Akte X-Factor

fragezeichen_1_Wann immer Frauen in schicken Klamotten zweidimensional herumstehen, rutschen die Fußspitzen aufeinander zu wie bei schüchternen Klosterschülern. Merkwürdig

Parfumwerbemodels tun es. DSDS-Kandidatinnen tun es. Gestandene Fernsehschönheiten tun es. Ja selbst Heidi Klum tut es, die besonders: Gefilmte, fotografierte, moderierende, castende oder gecastete Frauen stehen bei aufreizenden, also sexualisierten Posen in engen, also sexualisierten Klamotten und halsbrecherischen, also sexualisierten Schuhen grundsätzlich herum, wie alles andere als aufreizende, sexualisierte Schulmädchen – Hacken auseinander, Fußspitzen zusammen, Beine leichte geöffnet, infantil also bis kindisch. Merkwürdig.

Aber irgendwie auch logisch. Denn selbst vermeintlich starke Frauen wie, sagen wir: Barbara Schöneberger sind bloß vermeintlich selbstbestimmte Platzhalterinnen der permanenten, lustfixierten, dauerhafaten Verfügbarkeit ihres Geschlechts. Da Männer sich ihre Miezen noch immer gern untertan träumen, da viele insgeheim die alten Zeiten rückratloser Heimchen zurücksehnen, da emanzipierte Frauen doch eher nein als ja sagen, liefern ihnen die Medien nämlich zumindest dem Habitus nach dämliche Mädels frei Haus. Und die tragen zwar selten mehr als 26 Gramm Textilien am Leib; ihre Killerheals – deren Höhe die Zehen schon physiognomisch zusammendrückt – suggerieren allerdings Pubertät, also latente Willenlosigkeit. Klingt befremdlich machtgeil, ist am Ende aber doch bloß männlich.

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