2 Bier – 1 Platte

Marthe-Mono Inc.MONO INC.: The Cure & AC/DC

So viel Bier und Tattoos auf einem Foto, das gab’s noch nie bei 2 Bier – 1 Platte! Dabei ist zum heutigen Gespräch nur die Hälfte der Dark-Rocker von MONO INC. erschienen. Dafür kommen Sänger Martin Engler und Gitarrist Carl Fornia vorbereitet für vier! Die beiden Wahl-Hamburger haben mit ihrer kürzlich beendeten Tour tausende Fans (musikalisch) beglückt. Bei welcher Musik sie sich von den Tourstrapazen erholen, erzählen sie jetzt.

Interview: Marthe Ruddat 

Martin Engler: Ich kann nur mit einer Platte dienen, ich trinke nämlich kein Bier. Ich bin Weintrinker.

Carl Fornia: Och, also ich würde wohl eins nehmen!

Heute also nur Bier für Carl und mich. Wein habe ich nämlich nicht dabei.

freitagsmedien: Welche Platten habt Ihr mir denn heute mitgebracht?

Martin: Ich habe meine all-time-favourite Platte mitgebracht: The Cure – Disintegration. Das Album war damals einfach anders und mutig. Es wurde plötzlich nicht mehr auf 3:30 Minuten geschielt, und das Album beinhaltet so viele kunstvolle, schon epische Werke! Und das gepaart mit meiner ersten großen Liebe, das vergisst man nicht so schnell.

Disintegration erschien 1989 als achtes The Cure-Album. Nach eher poppigen Liedern orientierte sich dieses Album eher an düsteren und melancholischen Tönen und passt damit sehr zum Stil von MONO INC.

Carl: Die Highway to Hell von AC/DC hat mich am meisten beeinflusst. Das war so meine erste eigene Rockplatte, und ich kann sie auch heute noch hören, Marthe-ACohne dass sie mich nervt.

Hardrock – das überrascht nun in Anbetracht der heutigen T-Shirt-Wahl von Carl recht wenig.

Beide Platten könnte man als eine Art Fundament von New Wave und Hard Rock sehen: Ward ihr Teil dieser Szenen? 

Carl: Ich hatte ehrlich gesagt immer Probleme, mich da so klar einzuordnen. Bei den Klassenfeiern damals standen immer eine Depeche-Mode-Party oder eine AC/DC-Party zur Auswahl. Wer gewonnen hat, hing davon ab, ob mehr Jungs oder mehr Mädchen abgestimmt haben.

Sehr klischeehaft.

Carl: Ja, leider! Ich fand nämlich tatsächlich beides toll! Bis heute bin ich glühender Depeche-Mode-Fan und liebe AC/DC.

Highway to Hell ist das sechste AC/DC-Album. Es war der große Durchbruch der Band – und zugleich ihr letztes Album mit dem unvergleichlichen Sänger Bon Scott, der 1980 verstarb.

Bei der Lieblingsplatte fiel die Auswahl dann aber doch leichter.

Carl: Ja, irgendwie schon. Die Highway to Hell hat mich als Gitarristen einfach auch sehr beeinflusst. Auf ihr ist die Durchschlagskraft und die besondere Rhythmusstruktur von AC/DC zu hören. Diese Struktur baue ich gerne selber mal in unsere Lieder ein, als Rhythmusteppich, über den Martin dann seine Melodien legen kann.

Womit wir wieder zu The Cure kommen. Der Kajalstift ist ja bis heute geblieben!

Martin: Ja, das gehört auch bis heute zu mir. Mit 14 oder 15 kam ich in die New-Wave-Szene. Für die Jugendlichen gab es damals immer Sonntags um 15 Uhr eine Disco. Und da liefen dann so Sachen wie Depeche Mode, The Cure, The Cult. Alle haben Schnabelschuhe getragen und sich die Haare toupiert, die Fingernägel schwarz lackiert und den Kajalstift nicht zu knapp aufgetragen. Der Lifestyle hat zusätzlich gute Musik beinhaltet und meine Eltern genug geschockt. Das war mir mit 15 sehr wichtig.

Sehen wir mal von den besonderen Lebensstilen ab – habt Ihr auf der Highway to Hell oder der Disintegration Lieblingslieder? Oder gar Lieder, die Ihr gerne von der Platte verbannen würdet? 

Marthe-CureMartin: Mein Lieblingssong ist Pictures of You. Der Text berührt mich einfach total. Für mich ist der Song eine 6:30 Minuten dauernde Reise, die mich in immer neue Melodien mitnimmt und emotional berührt. Das ist für mich auch wichtig an einem Song. Lullaby hingegen fand ich nicht gut, obwohl das der große Hit des Albums war. Ich fand es aber nicht doof, weil alle anderen es gut fanden. Mich hat das Lied einfach nicht berührt und den Text fand ich infantil. Für mich ist Musik eben nicht nur Mucke, sondern eine Kombination aus Text und Melodie und die muss einfach stimmen.

The Cure – Pictures of You 

I’ve beenlooking so long at the pictures of you

That I almost believe thatt hey’re real.

I’ ve been living so long with my pictures of you

That I almost believe that thepictures are / All I can feel.

Remembering / You standing quiet in the rain

As I ran to your heart to be near.

And we kissed as the sky fell in / Holding youclose

How I alwaysheldclose in your fear.

Remembering / You running soft through the night.

You were bigger and brighter and wider than snow

And screamed at the make-believe

Screamedatthesky

And you finally found all your courage

To let it all go .

(…)

Carl: Highway to Hell ist für mich einfach der Hit des Albums, auch wenn das vielleicht abgedroschen klingt. Den hab ich früher schon in Bands gespielt und finde ihn einfach immer noch super. Beating Around the Bush ist eher einer, den ich nicht so toll finde. Aber eigentlich ist das einfach ein super Album!

Hättet Ihr nicht mal Lust, Eure Lieblingslieder zu Covern?

Martin: Hm, also eigentlich mache ich mir darüber keine Gedanken, denn Pictures of You werden wir niemals covern. Es gibt einfach Songs, die kann man nicht besser machen und sollte deshalb auch lieber die Finger davon lassen.

The Passenger kann man also besser machen?

MONO INC. covern Iggy Pops The Passenger gerne live. Der Song hat es sogar in die Deluxe Box ihres 2013 erschienen Albums Nimmermehr geschafft.Marthe1

Martin: Den Passenger kann man auf jeden Fall besser einspielen, wenn man dabei nicht so viele Drogen im Kopf hat. Dass wir diesen Song gecovert haben, war so nicht geplant. Ich habe einfach mit einer Akustik-Gitarre ein bisschen rumgespielt, dann diese Melodie gespielt und einfach nur „Lalala“ gesungen. Plötzlich haben alle mitgemacht. Das hat den Leuten dann so gut gefallen, dass wir den Song immer mal wieder spielen. In letzter Zeit kam das allerdings auch recht selten vor.

Carl: Touch too much, das ist der vierte Song auf der Highway to Hell. Den würde ich gerne mal spielen.

Martin: Um den Text singen zu können müsste ich mich aber glaube ich von einem Hoden trennen. Der singt zwei Oktaven zu hoch für mich.

Wir träumen doch nur ein bisschen…

Carl: Ich kann den ja beim Soundcheck mal anspielen, dann bebt der Platz!

Mit ihrem aktuellen Album Terlingua sind MONO INC. ab März wieder in Deutschland auf Tour. Alle Termine und Tickets gibt’s auf www.mono-inc.com 

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