Döpfners Rechtsruck & Losers Optimierung

Die Frischwoche

7. – 13. Oktober

Als der außerparlamentarische Rechtsextremismus die parlamentarische Vorarbeit am Mittwoch in den antisemitischen Terroranschlag von Halle verwandelt hat, musste man unwillkürlich an einen Witz der heute-show denken. Dort jubelte die AfD über einen, der angeblich von Islamisten verübt worden war, bevor die Linke darüber frohlockte, dass der Täter doch ein Deutscher gewesen sein soll. Witzig. Und ähnlich entlarvend wie Oli Welkes Kollege Jan Böhmermann, der den Synagogen-Angreifer in den Kontext der Radikalisierung im Land stellte und twitterte: Alles Einzeltäter since 1933. Witzig. Und ganz schön boshaft.

Dabei war der mediale Grundton ansonsten eher nüchtern. Die Sondersendungen aller Kanäle waren selbst auf RTL erstaunlich ausgewogen, bei aller gebotenen Zurückhaltung aber auch fast schon defensiv in der Bewertung des offensichtlich rechen Hintergrunds mitsamt Tatgeständnis und -Video, das überdies dank wirksamer Schutzmechanismen so selten hochgeladen und verlinkt wurde, dass der schäbige Versuch eines Welt-Artikels von Springer-Chef Döpfner, die Verantwortung für Halle Willkommenskultur und Political Correctness, statt rechter Ideologie in die Schuhe zu schieben, aus dem Chor der Seriosität hervorstach wie ein Pickel auf reiner Haut.

Umso erstaunlicher ist es, dass der Gesprächspartner im ZDF-Morgenmagazin zum Thema zwei Tage darauf ausgerechnet AfD-Sprecher Jörg Meuthen war, dessen Partei das versuchte Massaker theoretisch unterfüttern half. Wer übrigens bei allem glaubhaften Entsetzen ebenfalls einen Anflug von Erleichterung verspüren dürfte, ist die CDU/CSU, denen der Anschlag von Halle dazu verholfen hat, dass sich Öffentlichkeit und Medien ein paar Tage lang nicht dem politischen Totalversagen in Sachen Klimakrise widmen müssen. Einem Entertainer wie Disney ist all dies aber ohnehin völlig Wumpe.

Ganz im Gegenteil zum Konkurrenzkampf beim Streaming, den der weltgrößte Unterhaltungskonzern künftig mit einer eigenen Plattform forciert. Um dort möglichst bald die Alleinherrschaft zu übernehmen, verbannt er vorsorglich schon mal Werbung für den Mitbewerber Netflix von allen Disney-Kanälen. Wem das vermutlich mal gar nichts ausmachen wird, ist – Netflix. Dort bietet man nämlich einfach weiterhin Serien an, die Disney fortan vermutlich mit Superhelden, Superhelden und vielleicht noch ein paar Superhelden zu besiegen versucht.

Die Gebrauchtwoche

14. – 20. Oktober

Ab Freitag zum Beispiel Living with Yourself. Der ehemalige Ant-Man Paul Rudd spielt darin einen Loser, der nach einer mysteriösen Wellness-Therapie plötzlich auf die optimierte Version seiner selbst trifft und fortan mit dem Klon um die Deutungshoheit über sein verkorkstes Leben kämpft. Dass gute Serie auch öffentlich-rechtlich geht, zeigt heute das ZDF heute kurz nach Mitternacht mit der liebenswerten Urban-Young-Adult-Snippet-Show Fett und Fett um den altjungen Möchtegernhipster Jaksch von und mit Jakob Schreier, der sein Alkoholproblem zum Lifestyle-Gadget umdeutet und damit fünf Stunden am Stück lustige Großstadtsequenzen durchläuft.

Dazu muss man sagen, dass die Serie zuvor online gelaufen ist – wie die sensationelle Fortpflanzungsdystopie The Handmaid’s Tale auf der digitalen Plattform Hulu, bevor sie am Freitag um 22 Uhr – endlich – im Free-TV von Tele 5 landet. Apropos landen: Die dokumentarische Fiktionalisierung amerikanischer UFO-Sichtungen der früheren Nachkriegszeit von Zukunftsrückreiseexperten Robert Zemeckis läuft ab Dienstag auf der Basis offizieller Regierungsakten beim Videoportal TV Now. Beim Muttersender RTL geht dagegen tags drauf der sexistischste Populistenversteher im Fernsehland erneut auf Tauchtour durchs Wutbürgerbecken und macht sich in Mario Barth deckt auf unter anderen an die Ökobilanz von E-Autos, was gut zu seiner rettet-den-Diesel-Kampagne passt.

Fast noch schlimmer könnte da die lausige Idee von ZDFneo zu sein, ab heute, 18.35 Uhr, im Dinner Date Kuppel- und Kochshow miteinander zu kombinieren. Auweia. Wenden wir uns lieber den Spielfilmen zu. Zum Beispiel Danny Boyles herausragendes Biopic Steve Jobs mit Michael Fassbender als Digitalpionier. Warum es morgen erst zur Geisterstunde läuft, bleibt allerdings das Geheimnis des ZDF. Die ARD dagegen zeigt am Freitag auf dem Degeto-Sendeplatz nach der Tageschau Meine Nachbarn mit dem dicken Hund – ein erstaunlich feinsinniges reife-Frauen-am-Rande-des-Nervenzusammenbruchs-Porträt mit Johanna Gastorf und Katharina Maria Schubert, das allerdings auch nicht so innovativ ist, um nicht gut zu den Wiederholungen der Woche überleiten zu können.

Etwa Himmel ohne Sterne (Montag, 20.15 Uhr, Arte), Helmut Käutners deutschdeutsches Grenzdrama von 1955 in angemessen schwarzweißer Tristesse und wie bei Helmut Käutner üblich: trotz Melo und Drama ohne Pathos. Direkt gefolgt von der deutschdeutschen Grenzliebeskomödie Sonnenalle von 1998 mit unterhaltsam braunbunter Leichtigkeit und wie bei Leander Haußmann üblich präzise vorm Abgrund der Klamotte. Ohne Humor, aber mit soziokultureller Bedeutung bleibt der Tatort-Tipp Mord in der Ersten Liga mit Maria Furtwängler, die am Mittwoch (22 Uhr) im SWR zwischen Hooligans und schwulen Fußballern ermittelt, was 2011 leider nicht ungewohnter war als heute.


Rikas, Golden Dawn Arkestra, Kummer

Rikas

Wer würde nicht, Hand aufs Herz, auch gern mal die Katastrophenlage vor der Tür vergessen und sich einfach mit dem Langstreckenflieger first class auf die Bahamas verkrümeln, um – Pina Colada zur Linken, Lovetoy zur Rechten – dem karibischen Eskapismus deluxe zu frönen, statt freitags gegen die Apokalypse zu demonstrieren oder noch anstrengender: an der Siegessäule Haupverkehrsadern zu besetzen? Aber weil das natürlich nur die Dümmsten unter den Ignoranten unserer absurden Welt machen, muss man sich andere Wege zur kleinen Realitätspause suchen. Zum Beispiel die der Fluchthelfer Rikas.

Die ehemalige Schülerband aus der metabürgerlichen Feinstaubhölle Stuttgart kredenzt auf ihrem Debütalbum Showtime einen zuckrig süßen Popcocktail, der uns irgendwo zwischen Friedrich Sunlight und Paul Simon, Laid Back und Phoenix so unwiderstehlich in die Hängematte zieht, dass der PR-Slogan “Swabian Samba” Substanz erhält. Wenn wattierte Funkgitarren zu englischem Gaga-Nonsens durch die Feuchtgebiete ethnisch angedickter Strandpartysounds wehen, rutscht einem der nächste Terroranschlag kurz den Buckel runter und hinterlässt uns fröhlich sediert wie MDMA auf Sekt Mate. Tschüss Wirklichkeit, bin gleich wieder da.

Rikas – Showtime (Sony)

Golden Dawn Arkestra

Die Wirklichkeit unserer Gegenwart verabschiedet sich auch aus dem neuen Album des texanischen Golden Dawn Arkestra – wenngleich auf kantigere Art und Weise wie bei den Rikas. Für Darkness Falls on the Edge of Time hat sich das Kollektiv von bis zu 20 Musiker*inne*n aus Austin zwar ebenfalls auf Spurensuche im musikalischen Überall begeben, ist dabei jedoch weniger im Funk fündig geworden als auf dem staubigen Asphalt eines Roadmovies der späten Siebziger, das ein paar durchgeknallte Japaner scheinbar mit ein paar noch durchgeknallteren Hippies auf amerikanischen Highways eingespielt haben.

Schon die Single-Auskopplung Mama Se: Fiebrige Westernriffs tropfen über hypnotischen Chorgesang, als sei beides auf der Flucht voreinander und gleichsam auf der Jagd. Und der verschwitzte Dunst, den das Kleinorchester bei seinen viel umjubelten Live-Auftritten erzeugt, wabert auch aus der Box, wenn Allo Allo Boom im Anschluss den Postpunk der frühen Achtziger mit Bigbandpop vom Anfang dieses Jahrtausends, in die sich zwischendurch immer wieder peitschende Bläsersequenzen und afrikanische Rhythmen mischen. Nostalgie als Soundtrack des Wahnsinns. Herrlich!

Golden Dawn Arkestra – Darkness Falls on the Edge of Time (13 A Records)

Kummer

Was der deutsche HipHop braucht, um aus dem Klammergriff von gernegroß und gerneklein, Gangsta-Arroganz und Alternative-Gestus zu kommen? Die Antwort ist unterkomplex: Weniger Machismo und Autotune, mehr Bedeutung und Felix Brummer. Der – so sagt man das eben: charismatische Sänger der Chemnitzer Rockband Kraftklub hat nämlich ein Solo-Album aufgenommen, das allen Ernstes dazu geeignet ist, dem hiesigen Sprechgesang frische Luft in die diesigen Hallräume zu blasen.

Es heißt KIOX, ist angeblich zunächst nur im gleichnamigen Pop-up-Store seiner gespaltenen Heimastadt zu kriegen und von einer empathischen, selbstreflexiven, konsumkritischen, aufwühlenden Wut, mit der man wirklich noch Herzen und Hirne bewegen kann. Umringt von minimalistischen Samples, dunklen Drones, bisschen Trap, bisschen R’n’B lautet das Versprechen des Openers Nicht die Musik, “ich mach Rap wieder weich / ich mach Rap wieder traurig”. Das tut er mit vielschichtig präziser Poesie und viel Gefühl für inneren Aufruhr mit Außenwirkung.

Kummer – KIOX (Beat the Rich)


Georg Restle: Monitor, Hass & Rückgrat Teil 1

Wehret der Normalisierung!

Nachdem er es in einem Kommentar der Tagesthemen gewagt hatte, Verbindungen der AfD ins rechtsextreme Lager anzuprangern, erhielt Georg Restle (Foto: Fulvio Zanettini/WDR) nicht nur den üblichen Shitstorm, sondern konkrete Morddrohungen. Ein zweigeteiltes Interview mit dem Leiter des ARD-Magazins Monitor über Hass im Netz und was er mit dem Journalismus unserer Zeit anstellt.

Von Jan Freitag

freitagsmedien: Herr Restle, sind Sie ein ängstlicher Typ?

Georg Restle: Nein.

Nie gewesen?

Jedenfalls nicht im beruflichen Zusammenhang. Sonst hätte ich weder in Russland, geschweige denn für Monitor arbeiten können. Das schließt sich aus.

Sind Sie denn wenigstens ein vorsichtiger Typ?

Vorsichtig dort, wo es angebracht ist. In diesem Beruf gehört es ja dazu, sich jede Umgebung, in der man tätig ist, sehr genau anzuschauen, auch um mögliche Risiken minimieren zu können.

Hat sich durch die Ereignisse vom Juli, als Sie infolge eines Tagesthemen-Kommentars Morddrohungen erhalten haben, daran irgendetwas geändert?

Ängstlicher bin ich dadurch jedenfalls nicht geworden, solche Einschüchterungsversuche beeindrucken mich relativ wenig. Natürlich gibt es ein paar Sicherheitsvorkehrungen mehr. Ich achte bei öffentlichen Auftritten jetzt etwas aufmerksamer aufs Publikum und schaue mir unbekannte Personen, die sich mir nähern, etwas genauer an. Das würde ich aber eher erhöhte Aufmerksamkeit als Angst oder Vorsicht nennen.

Verändert die erhöhte Aufmerksamkeit dennoch etwas an Ihrem Leben?

Nicht spürbar. Wer wie ich seit mehr als 20 Jahren für ein Magazin wie Monitor arbeitet, hat diesbezüglich ein dickes Fell. Ich habe ja auch zuvor schon Morddrohungen erhalten und weiß aus dieser Erfahrung heraus recht gut einzuschätzen, was in den sozialen Medien blanker Unsinn ist und was ich möglicherweise ernster zu nehmen habe. Wenn ich mir jeden Hasspost zu Herzen nehmen würde, könnte ich diesen Job nicht auf Dauer machen. Deshalb nehme ich die meisten davon auch eher als Ansporn, weil es deutlich macht, dass wir dieser gesellschaftlichen Verrohung etwas entgegensetzen müssen.

Galt die Bedrohung wie bei der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess denn auch Ihrer Familie?

Nein, es geht da bislang ausschließlich um meine Person. Allerdings wurde in der Vergangenheit auch die Redaktion von Monitor schon häufiger angefeindet und bedroht.

Die allerdings bei einem Magazin wie diesem, das sich politisch seit jeher meinungsstark exponiert, Anfeindungen von rechts gewohnt sein sollte…

Ach, nicht nur von rechts. Anfeindungen haben wir schon von vielen Seiten bekommen, sei es von Regierungsvertretern, von organisierten Windkraftgegnern oder aufgebrachten Landwirten. Auch wenn wir über die Menschenrechtslage in der Türkei berichten, gibt es immer wieder Hetzkampagnen aus der AKP-Gemeinde. Und wenn wir kritisch über die AfD-Vereinnahmung von Russlanddeutschen berichtet haben, gab es große Anfeindungen aus dieser Community. Allerdings haben die aktuellen Drohungen eine ganz andere Qualität.

Besteht diese Qualität in der Masse, der Wortwahl oder ihrer Glaubhaftigkeit?

Ganz sicher in der Wortwahl, aber auch in der Glaubhaftigkeit. Das sieht man schon an der Professionalität der Verschlüsselung und in der Bezugnahme auf andere Fälle. Schließlich ist bekannt, dass der Absender der jüngsten Morddrohung früher schon Kommunalpolitiker wie Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bedroht hat…

Die kurz vor ihrer Wahl ja tatsächlich Opfer eines rechtsextremen Angriffs wurde.

Ebenso wie der Bürgermeister von Altena. Zum anderen wissen wir, dass die permanente Anheizung des politischen Klimas ihren Widerhall findet in den Echokammern gewaltbereiter Rechtsextremisten. Und das mit Folgen: Beispiele wie die Anschläge von Christchurch oder München zeigen, wie aufgeputschte Debatten in den einschlägigen Chatrooms auch Terrorakte nach sich ziehen können. Bei mir kommt hin zu, dass ich regelmäßig und sehr deutlich auch von Politikern der AfD ins Visier genommen werde, was in den Filterblasen ihrer Klientel den Eindruck verstärkt, es gäbe eine Art Widerstandsrecht gegen mich – als Vertreter eines Systems, das überwunden werden muss. Das vergrößert die Gefährdungslage in gewisser Weise. Und auch der Sound hat sich verändert.

Inwiefern?

Allgemein sowieso, da müssen Sie nur mal in meine Kommentarspalten schauen. Aber auch sehr konkret: Insofern, als in den Morddrohungen heute die zur Verfügung stehenden Waffen präzise benannt oder auch Bezüge zum Mord an Walter Lübcke hergestellt werden. Zwar wurde mir für unsere Berichterstattung schon häufiger die Pest an den Hals gewünscht, aber was da jetzt geschieht, ist auf jeden Fall abgründiger als alles bisher Dagewesene.

Sehen die Ermittlungsbehörden das genauso und ermitteln entsprechend intensiver als früher?

Weil ich in der Vergangenheit sehr zurückhaltend damit war, solche Drohungen zur Anzeige zu bringen, kann ich das für meinen Fall nicht sagen. Jetzt war es ja der WDR, der Anzeige erstattet hat und damit an die Öffentlichkeit gegangen ist. Was ich im Übrigen schon deshalb absolut richtig finde, weil dadurch öffentlich wird, wie sehr Journalisten und Journalistinnen mittlerweile ins Fadenkreuz genommen werden. Und da geht es nicht nur um mich, sondern um zahlreiche Kollegen und Kolleginnen, die seit Jahren zum Thema Rechtsextremismus recherchieren. Allgemein gesprochen habe ich allerdings nicht den Eindruck, dass die Sicherheitsbehörden die neue Dimension der Gefährdung auf dem Schirm, geschweige denn im Griff haben.

Worin besteht diese Dimension genau?

In der Radikalisierung auf mehreren Ebenen: Zunächst eine fortschreitendeGewaltbereitschaftinnerhalb der rechtsextremistischen Szene, besonders deutlich zu beobachten im Darknet, wo alle Hemmungen fallen. Dazu die Radikalisierung im politischen Raum, die sich auch durch die Verbindungen der AfD weit hinein ins rechtsextremistische Lager zeigt, wo die Grenzen zum Rechtsterrorismus zusehends verschwimmen. Ich würde mir wünschen, dass die Sicherheitsbehörden dieser neuen Entwicklung Rechnung tragen; ob das bereits ausreichend der Fall ist, sehe ich allerdings skeptisch.

Woher rührt Ihre Skepsis da?

Es macht mich schon misstrauisch, wenn Sicherheitsbehörden davon sprechen, es gäbe keine gesteigerte Gefährdung durch Todes- oder Feindeslisten, ohne dass sie Erkenntnisse darüber haben, wer sich hinter den anonymen Absendern solcher Listen überhaupt verbirgt. Dazu kommen die jüngsten Erkenntnisse über rechtsextremistische Netzwerke innerhalb der Polizei. Das ist ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko – auch für die Betroffenen. Wie kann ich denn darauf vertrauen, dass sicherheitsrelevante persönliche Daten hier nicht in falsche Hände geraten?

Hat sich da durch den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke nicht etwas geändert? Seither ist doch flächendeckend von einer Zäsur die Rede.

Das stimmt, dass davon die Rede ist. Ich bin zwar weit davon entfernt zu behaupten, die Sicherheitsbehörden seien insgesamt auf dem rechten Auge blind. Solange aber kein ernsthafter Aufklärungs- und Ermittlungswille gegenüber den rechten oder gar rechtsextremen Netzwerken in den eigenen Reihen erkennbar ist, bleibt die Zäsur für mich vor allem eine rhetorische.

Und woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Darüber könnte man jetzt lange philosophieren. Am Ende aber bleibt – 20 Jahre nach dem Beginn der NSU-Mordserie – die Erkenntnis, dass Polizeiarbeit im rechtsextremistischen und -terroristischen Milieu alles andere als eine Erfolgsgeschichte ist. Insoweit bleibe ich skeptisch. Aber man soll die Hoffnung nie aufgeben. „The proof of the pudding is the eating”, wie meine Vorgängerin bei Monitor, Sonia Mikich, immer sagte – wir werden sehen.

Bleibt Ihr Pudding vorm Essen denn ein rein juristischer oder fließt die Bedrohung Ihrer Person auch in die redaktionelle Arbeit beim WDR mit ein?

Redaktionell spielt die Geschichte für uns keine Rolle, weil persönliche Betroffenheit für uns noch nie ein journalistisches Relevanz-Kriterium war. Aber selbstverständlich schauen wir ganz allgemein auch weiterhin darauf, inwieweit die Zivilgesellschaft durch solche Bedrohungen stärker unter Druck gerät und ob Sicherheitsbehörden auf diese Bedrohungslage angemessen reagieren. Das hätten wir aber auch ohne meine persönliche Betroffenheit getan. Ich bin ja nur einer von vielen, möchte also gar nicht so sehr im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Wenn die Berichterstattung über meine Geschichte durch andere Medienallerdings dazu dient, anderen Mut zu machen und sich nicht unterkriegen zu lassen, hat sie schon etwas gebracht. Denn wenn wir uns einschüchtern ließen, hätten die Angstmacherschon gewonnen. Das darf nicht sein.

Und beinhaltet das, dass WDR und Monitor ihr Publikum auch über den weiteren Verlauf der Ermittlungen auf dem Laufenden halten, die Sache also zum Gegenstand der Berichterstattung machen?

Wie gesagt: Ich habe kein Interesse daran, hier Gegenstand der Berichterstattung zu sein. Viel wichtiger finde ich es, dass Journalisten immer wieder neu darüber nachdenken, wie wir mit dem gesellschaftlichen Rechtsruck – und damit auch der AfD – umgehen. Darüber wird in den Verlagen und Redaktionen zwar schon sehr lange und sehr kontrovers diskutiert. Durch die zunehmende Radikalisierung der AfD stellt sich nun aber noch dringlicher die Frage, inwieweit wir einer Partei eine Bühne geben wollen, die von der rechtsextremistischen Szene als ihr parlamentarischer Arm betrachtet wird.

Sind die Reaktionen auf Ihren Kommentar diesbezüglich sogar eine Art Motivation für Sie – jetzt erst recht?

Ich halte Trotzreaktionen für keine gute Idee, wenn es um journalistische Berichterstattung geht. Damit würden wir Gefahr laufen, uns am Ende auf das Niveau derer zu begeben, die uns derzeit so haltlos kritisieren. Stattdessen sollten wir auch weiterhin nüchtern und klar analysieren, was am rechten Rand dieser Gesellschaft gerade passiert. Deshalb warne ich davor, Berichterstattung aus persönlichen Beweggründen in die eine oder die andere Richtung kippen zu lassen. Was wir gerade am wenigsten gebrauchen können, ist Schaum vor dem Mund.

Der Rechtsextremismus ist also noch nicht so gravierend wie die Klimakatastrophe, in deren Angesicht uns Greta Thunberg geraten hat, endlich mal in Panik zu geraten?

Was heißt „nicht gravierend“ – der Rechtsextremismus ist gravierend, ohne Frage. Aber genauso wenig, wie ich von Angst getrieben bin, halte ich Panik für einen guten Ratgeber. Dazu besteht auch kein Anlass – trotz der großen Gefahren durch den Rechtsextremismus. Noch vertraue ich auf die Abwehrmechanismen der Mehrheitsgesellschaft. Insoweit sind wir von Weimarer Verhältnissen weit entfernt. Was wir uns allerdings bewusst machen sollten: Wie fragil unsere elementaren Grundrechte sind, seien es die Menschenwürde, die Meinungs- oder die Religionsfreiheit. Und dass wir diese – gerade als öffentlich-rechtliche Journalisten – offensiver verteidigen müssen.

Fortsetzung: 17. Oktober

Das Interview ist vorab im Medienmagazin journalist erschienen

The Walking Dead: untot & unendlich

Fortsetzungsgemetzel

Nach insgesamt 5600 Minuten in neun Jahren geht The Walking Dead (Foto: FOX/Sky) in die zehnte Staffel. Kurz bevor Breaking Bad am Freitag mit El Camino sein nächstes Spin-off auf Netflix kriegt und auch sonst alles bis zum Erbrechen ausgelutscht wird, was Erfolg am Bildschirm hatte, wird es also Zeit für den Appell, das Zombiegemetzel endlich mal ausbluten zu lassen. Es hat sich auserzählt.

Von Jan Freitag

Da grunzen sie also wieder und beißen, vermodern sichtbar und sind als Wasserleichen noch etwas ekliger, aber irgendwie noch immer dieselben Zombies, mit denen Film und Fernsehen uns seit – ja, seit wann eigentlich die Zeit stiehlt? Wenn die Murdoch-Tochter FOX heute bei Sky die 10. Staffel The Walking Dead zeigt, dehnt sich die Comic-Adaption um acht auf 139 Episoden aus. Und wer sich den Kampf der Menschen mit Untoten, vor allem aber sich selbst ansieht, dürfte zusehends ratlos sein, warum die Serie einfach kein Ende nimmt. Nach 5600 Minuten seit 2010 haben wir die Kernaussage des Showrunners Frank Darabont nämlich verstanden, großes Bingewatcher-Ehrenwort.

Falls die Apokalypse in Gestalt lebloser Monstren ohne Mitgefühl, gar Moral über uns hereinbricht, werden wir selber zu Bestien, okay. Bestien, die gnadenlos nach Macht streben oder wenigstens der Befriedigung sadistischer Triebe. Wie in den ersten neun Staffeln wiegt uns auch Nummer 10 diesbezüglich zwar anfangs in Sicherheit: das Böse jeder Art ist besiegt, der Endzeit-Tyrann Negan geflohen, ein neuer nicht in Sicht. Da können sich die Wohlgesinnten um Carol, Michonne und Daryl scheinbar aufs Wesentliche konzentrieren. Doch wie eine Kohorte Überlebender in römischer Formation zu Trainingszwecken skelettierte Ungeheuer köpft, wird rasch deutlich: TWD, wie Fans die Serie nennen, kreist um sich selbst, je weiter sie sich von Robert Kirkmans Graphic Novel und dem Ursprung des Genres entfernt.

Als Bela Lugosis White Zombie den karibischen Voodoo-Kult 1932 leinwandtauglich machte, waren die Untoten eher melancholische Geister als hirnsüchtige Beißer. Seit den Sechzigern dann kommentierten die gefühlskalten Kannibalen der Splatter-Könige George A. Romero und Peter Jackson erstmals die konsumsedierte, technikgläubige, kriegslüsterne Klassengesellschaft, deren Mitglieder gern in Industriebrachen oder Einkaufszentren ausgeweidet wurden. Mit dem Blockbuster I am Legend oder Marvin Krens deutscher TV-Produktionen Rammbock wurde der Handlungsrahmen zwar schon im vorigen Jahrzehnt erweitert; doch erst Kirkman und Darabont schminkten die Gesellschaftskritik mit Schauwert für Horrorfans zur Menschheitskritik von relevanter Tragweite um. Zumindest fünf, sechs Staffeln lang.

Dann aber begann der Schlagabtausch Mensch vs. Monster, Zivilisation gegen Barbarei zügig zu ermüden. Das Böse wurde stetig böser, seine Gewalt selbstreferenzieller, weshalb die Guten selbst oben auf der Besetzungsliste zwar dezimiert wurden, aber ständig hoffnungsvollen Zuwachs hatten. Und genau hier zeigt sich der gehende Tod von seiner plumpsten Seite. Wenn eines im Personalkarussell nämlich sicher ist, dann dass sämtliche Frauen darin bildschön sind und gleich nach ihrer Modelkarriere in Echtzeit zu todesmutigen Marines mutieren. Dass die siedend heiße Nadia Hilker nun von der Neben- zur Hauptfigur wird, dürfte da eher weniger an ihrer Arbeit im deutschen Vorabendfernsehen zu tun haben. Effekthascherei deluxe für die Generation Men’s Health.

Klar, wenn die kleine Tochter des (ausgestiegenen) Rick wie afrikanische Kindersoldaten stoisch Untote zerhackt als seien es Moorhühner, klingt das postapokalyptische Drama noch immer nach präapokalyptischer Sozialkritik. Der Rest aber bleibt zutiefst narzisstisch – eine Wesenseigenschaft, lehrt uns das Weiße Haus tagtäglich, die wenig Raum für Besinnung bietet. Zum Spin-off Fear of the Walking Dead auf Amazon hat AMC daher für 2020 eins mit zwei Teenagern im Zentrum angekündigt. Oberfiesling Negan kriegt ebenso wie sein Ex-Gegner Rick eine Handvoll eigener Spielfilme. Und ob das Original wirklich endet, hängt von Einschaltquote ab. In den USA ist sie zwar auf weniger als ein Drittel der Topwerte in Staffel 5 abgesackt, aber angesichts der Vielfalt des Senderangebots noch immer solide. Es droht uns also die ewige Apokalypse. Herr, lass bitte kein Hirn regnen! Zumindest nicht auf Serienzombies…


Leichtathletikstille & The Laundromat

Die Gebrauchtwoche

30. September – 6. Oktober

Und dann kam ein Moment bedrückender Stille, den nur die letzten Fernsehkameras erlebt haben. Hoch überm heruntergekühlten Stadion des Glutofens Doha betrat der Hochspringer Mutaz Essa Barshim die Siegerehrungstribüne, um seine frisch errungene Goldmedaille in Empfang nehmen – und wurde ungekrönt auf den Boden der Realität zurückgeholt: Das Stadion war sogar noch leerer als sonst bei einer Leichtathletik-WM, deren Übertragung sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen von solch sportfeindlichen Austragungsorten künftig zweimal überlegen sollte.

Wo sie aber nun mal schon in die Wüste sind, haben die ZDF-Reporter das Ganze sehr treffend als Farce bezeichnet und wie ihre ARD-Kollegen den Tonfall auch insgesamt angemessen angepisst gehalten. Kaum auszudenken, derlei Sportgroßereignisse würden wie die Olympischen Spiele wegen exorbitant steigender Übertragungspreise künftig nur noch bei den Privatsendern laufen. Denn bei denen würde kein Kommentator (Kommentatorinnen am Mikro sind dort abseits vom Fußball selten) würde auch nur ein abschätziges Wort übers eigene Werbepausenpremiumprodukt verlieren.

Rein journalistisch betrachtet, müsste man ProSiebenSat1 Media also nicht lange nachweinen, wenn sich die Gerüchte bestätigen, der frühere Dax-Konzern stecke wirtschaftlich in Schwierigkeiten. Medienpolitisch betrachtet allerdings bedeutet die Schieflage des jüngsten Platzhirsches am TV-Markt, der sich dank branchenfremder Vorstände zum Gemischtwarenladen verzettelt zu haben scheint, nichts Gutes für die Zukunft traditioneller Medien. Und das gilt umso mehr mit Blick auf das, was bei Axel Springer passiert. Der Mehrheitseigner KKR drillt den alten Pressekonzern gerade mit unerbittlich renditesüchtiger Strenge auf Wachstum und entlässt dafür nicht nur – vorerst – Hunderte von Mitarbeiter*inne*n, sondern kratzt auch an den Stammmarken Welt, gar Bild.

Die Frischwoche

7. – 13. Oktober

Aber gut, dem Qualitätsjournalismus wäre das gewiss eher förderlich als abträglich. Schließlich zeigt die Netflix-Produktion The Laundromat ab Freitag nach kurzer (oscarförderlicher) Kinoauswertung, wie wichtig seriöse Zeitungen fürs zivilisierte Miteinander sind. Steven Soderberghs brillante Aufarbeitung der Panama Papers mit Meryl Streep als resolutes Opfer der Reichenbereicherer Mossack/Fonseca, denen Gary Oldman und Antonio Banderas eine angemessen menschheitsverachtende Schmierigkeit verpassen, zeigt eindrücklich, was wachsame Medien wie die Süddeutsche Zeitung fürs Gemeinwohl leisten. Kleines Gadget am Rande: SZ-Reporter Bastian Obermayer hat einen kleinen Auftritt.

In der Fernsehunterhaltung jedoch sind es gerade eher neue Medien, die anspruchsvolles Programm bieten. Während das Erste sein Stammpublikum am Donnerstag um 20.15 Uhr abermals mit einer Krimireihe unterfordert, in der Lina Wendel als Die Füchsin eine Privatdetektivin mit Stasi-Vergangenheit spielt, und das Zweite am Sonntag ein Leipziger Quartett ins Meer der Ermittler wirft, liefern die Streamingdienste sehr viel besseres Entertainment. Netflix etwa Mittwoch mit der Castingshow Rhythm & Flow, in der HipHop-Stars wie Cardi B oder T.I. den nächsten Super-Rapper suchen. Oder zwei Tage später El Camino, ein Spielfilm-Spinoff von Breaking Bad, wo es um Walther Whites Partner Jesse Pinkman geht.

Die zehnte Staffel Walking Dead, ab heute auf Sky, hätte man sich zwar langsam mal sparen können. Nicht verpassen sollte man hingegen Prost Mortem, ab Mittwoch beim Spartenkanal 13th Street. Im Zentrum des deutsch-österreichischen Vierteilers steht Doris Kunstmann als Wirtin, die den mysteriösen Tod ihres Ehemanns dadurch aufklären will, alle Verdächtigen zum kollektiven Absturz in die eigene Kneipe einzuladen – und das ist dank des Ensembles von Janina Fautz bis Simon Schwarz mit viel schwarzem Humor in zwei Doppelfolgen echt sehenswert. Wenngleich auf andere Art als die Wiederholungen der Woche.

Bei denen nämlich ist Fritz Langs schwarzweißes Spätwerk Lebensgier, mit dem Fritz Lang Emile Zolas Roman Der Totschläger 1954 aus Frankreich in die USA verlegt hatte, wo Glenn Ford heute (21.45 Uhr) auf Arte zwischen die Fronten eines verfeindeten Ehepaars gerät. Zwischen ganz andere Fronten geraten Quentin Tarantinos Inglorious Basterds 15 Minuten später auf Nitro von 2009. Und der Tatort dieser Woche heißt Mein Revier (Donnerstag. 20.15 Uhr, WDR). Der zweite Fall vom misanthropischen Kommissar Faber (Jörg Hartmann) spielte 2012 im Dortmunder Zuhältermilieu.


O.T.T.O., Velvet Volume, D I I V

O.T.T.O.

Kennt noch irgendwer Franz Lambert? Mehr als 100 Platten hat er in mittlerweile 50 Jahren eingespielt, und jede davon ist ein kleines Wundwerk wortloser Redseligkeit. Legendar, wie der Hesse allein mit sich und seiner Hammondorgel Klangteppiche wob, die zu mit dem Publikum zu sprechen scheinen. Ebenso legendär ist es allerdings, wie biedermeierblöde sie dabei meist klangen. Als Messlatte für gediegen verstiegenen Instrumentalpop taugt Franz Lambert also nur bedingt. Es sei denn, er rührt noch The Alan Parsons Project mit einer Prise Air unter.

Dann nämlich klingt der Sound verstaubter Heimmorgeln mit Synthybegleitung, die unwesentlich jünger sind als Franz Lamberts Karriere, ungefähr wie das Over The Top Orchestra, kurz: O.T.T.O. Denn auf ihrem elektrisierend pulsierenden Debütalbum gleichen Namens zaubern die zwei süddeutschen Nostalgiker Alexander Arpeggio und Cid Hohner Soundgespinste aus dem Vintagepark, der schwer nach klassischer Retromusik aus der Zukunft klingt oder noch treffender: dem Soundtrack eines SciFi-B-Movies der Siebziger, zu dem sich 2019 famos swingen lässt.

O.T.T.O. – Over The Top Orchestra (bureau-b)

Velvet Volume

Von den drei Schwestern Velvet Volume gibt es dagegen von Anfang an ziemlich aufs Mett. Und das auf eine Art, die zwar ebenso wie O.T.T.O. sehr nostalgisch klingt, aber doch zwei, drei Jahrzehnte jünger. Schließlich wurzelt das Debütalbum des dänischen Trios spürbar in den Neunzigern, als Postpunk mit Grunge zu einer rabiaten Form des Alternative-Rock verschwammen, den die Riot Grrrls jener Tage um viel feministische Sozialkritik erweitert haben.

Die Special Edition von Look Look Look! inklusive zweier Bonustracks ist zwar etwas weniger politisch als ihre Vorfahrinnen von Sleater-Kinney bis Team Dresch; ihr Furor allerdings klingt ebenso virtuos wütend. Dass sich Velvet Volume dank der bauchgrummelnd verzerrten Gitarre von Sängerin Noa zu Natajas grungig verzögerten Drums spielend an den Bühnenmackern jener Tage messen lassen können, ist da schon keiner Erwähnung mehr wert. Ein virtuos ruppiges Hardcore-Album.

Velvet Volume – Look Look Look! (Network Music)

D I I V

Gleiches Zeitalter, ähnlicher Ansatz, nur von männlicher Seite: Auf ihrem mittlerweile dritten Longplayer mischen die Kalifornier D I I V flächig aufgerauten Rock mit Engelsstimmen und taugen damit exakt so zur Verstörung tradierter Stereotypen von Geschlecht und Zuschreibung wie Velvet Volume, nur halt mit mutiertem Chromosmensatz. Im Geschredder zweier Gitarren erinnert Zachary Cole Smiths Gesang schwer an Teenage Fanclub. Doch mit Referenzen allein ist D I I V nicht ausreichend beschrieben.

Dafür verschwimmen die zehn monochromen Tracks von Deceiver zu oft im Durcheinander dissonanter Töne, die bisweilen einfach nicht recht zueinander passen wollen und gerade dadurch oft hypnotische Kraft entfalten. In Stücken wie Lorelei oder Blankenship driftet der Sound dann manchmal fast ins Noisige ab, bis die Saiten schreien. Alles in allem ein Album von schiefer Geradlinigkeit, die gleichermaßen mitreißt und sediert.

D I I V – Deceiver (Cargo Records)