Das Wichtigste im Leben: Vogel & Lamprecht

Normaler Wahnsinn des Lebens

Jürgen Vogel ist ein alter Hase in der obersten ersten Besetzungsriege von Film und Fernsehen, Bettina Lamprecht dagegen noch relativ neu dort, gemeinsam spielen sie nun die Eltern dreier Kinder in der fabelhaft leichtfüßigen und dennoch höchst präzisen Familienserie Das Wichtigste im Leben, mittwochs auf Vox.

Von Jan Freitag

freitagsmedien: Frau Lamprecht, Herr Vogel – wenn man hinter Ihrer Familienserie Das Wichtigste im Leben ein Satzzeichen setzen würde, wäre es ein Frage- oder Ausrufezeichen?

Jürgen Vogel: Gute Frage, keine Ahnung. Aber wir beide hatten mit der Auswahl des Titels ja auch nichts zu tun. Und wenn es anders gewesen wäre, hätten wir ganz sicher einen anderen gewählt.

Lamprecht: Und weil der Titel außerdem ja kein Satzzeichen hat, würde ich mal denken, dass eher beide gelten.

Gibt die Serie denn Antworten darauf, was das Wichtigste im Leben sein könnte, oder stellt sie nur Fragen?

Lamprecht: Ich hoffe jedenfalls schwer, dass nicht ersteres der Fall ist. Ich finde Fragen grundsätzlich interessanter als Antworten.

Vogel: Wobei gar nicht so wichtig ist, welche Fragen es stellt oder wie klug die genau sind, sondern ob sie dem Zuschauer Anregungen zum Nachdenken liefern. Und weil jede Figur unserer Serie auf der Suche nach dem jeweils besten Weg durchs Leben in einem berührenden, authentischen Tonfall erzählt wird, könnte das aus meiner Sicht auch klappen.

Lamprecht: Es geht darum, welche Rolle jeder in der Familie und darüber hinaus spielt. Wie viel Raum muss man sich selber nehmen, wie viel Raum den anderen geben? Darum geht es doch schließlich in jedem sozialen Zusammenhang.

Der sich im Fall der Familie Fankhauser mit schwer pubertierender Tochter, kleinerem Bruder und einem Adoptivkind mit abruptem Interessenswandel von Basketball zu einer völlig anderen Beschäftigung als dauerhaftes Ringen, fast schon Kämpfen um Nähe und Abgrenzung zeigt.

Lamprecht: Stimmt, Nähe und Abgrenzung bilden den Kern der Serie, aber nicht nur der Kindern, sondern auch meiner Rolle als Frau und Mutter, die nach Aufgaben außerhalb der Familie sucht, ohne sich von ihr abzugrenzen.

Vogel: Und diese Suche ist in der Tat oft ein Kampf.

Der Genrebegriff Feel Good, mit dem hierzulande Familienserien oft etikettiert werden, passt demnach nicht so richtig auf Das Wichtigste im Leben oder?

Lamprecht: Absolut, aber die offizielle Überschrift „Familiendramaserie“ trifft es irgendwie auch nicht; dafür steht das Drama nicht genug im Vordergrund.

Vogel: Für Etiketten sind aus meiner Sicht eher Kritiker wie Sie zuständig; wir sind dafür zu sehr involviert. Richtig ist aber, dass solche Serien vor zwanzig Jahren noch anders konzipiert waren. Da wurde Familie tendenziell viel eher als heile Welt erzählt. Heutzutage ist Realismus wichtiger, also die Normalität des Lebens nicht weich zu zeichnen. Das schafft definitiv mehr Identifikationsmöglichkeiten.

Lamprecht: Und genau deshalb schlagen die Amplituden wie im wahren Leben bei uns in beide Richtungen aus, also Tragödie und Komödie – weil der alltägliche Wahnsinn des Familienlebens auch in der Realität oft eine Prise Humor enthält.

Vogel: Es geht eben darum, Normalität unterhaltsam zu machen, ohne sie zu überzeichnen.

Im Laufe der Serie tauchen also nicht noch dunkle Geheimnisse und menschliche Abgründe auf?

Vogel: Nein, wir wollen den normalen Wahnsinn des Lebens so erzählen, dass er auch ohne Knalleffekte spannend ist.

Lamprecht: Am Ende der ersten Staffel löst sich schon ein geheimnisvoller Bogen auf, aber eben kein allzu ausgefallener. Es gibt also weder eine Drogenküche im Keller noch Ufos auf dem Dach. Gibt’s bei uns zuhause ja auch nicht.

Schöpfen Sie für Ihre Rollen daher auch aus eigener Familienerfahrung?

Vogel: Ich schöpfe auf der Suche nach der bestmöglichen Lösung bei jeder Rolle aus meinem eigenen Leben oder wie ich die Dinge als Schauspieler und Mensch sehe – selbst, wenn es um einen Mörder geht.

Lamprecht: Anders könnte ich gar nicht spielen. Aber bei diesen Drehbüchern war es auch leicht, an eigene Erfahrungen anzuknüpfen.

Haben Sie sich als Eltern beide denn manchmal auch wiederentdeckt in Kurt und Sandra Fankhauser, ihren Denkweisen, Alltagshandlungen, womöglich auch Verschrobenheiten?

Vogel: Ich finde Kurt besonders in seiner Verschrobenheit toll, will mich aber nicht in dieser Figur spiegeln.

Lamprecht: Ich konnte in fast jeder Szene irgendwelche privaten Gefühle oder Erlebnisse heranziehen, und hätte da entsprechend oft genauso oder genau anders reagiert als Sandra. Zum Glück geht es hier aber nicht um mein Leben.

Vogel: Über mein eigenes will ich öffentlich aber ohnehin auch gar nicht so viel preisgeben, ganz ehrlich.

Die Frage war Ihnen also zu boulevardesk?

Vogel: (lacht) mir persönlich ja.

Ist trotzdem die erlaubt, was für Sie beide das Wichtigste im Leben ist?

Vogel: Fragen darf man alles, aber schon, weil diese hier jetzt fast unvermeidbar ist, war ich so strikt gegen den Titel. Meine Antwort lautet daher: gute Verdauung.

Lamprecht: Für mich ist es ein Zusammenspiel aus mehreren Dingen, und das sage ich nicht, um mich vor der Antwort zu drücken, sondern weil es die eine eben nicht gibt. Unter den vielen Faktoren, die mein Leben besser machen, ist daher natürlich auch Familie enthalten. Aber auch mein Beruf, Humor, Offenheit, Selbstreflexion – all so was ist mir wichtig.

Hatten Sie denn einen Alternativ-Titel im Kopf?

Lamprecht: Es gab sogar einen, aber der wurde verändert.

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Besinnungsmomente & einsame Herzen

Die Gebrauchtwoche

27. Mai – 2. Juni

Die ganz großen Momente des Fernsehens entstehen manchmal im ganz Kleinen. Immer mal wieder weltbewegendes Enthüllungsentertainment von Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale zum Beispiel. Ein kurzer Augenblick der Stille im Gebrüll tausender Talkshows. Claus Klebers Rührungstränen für Busfahrer, der sich dem rechtspopulistischen Mainstream engegenstellte. Und seit Mittwoch weit vorn im Pantheon unvergesslicher TV-Sequenzen: Joko & Klaas.

Tags zuvor hatten beide im Showkampf mit dem eigenen Arbeitgeber 15 Minuten Sendezeit zur freien Verfügung gewonnen. Eine Viertelstunde Anarchie, die angesichts der Begrüßung („Na, ihr Pissnelken“) am Mittwoch um 20.15 Uhr auf Pro7 den personalüblichen Dadaismus befürchten ließ. Dann aber räumte das lustige Rampensauduett bierernst die Bühne und ließ dort nichts als einen Stuhl stehen, auf dem sodann nacheinander drei Menschen platznahmen, die sonst nie zu Wort kämen. Nicht auf diese Sender, nicht zu dieser Zeit.

Erst durfte die Seenotretterin Pia Klemp den zynischen Irrsinn der europäischen Flüchtlingsabwehrpolitik schildern. Danach warb Dieter Puhl von der Bahnhofsmission Zoo in gleicher Länge um Verständnis für Obdachlose. Und als eine Birgit Lohmeyer in aller Stille davon sprach, wie sie im berüchtigten Neonazi-Dorf Jamel die Stellung der Vernunft, der Kraft, der Zivilcourage hält, war klar: Hier kommt das dauererregte Fernsehen und sein aufgeputschtes Publikum kurz zur Besinnung.

Schwer zu glauben, dass so etwas weiter drin sein wird, wenn Silvio Berlusconi mehr als jene 9,6 Prozent übernimmt, mit denen sich seine Mediaset vorige Woche bei ProSiebenSat1 eingekauft hat. Und dass deren CEO Max Conze das Investment nicht als Bedrohung der programmatischen Vielfalt, sondern „Vertrauensbeweis in unsere Strategie“ bezeichnet, lässt Schlimmes befürchten. Es passt jedoch zur Stimmung, die Annegret Kramp-Karrenbauer verbreitet.

Der Peinlichkeit im Streit mit dem Youtuber Rezo ließ sie parallel dazu ja flugs jene folgen, sich öffentlich Gedanken über die Einschränkung der Meinungsfreiheit im Netz zu machen. Für den Versuch, die brennende Demokratie mit populistischem Feuer zu löschen, kreierte das Bohemian Browser Ballett daraufhin den Begriff „verakken“, der die Panik mittiger Parteien im Kampf gegen Bedeutungsverlust gut umschreibt. Aber gut – ganz ähnlich verakkt ja auch das Erste den täglichen Kampf ums junge Publikum.

Die Frischwoche

3. – 9. Juni

Am Samstag etwa in einer Schnulze um drei betagte Freundinnen, die es – so heißt das dann im PR-Sprech – „noch mal wissen wollen“ und ein Tanzcafé für Senioren eröffnen. Der Club der einsamen Herzen ist so saftig, seifig, soßig, dass man Mitleid mit der verstorbenen Hannelore Elsner kriegt, die hier neben Jutta Speidel und Uschi Glas ihr Talent verschleudert hat. Besser macht es (wie so oft) der ARD-Mittwochsfilm. In Die Auferstehung nutzt Regisseur Niki Stein einen Erbschaftsstreit dazu, die beteiligte Verwandtschaft um den gut aufgelegten Joachim Król erst emotional zu vereinen, dann lustvoll zu zerstören.

Noch viel besser macht es (wie so oft) der Privatsender Vox. Trotz des denkbar blöden Titels Das Wichtigste im Leben, verhandeln Bettina Lamprecht und Jürgen Vogel als Eltern einer gewöhnlich ungewöhnlichen Familie ab Mittwoch fünf Doppelfolgen lang ihren Alltag mit drei Kindern, in dem die Probleme nicht künstlich aufgebläht, sondern mit feinem Witz skizziert werden. Und das ist bei aller Fiktion fast so wahrhaftig wie der HBO-Zweiteiler What’s My Name.

Ab heute porträtiert Antoine Fuqua auf Sky Muhammad Ali in einer Art dokumentarischem Tanzfilm, der die Komplexität des weltgrößten Boxers ohne störenden Off-Kommentar als Balanceakt zwischen sportlichem, gesellschaftlichem und menschlichem Rhythmus zeigt. Morgen erinnert dann Arte ab 20.15 Uhr mit einer zweiteiligen Doku und einem Porträt von Liu Xiaobo, dem Mann, der Peking die Stirn bot, ans Massaker auf dem Tian’anmen-Platz vor 30 Jahren. Dass Discovery Donnerstag seinen conscious-lifestyle-Kanal Home & Garden startet, verstauen wir da mal wohlwollend in der Schublade Eskapismus, in die das spanische Netflix-Melodram Elisa und Marzella nicht gehört; schließlich geht es in der Eigenproduktion um zwei lesbisch Liebende im katholischen Spanien des Jahres 1901.

Irgendwie soziokulturell ist auch die Wiederholung der Woche: In Vorbereitung zur 2. Staffel, zeigt das ZDF heute um 23.50 Uhr alle vier Teile der Bundestagsrealsatire Eichwald, MdB mit Bernhard Schütz als abgehalftertem Parlamentarier am Stück. Eine Viertelstunde zuvor zeigt Arte Hans Karl Breslauers Schwarzweißfilm Die Stadt ohne Juden, in dem der aufziehende Nationalsozialismus 1924 auf beklemmende Art vorfiktionalisiert wurde. Wer die Abgründe unserer Spezies lieber theatralisch überhöht mag, sollte den Im Schmerz geboren von 2014 (Dienstag, 20.15 Uhr, BR) sehen, der vielleicht furioseste Austritt des Tatort.


K.O.G., The Gotobeds, Denzel Curry

K.O.G. & The Zongo Brigade

Folklore ist auch nicht mehr, was sie mal war. Träumte man sich damit einst in eigene oder exotische, also heimische oder fremde Welten, dient sie im zitierfreudigen Turbopop oft nur als Stichwortgeber selbstfreferenzieller Vielschichtigkeit – ein Schicksal, das besonders afrikanischen Sounds zuteil wird, die als purer Ethnosound jenseits seiner Ursprünge schlichtweg nicht anschlussfähig sind. Vielleicht liegt es also, dass eurozentristisch geschulte Ohren erstmal mit K.O.G. fremdeln. Allerdings nur ganz kurz.

Hinterm Kürzel von “Kweku of Ghana” verbirgt sich nämlich der Sheffielder Klangvisionär Kweku Sackey, der mit dem jamaikanischen Rapper Franz Von und einer vielköpfigen Band namens Zongo Brigade ein amerikanisch inspiriertes Futurefunk-Fundament unter treibende Afro Fusion legt und die Basis auf dem Umweg des Überbaus gewissermaßen mit sich selbst versöhnt. Heillos aufgetakelt mit Bläsern, HipHop und Percussion in wild wechselnden On/Offbeat-Kreiseln, ist das Debütalbum Wahala Wahala ein tolles Feuerwerk des kosmopolitischen Durcheinanders und einfach grandios.

K.O.G. – Wahala Wahala (Pure Vida Sounds)

The Gotobeds

Ob es unter den Abermilliarden The-Bands der Musikhistorie eine gibt, deren Name fluffiger ist als The Gotobeds, bleibt Geschmackssache, aber was das Rootspunk-Quartett aus der verrosteten Stahlstadt Pittsburgh macht, ist nicht annähernd so schläfrig wie sein Label. Auch auf dem dritten Album Debt Begins at 30 klingt der Garagensound nach den Ursprüngen ihres Metiers im britischen Kohlegürtel, hat sich aber angemessen von dessen ungewaschener Dilettanz verabschiedet.

 

Das Besondere am Sound von Cary, TFP, Eli and Gavin ist allerdings weniger die Modernisierung eines nostalgischen Sounds, als vielmehr, dass weder das Gestern noch das Heute Deutungshoheit für sich beanstprucht. Während der Opener Calquer The Hound zum Beispiel nach einer misanthropischen Fusion aus Clash und Shellac klingt, scheppern die Gitarren auf Poor People Are Revolting fast noisig, ohne bloß Krach zu machen. Alles in allem ein unfassbar stimmiges Album einer Band, die sich keiner Zeit zuordnen lässt. Und will.

The Gotobeds – Debt Begins at 30 (Sub Pop)

Hype der Woche

Denzel Curry

Mit Anfang 20 ein aufstrebendes Genre geprägt zu haben, ist ja schon mal was. Diesem Genre dabei in drei Jahren vier Alben hinzuzufügen, ist sogar noch viel mehr. Ihm auch, nachdem es bis zum Rand der akustischen Folter ausgewalzt wurde, noch Impulsen zu geben – im Durchlauferhitzer Cloud Rap grenzt das an ein Wunder. Eines, das Denzel Curry auf Zuu (PH Recordings), dem neuen Longlplayer im Fachgebiet des sphärischen HipHop, spielend vollbringt. Wie so vieles aus der virilen Szene in Florida, verzichtet auch Curry zwar nicht auf ein, zwei “Niggers” pro Punchline, aber auf die nervigen Bass-Kanonaden des Trap und schafft in der Mitte dieser maßgeblichsten aller aktuellen Sprechgesänge ein vielschichtiges, meinungsstarkes, bedeutsames weil unberechenbares Album. Man lernt dabei viel übers Lebensgefühl randständiger Existenzen in den USA, kann sich aber auch gut die Birne wegkiffen und durch den Wald tanzen.


Netflix: How To Sell Drugs Online (Fast)

Böser Nettewicht

In der schwer unterhaltsamen Netflix-Serie How To Sell Drugs Online (Fast) wird ab Freitag ein deutscher Außenseiter aus Liebeskummer zum Drogendealer. Das ist mit großer Lässigkeit gespielt – und passt in eine Epoche voller Fernsehbösewichter, die im Grunde gar nicht so sind.

Von Jan Freitag

Das Bösewichte richtig böse aussehen, ach überhaupt richtig böse sind – diesen Fetisch einer gottlob längst vergangenen Fernsehästhetik hat uns spätestens der psychisch labile, physisch biedere Mafiaboss Toni Soprano ausgetrieben. Seither sprießen sympathische Gangster mit Familie und Durchschnittsjobs von Buchhändler bis Chemielehrer wie Pilze aus dem Streamingwald, der für Bösewichte klassischer Prägung längst keinen Nährwert mehr hat. Als Zuschauer ist man Freundliches vom Fiesen also durchaus gewohnt. Aber dieser böser Nettewicht auf Netflix, der ist schon noch mal was anderes.

Moritz Zimmermann heißt die Hauptfigur einer deutschen Serie mit dem englischen Titel How To Sell Drugs Online (Fast), und wer ihm im realen Rinteln am Rande Niedersachsens begegnen würde, ginge vermutlich achtlos vorbei. Gespielt vom neun Jahre älteren, angemessen picklig dekorierten, aber nicht überschminkten Maximilian Mundt (26), ist dieser Teenager ein spätpubertierender Nerd der Generation Z wie er bei im Wikipedia-Eintrage steht: kontaktgestört, schüchtern, unzugänglich, stillos. Ein echter Prototyp seiner sozialen Randlage. Mit einem Unterschied: Er verkauft Drogen. Und zwar im ganz großen Stil. Wenngleich nicht ganz freiwillig.

Wie einst Walther White wird der Schüler von äußeren Umständen in die Kriminalität getrieben. Weil seine Freundin Lisa nach ihrem Auslandsaufenthalt mit dem Kleindealer Daniel anbändelt, versucht er den Nebenbuhler erwerbsmäßig auszutrocknen und kauft das gesamte Ecstasy des Weserberglands auf. Klar, dass der Plan krachend scheitert. Anstatt diesem Kampfsportler auf Lisas Willkommensparty den Rang abzulaufen, kriegt er vom sportlich schönen „Dan“ aufs Maul, weil er das Geld ihres gemeinsamen Gamer-Startups veruntreut hat, auch noch Ärger mit seinem körperbehinderten Kumpel Lenny. Und dann kommt ihm auch noch der bewaffnete Drogenhändler ins Haus.

Schon nach anderthalb von sechs halbstündigen Folgen liegt das ohnehin ernüchternde Leben des Außenseiters also heillos in Scherben. Die Lösung: Ein digitaler Rauschgift-Shop im Darknet. Klingt irre, wird irre, ist irre, vor allem aber irre unterhaltsam. Wie in Coming-of-Age-Serien mit krimineller Backstory – etwa The End ofthe F***cking World an gleicher Stelle – üblich, eskaliert die Komödie schließlich rasch Richtung Gangstergroteske im Kreisverkehr unerwarteter Wendungen. Und nebenbei lehrt sie uns noch einiges über Heranwachsende, deren Rationalität unterm Dauerbeschuss maximaler Onlinekommunikation bei minimaler Impulskontrolle steht.

Genau hier allerdings hätte man den Autoren ein wenig mehr dramaturgische Sorgfalt gewünscht. Warum der innerlich wie äußerlich verwahrloste Moritz überhaupt mit dem innerlich wie äußerlich bezaubernden Influencer Lisa zusammenwar, bleibt ebenso rätselhaft wie der Anachronismus, dass die jungen Digital Natives hier alle noch über Facebook kommunizieren. Dafür sind sie allesamt gestylt wie frisch aus Kreuzberg geschlüpft, wohnen aber entweder in Gelsenkirchener Barock oder Rem-Koolhaas-Villen.

Doch davon abgesehen sorgt Regisseur Lars Montag in den ersten drei Episoden, mehr aber noch Arne Feldhusen in den letzten drei dafür, dass dem stilistischen Durcheinander nie der Schwung ausgeht. Sie können sich ja auch leichten Herzens auf die Darsteller verlassen – besonders wie Maximilian Mundt als überforderter Antiheld der mit stammelndem Trotz im anschwellenden Chaos die Würde zu wahren versucht. Auch Anna Lena Klenke und Damian Hardung machen ihre Parts als Serienbeautys gut. Wie Ulrike Folkerts zwanghaft lachend die Egoshooter-Höhle ihres gehbehinderten Sohns Lenny (Danilo Kamperidis) mit Raumspray lüftet, ist zudem herrlich lakonisch – und aus erwachsener Sicht gehaltvoller als Chatverläufe, Schnittgewitter, Videoclips, die unablässig den Screen zu splitten. Aber so sind halt die neuen Sehgewohnheiten einer Generation, die erkennbare Bösewichter kaum noch kennt. Der nette Dealer Moritz ist einer von ihnen. Und das sehr unterhaltsam.


Rezos Zerstörung & Drogen im Netz

Die Gebrauchtwoche

20. – 26. Mai

Nun hat ist es also aus und doch noch am Anfang: Nach 73 Folgen in 8 Staffeln sind die letzten Kriege gefochten, die letzten Ränke geschmiedet, die letzten Feinde besiegt, die letzten Freunde verraten, doch nach dem Game of Thrones ging das Spiel des Publikums ja erst los. Uninspiriert, langweilig, banal, einfallslos, schlicht scheiße lautet die Kritik an einem eigentlich sehr kreativen, weil bedächtigen Ende. Das liegt allerdings weniger am Inhalt als an Verlustängsten; schließlich hat die erfolgreichste TV-Serie aller Zeiten ihre Fans neun Jahre lang von Zuschauern zu Angehörigen einer Großfamilie gemacht, in der jeder Stimmrecht beansprucht.

Seither geistern Petitionen für a) ein Staffel-Remake oder b) die Fortsetzung durchs Netz. Angesichts der glaubhaften Feststellung von HBO, GoTxit meens GoTxit, wäre es allerdings wahrscheinlicher, dass die ARD bei der Übertragung eines Pokalendspiels der Bayern gegen Dosenbrause Leipzig a) auch nur ein Wort über die sportverachtende Wettbewerbsverzerrung beider Finalisten verliert oder b) Fifa-Besitzer Infantino in der Pause zu Korruption und Diktatorenkuscheln befragt. Ähnlich undenkbar: dass Heinz-Christian Strache sein Ibiza-Video a) wiederholen oder b) weiterspinnen darf.

Dafür könnte man dann a) Shahak Shapira oder b) Philipp Amthor einsetzen, der aber zuvor noch einen Beef mit a) seiner juvenilen Greisenhaftigkeit oder b) dem Youtuber Rezo ausfechten muss, dessen fast acht Millionen Mal geklickter Film Die Zerstörung der CDU ein journalistisch teils unausgewogenes, aber sehr kraftvolles Bekenntnis der jungen Objekte bürgerlichen Regierungshandelns zur politischen Partizipation ist, das – bei aller Kritik am renitenten Mitglied einer unionsfremden Alterskohorte – nun mal vollumfänglich der Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes unterliegt.

Die Frischwoche

27. Mai – 2. Juni

Pünktlich zum 70. Verfassungsgeburtstag startet übrigens der wunderbare Indie-Entertainer Micky Beisenherz unterm Namen des unabänderlichen Grundrechts eine Comedy-Show, in der genau diese Art konservativer Ignoranz durch den Kakao gezogen wird. Schade, dass Artikel 5 ab Donnerstag vorerst zehnmal auf Magenta TV, nicht öffentlich-rechtlich zu sehen ist. Dort läuft dafür heute bisschen spät, aber immerhin im Ersten (23.30 Uhr) die sehenswerte Doku Der Schwulen-Paragraf, mit dem die Bundesrepublik nationalsozialistisches Unrecht bis tief in die Gegenwart fortgesetzt hatte.

Das passt gut zum musikalischen Themenabend, an dem 3sat am Mittwoch ab 20.15 Uhr das Rechtsrockland von Neonazi-Band bis Blut-und-Boden-Barde erkundet und im Anschluss das thüringische Themar besucht, wo sie sich die singenden Demokratiefeinde Jahr für Jahr versammeln. Gewissermaßen zurück zur Quelle geht tags zuvor Arte, wenn es erst die Menschenversuche der Nazi-Wissenschaft unters Mikroskop nimmt und im Anschluss den Nazi-Jäger Fritz Bauer porträtiert.

Eher links der Rechten, letztlich aber jenseits parteipolitischer Grenzen stößt Jessy Wellmers Reportage- und Talkformat Sportschau-Thema ab Samstag um 18.25 Uhr in die Bundesligapause und erkundet dort investigativ die Abseiten des Leistungssports. Fiktional, aber nicht unrealistisch spielt der spanisch-deutsche Achtteiler La Zona ab Samstag, 22.15 Uhr, auf Neo durch, wie es drei Jahre nach einem Atomunfall im unbewohnbaren Nordspanien zugeht. Darüber hinaus aber laufen die Serien der Woche online. Auf Netflix zum Beispiel startet Freitag der Vierteiler When They See Us, in dem fünf Farbige 1989 nach einer wahren Begebenheit fälschlich für eine Vergewaltigung im Central Park verurteilt werden.

Parallel dazu beginnt dort die Eigenproduktion How to Sell Drugs (Fast), in der ein deutscher Provinz-Nerd aus Liebeskummer mit seinem körperbehinderten Kumpel Drogen im Darknet verkauft. Das ist volle acht Teile lang angenehm aberwitzig, ohne völlig durchzudrehen. Letzteres mag ja für alles Mögliche gelten, aber sicher nicht für Good Omens. Mit Stars wie Michael Sheen oder Jon Hamm als Engel und Dämonen, die nach einem Roman von Terry Pratchett mit viel groteskem Humor versuchen, den jüngsten Tag einzuläuten – wofür die Videoabteilung des diabolischen Einzelhandels- und Umweltzerstörer Amazon sicher nicht der unpassendste Sender ist.

So wie RTL ein adäquater Kanal fürs Remake von Ben Hur am Donnerstag um 20.15 Uhr ist, das mehr Musik und Effekte, dafür weniger Pathos und Moral als 1959 hat. Damals spielte Charlton Heston den jüdischen Revoluzzer, neun Jahre später war er die Titelfigur der farbigen Wiederholungen der Woche am selben Tag (23 Uhr, Kabel1), als der spätere Waffennarr Planet der Affen zur Filmlegende machte, also elf Jahre nach dem Westernklassiker Zähl bis drei und bete mit John Ford als Farmer im Clinch mit Banditen (Montag, 20.15 Uhr, Arte). Den Tatort-Klassiker gibt’s 90 Minuten später beim HR: Schichtwechsel um einen Mord im Kieler Werftenmilieu, 2004 noch mit Borowskis wunderbarer Kollegin Frieda Jung.


Skinny Pelembe, J-E-T-S, Rammstein

Skinny Pelembe

Es gibt, wenn man es mal aufs Wesentliche reduziert, zwei Ansätze des musikalischen Zugangs: Läuft irgendwie von alleine rein oder benötigt ein wenig Eigenleistung. Zwischen diesen zwei Polen spielt sich von Volksschlager bis Grindcoremetal im Grunde alles ab. Da ist es umso verblüffender, wenn Künstler wie Skinny Pelembe auftauchen, der seinen multipolaren Pop aus Tausend Quellen in ein Meer der Vielfalt fließen lässt, das wahlweise eiskalt oder brühwarm ist, wenn man seinen großen Zeh kurz hineinsteckt, nach dem ersten Schock aber angenehm wie ein isländischer Hotpot im Schneegestöber wirkt.

Insofern ist der Titel seines neuen Albums Dreaming Is Dead Now mindestens missverständlich. Sobald man dem Johannesburger Klangforscher nämlich in seine variantenreiche Welt analoger und digitaler Soundkonstruktionen folgt, begibt man sich in eine Traumwelt, in der es manchmal schrill und kantig, manchmal watteweich, aber fast immer irgendwie einladend zugeht. Mit Ethnoelectronica wäre dieses Konglomerat globaler Einflüsse demnach zu kurz umschrieben. Skinny Pelembe macht Musik fürs Gemüt in seiner unermesslichen Komplexität. Nur einschlafen kann man in diesem Traumland nicht. Dafür ist es dann doch zu aufgekratzt.

Skinny Pelembe – Dreaming Is Dead Now (Brownswood Recordings)

J-E-T-S

Wie aufgekratzt das Debütalbum einer bemerkenswerten Kollaboration der Generation Electrofunk ist, erschließt sich hingegen erst, wenn man ein paar echt softe Tracks von Zoospa durchdrungen hat. Gebastelt von Jimmy Edgar und Machinedrum, die sich auf den Vorzeigelabels Warp oder Ninja Tune zu Vorreitern der experimentellen Tanzmusik gemacht haben, schleicht sich die Platte mit ein paar angenehm verzerrten, am Ende aber doch ganz schön geschmeidigen R’n’ B-Avancen ins Gemüt des Mainstreams – bevor die zwei Briten mithilfe exzellenter Gastmusiker irgendwann doch tief in den Werkzeugkasten digitaler Verwirrungstaktik greifen.

 

Unterm Projektnamen J-E-T-S, je nach Bedarf mit Punkten, Strichen oder puristisch geschrieben, franst Zoospa zur Mitte hin in stark divergierenden HipHop aus, der dank Mykki Blanco in Play extrem trippig klingt, dank Tkay Maidza in Real Truth irgendwie roboterhaft und dank der Begabung, im Absurden nach Sinn zu suchen oder umgekehrt in Stücken von Hyper Hibernate über Q Natural bis Water and Stone ohne Feature-Stars wie ihr eigenes Samplingprogramm, das Harmonien mit großer Spaß am Zerstören erst dekonstruiert, dann neu konstruiert und damit Clubmusik der allerbesten Sorte schafft.

JETS – Zoospa (Innovtive Leisure)

Hype der Woche

Rammstein

Davon ist ein präkambrisches Erdbeben, das sich von Deutschland aus über den ganzen Globus verbreitet und vermutlich selbst auf den Osterinseln am gegenüberliegenden Ende noch für Eruptionen sorgt, natürlich weit entfernt: Rammstein haben nach zehn Jahren ihr siebtes Album (Vertigo) gemacht, und weil es die Band einerseits mit neuer Wucht in die Gegenwart katapultiert, andererseits aber aufs brachiale Grundgerüst der ersten zwei Platten zurückführt, heißt es schlicht wie das Sextett in unverbrüchlicher Originalbesetzung. Abgesehen vom gewohnt provokanten Ankocher der vorab lancierten Single Deutschland mit etwas KZ-Ästhetik im Macho-Gehabe klingt Rammstein also elf Stücke lang wieder wie Rammstein, als der Mob des Mainstreams nicht nach mehr Popmechanik verlangte. Radio zum Beispiel ist ursprünglicher Marsch-Rock, den Flakes Kammerflimmern zerstäubt. Ausländer geht mit Engelszungen um was ganz anderes und auch wieder nicht. Tattoo pudert der eigenen Klientel ähnlich derbe den Hintern. Und zwischendurch geht es in Sex um klaustrophobische S/M-Fantasien, die niemand so kehlig serviert wie Til Lindemann. Ein Fazit? Kein Fazit! Rammstein ist wieder Rammstein bleibt weiter Rammstein nervt uns mit Rammstein, ernährt uns mit Rammstein. Auf ewig.

 

 


Ibiza-Video & Miracle Workers

Die Gebrauchtwoche

13. – 19. Mai

Der jüngste Skandal um FPÖ-Vizekanzler Strache, der sich im längst berühmten Ibiza-Video vor versteckter Kamera von einer falschen Oligarchin bestechen ließ – was Jan Böhmermann Wochen zuvor angedeutet hatte, von der Presse aber bis kurz vor der Europawahl geheim gehalten wurde – zeigt erneut wie schwierig es ist, sich im Schützengraben journalistischer Grundprinzipien trittsicher zwischen Überparteilichkeit und Haltung, Pluralismus und Moral, Information und Selektion zu bewegen. Wenn gewissenhafte Reporter über jedes rechtsradikale Stöckchen springen oder im gegenteiligen Fall, die Meinungsfreiheit unterdrücken, wird schließlich gern von allen Seiten auf sie draufgehauen.

Der Bayerische Rundfunk hatte sich diesbezüglich ebenso wie der aus Hessen, Berlin-Brandenburg und Hamburg dafür entschieden, das Empörungsspiel der NPD nicht mitzuspielen und die Ausstrahlung ihrer rassistischen Europawahl-Spots zu  verweigern. Ethisch nachvollziehbar, presserechtlich weniger – so urteilte jetzt das Bayerische Verwaltungsgericht und verdonnerte die Verweigerer dazu, Wahlreklame der verfassungsfeindlichen, doch politisch irrelevanten Partei auszustrahlen. Denn darin wird zwar so über mordende Flüchtlinge gelogen, dass sich die EU-Parlamentsbalken biegen; da im Wahlkampf jedoch Waffengleichheit unterschiedlich einflussreicher Parteien zu herrschen habe, muss ein Fernsehsender und sein Publikum eben selbst Überspitzung am Rande der Volksverhetzung aushalten.

Zumindest, wenn sie nicht gar so drastisch wird wie jener bluttriefende NPD-Clip, den das ZDF nicht senden will und muss. Bei so viel braunem Kalkül, sehnt man sich manchmal fast in die Zeiten rosaroter Selbstberuhigungen zurück, als eine Doris Day mit ihrem unzeitgemäß berufstätigen, emotional indes oft reaktionärem Gefühlsbiedermeier zwei Jahrzehnte Kinokomödie geprägt hat. Dass sie nun im Alter von 97 Jahren gestorben ist, zeigt uns in Dutzenden von Wiederholungen ihrer Klassiker, wie gemütlich Weggucken gelegentlich sein kann. Wie unterhaltsam. Und wie verlogen.

Die Frischwoche

20. – 26. Mai

Während das ZDF nächsten Sonntag in Erinnerung an Days technikolorbuntes Lebenswerk den 150. Pilcher-Film zeigt, empfehlen wir daher explizit zwei 3sat-Dokus, die am Mittwoch eindringlich vorm drohenden Rechtsruck Europas warnen: um 20.15 Uhr Lost in Brexit, gefolgt von Wut auf Brüssel, was Arte tags zuvor zur besten Sendezeit mit Wahlkampf der Wutbürger und anschließend Hinter den Kulissen des Brexit eingeleitet haben wird.

Weil aber selbst in politisch deprimierender Zeit nicht alles bloß nüchtern und sachlich sein sollte, gibt es auch leichte Kost jenseits der Küsten von Cornwall zu sehen. Die neue Netflix-Serie What/if mit der abgetauchten Renée Zellweger in einer Art Unmoralisches Angebot revisited zählt ab Freitag zwar ebenso wenig dazu wie ein achtteiliges Remake von Jean-Jacques Annauds legendärer Romanverfilmung Der Name der Rose parallel auf Sky, die wirklich niemand braucht. Wirklich wunderbar sind aber Steve Buscimi und Daniel Radcliffe als Gott und Engel einer hinreißenden TNT-Serie namens Miracle Workers, die den Himmel als lausig geführtes Mittelstandsunternehmen mit etwas zu viel Einfluss karikiert. Oder auch die Neuauflage der Antikriegsgroteske Catch 22 als Sechsteiler von und mit George Clooney auf Starzplay.

Immerhin akzeptabel ist die ZDF-Komödie Hüftkreisen mit Nancy am Donnerstag (20.15 Uhr) um einen Mann in der Midlife Crisis, was zwar abermals aufwirft, warum Journalisten in der Fernsehfiktion stets entweder skrupellose Aasgeier oder desperate Wracks sind, aber die Fallstricke männlichen Alters sehr unterhaltsam verhandelt. In seiner popkulturellen Scheindramatik leicht wie ein Sommerhit ist die Arte-Doku From Fame to Shame (Freitag, 21.45 Uhr) über den Täuschungsskandal der deutschen Pseudostars Milli Vanilli. Eher gehaltvoll ist dagegen Grenzland vom neuen Stern am Regiehimmel Marvin Kren (4 Blocks). Mit seiner eigenen Mutter Brigitte als österreichische Ermittlerin verarbeitet er darin ebenso virtuos wie kreativ einen Mordfall im Dunstkreis der Flüchtlingsdebatte 2015.

Die Wiederholungen der Woche stammen ebenfalls aus einer Zeit globaler Zerrüttung, versuchten ihr allerdings mit politikfernem Entertainment zu entkommen. In Theo gegen den Rest der Welt zum Beispiel brillierte Marius Müller-Westernhagen 1980 als Antiheld eines herrlich nostalgischen Roadmovies (Donnerstag, 22.25 Uhr, 3sat), das erstaunlicherweise nur fünf Jahre älter ist als Doris Dörries Männer 24 Stunden zuvor an gleicher Stelle. Und weil es keinen Alt-Tatort von Belang gibt, empfehlen wir 48 Stunden danach dort Schimanski alias George in der Räuberpistole Die Katze (1987). Und damit das gesamte Recycling dieser Woche auf 3sat läuft, wird hier mal zu Ernst Lubitschs schwarzweißer Ménage à Trois Rosita von 1923 geraten.