Fightkampfringen

fragezeichen_1_Sportler und ihre Reporter liefern gern die Antithesen dazu, was guter Journalismus ist. Das zeigt schon die Frage, ob Fußballer nun neben dem Kämpfen auch fighten. Merkwürdig

An Grundschulen gibt es ein Spiel, das allen Ernstes wederelektrischen  Stroms noch Konsolen bedarf. Es heißt Teekesselchen und sucht nach Homonymen, gleichen Begriffen mit mehreren Bedeutungen. Schloss zum Beispiel, das zum Wohnen und das zum Schließen. Sportler samt ihrer Reporter dagegen haben das Spiel offenbar anders gespielt und suchten gleiche Bedeutungen mehrerer Begriffe. Vielleicht sind Fighten und Kämpfen im Fernsehsportdeutsch ja deshalb seltsam wesensfremde Worte. Deshalb hört man grad im Fußball oft, jetzt müsse Bayern erst kämpfen, dann fighten.

Aber die absurde Doppelung hat natürlich Gründe. Um nicht in den schläfrigen Radioduktus des „Müller, Hoeneß, wieder Müller, zurück auf Beckenbauer, Müller, Tor“ zu verfallen, müssen moderne Reporter Raum füllen, Sprachraum. Weil sie jedoch, zumindest im Interview, nur ein Vokabular von 56 Worten ausschöpfen dürfen, um zu fragen, wie bitter es sei, verloren zu haben und ob man fortan eher kämpfen oder fighten wolle, müssen alle 56 umso öfter genannt werden. Dabei halten sie sich ja noch zurück. Das Wörterbuch bietet ja noch eine Variante: Ringen. Also, Herr Lahm, was tun sie nun: Kämpfen, fighten oder ringen? Exakt in der Reihenfolge!

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