Amodeis Warnung & Disneys Blut

Die Gebrauchtwoche

7. – 13. September

Nach anderthalb Jahren als Kulturstaatsminister, in denen seine CDU/CSU die AfD halbiert und das BIP verdoppelt haben, konnte auch Wolfram Weimer all seiner politischen Ziele erreichen. Er hat das Festival für Hitlers Lieblingskomponisten mit Geld überhäuft, die Filmförderung auf Blockbuster gedreht, entartete Buchläden kujoniert, das gesamte Feuilleton abseits der Jungen Freiheit gegen sich aufgebracht. Und fast wäre ihm sogar die einzige Initiative gelungen, für die es selbst links der FAZ so etwas wie Zuspruch gäbe.

Zu dumm, dass die EU-Kommission Weimers geplanter Investitionsverpflichtung für internationale Streamingdienste in Deutschland nach einem Bericht eben jener liberalkonservativen Zeitung aus Frankfurt wegen unverhältnismäßiger Eingriffe in die Unternehmensfreiheit womöglich scheitert. Aber gut, im globalen Maßstab gemessen, ist das aktuell natürlich kaum mehr als ein Nischenthema.

Auf der Weltbühne dagegen hat Dario Amodei gerade mehr Regulierung bei weniger Tempo auf einem Feld gefordert, das ihn der mächtigsten Männer macht: KI. Ansonsten, prophezeit der Anthropic-CEO, werde sie das Internet „übernehmen“. Damit stellt er sich erneut gegen den MAGA-Kult, der für völligen Kontrollverlust plädiert – was noch verblüffender ist, wenn man sieht, wer Amodei unterstützt: Elon Musk und Sam Altman.

Ein paar Nummern kleiner und dennoch weltbewegend geht es auf der Magdeburger Bühne zu, seit rechtsradikale Wähler (und ein paar Wählerinnen) der rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt einen Regierungsauftrag erteilt haben, den sie mit Hilfe des BSW, also großer Sicherheit annehmen wird. Bei Markus Lanz jedenfalls waren Tino Wagenknecht und Sahra Chrupalla vorige Woche bereits kurz vorm Petting.

Ob auch die CDU demnächst mit Neonazis fummelt, bleibt dagegen weiterhin offen. Wie sich Philipp Amthor und Markus Frohnmaier tags drauf in Hart, aber fair gezofft haben, sprach allerdings eher dafür, dass sie ihrer Selbstzerstörung (vorerst zumindest) nicht mit einer Duldung oder Koalition Vorschub leisten. Für beide traf es sich hingegen gut, dass ein knapp vereitelter Anschlag den Diskurs wieder nach links lenkte.

Zwei Wochen, nach einer Reihe geplanter Angriffe auf Ziele der fossilen Energie-Infrastruktur hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst – und damit nicht nur der Bild die Gelegenheit gegeben, den „Klima-Terroristen“ presserechtswidrig mit Foto vorzuverurteilen. Sie gibt der rechtskonservativen Seite auch Gelegenheit, den wahren Feind wieder links der Mitte zu verorten.

Die Frischwoche

14. – 20. September

Man wünscht sich manchmal nur noch, mit einer ungiftigen Dosis jenes berauschend schönen Pilzes Richtung Besinnungslosigkeit zu entfliehen, von dem eine Arte-Doku am Donnerstag erzählt: Der Fliegenpilz – Zwischen Mythos und Wirklichkeit. Eine eher toxische Überdosis Eskapismus ist das HeidiFest 2026 parallel bei RTL im Münchner Hofbräuhaus sein, eine Arte Wiesen-Warmup mit Frau Klum und Konsorten, das den Rand des Wahnsinns mehr als streifen dürfte.

Immerhin knapp davor endet die Mystery-Serie City of Blood ab Mittwoch bei Disney+. Oberflächlich eine Near-Future-Dystopie übers versteppte Berlin nach dem Klima-Kollaps, schwankt Philipp Kadelbachs starbesetzte Comic-Verfilmung in acht Teilen zwischen Politik-Groteske und Horror-Show. Das ist meistenteils massiv drüber, aber fantastisch ausgestattet und irgendwie doch ganz schön spannend.

Alles also (auch beim Budget) drei Nummern größer als der deutsche ZDF-Sechsteiler Serial Cleaner. Aylin Tezel spielt darin eine unfreiwillige Tatortreinigerin, die ab Montag zur Rettung ihres totkranken Kindes allerlei eigenmoralische Prinzipien beugt. Und nebenbei beweist, dass Neo zwar keine Sitcoms kann, aber durchaus Dramen. Was vier Tage später ähnlich unterhaltsam, aber wohl umstrittener wird: Lizzie Borden, neue Staffel der Netflix-Reihe Monster – diesmal um eine vermeintliche Mörderin des 19. Jahrhunderts.

Noch ein chronistenpflichtiger Tipp: Am Mittwoch dockt Prime Video mit Neagley an den Erfolg der testosteronsatten Verschwörungsthriller-Serie Reacher an. Und zwei wohlmeinende Empfehlungen: Am Donnerstag zeigt Arte Hannes Rossachers Falco-Porträt Mon Amour. Und tags drauf steht der fantastische Berlinale-Beitrag Was Marielle weiß um ein Mädchen, dessen übersinnliche Fähigkeiten die eigene Familie umtreibt, in der ZDF-Mediathek.


Ich mache einfach gern Quatsch

Schon ein bisschen wie Gott

Hazel Brugger ist die Königin des heiteren Alltagsirrsinns und seit dem ESC 2025 ein kleines bisschen weltberühmt. Im LOL-Spinoff Next mit Content-Creators statt Komikern ersetzt die Schweizerin jetzt Bully Herbig. Ein DWDL-Gespräch über die Macht des Buzzerns, politische Comedy und wie Ehen unter Spaßvögeln funktionieren.

Interview: Jan Freitag

freitagsmedien: Hazel Brugger, so als alte LOL-Häsin – was hat in fünf Einsätzen mehr Spaß gemacht – viermal als Kandidatin vorm Buzzer herumzuhampeln oder ihn jetzt selbst drücken zu dürfen?

Hazel Brugger: Nicht lachen zu dürfen, ist für mich eine der größten Qualen überhaupt. Unterbewusst muss mir zwar auch das irgendwie Spaß machen, sonst wäre ich ja nicht viermal dabei gewesen. Aber Getriebene seiner Gesichtsmuskulatur zu sein, ist eher anstrengend als lustig. In meiner neuen Rolle bei LOL Next bin ich jetzt dagegen so ein bisschen wie Gott. Schon auch geil. Aber Leute zu eliminieren, denen ich in der Sendung eigentlich gern weiter zugesehen hätte, empfand ich als erstaunlich unlustig.

LOL ist also nur fürs Publikum wirklich ein Spaß?

Kann man so sagen.

Was ist denn dann als Protagonistin beider Seiten herausfordernder: Andere Comedians zum Lachen zu bringen oder selbst nicht über sie zu lachen?

Nicht lachen ist wirklich schwierig, das tut ungelogen körperlich weh.

Was machen die Content-Creator genannten Internet-Comedians der Next-Staffel, die ja oftmals Autodidakten ohne Bühnenpraxis sind, anders als die analogen Profis der ersten neun Staffeln?

Viele von ihnen sind das Auftreten vor Leuten spürbar nicht gewohnt. Die machen halt vieles allein zuhause mit sich und dem Smartphone. Deshalb war es aber auch krass zu sehen, dass sie zugleich als Regisseure, Kameraleute, Lichttechniker agieren, die genau wissen, wie man sich perfekt inszeniert. Content-Creator denken von Beginn an szenisch, nicht programmatisch. Das ist für dieses Format perfekt. Wenn du für ein Handy performst, lacht es ja auch nicht. Für Bühnenkomiker dagegen ist es zutiefst verstörend, wenn das Publikum schweigt.

Wer das allerdings sogar noch besser beherrscht als alle Komiker, war…

… Susanne Daubner.

Die hier eine Tagesschau nur mit Jugendsprache präsentiert.

Wahnsinn, oder? Als sie sich in einer anderen „Chaya“ nannte, ist das Internet explodiert vor Lachen. Gut, dass ich das ungehindert tun durfte, als sie jetzt bei LOL aufgetreten ist. Ich fand aber auch die anderen sehr witzig und widerstandsfähig. Man muss bedenken: viele davon haben sich nicht auf der Ochsentour über winzige Bühnen die Hornhaut echter Comedians angeeignet.

Wie reagieren Sie denn auf Stille im Publikum?

Indem ich mich darüber amüsiere, wie leid ich mir in dem Moment tue. Das kann ich mir lustig imaginieren. Scheitern gehört dazu. Man sollte sich zu jedem Zeitpunkt des Lebens offen dafür zeigen, ein Niemand zu sein. Etwas gesunder Selbsthass gehört auf jede Comedybühne. Auch auf die von LOL.

Was ist dessen Erfolgsgeheimnis – die explizite Harmlosigkeit der Witze, in denen es anders als beim politischen Kabarett niemals um Politik, Krisen, Trump oder Merz geht?

Das kann schon sein. Ich werde jedenfalls oft von Kindern zwischen acht und zwölf auf LOL angesprochen. Das ist offenbar ein richtiges Familienevent geworden. Darin sehe ich eine riesige Chance des Formats. Nicht nur für Amazon, sondern auch für die Teilnehmenden, wieder mal alle anzusprechen, von jung bis alt.

Also schon auch eskapistisch?

Eher allgemeinverständlich und zeitlos, würde ich sagen. Du kannst LOL geschnitten oder am Stück gucken, eine Folge heute, die andere 2027. Wenn man nicht ständig auf aktuelle Ereignisse eingeht, ist das Format fast so ein bisschen für die Ewigkeit.

Sie selbst machen ja auch eher alltägliche als politische Comedy, oder liest man da einfach nicht sorgfältig genug zwischen den Zeilen?

Humor ist halt genauso politisch wie das Leben an sich. Politik ist nichts, was oben über der Gesellschaft steht, sondern mittendrin ist. Dennoch würde ich mich natürlich nicht als politische Kabarettistin betrachten und finde es wirklich erfreulich, mit meiner subjektiv erlebten Alltäglichkeit so viele Menschen unabhängig voneinander zu erreichen.

Für Die Anstalt reicht es aber trotzdem ab und zu. Könnten Sie noch politischer sein, wenn Sie wollten?

Interessant, die Frage hab‘ ich mir bislang noch gar nicht gestellt. Da plädiere ich für Arbeitsteilung. Andere können besser politisches Kabarett, ich mache einfach gern Quatsch.

Ist das die beste humoristische Exit-Option in einer Zeit, die gerade mit vollem Ernst auf katastrophale Kipp-Punkte zusteuert?

Ein nicht zu vernachlässigend großer Teil der Gesellschaft fühlt sich von ihr abgehängt oder möchte unbedingt andere abhängen. Da würde es mir jedenfalls zusehends schwerfallen, darauf mit Humor, also Spaß, zu blicken.

Wenn alles noch drastischer würde, mit AfD-Regierungen zum Beispiel: Würden Sie dann erst recht alltägliche Comedy machen oder doch irgendwann politischere?

Ich hoffe so sehr, mir diese Frage nicht irgendwann auch selbst stellen zu müssen. Aber wenn es so käme, könnte ich meine Arbeit splitten – also einerseits bei unpolitischer Comedy bleiben, andererseits journalistisch arbeiten. Allerdings strikt getrennt voneinander. Ich möchte mir meine Insel der unterhaltsamen Freiheit einfach von niemandem kaputt machen lassen.

Dann machen wir an dieser Stelle doch noch ein bisschen Gossip, okay?

Oh ja, bitte. Hau raus!

Sie sind mit einem Poetry-Slammer verheiratet. War das für Sie als Poetry-Slammerin die einzige Option, um zusammenleben und gemeinsame Kinder haben zu können?

Das impliziert fast so einen Poetry-Slam-Zucht-Gedanken (lacht). Ich glaube einfach nicht daran, dass sich Gegensätze anziehen und bin deshalb lieber mit jemandem zusammen, der mich nicht nur versteht, sondern physisch nachfühlen kann. Wichtig ist nur, dass man sich dabei genügend Raum zur eigenen Entfaltung gibt. Und dass bei ähnlichem Beruf kein Konkurrenzdenken entsteht.

Lachen Sie Probleme mitunter gemeinsam weg, anstatt sie zu lösen?

Im Gegenteil: Weil wir beide wissen, Probleme gegebenenfalls einfach weglachen zu können, diskutieren wir zuhause meist sehr kontrovers und sachlich. Mein Mann ist aber definitiv besser darin, Dinge beim Namen zu nennen und Klartext zu reden. Was uns aber beide eint: Wir nehmen Humor sehr ernst.


Siegmunds Hölle & Schwochows Horrotrip

Die Gebrauchtwoche

31. August – 6. September

Schwer zu sagen, was dem MDR durchs Erfurter Sendezentrum ging, als 94 Jahre nach dem Einzug der NSDAP ins Magdeburger Parlament abermals eine rechtsextreme Partei die Landtagswahl gewonnen hatte: Erleichterung, dass AfD-Führer Ulrich Siegmund nur die relative Mehrheit bekam? Ernüchterung, weil ihn das BSW wohl dennoch zum Ministerpräsidenten wählen wird? Entsetzen, weil beide dem verhassten ÖRR so oder so die Hölle heiß machen?

Tatsache ist: Deutschland, Europa, die halbe Welt ist eine etwas andere, seit 43,8 Prozent der Wähler*innen bei vollem Bewusstsein Neonazis, Faschisten und ihre freundlichen Gesichter mit der Regierungsbildung beauftragt haben. Dass der Rechtsaußenruck wie nach Donald Trumps erstem Wahlsieg in den USA die Qualitätspresse stärkt, ist da eher unwahrscheinlich: Abseits öffentlich-rechtlicher Lokalredaktionen sind ostdeutsche Medien mehrheitlich längst Wachkomapatienten.

Sobald die Rest-Demokratie aus ihrer Schockstarre erwacht, dürfte sie allerdings merken, wie spannend unsere Zeiten aus publizistischer Sicht sind. Erinnert sich noch jemand ans Sommerloch? Gott, war das langweilig! Heute hingegen landen Dinge am unteren Ende der Nachrichtenskala, die es früher zur Spitzenmeldung gebracht hätten. Dass russische Finanzminister am Freitag vorvoriger Woche zum G20 Gipfel in den USA eingeladen war, zum Beispiel, nicht aber Vertreterinnen von New York Times oder Bloomberg.

2026 sorgt das auch deshalb allenfalls für leichtes Schulterzucken, weil die Aufmerksamkeitsökonomie andere Schlüsselreize setzt. Den ersten Werbetrailer von GTA 6 etwa haben in 24 Stunden nahezu 100 Millionen Netflix-Abonnierende gestreamt. Drei Monate vorm offiziellen Launch des weltweit erfolgreichsten Videogames. Und dann auch noch auf einer kostenpflichtigen Plattform. Irre Zeiten – in denen nicht wenigen selbst die Lust am Fernsehen vergehen dürfte oder wahlweise ein Fenster in den Eskapismus öffnet.

Die Frischwoche

7. – 13. September

Das der kommende Donnerstag jedoch meterdick verrammelt. Dann nämlich jährt sich der islamistische Terroranschlag aufs World Trade Center und Pentagon zum 25. Mal. Es wird also zeitungsauf, senderab und überall sonst an 9/11 nebst Konsequenzen gedacht, die ja bis heute und in alle Ewigkeit nachwirken. Hervorzuheben ist da die großartige Zeitzeugenbegleitung September, seit ein paar Tagen bereits in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Und sonst so? Erinnert uns die fünfte und nun aber mal wirklich allerletzte Staffel des ARD-Historientheaters Babylon Berlin ab Donnerstag – auch ohne Sky ungeheuer opulent – daran, was geschieht, wenn Faschisten an die Macht kommen. Na, herzlichen Glückwunsch, Sachsen-Anhalt. Zur Entspannung entführt uns LOL Next ab Donnerstag bei Amazon Prime mit Influencern statt Comedians in die Welt verbotenen Lachens. Und parallel dazu feiert Paramount+ 60 Jahre Star Trek mit einer Reihe Filmen, Episoden und Dokumentationen.

Gerade mal ein Drittel so alt ist dagegen das drollige Samstagabend-Event Frag‘ doch mal die Maus, deren 20. Geburtstag das Erste mit Esther Sedlaczek am Mikro begeht. Schon seit Montag läuft in der Arte-Mediathek das großartige sechsteilige Familiendrama Die letzte halbe Stunde um einen Alzheimer-Patienten inmitten politischer Wirren des Nahen Ostens. Die Mystery-Serie Possession entführt uns derweil ungeheuer bildgewaltig ins kolonialistische Erbe Jamaikas.

Und dann wäre da noch das Highlight der Woche: Last Seen. Christian Schwochow begleitet den australischen Ex-Cop Ian (Patrick Brammall) darin auf dessen Horrortrip in die Vergangenheit einer unverarbeiteten Kindesentführung. Und wie der deutsche Regisseur den australischen Thriller ab Mittwoch bei AppleTV+ mit melancholischer Energie verfüllt – das ist abermals ein kleines Meisterwerk unsichtbarer Eskalationen.


Sigis braune Gefahr & Club der roten Bänder

Die Gebrauchtwoche

24. – 30. August

Bis zu 100 Euro – so viel kostet bei Ebay angeblich der Spiegel vom 18. August, dessen Titelbild den AfD-Führer Ulrich Siegmund als „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ adelt. Signierte Cover kosten angeblich sogar das Zehnfache. In der Sache absolut stichhaltig, darf man Ausgabe Nr. 34 also als rechtspopulistisches Win-Win-Magazin bezeichnen. Denn die kostenlose Wahlkampfwerbung dürfte dem westdeutschen Verlag zumindest in Ostdeutschland Rekordabsätze beschert haben.

Wobei die AfD echt keine Verlagsreklame aus Hamburg braucht, wenn ihr der Bundeskanzler in Berlin Prozentpunkte auf dem Silbertablett medialer Selbstverstümmelung liefert. Jüngstes Beispiel: Sein Auftritt in der RTL-Talkshow mit dem schmissigen Fünfzigerjahre-Titel „Friedrich Merz am Tisch mit Bürgerinnen und Bürgern“. Da nämlich geht der Erstgenannte auf die Kinderärztin Bea Merscher los, bezeichnet sie als Nutznießerin des Gesundheitssystems und drischt auch ansonsten auf alles ein, was sich kein Privatflugzeug leisten kann.

Was man Merz zu Gute halten muss: Anders als Hans-Thomas Tillschneider hat er die Talkshow nicht beim ersten Gegenwind verlassen wie Ulrich Siegmunds Propagandaminister in spe in Amann unframed, nachdem die unbotmäßige Gastgeberin, Achtung: Establishment-Angriff: Fragen gestellt hatte. Das also, was der FAZ-Korrespondent Michael Martens mit Wolodimir Selenskij versuchte, wobei ihm aber allen Ernstes folgendes herausgerutscht ist: Was Europa tun könne, „um ihnen zu helfen, mehr Russen zu töten. Also russische Soldaten.“

Auweia.

Für so viel publizistische Instinktlosigkeit müsste es eigentlich eine Geldstrafe zugunsten seriöserer Medien wie – sagen wir: das Goldene Blatt geben, die – sagen wir: dem letzten Quartalsgewinn entspricht. Bei META entspräche das 17 Milliarden Dollar. So viel soll Mark Zuckerbergs Hass- und Hetzplattform in den USA an Strafe zahlen, weil sie digitalen Kindesmissbrauch nicht nur duldet, sondern fördert. Schade nur, dass sein Konzern die Summe aus der Portokasse zahlt.

Die Frischwoche

31. August – 6. September

Und damit zu besserem Entertainment für weitaus weniger Geld. Bei RTL+ zum Beispiel ist vorige Woche Der Club der roten Bänder nach neun Jahren Pause in die 4. Staffeln gegangen. Und siehe da: auch The Next Generation schafft es mit völlig neuem Serienperson spielend, der Jugend am Abgrund Stimmen zu geben, die gleichermaßen unterhalt- und bedeutsam klingen. Beides möchte auch die ARD-Serie Selling Sex sein.

Eine BWL-Studentin verdingt sich darin sechs Folgen lang als Escort Girl, was eigentlich ein mutiger Schritt ist, um weibliches Empowerment sexpositiv darzustellen – hätten sich die Filmemacherinnen nicht dazu entschieden, die Oberfläche radikal glattzubügeln und einfach mal auf alle entscheidenden Gewaltaspekte der Sexarbeit zu verzichten. Trotzdem kein schlechtes Format. Ganz im Gegensatz zu SPYON.

Das ZDF schafft es darin ab Freitag in seiner Mediathek, eine Workplace-Comedy aus dem Reich deutscher Geheimdienste zu zeigen, in der absolut gar nichts witzig ist, aber absolut alles zum Fremdschämen platt, billig, berechenbar und didihallervordenartig klischeehaft. Dann doch lieber die 2. Staffel von Guy Ritchies sensationeller Gangster-Groteske The Gentlemen, ab Donnerstag bei Netflix. Oder ab Sonntag bei Prime: A Tale of Two Cities, ungefähr 25. Verfilmung des Dickens-Klassikers, diesmal mit GoT-Star Kit Harrington.

Und noch auf die Schnelle zum Abhaken: Mythos Schalke, Langzeitbeobachtung des Traditionsclubs in den vergangenen anderthalb Jahren bei Sky/Wow. Dazu die spanische Dramaserie Familiengeheimnisse (Arte). Ab Freitag in der ZDF-Mediathek: Bis es blutet, ein Kleines Fernsehspiel aus den Untiefen des Sensationsjournalismus. Und zwischendurch, ob wir wollen oder nicht: eine Serienversion der holländischen 80er-Prollsippe Die Flodders bei RTL+.


Trump Girls & Elevator Boys

Die Gebrauchtwoche

10. – 16. August

Es klingt nach der besten Nachricht einer weiteren Katastrophenwoche: Karoline Levitt macht ihrem Nachnahmen Ehre und verlässt – angeblich aus familiärem Grund – die Presseabteilung des Weißen Hauses, wo sie mit kurzer Babypause anderthalb Jahre Lügen, Propaganda, Blödsinn absondern durfte. Weil Trump-Ultras oft aufwärts fallen, müssen wir sein Sturmgeschütz demnächst aber wohl doch in anderer, tragenderer Rolle erleben.

Wobei es keiner durchgeknallten Pressesprecherinnen bedarf, damit die Presse durchknallt. Dafür braucht man nur den MDR-Podcast Deep Talk hören, wo Maja Fiedler von Ulrich Siegmund vor allem wissen wollte, wer daheim im Reich des Höcke-Ultras denn so die Geschirrspülmaschine ausräumt. Dass ihn die AfD-Ultras der BamS als ganz normalen Politiker porträtierten, versteht sich da ebenso von selbst wie die nächste Selbstverzwergung der völkisch angehauchten NZZ.

Dort durfte die Putin-Propagandistin Maria Sacharowa vorm Neutralitätsreferendum der Schweiz Russlands Zaren und seinen Krieg verteidigen. Umso erfrischender ist da ein Interview der echten Journalistin Susann Reichenbach, die den Putin-Fan Siegmund bei mdr aktuell hart angepackt und per Faktencheck entlarvt hat. Auch deshalb sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Sicht des ARD-Korrespondenten Georg Restle über Spaniens Exklave Ceuta unangenehm verschwörungstheoretisch riecht und dann nur halbherzig als privat gelabelt war.

Von der rechtskonservativen Skandalnudel Wolfram Weimer hingegen erwartet nun wirklich niemand mehr konstruktive Kulturpolitik außerhalb von Bayreuth. Dass sein Filmbooster schon wieder zum Blockbusterfurz verkümmert, ist daher fast schon Gewöhnungssache. Ebenso wie Mark Zuckerbergs Facebook-Pamphlet, in dem der Meta-CEO auf 40.000 Zeichen grenzenlose Freiheit für die KI fordert. Und damit mal wieder zu Jan Böhmermann.

Das Landgericht München hat Manuel Ostermanns Klage gegen einen Beitrag des ZDF Magazin Royal abgewiesen, der den Polizeigewerkschafter unter anderem als „Herrenmensch“ bezeichnet hatte. Das sei von der Kunstfreiheit gedeckt. Eher umgekehrt lief es für Maximilian Krah. Weil der AfD-Lautsprecher dem Amtsgericht Chemnitz laut Spiegel 5000 Euro Prozesskosten einer abgewiesenen Unterlassungsklage gegen Böhmermann schuldig ist, hat es Haftbefehl gegen ihn erlassen. Arme Herrenmenschen.

Die Frischwoche

17. – 23. August

Vielleicht hilft es ja, wenn ihnen jemand mal das Patriarchat erklärt. In der ZDF-Doku Wann ist ein Mann ein Mann zum Beispiel, die dem reaktionärem Geschlechterbild à la Krah ab Dienstag in der Mediathek nachspürt. So richtig kernige Alpharüden gibt es zwei Tage später aber auch bei Sky und Wow zu sehen: Sheriff County überträgt die heroische Feuerwehrserie Fire Country auf Cops und dürfte dabei auf kernige Typen im Sinne der AfD stoßen.

Etwa dazwischen rangiert die türkische ZDF-Serie Inspector Ikmen. Ein Londoner Polizist, der als Baby aus Istanbul nach England gezogen war, kehrt in seine Geburtsstadt zurück, um parallel zur Ermittlung vier verschiedener Mordfälle der eigenen Familiengeschichte nachzuspüren und nebenbei einem Anschlag auf seine Freundin, die am Bosporus zu Frauenrechten recherchiert hatte. Das ist zwar arg unpolitisch, darf ab Sonntag aber acht Teile lang Geschlechterklischees unterwandern.

So wie Endlich erwachsen (ab Donnerstag, arte.tv), einer Late-Coming-of-Age-Serie von Emma Nyberg, die zuvor in Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht ihr selbstironisches Gespür für weibliches Empowerment bewiesen hatte. Bevor wir nach Deutschland zurückkehren, noch zwei internationale Tipps: Das portugiesische Familiendrama Irreversible (Montag, Viaplay) und die amerikanische Mafia-Dark-Comedy Average Joe (Mittwoch, Paramount+) um einen Klempner, der Mafioso wird.

Und damit Back to the 90s. So heißt ein Spielfilm von Prime Video, in dem fünf bildhübsche Jungs durch die Zeit Richtung Neunzigerjahre reisen, wo sie … ach nee, völlig egal. Es geht Amazon ausschließlich darum, dem TikTok-Phänomen der realexistierenden Elevator Boys anderthalb Stunden Eigen-PR zu schenken. Jedwede Handlung ist ab Freitag einerlei. Entscheidend ist multimediales Cross-Marketing. Und das Verrückte: Es wird funktionieren.


Generation Wehrdienst: BW-PR bei Youtube

Topmodern und reaktionär

Das Verteidigungsministerium wirbt erneut mit einer Web-Serie um Rekruten. Doch trotz und wegen ihrer Professionalität wirkt Generation Wehrdienst eine Zeitenwende später noch irritierender als 2016.

Von Jan Freitag

Der Generation Z wird einiges unterstellt, und das wenigste davon klingt sonderlich stressresilient. Faul, verzärtelt, frustrationsintolerant seien die Jahrgänge 1997 bis 2012, so heißt es oft. Zu anspruchsvoll, zu empfindlich, zu woke, bequem, ja feige. Und dann diese Work-Life-Balance! Mit denen, ätzen Altvordere gerne, sei kein Staat zu machen, geschweige denn Krieg. An letzterem könnte sogar was dran sein. „Das ist alles viel schlimmer als im Gym“, beklagt der 17-jährige Rekrut David in der Kaserne Germersheim ein Zirkeltraining seiner Kompanie, „ich hab mich fast übergeben“.

Nach zwei Kilometern Dauerlauf mit etwas Gymnastik dazwischen? Ältere von Boomer bis Millennial dürften also spätestens dann viele ihrer Vorurteile bestätigt sehen, wenn die Web-Serie Generation Wehrdienst – Mit dir sind wir viele“ in Folge 4 geht. Ihr Episodentitel lautet schlicht Sport, bei dem junge Soldaten hier dicht am Rand des Zusammenbruchs entlangscheuern. Wie sollen Angehörige der lebensbalancierenden GenZ denn so bitte Land und Leute verteidigen? Die Bundeswehr glaubt offenbar: indem sich Gleichaltrige die sechsteilige Doku bei Youtube anschauen.

Drolliger Gedanke.

Zehn Jahre und eine Zeitenwende, nachdem das Verteidigungsministerium mit seiner preisgekrönten Reality-TV-Serie Die Rekruten in der Generation Y um wehrhaften Nachwuchs warb, lässt es die Alterskohorte mit Z am Ende abermals von der Düsseldorfer Werbeagentur Castenow bei ihrer Grundausbildung begleiten. Das Ziel: mehr als die aktuell 530, in Worten: fünfhundertdreißig frisch Volljährigen der laufenden Rekrutierungskampagne davon zu überzeugen, freiwillig den Kriegsdienst abzuleisten. Na, dann mal viel Erfolg, kann man da nur wünschen.

Denn wofür die Bundeswehr gute 15 Minuten pro Folge trommelt, das wirkt selbst für physisch und psychisch belastbare Teenager ähnlich attraktiv wie ein Winterwohnsitz im Wackener Boxenturm. Schon bevor Davids Kameraden (plus wenige Kameradinnen) die jugendherbergsbeigen Sechsbettstuben am Baden-Württemberger Militärstützpunkt beziehen, keimt in ihnen der Zweifel, das Richtige zu tun. Schließlich werden die Rekruten des 1. Zugs der 2. Kompanie nahezu unablässig gemaßregelt, angeschnauzt, rundgemacht, man könnte auch sagen: entmenschlicht.

Es heiße nicht „alles klar“, sondern „jawohl ab jetzt“, grunzt ein UvD genannter Spieß seine Rekruten bei einer Bettenkontrolle an, die Falten im Laken zu Delikten erklärt, als seien es Körperverletzungen. Kein Vorgesetzter (es sind ausschließlich Männer) lächelt. Worte wie „Bitte“ oder „Danke“ sind offenbar am Kasernentor abzugeben. Wer hier den Kampf für Frieden und Freiheit anderer erlernt, muss auf beides verzichten. „Ich hab‘ Angst vor dem“, sagt die 18-jährige Frohnatur Achmad am ersten Tag über seinen Ausbilder. Und da hat der Unteroffizier mit dem scharfen HJ-Scheitel noch nicht mal um 4.59 Uhr „Aaaufsteeehen“ durchs Treppenhaus gebrüllt.

„Schlimmer kanns nicht werden als jetzt“, sagt Leon am Ende der 2. Folge. Welch ein Irrtum. Eben noch hatte sich der Niedersache auf „gute Kameradschaft, gute Vergütung, kostenlos bahnfahren“ gefreut, da raubt ihm die militärische Hierarchie jede Motivation. Eben noch fühlt sich das Sport-Ass Tim anders als im Büro am richtigen Ort, da ist er „genervt wie perfekt“ hier alles sein muss. Eben noch hatte die zähle Hamburgerin Alina Lust auf körperliche Grenzerfahrungen, da hetzt sie ein Haudegen – Typ halstätowierter Käfigkämpfer – über die Demarkationslinie des Erträglichen. Und dann kostet das triste Graubrotfrühstück auch noch 2,37 Euro Eigenanteil.

Kein Wunder, dass es am zweiten Montag zehn Krankmeldungen gibt. Ein Wunder allerdings geschieht im dritten Teil. Denn die Uniform, mit der alle ausgestattet werden, treibt den Antrieb aller aufwärts. Während sich der fragile Mittzwanziger Leon darin „automatisch stärker“ fühlt, spürt die 19-jährige Alina im erst im Tarnfleck, was das Bundeswehrmarketing erzeugen will: „Zugehörigkeitsgefühl“ und zwar „plötzlich“. Ungefähr hier wird deutlich, wie perfide die hochprofessionelle PR funktioniert: Wie jede Propaganda blendet sie die soldatischen Kernaspekte – Töten und Sterben – nahezu komplett aus und ersetzt sie durchs kostenlose Gemeinschaftsgefühl auf dem Abenteuerspielplatz Landesverteidigung.

Zur Begrüßung hatte es ein Hauptmann, dessen Name wie der aller Offiziere überpiept wird, bereits angedeutet: „Sie haben sich für einen verdammt geilen Job entschieden“, sagte er lässig. Im Ernstfall könne es zwar laut, kalt, ungemütlich, übelriechend und voller „Dinge“ zugehen, „die nicht schön sind“. Zum Abschluss aber bittet der Kasernenchef den Nachwuchs, das Smartphone doch bitte im Schrank zu lassen, um „auch nach Dienstende Dinge gemeinsam“ zu tun. „Weil, Sie sind jetzt Kameradinnen und Kameraden.“

Ob in den zwei Folgestaffeln, die bis Herbst beim Youtube-Kanal Bundeswehr Exclusive und der ProSieben-Plattform Joyn veröffentlich werden, ein bisschen mehr Realität ins Kriegshandwerk Einzug hält? Wer weiß… Vorerst aber wagt Generation Wehrdienst einen Spagat, für den das Verteidigungsministerium seinen Werbeetat seit 2022 auf 70,6 Millionen Euro verdoppelt hat: Die Serie wirkt zugleich anziehend und abschreckend, einfühlsam und herzenskalt, topmodern und reaktionär. So als läge zwischen den Generationen Kanonenfutter und Z nicht ein knappes Jahrhundert plus Weltkrieg, sondern nur Form und Flagge des Stahlhelms. Ein Accessoire, das Deutschland wieder rituell verschweißen soll. Ob „Mit dir sind wir viele“, wird sich zeigen.


Insider-Geschäfte & Hooligans

Die Gebrauchtwoche

3. – 9. August

Wie hätte, nur mal als Gedankenspiel, die Welt wohl reagiert, wenn unlängst nicht einige Tausend Flüchtlinge auf Ceuta gelandet wären, sondern Passagiere eines havarierten Kreuzfahrtschiffes, von denen gut 100 beim Versuch, Spaniens Exklave schwimmend zu erreichen, elendig ertrunken wären? Es gäbe wohl auch zehn Tage später noch Sondersendungen und Brennpunkte über jene Opfer, deren wohlstandsverwahrlostes Urlaubsverhalten mit dafür sorgt, die Flüchtlingsströme nordwärts zu vergrößern.

Den meisten Medien jedenfalls waren die Toten von Ceuta bestenfalls ein, zwei chronistenpflichtige Zeilen oder Sekunden wert, während Politikern von Merz über Klingbeil bis Weidel nicht mal pro forma ein öffentliches Wort des Mitgefühls zugeschrieben wird. Vielleicht hätten sie das allerdings getan, wenn es volkswirtschaftliche Indices aufwärts führen könnte. Genau dafür verlangt Donald Trump demnächst Unsummen.

Wer seine Posts bei Truth Social künftig früher als andere lesen will, soll dafür siebenstellig zahlen. Damit räumt der hochkorrupte Regierungschef indirekt Insider-Geschäfte ein, die auch in der angehenden US-Autokratie verboten sind. Denkbarer Inhalt: Paramount Skydance erhält die präsidentielle Erlaubnis, trotz anhaltender Rechtsstreitigkeiten Warner Bros. Discovery zu übernehmen. Er könnte in Sekundenschnelle Abermilliarden Dollar bewegen.

Über drei Jahrzehnte hinweg ist es Frauen in Deutschland zuvor gelungen, den Anteil weiblicher Führungskräfte zu erhöhen. Langsam zwar, aber stetig. Eine Woche, nachdem publik wurde, dass dieser ohnehin schon kleine Anteil bei den Börsen-Indices DAX, MDAX, SDAX von 19,9 auf 19,1 Prozent gesunken war, meldet Pro Quote: auch der Anteil weiblicher Führungskräfte deutscher Medien sinkt, und zwar zum fünften Mal in Folge.

Spitzenreiterin ist und bleibt die taz mit einem Frauenmachtanteil von 61,9 Prozent (+0,6), gefolgt von der Süddeutschen Zeitung mit knapp der Hälfte sowie Spiegel und Zeit mit jeweils gut 40 Prozent. Rechte Medien wie Focus (25,3) und FAZ (25) sind dagegen fester denn je in Männerhand. Wobei es die zusehends völkische Welt als erstes Medium seit Beginn der Zählung schafft, unter die Marke von 15 Prozent zu rutschen.

Die Frischwoche

10. – 16. August

Um Ursachen dieses eklatanten Missverhältnisses geht es ab Dienstag übrigens in der Arte-Doku Mackokratie. Die Erfindung der Männlichkeit. Ein paar weitere Folgen kann man derweil bei Disney+ bestaunen und gegebenenfalls an einer hitzigen Debatte teilnehmen, die gerade um The Shards tobt. Nach Bret Easton Ellis‘ autofiktionalem Roman hat Ryan Murphy den Nachwuchs einer High Socitey kreiert, deren wohlstandsverwahrloste Dekadenz in einer entfesselten Gewaltorgie mündet.

Mit der beginnt am Donnerstag bei HBO Max auch eine Fernsehserie, deren Showrunner aufhorchen lässt: Russell T Davies. 27 Jahre nach seiner schwulen Soap Queer as Folk hat er mit Tip Toe die nächste LGBTQ-Milieustudie kreiert. Ein hasserfüllter Incel (David Morrissey) lässt darin seine Wut über Arbeitslosigkeit und Isolation an seinem ebenso liebenswerten wie beliebten Nachbarn (Alan Cumming) aus, der obendrein schwul ist.

Damit dockt der Showrunner mit einer verblüffenden Prise Humor ans queere Meisterwerk It’s A Sin an. In der internationalen Koproduktion Hooligans geht es hingegen tags drauf schon dem Titel nach brutalstmöglich zu. Porträtiert werden darin rechtsradikale Fans des realfiktionalen Jerusalemer Fußballvereins Maccabi. Dessen Anführer versetzt dabei nicht nur verfeindete Clubs, Araber, Linke in Angst und Schrecken, sondern auch Lokalpolitiker, die ihm deshalb illegal Bauaufträge zuschanzen.

Eingebettet in den Nahost-Konflikt könnte der Fünfteiler unter Beteiligung von SWR, NDR und WDR ein weiteres Format sein, das wie Hatufim aka Homeland global kopiert wird. Bei so viel Gewalt sorgt die Netflix-Komödie Mein bester Freund, seine Freundin und ich für etwas Entspannung. Ein Feelgood-Movie, in dem Kostja Ullmann und David Kross dicke Kumpels sind, bis sich letzterer in Rebecca (Janina Uhse) verliebt. Hier beginnt eine Art Best-Buddy-Rosenkrieg, der niemandem wehtut und daher eine ganz nette Ablenkung von der Welt da draußen ist.


David Schalko: Braunschlag & 1986

Eigentlich vermisse ich nur das Jungsein

14 Jahre nach der 1. Staffel setzt David Schalko die Provinzposse Braunschlag bei HBO Max fort und versetzt sie ins Jahr 1986 – wenngleich ohne Zeitreise. Ein Interview mit dem Regisseur und Autor übers Jahrzehnt seiner Jugend, humanistischen Humor und die Verklärung der vermeintlich guten alten Zeit.

 

Von Jan Freitag

David Schalko, in ihrer Braunschlag-Fortsetzung, die stilistisch ins Jahr 1986 zurückreist, sagt jemand, „Zukunft liegt in der Vergangenheit“.

David Schalko: Simon Schwarz als Landespolitiker Rainer Katzlbrunner, genau.

Gilt das auch für den Humor, der das, was kommt, an dem misst, was war oder ist?

Humor benötigt immer Bezugspunkte, die er naturgemäß da sucht, was alle kennen – also tendenziell in der Vergangenheit. Humor braucht Referenzgrößen, über die man sich entlang der Schere von Behauptung und Wirklichkeit lustig machen kann. Deshalb schlägt er in der Tat oft retrospektive Richtungen ein.

Wobei „sich lustig machen“ bei Ihnen vermutlich nicht „ins Lächerliche ziehen“ heißt.

Nein, ich will ja niemanden beleidigen, schon gar nicht aus einer erhabenen Position. Mir ist Empathie und Humanismus am Humor wichtig.

Und gilt diese Empathie allen – also auch der rechtspopulistischen Koks-Nase, die in Braunschlag 86 ständig von Remigration faselt?

Das muss sie sogar! Deshalb hat auch der Rechtspopulist eine Familiengeschichte, die Scham erzeugt, also Mitgefühl verdient. Als ausschließlich verabscheuungswürdige Figur ohne menschliches Antlitz wäre er für mich humoristisch uninteressant. Wer bin ich, mir anmaßen zu dürfen, über andere abschließend zu urteilen? Da kommen wir wieder zur Schere: Der Humor entsteht erst, wenn die Realität dieser Figur mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Deshalb erforsche ich all ihre Seiten.

Sind Serien und ihre Figuren für Sie Forschungsobjekte?

Ja. Allerdings nicht unbedingt in dem Sinne, Dinge zu entdecken, die noch niemand zuvor gesehen hatte. Aber jeder Film, jede Serie sind wie jedes Buch oder eigentlich jedes Kunstwerk Reisen ins Ungewisse. Mit vorhersehbarem Ausgang müsste man sie gar nicht unternehmen.

Wobei diese Reise eine mit höchst bekanntem Ausgang ist, nämlich in die Zeichen- und Verhaltenswelt der Achtziger – zufällig das Jahrzehnt ihrer eigenen Jugend. Macht das Braunschlag 86 automatisch zur autobiografischen Serie?

(lacht) Ach, was ist schon Zufall?! Aber tatsächlich ist 1986 unabhängig von meinem Jahrgang vor allem die Jugend vieler Protagonistinnen und Protagonisten der ersten Staffel und damit wie jede Kindheit ein verklärter Sehnsuchtsort.

Wobei die Achtziger nicht nur die vielleicht zitierfähigste Dekade des 19. Jahrhunderts waren, die praktisch jede Generation bis heute mit Mottopartys und Moderevivals feiert; es war auch eine Zeit politischer Eruptionen.

Besonders in Österreich und ganz besonders 1986. Damals übernahm Jörg Haider die FPÖ, machte sie wieder zur nationalistischen Partei und feierte schnell Erfolge. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Kurt Waldheim wurde Bundespräsident, die Rechte war erneut auf dem Vormarsch, zugleich allerdings rückte die SPÖ unter Franz Vranitzky in die Mitte. Es war aber auch das Jahr von Tschernobyl, Glasnost, Sandoz. Wie nah sich das noch alles anfühlt, zeigt mir persönlich, wie kurz 40 Jahre im historischen Maßstab sind.

Benutzen Sie Braunschlag 86 demnach nur, um dieses Jahrzehnt und seine Langzeitwirkung zu erzählen?

Eigentlich nicht, denn 1986 wird in der Fortsetzung ja nur als politisches Machtinstrument simuliert und dabei deutlich bunter nachgestellt als in der grauen Wirklichkeit. Eigentlich war die Zeit nämlich eher trist. Der Mensch, der sich gegen die Trostlosigkeit um ihn herum aufbäumt und daran scheitert – das ist ja eines meiner Leitthemen. Es geht darin im Grunde also eher um Verklärung als Nostalgie.

Ist die Serie trotzdem nostalgisch?

Zumindest insofern, 14 Jahre nach der ersten Staffel eine zweite zu machen. Mir geht es dabei aber gar nicht so sehr darum, das bewährte Rezept nochmals aufzuwärmen. Mich interessiert vielmehr, was aus den Figuren wohl so geworden ist.

Tendenziell konservative Folkloristen, die sich in vermeintlich gute alte Zeiten zurücksehnen, in denen man mit 0,79 Promille noch Auto fahren durfte, angeblich sagen, was man wollte, und dann auch noch überall rauchen. Schwieriges Terrain.

Nur, wenn man diese Zeiten unkritisch idealisiert. Es geht aber darum, die Verklärung als Verklärung zu zeigen. Es gibt ja auch vieles, das besser geworden ist. Wir sind zum Beispiel sprachlich wesentlich sensitiver. Gleichzeitig sind wir aber wesentlich egozentrischer geworden.

Was vermissen Sie dennoch an den Tagen als Teenager?

Als Raucher sollte ich jetzt vermutlich Rauchen sagen. Aber eigentlich vermisse ich nur das Jungsein.

Den damaligen Humor also nicht?

Der Humor war immer gut oder schlecht, das hat sich nicht geändert.

Was macht Humor aus Sicht des Humoristen lustig – Menschen oder ihre Milieus?

Weil beides kulturhistorisch unmöglich voneinander zu trennen ist, sind es nahezu ausnahmslos Menschen und ihre Kommunikation. Lustige Landschaften sind mir persönlich jedenfalls nicht bekannt. Aber stimmt schon: Erst in ihren Milieus entfalten Menschen Humor. Oder wie man heute sagen würde: in ihren Bubbles. Der gemeinsame Humor ist ja quasi milieubildend. Man hat das gleiche Niveau und eine ähnliche Humorästhetik.

Ihr Milieu ist unter anderem Österreich, wo ein ganz spezieller Humor gepflegt wird.

Manche sagen, es ist Humor, andere nennen es eine Kulturtechnik, um Außenstehende zu täuschen. Der österreichische Humor ist jedenfalls bösartiger als der deutsche und dient meistens dazu, etwas zu kaschieren. Er ist daran geschult, in der Monarchie die Zensur zu umgehen. Es ist ein Humor, der immer über Bande gespielt wird, während deutscher Humor oft Klarheit sucht. Und der österreichische Humor überschreitet gern Grenzen.

Geschmacksgrenzen?

Schamgrenzen vor allem. Wir sind schamloser und amüsieren uns brachialer. Aber wenn Sie Manfred Deix betrachten…

Ein Karikaturist der Achtzigerjahre, bei dem jede Zeichnung österreichischer Eigenarten körperliche Schmerzen verursacht.

Die saftige Abgründigkeit seiner Karikaturen wirkt überspitzt, sie ist aber zutiefst naturalistisch, fast schon dokumentarisch.

Gehen Sie analytisch an den Humor heran?

Das versuche ich eher zu vermeiden. Die Analyse ist der Feind guter Pointen.

Kennt Ihr Humor denn Grenzen – egal, ob des Geschmacks oder der Scham?

Ja, wenn man Schutzbefohlene verhöhnt, etwa. Aber grundsätzlich erleichtert es uns zu sehr, sich über Dinge lustig zu machen, als sich dies aus moralischen Gründen zu verbieten. Selbst Gewalt wird mit Humor leichter erträglich. Und weil er die Realität auf einem bestimmten Niveau mit der Wahrheit konfrontiert, ist er am Ende auch meistens politisch.


Kaitlans Mut & München Beats

Die Gebrauchtwoche

27. Juli – 2. August

Man muss nicht alles mögen, was Jan Böhmermann so von sich gibt. Aber seine Anrede „meine sehr verehrten Damen und Herren und alle dazwischen und außerhalb“ hat zumindest bei den zwei letztgenannten viel Respekt bekommen. Ebenso wenig muss man alles verdammen, was Friedrich Merz so von sich gibt. Aber als er der höchst diversen LGBTQ+-Community nach dem Berliner CSU-Anschlag sein Mitgefühl versichern wollte, sprach er sie allen Ernstes mit „meine sehr verehrten Damen und Herren und“ – nein, kein „und“.

Nur heteronormative Ausgrenzung. Der Bundeskanzler verpatzte also selbst diese Gelegenheit zur öffentlichen Anteilnahme für eine Gemeinschaft im Kreuzfeuer von rechts und religiös. Einer Gemeinschaft, die der Kabarettist Florian Schröder übrigens nicht ganz zu Unrecht fragte, warum sie zu Hunderttausenden demonstriert hätte, wäre der Attentäter kein Islamist, sondern AfD-Mitglied gewesen. Aber das nur am Rande. Im Zentrum der Aufmerksamkeit befinden sich dieser Tage ohnehin andere.

Wim Wenders zum Beispiel, der es endlich geschafft hat, Nastassja Kinskis Gewalterfahrung aus einem seiner Frühwerke zu streichen. Dazu die standhafte CNN-Journalistin Kaitlan Collins, der keine noch so sexistische Respektlosigkeit des verurteilten Vergewaltigers Donald Trump irgendeine Wesensregung entlockt – komprimiert zu begutachten beim White House Correspondent’s Dinner, das in vierstündiger Länge zwar kaum zu ertragen ist. Aber wer sich die Veranstaltung antut, blickt in viele unbeugsame Gesichter.

Etwa das von Wolf Blitzer, dessen Laudatio voller Epstein-Verweise sogar die Selbstgerechtigkeit des US-Präsidenten ins Wanken brachte. Ein Zustand, den aktuell auch Gianni Infantino erlebt. Für den gescheiterten Ausverkauf des Weltfußballs machte der Fifa-Diktator folglich „falsche Berichterstattung der Medien“, also all jene verantwortlich, denen er zuvor vorgeworfen hatte, „hinter ihren Stiften, Papieren und Bildschirmen … Hass und falsche Gerüchte“ zu verbreiten.

Die Frischwoche

3. – 9. August

Man würde sich fast wünschen, der Mentalist Timon Krause hätte all die Trumps, Merzens, Infantinos in seiner neuen Fernsehshow zu Gast. Ihr Titel lautet ab Mittwoch schließlich Ich durchschaue jeden. Leider werden aber wohl doch nur ein paar manipulierbare bis manipulierte Durchschnittsbesucher und etwaige B-Promis bei ProSieben vorbeikommen. Empfehlenswerter wäre da womöglich ein Besuch bei der Konkurrenz von RTL.

Dort startet Montag die 4. Staffel des immer noch originellen Echtzeitkrimis Die Verräter – Vertraue niemandem. Noch ratsamer erscheint allerdings der Wechsel ins Streaming. Ab Mittwoch beendet AppleTV+ mit der fünften und letzten Staffel die liebenswürdige Fußballcomedy Ted Lasso. Deren Prinzip unbedingter Wohlfühlatmosphäre wirkt zwar langsam leicht abgenudelt. Aber besser Feel Good als Fremdscham. Zu der etwa ein ZDF-Vierteiler ab Freitag neigt.

München Beats kombiniert die Umwandlung einer realexistierenden Knödelfabrik in den angesagtesten Partytempel der Neunziger mit einer fiktiven Familiensaga voller Techno-Beats, Coming-Outs und Mikrodramen. Das ist grundsolide gemacht, aber besonders die Darstellung ravender Kinds ist mitunter arg peinlich. Zehn Jahre zuvor erzählt die FX-Serie The Shards bei Disney+ die Geschichte einer elitären Highschool in L.A. Wobei die Showrunner Ryan Murphy und Bret Easton Ellis ein bisschen neugieriger machen als ihre Story an sich.

An der entgegengesetzten Küste spielt ab Mittwoch bei Amazon Prime die New Yorker Coming-of-Age-Erzählung Sterling Point um zwei Teenager, die eine geheimnisvolle Insel in Kanada erben. Und Freitag lässt der Großkomödiant Ricky Gervais auf Netflix wieder von sich hören. Diesmal eine Animationsserie namens Alley Cats, in der es allem Anschein nach um lässige Katzen geht.


Müllers Rechte & Murder Mystery

Die Gebrauchtwoche

20. – 26. Juli

Morgen Kinder wird’s was geben, morgen werden sich AfD-Fans ausnahmsweise wieder über das Erste freuen, wenn Dieter Nuhr auftritt und die Opfer des Berliner CSD womöglich zu Tätern umdeutet. Punchline-Tendenz: Selber schuld, ihr Tucken! Samstag drauf dann könnte ihn der NDR wie acht Tage zuvor ja abermals in Inas Nacht bitten, wo der salonrechte Leib- und Enddarm-Comedian vom Dienst einfach nur ein lustiger Zotenonkel von nebenan sein darf.

Kritische Fragen? Nicht bei Frau Müller. Die will einfach nur arglos saufen, weshalb der blasbraune Nuhr bei ihr faseln durfte, es wirke „so provokant oder fremd, was ich sage“, weil er „oft von Reisen nach Hause käme und denkt, was haben die denn für Probleme hier.“ Nina Mülllers Reaktion? „Na ja, was anderes.“ Haha. Also gut, dann halt was anderes. Wenigstens beinahe. Etwa, dass rechte Medien wie die Bild gerade versuchen, Kritik an der Doppelmoral des Springer-Zöglings Jens Spahn in Sachen Leihmutter-Baby als linke Homophobie abzubügeln.

Oder dass Friedrich Merz im ZDF-Sommerinterview sagte, Schweizer würden 200 Stunden mehr im Jahr arbeiten, was laut Recherchen von correctiv entweder verlogen, ignorant oder dumm, vermutlich aber von allem etwas war. Oder dass sein heimliches Vorbild in Sachen Tatsachenverdrehung – Karoline Levitt – zurück in Donald Trumps Pressestab ist und einfach weiterlügt wie vor ihrer Babypause.

Man sieht also: Die Einschläge der wissens- und wissenschaftsfeindlichen Autokratie, sie kommen näher. Und da wirkt es alles andere als beruhigend, dass eine KI aus ihrem Testumfeld bei OpenAI ausbrechen und eigenmächtig externe Software hacken konnte. Das war aus Sicht vieler Fachleute zwar noch kein Zeichen für böses Bewusstsein, aber auch keines für Entspannung. Gleiches gilt beim Rekordbußgeld, das die EU-Kommission an Google verhängt hat.

Wegen unlauteren Wettbewerbs, so lautet der Vorwurf. Wobei 890 Millionen Euro zunächst mal nach einer ziemlich happigen Strafe klingen (die Meta natürlich anfechtet). Dummerweise entspricht die Summe allerdings nicht mal dem Tagesumsatz eines Quasi-Monopolisten, der sich auch weiterhin ebenso wenig um europäische Regeln scheren dürfte wie die AfD um die Rechte der LGBTQA+-Community.

Die Frischwoche

27. Juli – 2. August

Über den Anschlag darauf diskutiert Sarah Tacke in Vertretung von maybrit illner fortan fünf Donnerstage lang tages- bis wochenaktuelle Themen. Und weil sie zuvor bereits reichlich Erfahrung als WiSo-Moderatorin oder stellvertretende Leiterin der wichtigen ZDF-Redaktion für Recht und Justiz sammeln konnte, wird es ab 22.15 Uhr sicher gehaltvoll. Was sonst so läuft?

Tags drauf zum Beispiel in der sendereigenen Mediathek die europäische Koproduktion This is Not a Murder Mystery, die natürlich trotzdem eine Murder Mystery ist. Schon weil der berühmte Surrealist René Magritte darin fünf Teile lang mit ein paar Kollegen wie Salvador Dalí Mordfälle auflöst, die mit ihrer mysteriösen Kunst zu tun haben. Nicht unbedingt weltbewegende Alternative History, aber sehr originelle.

Das gilt so ungefähr auch für die parallel gestreamte Crime-Serie Back Up um zwei neuseeländische Polizistinnen, die einst liiert waren und jetzt gemeinsam Schwerverbrechen lösen – was das ZDF zum denkbar bräsigen Untertitel Auf Streife mit der Ex animiert. Eine Frau prägt ab Montag auch die Disney-Serie Furious, wenngleich mit ungewohnter Rollenverteilung: Es geht um eine Serienkillerin, die Männer tötet. Und auch in der norwegischen Near-Future-Serie For Live wechseln tradierte Geschlechterperspektiven.

Die erfolgreiche Osloer Kommissarin Victoria (Tone Mostraum) landet dort selber lebenslang im Gefängnis und versucht den Justizirrtum eines autokratischen Digitalstaates anno 2040 geradezurücken. Wer Nordic Noir mag… Wer Techno mag, den bedient hingegen die ARD-Doku Love is Stronger. In der Mediathek begleitet das Erste Dr. Motte dabei, wie er an seine Loveparade erinnert, während er die Ersatzveranstaltung Rave the Planet organisiert. Nicht gerade das Niveau von Capital B, aber angenehm nostalgisch.