Quasselstrippendurcheinander

fragezeichen_1_Obwohl da meist gut gebildete Erwachsene mit versierten Diskussionsleitern debattieren, reden in politischen Talkshows meist alle ständig durcheinander. Merkwürdig.

Man konnte es unlängst beim Dreikampf  der Spitzenkandidaten kleinerer Parteien im Ersten sehen: da standen den zwei versierten Politjournalisten Siegmund Gottlieb und Jörg Schönenborn mit Jürgen Trittin, Gregor Gysi und Rainer Brüderle drei in Würde ergraute Spitzenpolitiker gegenüber – und alle fünf redeten im Grunde die meisten der 60 Minuten Fernsehwahlkampf durcheinander. Schon merkwürdig, wo sie alle doch etwas wirklich Wichtiges auszudiskutieren hatten.

Und so geht es ja ständig im breiten Spektrum des Talkens: in den heiteren Rederunden im Dritten lacht man sich gegenseitig das Leben schön, doch sobald es ernst wird, haarig und kompliziert, gehen die guten Sitten der Gesprächskultur den Bach runter. Warum bloß? Wahrscheinlich, weil Zuhören in der Zeit des Ereignisfernsehens ein Zeichen von Schwäche und Innehalten in der Ära des televisionären Krawalls Nachgeben ist. Weil in der Ruhe irgendwie doch nicht die Kraft des Tumultes steckt und ein gehöriger Streit eben doch mehr Aufmerksamkeit schafft als das lahme Debattenkorsett aus These, Antithese, Synthese. Oberfläche schluckt Inhalt – klingt irgendwie gar nicht nach Bildungsauftrag, klingt mehr so nach RTL2…

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