Moni’s Grill: Neubauer & Gruber

monis-grill-166-_v-img__16__9__s_-c5778da7d22a9093bc56c736026ee78c16090833Was heißt hier Serienschwester?

Wie schon in München 7 spielt Monika Gruber ab heute um 23.30 Uhr im Ersten und tags drauf um 19.30 Uhr beim BR auch in Moni’s Grill an der Seite von Christine Neubauer, führt in dem Hybrid aus Kochsoap und Talkshow allerdings echte Interviews mit echten Stars. Ein Gespräch über Frauenpower, Imagewechsel und verwandte Kellner.

Von Jan Freitag

freitagsmedien: Frau Gruber, Frau Neubaer – um mal kritisch zu beginnen: Was hat der Apostroph bitte in Moni’s Grill zu suchen?

Monika Gruber: Schlimm, gell. Eine Unsitte, besonders in München. American Style…

Christine Neubauer: Wir wollen halt international sein, dagegen kann man sich kaum wehren.

Die Serie bleibt dennoch regional verankert, mit Ihnen als bayerisches Paar der Gegensätze.

Gruber: Wir sind schon unterschiedlich, haben aber wie in München 7 Gemeinsamkeiten. Hart für unsere Ziele zu arbeiten zum Beispiel, kein Privatleben zu haben.

Neubauer: Ich in der Küche, du in der Wirtschaft, sieben Tage die Woche.

Gruber: Nebenbei Haus, Kinder – so wie viele Familienbetriebe dieser Branche. Wir haben sogar noch unsere Mama an der Backe, die dauernd auf Pornoseiten surft, aber kaum Unterstützung von Männern.

Neubauer: Dass es bei dieser Nähe zu Zwistigkeiten kommt, ist da dann gar nicht der Dramaturgie geschuldet, sondern absolut realistisch. Zumal unter Schwestern.

Gruber: Aber wenn uns jemand an den Karren pisst, stehen wir zusammen. Das ist eine Frage des Vertrauens, das unter Verwandten erstmal größer ist. Ich hab 14 Jahre in der Gastronomie gearbeitet und dort gemerkt, wie viel besser das in ausländischen Restaurants funktioniert, weil die fast nur Verwandte einstellen. Da b’scheißt man sich nicht.

Wie ist es mit Ihrer gastronomischen Erfahrung, Frau Neubauer?

Neubauer: Null. Ich koche gern, aber nur privat. Deshalb hab ich auch ein paar Tage bei Alfons Schuhbeck hospitiert, damit meine Handgriffe am Herd auch dann so aussehen, als hätte ich die tausendmal gemacht, wenn ich mit der großen Klappe meiner Serienschwester mithalten muss.

Gruber: Was heißt hier Serienschwester – die Moni im Film ist der Moni in echt nicht nur dem Namen nach ähnlich. Wie hauen beide gern Sachen raus, das hat mir der Franz Xaver Bogner schon auf’s Maul geschrieben.

Ist der Eindruck dann falsch, den heiteren Part spielt die Köchin, während die Kellnerin durchaus sachliche Interviews mit Stars wie Hella von Sinnen zum Einstieg führen?

Gruber: Stimmt schon, ich bin ja auch privat nicht lustig. Mein Privatleben ist halt so fad, das läuft ins Öde hinein…

Neubauer: (lacht laut) Privat sind die größten Komiker gern große Grantler.

Gruber: Den lustigen Part übernimmt Sarah Camp als Mutter; im Vergleich zu ihr sind wir totale Spießer, aber insofern sehr moderne Frauen, als sie den Laden schmeißen: G’schäft, Familie, Bürokratie, Freundschaft, alles mit Männern als Hindernisse oder Accessoires.

Frau Gruber war noch nie als Talk-Host zu sehen, Frau Neubauer dagegen mehrheitlich in leichteren Heimatstoffen. Soll diese Serie ein bisschen an Ihrem Image schrauben?

Neubauer: Nein, denn dieses Image beruht einzig und allein auf Vorurteilen. Deshalb hab ich mich eine Weile zurückgezogen, um zu schauen, wie lange es sich noch hält.

Und?

Neubauer: Es sind nur noch wenige, die von mir behaupten, bloß leichte Sachen zu machen. „Moni’s Grill“ entspricht schließlich meinem wahren Ich als Schauspielerin.

Gruber: Das Komödiantische, Urbayerische steht dir wirklich gut, hab ich seit der „Löwengrube“ vor 25 Jahren immer gesagt. Deshalb finde ich super, dass du heimgekehrt bist.

Neubauer: Es ist eine Rückkehr zu meinen Wurzeln und Stärken, kein Imagewechsel.

Gruber: Bei mir wäre es schon einer. Weil ich kein Talker bin, hat mich die Rolle extrem gestresst; ich war neugierig, aber auch nervös. Die neun Gäste der ersten sieben Folgen kamen innerhalb einer Woche zu mir und ich wollte mit jedem ein echtes Gespräch führen.

Neubauer: Die Weppers zum Beispiel wollten unbedingt guten Wein trinken. Währenddessen ist wirklich in der Küche gekocht worden. Da war alles echt.

Haben Sie denn dafür vorab bei Götz Alsmann und Christine Westermann hospitiert?

Gruber: Nein, so gern ich Zimmer frei! mag. Ich wollte nichts kopieren. Mir war wichtiger, was viele Talkmaster verlernt haben: Zuhören, also eher reagieren als Fragen abarbeiten. Das kann sehr spannend sein.

Aber auch entgleiten…

Gruber: Da hat mich gleich Hella von Sinnen auf die Probe gestellt; wenn die zu erzählen beginnt, ist vieles dabei, was man so nicht im BR zeigen kann. Die scheißt sich gar nix!

Übersetzt: ihr ist alles egal?

Neubauer: Nein, aber sie will es nicht allen recht machen. Das schätze ich sehr.

Gruber: Grad in unserer Empörungskultur übertriebener Political Correctness, wo es Briefe hagelt, man dürfe doch nicht mehr über Vegetarier lästern, Lactose-Intoleranz oder Marianne und Michael. Hella sagt, was ihr auf der Zunge liegt. Tolle Frau.

Nach welchen Kriterien wurde sie denn ausgewählt?

Neubauer: Die Redaktion wollte vor allem Leute, die nicht schon tausendmal in Talkrunden saßen. Und Bücher oder Platten werden bei uns auch keine vorgestellt.

Gruber: Dem BR-Publikum muss sie ein Begriff sein und mir das Gefühl geben, wir hätten uns was zu sagen.

Haben Sie denn jetzt Blut geleckt und wollen öfter talken?

Gruber: Ja, zumal wir so überhaupt auf die Sendung gekommen sind. Die Idee war ursprünglich, zwei Leute zum Essen einzuladen, von denen ich nicht weiß, wer es sein wird.

Wenn würden Sie beide sich persönlich gern mal einladen?

Gruber: Donald Trump!

Neubauer: Oder Til Schweiger, nicht nur, weil er so prominent ist, sondern in „Moni’s Grill“ alle Schweiger heißen. Da würden Realität und Fiktion witzig verschwimmen.

Gruber: Barbara Schöneberger, auch wenn ich selber dann nicht mehr zu Wort komme. Oder welche, die man so ein bisschen vergessen hat. Die Kessler-Zwillinge zum Beispiel.

Neubauer: Und Arnold Schwarzenegger, der hängt ja ohnehin dauernd beim Schuhbeck rum.

Gruber: Ich fände auch Florian Silbereisen toll, mit oder ohne seine Helene.

Neubauer: Immer toll, jemandem kennenzulernen, von dem man ein falsches Bild hat…

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