7 Fragen an … RTL-Sprecher Christian Körner

Datei:RTL Logo.svg“Ein Hauch Arroganz”

RTL-Sprecher Christian Körner

Fragen: Jan Freitag

Herr Körner, wer sucht eigentlich Christian Rachs Hemden aus?

Christian Körner: …Er selbst.

Warum liegt die werberelevante Zielgruppe eigentlich zwischen 14 und 49 Jahren – kaufen über 50-Jährige nicht ein?

14/49 hat lange Zeit einen Großteil der rund 35 Millionen Fernsehhaushalte abgebildet und war damit eine gute Währung, um die Leistungen von Sendern beim etwas jüngeren Publikum vergleichbar zu machen. Aber die Bevölkerung wird bekanntlich immer älter, und mit ihr auch die TV-Zuschauer. Schon heute stellt 14/49 nur noch rund die Hälfte aller Zuschauer dar, Tendenz fallend. Deshalb erweitern wir die sogenannte Referenz-Zielgruppe für unsere Sender jetzt ab 1. März auf 14 bis 59 Jahre. Fürs Programmmachen selbst war 14/49 nie wirklich relevant ebenso wenig wie in der Vermarktung selbst. Es war und ist eine Währung, die vergleichbar machen soll, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Ältere und jüngere Jahrgänge sind bei RTL also gar nicht weniger wert?

Im Gegenteil. Wir machen erfolgreich Programm für die ganze Familie, wie man gut erkennen kann, wenn man sich das Programm selbst und seine Protagonisten anschaut.

Warum gucken RTL-Zuschauer der Unterschicht nachmittags so gern ins Unterschichtenleben?

Ein Klassiker: Etwas dünne Recherche verbunden mit einem Hauch Arroganz. Menschen, die am Nachmittag Fernsehen schauen, als Unterschicht zu bezeichnen ist aus unserer Sicht nicht nur grenzwertig, sondern einfach falsch: Das RTL- Publikum entspricht am Nachmittag in Sachen Bildung oder Einkommen in etwa dem Schnitt der deutschen TV-Zuschauer. Hinzu kommt, dass die Geschichten am Nachmittag in unterschiedlichen Milieus spielen, also nicht nur in der „Unterschicht“, was auch immer das sein soll.

Warum ist Ihre Quote gegenüber 1993 eigentlich um fast ein Drittel gesunken?

Betrachtet man einzelne Formate geht die Entwicklung ja in beide Richtungen, einige gewinnen, andere verlieren. Die Gründe sind individuell. Pauschal bezogen auf die langfristige Entwicklung der Jahresmarktanteile ist die zuletzt oft strapazierte Fragmentierung des Marktes wesentlich: Seit 1993 hat sich allein das deutsche TV-Angebot ungefähr verfünffacht. Das probieren die Zuschauer nach und nach aus. So geben alle großen Sender ab, auch RTL. Kleinere wie RTL NITRO gewinnen.

Hand aufs Herz: Was war das größte Desaster, der mächtigste Flop, die gewaltigste Schande der Sendergeschichte?

Schande ist ein großes Wort in diesem Kontext, aber Programmmachen heißt unbedingt auch Flops produzieren – so ist das nun mal in einem kreativen Geschäft. Nur die wenigsten Ideen und Konzepte schaffen es überhaupt auf den Bildschirm. Wer nur Fehler vermeiden will, sollte besser woanders arbeiten – entscheidend bleibt, daraus zu lernen.

Und was macht eigentlich Harry Wijnvoord?

… er ist zum Beispiel am kommenden Sonntag Kandidat bei der Promi Koch Arena unserer Kollegen von VOX und soll ansonsten eine gut gepflegte Website haben, die dazu besser Auskunft geben kann als ich …

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