2 Bier – 1 Platte

marthe-rhondaMilo Milone & Mrs.Magician

Bei den lässigen Retro-Klängen von Rhonda kann sich kaum einer der Tanzfläche verweigern. Vor der Veröffentlichung des ersten Albums 2014 gingen die fünf Hamburger deshalb erstmal mit Turbostaat, Lucius und Paul Weller auf Tour. Im Januar soll nun endlich das zweite Studialbum WIRE erscheinen. Um die Wartezeit zu überbrücken erzählt Sängerin Milo Milone im Bierplattengespräch heute von ihrem persönlichen Schätzchen der musikalischen Art.

Interview: Marthe Ruddat

Milo Milone: Es ist ja wirklich eine Herausforderung, sich auf eine Platte festzulegen. Ich muss erst mal ‘ne Minute überlegen, in welches Genre ich da gehen will.

Ein herrlich sonniger Nachmittag in Hamburg und wir sind mit Bier versorgt. Überlegen und genießen ist schön.

Okay, ich hab eins! Es gibt ein Album, das mir wirklich sehr viel bedeutet und das nehme ich jetzt einfach auch: Strange Heaven von Mrs.Magician.

freitagsmedien: Noch nie gehört…

Mrs.Magician ist auch echt ein komischer Name, oder? Ich habe immer gedacht, der hätte auch geiler sein können. Aber das Album ist auf jeden Fall super und verdient es, dass mal darüber gesprochen wird.

Mrs.Magician sind fünf kalifornische Jungs, die 2012 mit Strange Heaven ihr Debüt veröffentlichten. Die Band ist noch weitestgehend unbekannt. Rhonda haben auf jeden Fall mehr Likes bei Facebook.

Warum bedeutet dir das Album so viel?

Das ist eine Platte, die ich einfach sehr viel gehört habe und ich habe mich so sehr gefreut, als ich sie bekommen habe.

Sie war also ein Geschenk?

Ich habe sie mir tatsächlich selbst zum Geburtstag geschenkt.

Und wie kam es dazu?

Ich habe vor langer Zeit mal zwei Jahre in der Kogge gearbeitet und da gab es so einen Sampler mit irgendwie garagigen, psychedelischen Songs drauf. Auf diesem Sampler war There Is No God von Mrs.Magician drauf. Als ich den Song das erste mal gehört habe, bin ich sofort aufgestanden und habe ihn gleich noch ein paar Mal hintereinander angemacht. Der hat mich irgendwie total gepackt. Zuhause habe ich dann ein bisschen recherchiert und mir das Album bei Burnout marthe-magicianRecords bestellt. Das gab es damals noch.

Burnout Records, du warst wirklich sehr geliebt!

Und an deinem Geburtstag war sie dann da? 

Genau. Und ich war so glücklich! Das war irgendwie ein ganz besonderer Tag. Es war eisig kalt und es lag meterhoch Schnee. Und vor lauter Aufregung habe ich nur auf die Platte geschaut und bin in der Karo-Diele einfach mal volle Kanone gegen diese Glastür gelaufen. Das war ziemlich peinlich.

Hat sich There Is No God dann auch zu deinem Lieblingssong auf der Strange Heaven entwickelt?

Ja schon. Der ist einfach so simpel und hat trotzdem ne Aussage. Er gibt mir einfach ein gutes Gefühl.

Mrs.Magician – There Is No God

You’re all gunna die

Does it make you want to cry

To know that I’m going to live forever

Because you never looked me in the eye

There’s no go d

There’s no god

Lalala

There’s no god

Lalala

There’s no god

Now do what you are told

And i’ll comfort your akin’ souls

 

Gibt es auch Songs auf dem Album, bei denen das gar nicht so ist? 

Ich bin ja nicht so der Fan von den klassischen Pophymnen. Manchmal wurde mir die Band tatsächlich ein bisschen zu sehr Indie. Aber eigentlich habe ich die ganze Platte lieben gelernt und kriege immer sehr gute Laune, wenn ich sie höre.

Das klingt jetzt aber gar nicht so sehr nach großer Liebe.

Ich bin einfach allgemein eine Musikliebhaberin. Weißt du, wenn man so ein Interview wie das hier macht, dann könnte ich ja auch meine absoluten Superhelden auspacken. Mir fallen jetzt auch noch viele andere Platten ein, über die ich hätte sprechen können. Die Strange Heaven hat mich damals einfach sehr in den Bann gezogen und deshalb muss sie auch unbedingt erwähnt werden. Grundsätzlich bin ich aber nicht so an den Bands an sich interessiert, sondern an der Musik. Ich würde sofort zu einem Konzert gehen, wenn die mal hier spielen würden. Wie die einzelnen Musiker heißen, weiß ich aber zum Beispiel nicht. Bei einem Musikquiz würde ich definitiv immer total abloosen.

Marthe1Gibt es denn jemanden, mit dem du dir gerne mal die Bühne teilen würdest? Ein großes Idol?

Hm, also eigentlich würde ich gerne mit jedem Künstler von Daptone Records was machen. Die liebe ich durch die Bank weg alle. Aber Black Sabbath wär auch super! Ich weiß nicht, im Moment hängt mein Herz doch eher am Soul glaube ich.

Aber grundsätzlich scheinst du dich nicht gerne auf ein Genre festzulegen. Macht genau das die Inspiration für deine eigene Musik aus?

Nein, das kann ich wirklich nicht. Wie ich schon gesagt habe, bin ich ein eine Musikliebhaberin. Ich mag nicht in einem Genre feststecken und nicht über den Tellerrand schauen. Ich habe ein Soulherz und meine souligen Juwelen und ich habe ein Punkherz und dort meine Schätze. Das ließe sich immer so weiter führen. Ich glaube, meine eigene Musik vermischt das ganze einfach miteinander. Dabei ist mir Dreck wichtig, ich brauche immer ein bisschen Dreck dabei. Das unperfekte Perfekte, ich glaube, das ist mein Ding.

Wo sich der Dreck auf dem neuen Album WIRE versteckt, kann ab dem 27.01.2017 herausgefunden werden.Bis dahin gibt es mit einem Shortmovie-Musikvideo schon einen kleinen Vorgeschmack auf das, was da so kommt. Das Video und alle weiteren Infos gibt’s auf rhondamusic.com.

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