ist der nächste Anschlag? Bebt die Erde in Haiti? Was passiert in Chile? Wir halten die Maschinerie tagtäglich bis 18.30 Uhr so am Laufen, dass im Extremfall noch ein Brennpunkt möglich ist.

Das klingt nach massiver Überlastung des Korrespondenten.

Baumann: Kurzzeitig kann das mal so sein. Aber die Häuser senden rasch Unterstützung, wie das Beispiel Fukushima zeigt. Der NDR hat da umgehend zusätzliches Personal entsandt, so dass wir stets genug eigenes Reporter- und Technikpersonal im Krisengebiet hatten.

Zeiß: Worüber sich kaum einer beschweren wird; dass ist unser Job, den wir alle lieben. Aber unsere Teams stehen in der Tat unter permanenter Spannung. Zumal sie zusätzlich Formate wie den Weltspiegel beliefern.

Baumann: Und dabei oft Unglaubliches leisten. Am zweiten Tag nach dem Taifun Hayan hat unser Reporter Robert Hetkämper einen Helikopter gemietet, mit dem er als allererster Bilder vom Ausmaß der Katastrophe machen, mit Betroffenen reden konnte. Aber auch das ist nie die Leistung eines Mannes allein; dahinter steckt ein riesiges Team bis hin zur Heimatredaktion.

Zeiß: Finanziell, organisatorisch, technisch und personell leistet sich die ARD da einen Aufwand, bei dem die Gebührengelder wirklich richtig angelegt sind.

Wie viele Personen sind mit diesen Mitteln vom Auftrag bis zur Moderation mit einem Brennpunkt befasst?

Baumann: Das kann ich Ihnen beim besten Willen nicht beantworten. Es gibt Brennpunkte, die auf der Berliner Bühne spielen, etwa Rücktritte von Köhler und Wulff. Da ist die Zahl der Beteiligten aus Redaktion und Technik überschaubar: etwa 40 – 50 Personen.

Zeiß: Besonders personalintensiv ist diese Sendeform jedenfalls nicht.

Baumann: Aber nehmen Sie Fukushima. Rechnet man da alle Beteiligten in Hamburg, Tokio, der Krisenregion und bei den ARD-Häusern mit, geht es weit über 50. Durchschnittszahlen machen also keinen Sinn! Und es fragt sich ja auch: Wer ist im engeren Sinn „befasst“?

Cichowicz: Die vielen Leute von Kamera über Regie bis zur Maske sind schließlich ohnehin da, müssen höchstens ihre Schichten verlängern. Davon abgesehen sind es beim NDR je nach Ereignis sechs bis acht Mitarbeiter auf Zuruf: ein Moderator, zwei Redakteure plus drei bis fünf Autoren und Korrespondenten, alles natürlich gegebenenfalls mit weiblicher Endung.

Gibt es unter den Sendern Befindlichkeiten wie beim Tagesthemen-Kommentar, dass etwa nach drei WDR-Brennpunkten mal Bayern dran ist?

Cichowicz: Es gibt keinen Proporz. In den Neunzigern gab es oftmals noch erbitterte Konkurrenz um die Sendeplätze. Das ging so weit, dass die einen etwas machen wollten, was die anderen aus gutem Grund abgelehnt hatten. Heute geht es kollegialer zu, die Kompetenzen sind klarer verteilt. Wenn sich die Elbflut Richtung Norden schiebt, übernimmt halt der NDR vom MDR, aber wenn sie vorher versandet wäre, hätten wir uns über die ausbleibenden Folgen für die Menschen mehr gefreut als über einen ausbleibenden Brennpunkt von uns geärgert.

Zeiß: Und alle in der ARD freuen sich, wenn andere einen guten Brennpunkt geliefert haben.

Baumann: Es gibt kein Soll an Brennpunkten, das zu erfüllen wäre. Weder pro Landesrundfunkanstalt noch fürs gesamte Erste Programm. Im Jahr 2012 hatten wir lediglich zehn Stück, 2013 waren es dreimal so viele. Es hängt eben alles von der Nachrichten- und Ereignislage ab.

Und die Programmdirektion wünscht sich auch nicht mehr davon, weil sie in der Regel viele Zuschauer ins Folgeprogramm locken?

Baumann: Nein, Null, keine Vorgaben.

 

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