Existenzberechtigungsproklamation

fragezeichen_1_Wer in Film und Fernsehen erstmals auftritt, macht sich oftmals bereits mit den ersten Worten bekannter, als einem als Zuschauer manchmal lieb ist.

Die deutsche Fiktion hat einen natürlichen Todfeind, gewissermaßen das Gegenstück zum ausgehungerten Löwenrudel im Revier ängstlicher Antilopen: Unkenntnis. Genauer: Informationsdefizit. Nichts, so scheint es entsprechend oft im Fernsehen, ist den Herstellern gewöhnlicher Prosa verhasster, als dem Zuschauer Wissen vorzuenthalten, das so etwas Unangenehmes wie Phantasie anregen dürfte. Weshalb – vorzugsweise Freitagabend im Ersten oder dem Sonntag ganztägig im ZDF – jeder nur erdenkliche Hinweis auf die handelnden Figuren im Moment ihres ersten Auftrittes gebündelt wird.

Das hat dann so absurde Folgen wie die, dass sich der leitende Angestellte eines Adelsgeschlechts im Melodram der Marke Pilcher beim Betreten der Bildfläche mit „Eure Lordschaft! Ich als Ihr Verwalter, der schon Ihrem Großvater die Geschäfte auf Lenborough Castle geleitet hat und nun neben dem Wiederaufbau des abgebrannten Gestüts auch die Hochzeitsvorbereitungen der unehelich schwangeren Lady Farnshire ordnet“ vorstellt. Merkwürdig. Aber nicht unlogisch. Denn diese Form Schmonzette, verwendet so viel Zeit, Energie und Ressourcen aufs Abfilmen von Liebesschwüren in traumhafter Landschaft, dass für technische Details schlicht Zeit, Energie und Ressourcen fehlen. Also wird alles im ersten Atemzug abgehandelt. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Zuschauer noch nicht vollends sediert sind.

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Alphamänner & Katzenfrauen

Werbung, RFT Color 20, FernseherDie Gebrauchtwoche

9.-15. Dezember

So ist es nun mal, wenn Alphatieren das Rudel abhanden kommt, wenn sie baufällig werden und ersetzbar: Dann suchen sich die grauen Wölfe der Macht neue Jagdgebiete und verkaufen wie der alte Freiheitskämpfer Gerhard Schröder für neue Despoten (Wladimir Putin) Gas oder der uralte Umweltschützer Josef Fischer für Klimakiller (BMW) Autos. Kein Wunder, dass auch Stefan Aust, der vor seinem geriatrischen Schwenk zur Atomlobby lange Zeit dem Kapitalismus die Leviten geschrieben hat, nun als Herausgeber zu Springers Welt geht. Übrigens jenes konservative Frontblatt, das zu Austs progressiver Zeit Gasangriffe auf palästinensische Flüchtlinge guthieß und der Todesstrafe für Kinderschänder noch heute geistig nahe steht.

Was moralisch verwerflich klingt, erschließt sich jedoch besser, wenn man die unmittelbaren Folgen des Wechsels betrachtet. Denn kaum war er vollzogen, kaufte sich sein Arbeitgeber in spe mit N24 gleich mal einen Nachrichtensender, dem Aust bereits als Gesellschafter vorsitzt – und vollzieht so scheibchenweise, was das Kartellamt vor acht Jahren verboten hatte: Springers Übernahme der ProSiebenSat1-Gruppe. Die allerdings muss sich nun fragen, woher sie künftig ihre ohnehin dürren Infomationsanteile bezieht. Schließlich wurden die vornehmlich von N24 geliefert – und sei es nur, um den Schein zu wahren, ein Vollprogramm zu sein. Ein Teil der kolportierten 120 Millionen Euro gehen also womöglich an Axel Caesars Erben, die sich den Erhalt des Anscheins sicher teurer bezahlen lassen werden, als die kommerzielle Karikaturen seriöser TV-News bislang gekostet haben.

Andererseits: schlimmer als das pathetische Trara, in dem sich ein ZDFspezial Dienstag durch die Trauerfeier für Nelson Mandela dramatisiert hat, kann es bei den Privaten auch nicht sein. Viele von denen, raunte es da aus dem Off, „die hier heute dabei waren, werden diesen Tag niemals vergessen“. Steile These. So wie die von Lanz, mit Wetten, dass…? aufzuhören wäre „uncool“, wie er dem Stern neben allerlei Fehlern in der Donnerstagsausgabe gestand. Nein, lieber Markus, uncool sind Männlichkeitesriten. Etwa „die Meute“, wie er Kritiker nennt, „zu ärgern“. Cool dagegen ist Scheitern, wie auch diesen Samstag, wo ganz 330.000 Zuscher mehr als beim kürzlichen Allzeittief schon zur Erfolgsmeldung hochgeblasen wurden. Oder mal einen Appell ins Netz zu blasen. Zum Beispiel den:

KAUFT NICHT BEI AMAZON!

Aber das nur nebenbei, also am Rande des einzig wahren Medienscoops der vorigen Woche: Der werbewirksam als „einmaliges Event“ angekündigte Weihnachtseinsatz von Nora Tschirner und Christian Ulmen als Weimarer Tatort-Duo soll nun doch – Überraschung! – fortgesetzt werden.

TV-neuDie Frischwoche

16.-22. Dezember

So wie das Schicksal der fiktiven Fabrikantenfamilie Mallinger. In Beste Bescherung haut ihr Regisseur Rainer Kaufmann heute im ZDF erneut das großbürgerliche Getue um die Ohren, was auch beim dritten Mal sehr unterhaltsam ist. Und trotz aller Skurrilität realistischer als die paar ernst gemeinten Momente bei Ein Quantum Trost parallel im Ersten, wo 007 gewohnt sinnfrei noch jedes physikalische Gesetz ignoriert. Wie man Geschichten über harte Kerle im Kampf gegen widrige Elemente macht, ohne dass ständig Testosteron aus dem Bildschirm suppt, zeigt dagegen Baltasar Kormákurs isländischer Film The Deep morgen um 22.05 auf Servus TV, während der ARD-Mittwochsfilm Was machen Frauen morgens um halb vier beweist, wie wenig Östrogen nötig ist, um eher weibliche Themen zu verhandeln. Wenn Brigitte Hobmeier darin ihre bayerische Landbäckerin dadurch vor der Pleite rettet, Dubaiern Christstollen anzudrehn, spielt ihr Chromosomensatz eine untergeordnete Rolle.

Was man fürwahr nicht von all ihren Geschlechtsgenossinnen behaupten kann. Eine davon hat das Klischee der dämlichen Silikonblondine so konsequent perfektioniert, dass ihr Stammsender Vox Dienstagabend allen Ernstes 5 Jahre Daniela Katzenberger feiert. Kommen wir also zu etwas mit ein paar Hirnzellen mehr. Die zweite Staffel der britischen Serie Downton Abbey, wo ab Freitag auf ZDFneo drei Tage am Stück der Niedergang des britischen Adels vor 100 Jahren verhandelt wird. In Der kleine Lord dagegen hat blaues Blut noch Gewicht und eröffnet parallel im Ersten wie jedes Jahr das Weihnachtsprogramm.

Zwischendurch verabschiedet sich der Fußball mit einer sportlich irrelevanten, betriebswirtschaftlich profitablen Klub-WM in die Winterpause. Von Mittwoch an läuft die öffentlich-rechtliche Dauersubvention des FC Bayern also nochmals auf Hochtouren und könnte am Samstag sogar den Kriegsfilm Laconia aus der ARD kegeln, falls die Münchner Milliardäre das Finale in Agadir erreichen. Weniger lukrativ, dafür soziokulturell relevant ist da die Doku Kiezrock und Punkrock über das Phänomen des FC St. Pauli, mit der ZDFkultur dem gleichen Sport zwei, drei Dimensionen tiefer auf den Grund geht.

Für Kinder gibt’s auch was: Hermine Huntgeburths Kinoversion von Mark Twains Tom Sawyer am Freitag auf Arte. Für Satirefans den Jahresrückblick Nuhr 2013 (Montag, 22.55 Uhr, ARD). Für Kriminalisten: den neuen Tatort aus Bayern, diesmal ­– versprochen! – nicht von Dominik Graf, also auch ohne Vollnarkose verträglich. Und für Wochentippfans den Tipp der Woche: Bang Boom Bang, Dienstag auf Tele 5, die vielleicht beste Ruhrpottkomödie ever. Und der Konsumtipp der Woche zur Weihnacht: KAUFT NICHT BEI AMAZON! Oder hatten wir das schon?


Bryan Cranston: Breaking & Bad

Ottonormalverbrecher

Seit vorigem Freitag läuft endlich die letzte Staffel von Beaking Bad und klärt die Frage, ob ein sympathischer Schwerverbrecher wie Walter White darin überleben darf. Sein Darsteller Bryan Cranston ist da skeptisch.

Von Jan Freitag

Kinder gehen gar nicht. Seit das Privatfernsehen die Sehgewohnheiten vor fast drei Jahrzehnten nachhaltig radikalisiert hat, lässt sich der gemeine Fernsehzuschauer zwar nur noch mühsam schocken. Pornografie, Gewaltexzesse, Werbeflut, selbst Vergewaltigungen rauschen ja längst durchs Publikum hindurch wie atomare Strahlung – irgendwie giftig, aber kaum merklich. Wenn allerdings Kinder betroffen sind von der Verrohung am Flatscreen, der mal eine Bildröhre war, regt sich doch noch etwas im Gewissen.

Sogar bei Breaking Bad.

Am Freitag, den 13., eine Woche nach dem heutigen Start der letzten Staffel einer TV-Serie, die nicht wenige als beste aller Zeiten betrachten, erwischt es nämlich mal wieder einen Minderjährigen. Gezielter Schuss ins Herz. Von einem Profi, so eiskalt wie berechnend. Denn es geht wie so oft ums Überleben. „Er oder wir“, erklärt der Mörder seinen entsetzten Komplizen, warum es zwingend nötig war, den minderjährigen Zeugen einer ihrer vielen Verbrechen vom Motorrad zu schießen. Und Walter White, jener todkranke Chemielehrer aus New Mexiko, der sich beim Serienstart entscheidet, seine Familie vorm eigenen Exitus durchs Kochen illegaler Drogen zu versorgen, er nennt dazu drei nüchterne Handlungsoptionen: Den Killer zu feuern, zu beseitigen oder zu behalten. „Ich bin für Möglichkeit drei.“

So tickt Breaking Bad seit nunmehr fünf Jahren. Mit dieser Mischung aus bürgerlichen Bedenken und krimineller Energie hat Vince Gilligans Meisterwerk weltweit für Furore gesorgt. Und besonders Bryan Cranston ist in 62 Folgen vom soliden Darsteller gewöhnlicher TV-Formate wie Malcolm Mittendrin oder Diagnose Mord zum Superstar des globalen Serienfernsehens gewachsen. Fast 50 Jahre alt musste der spröde Kalifornier also werden, um mit seinem bieder diabolischen Walter White nicht nur dreimal den Emmy als bester Hauptdarsteller zu gewinnen, sondern nichts weniger als Filmgeschichte zu schreiben.

Beides sieht man ihm allerdings keinesfalls an, als er zur Vermarktung des Serienfinales in ein Londoner Luxushotel bittet. Oberhemd, Jeans, Pullover, akkurater Vollbart, offenes Lächeln, „nice to see you“ – Bryan Cranston ist exakt jener All-American-Guy, der in seinem späten Durchbruch peu à peu zum All-American-Gangster wird. „Der die größtmögliche Entwicklung durchmacht, die unser Land zulässt“, wie es Cranston, der es als Scheidungskind aus armen Verhältnissen selber bis nach oben geschafft hat, fühlbar stolz auf sein Werk ausdrückt. Ein typischer Mittelklassmann mit Mittelfrau, Mittelklassewagen, Mittelklassehaus, der den Wunsch lebt, „aufzusteigen bei gleichzeitiger Erkenntnis, dass letzteres in Amerika zusehends unmöglich ist“. Das mache Breaking Bad so interessant. „Denn Walt steigt tatsächlich auf!“ Und wie! „Aus der Mittel direkt in die Upper Class!“ Klingt wie ein Märchen, aber Cranston Grinsen leitet die entscheidende Frage nach dem Erfolgsgeheimnis der Serie ein: „Ist er darin glücklicher?“

Ist er nicht.

Denn in der letzten Staffel, die der Pay-TV-Kanal AMC betriebswirtschaftlich klug in zwei Teile gesplittet hat, wird Walter White zwar endgültig zum Gangsterboss; seine spießbürgerliche Kleinstadtidylle mit einem Pool, zwei Kindern und einer Menge Hypotheken, das also, wofür er den Weg in die Unterwelt überhaupt gegangen ist: ein Trümmerfeld, blutgetränkt zudem. Da sei es „schwer vorstellbar“, Cranston sucht bei seiner Agentin im Zimmereck nach Zustimmung für so viel Vorschusswissen, „dass sein Leben nach dem Finale einfach normal weitergeht“. Im Produktionsland selbst wollten Ende September sagenhafte zehn Millionen Leute im allerletzten Teil sehen, was genau der Hauptdarsteller damit meint. Es war Rekord für ein kostenpflichtiges Angebot, das gleich mal die sorgsam lancierte Neuigkeit nach sich zog, es würde doch eine Fortsetzung geben – wenngleich ohne Walt, Jessie, Hank, Skyler, den derzeitigen Stars. Stattdessen mit Saul Goodman, dem windigen Anwalt der Bösen.

Das allerdings wäre nicht mehr die brillante Story von Aufstieg und Fall einer ganzen Klasse, die – wie Cranston meint – nicht ganz ohne Zufall im Knall der platzenden Immobilienblase angelaufen ist; es wäre ein schlichtes Spin-Off mit der Chance, alte Fans ein wenig länger an die Geschichte zu binden. Eine Idee wie Breaking Bad selbst dagegen, das gilt sogar im Licht dramaturgischer Überraschungen wie Homeland oder Lilyhammer, wird sich so schnell nicht wiederholen lassen. Das Höchstmaß dessen nämlich, was Cranston „Manipulation“ nennt: Der Gesellschaft so unterhaltsam, so geschickt vor allem den Spiegel vorzuhalten, dass selbst ein väterlicher Verbrecher wie Walter White „bis tief in die 4. Staffel für viele noch als Good Guy“ gilt. Doch keine Sorge: in der 5. denkt das nicht mal mehr der Ottonormalverbrecher selbst.


Bryan Cranston: White & Heisenberg

Umsonst ist der Tod

Weil ein gelungener Tatort selbst mit Wiederholungen noch super Einschaltquoten erzielt, machen es die freitagsmedien heute mal wie das Erste Programm und wiederholen ein Interview vom Frühjahr: Mit Bryan Cranston, der zurzeit freitags auf Arte als Walter White Richtung Finale der besten Serie aller Zeiten zusteuert: Breaking Bad

Von Jan Freitag

Ja das ist er! Nein, das kann er nicht sein! Doch, er ist es: Bryan Cranston, das Gesicht von Walter White, dem Hauptdarsteller von Breaking Bad, der vielleicht besten Fernsehserie unserer Tage. Die Geschichte eines krebskranken Chemielehrers, der aus Sorge um seine Familie vom Superspießer zum Drogenbaron wird, läuft mittlerweile in mehr als 30 Ländern der Erde. Die vierte Staffel läuft jetzt endlich auch in Deutschland. Bryan Cranston aus dem sonnigen Kalifornien hat zwar denselben Vollbart wie sein Walter White aus dem heißen New Mexiko, aber er lacht in den ersten vier Minuten Interview mehr als seine Alter Ego in vier Staffeln.

freitagsmedien: Mr. Cranston, hatten Sie zwischen den Dreharbeiten zu Breaking Bad die Zeit, sich das Fernsehduell Ihrer Präsidentschaftskandidaten anzusehen?

Bryan Cranston: Natürlich! Und wenn ich es einrichten kann, sehe ich morgen auch die nächste.

Weil es eine Bürgerpflicht ist, sich zu informieren, oder weil es gutes politisches Entertainment ist?

Sowohl als auch. Ich bin wie die meisten Amerikaner eben neugierig, wie sich die Bewerber auf dem Weg ins Amt präsentieren. Auf uns als Wähler des Führers der freien Welt lastet zu viel Verantwortung, um da den Überblick zu verlieren.

Beeinflusst das auch Ihre Wahlentscheidung?

Nicht wirklich. Ich habe, wie die meisten Zuschauer, meine Wahl längst getroffen.

Nämlich?

Für den amtierenden und nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Der sich – wie sein Kontrahent Romney – permanent an die Mittelschicht wendet. Wenn man den beiden so zuhört, scheint die kurz vorm Untergang zu stehen.

Das passt eben zur allgemeinen Stimmung im Land. Es gibt da in der Tat große Herausforderungen, denn seit dem Crash von 2007 drehen sich die Räder des Fortschritts langsamer und es herrscht in Amerika wie fast überall in der Welt große Apathie. Dennoch gibt es nicht nur bei uns so viel Uneinigkeit und Spaltung, vor allem aber so viele falsche Schuldzuweisungen, dass ein guter Ausgang zunehmend unwahrscheinlich wirkt.

Aber das betrifft doch keinesfalls nur die bürgerliche Mitte.

In der Tat. Die ganze Mystifizierung der größten gesellschaftlichen Gruppe scheint mir doch eher taktischer Natur zu sein. Sie ist ja in erster Linie eine ökonomische Größenordnung, eine Art neuer Arbeiterklasse, die früher stärker im Fokus stand. Heute dreht sich alles um die bürgerliche Mitte.

Die andererseits oft abschätzig betrachtet wird, als etwas Mediokres.

Das ist bei uns etwas anderes als vielleicht in Europa. Die Mittelklasse bildet schon wegen ihrer Größe das Rückrat jeder Nation, aber hierzulande entsteht darin noch der Stolz darauf, sein Leben aufrecht mit ehrlicher Arbeit zu bestreiten. Deshalb, so heißt es, müsse sie unterstützt werden, statt ihr immer neue Steuern aufzubürden. Deshalb muss sie sich aber auch um schwächere Schichten kümmern, was Barack Obama mit der allgemeinen Gesundheitsversicherung ja versucht. Jede fortschrittliche Nation, die ich respektiere, hat eine. Auch Deutschland besitzt ein System, dass nicht nur einigen, sondern allen Bürgern eine solide Grundversorgung gewährleistet. Diese Solidarität sollte auch unsere Mittelschicht zeigen.

Da wäre Walter White sicher Ihrer Meinung!

Wenigstens zu Beginn der Serie. Denn was ihn überhaupt in den späteren Abwärtsstrudel gezogen hat, ist ja der Bedarf nach einem Zweitjob, um seinem behinderten Sohn eine Behandlung zukommen zu lassen, die von der Versicherung nicht gezahlt wird. Dass die erste Staffel auf dem Höhepunkt der ersten Finanzkrise angelaufen ist, mag ein Zufall sein, aber dass die Sorge um seine Familie, später auch die Kosten seiner eigenen Krebstherapie Walter White immer tiefer in die Kriminalität zieht, macht Breaking Bad fraglos zum Sinnbild des Abstiegs der Klasse, aus der er stammt.

Was macht ihn noch zu einem ihrer typischen Vertreter – seine Herkunft, sein Leben, seine Gewohnheiten?

Sein Auto (lacht!). Nein im Ernst – ich glaube, es ist diese Mischung aus dem Wunsch aufzusteigen und drin zu bleiben bei der gleichzeitigen Erkenntnis, dass letzteres in Amerika zusehends unmöglich ist. Egal, in welcher Schicht du steckst – in der Regel bleibst du dort den Rest deines Lebens. Anders gesagt: wer arm geboren wird, bleibt arm, wer reich geboren wird, bleibt reich. Genau das macht Breaking Bad so interessant, denn Walt steigt tatsächlich auf! Und wie! Aus der Mittelschicht direkt in die Upper Class! Aber mal ehrlich: ist er darin glücklicher?

Immerhin ist er einflussreicher, reicher, mächtiger.

Trotzdem will er tief im Innern sein altes Dasein zurück. Er will wieder anderen Wissen vermitteln statt Drogen, er will seine Familie wie sie mal war. Unterbewusst wird ihm klar, dass Einfluss, Reichtum, Erfolg keinesfalls glücklicher machen. Das ist womöglich seine sehr bürgerliche Sicht der Dinge.

Immerhin beruhigt Geld ungemein.

Schon. Aber um nur zu beruhigen und nicht übermütig zu machen, ist ganz wichtig, dass man langsam zu Geld kommt, dass es ein Prozess ist. Sprechen Sie mal mit Leuten, die aus dem Nichts nach ganz oben kommen, Lotto-Millionäre zum Beispiel. Ich habe gelesen, dass 85 Prozent von denen nach dem Jackpot ärmer sind als zuvor.

Sind Sie selbst dank Ihrer Karriere aufgestiegen?

Ökonomisch auf jedem Fall. Ich war ja nicht mal Mittelklasse, sondern Unterschicht. Meine Eltern haben sich getrennt als ich zwölf war, woraufhin sie ihr Haus verloren haben. Wir hatten so wenig Geld, dass ich ein Jahr bei meinen Großeltern leben musste. Eine harte Zeit, aber ich sehe sie jetzt mit anderen Augen. Denn sie hat mir ein Arbeitsethos vermittelt, von dem ich noch heute zehre: umsonst ist der Tod! Die Welt schuldet dir gar nichts! Wenn du was willst, arbeite dafür! All dies gelernt zu haben, macht mich dankbar.

Dann sind Walt und Sie beide Aufsteiger, nur von verschiedenen Ausgangspunkten.

So gesehen schon. Ich gehöre heute zur Oberschicht, da mache ich mir nichts vor. Aber ich bin behutsam dorthin aufgestiegen. Deshalb – hoffe ich zumindest – macht mich mein Geld nicht wie Walt gieriger, sondern klüger. Denn das Beste, was man sich in unserer Zeit mit Geld kaufen kann, sind ja nicht Dinge des Überflusses, sondern Zeit. Sie, vor allem aber ihr Mangel, sind die Beherrscher unserer aller Leben.

Zeit gilt als wertvollste Ressource unserer Epoche.

Und zwar ganz egal, ob in der Unter-, Mittel- oder Oberschicht: Wer keinen Job hat, entwertet Zeit durch Nichtstun, wer doch einen hat, arbeitet überwiegend so viel, dass er ständig mit seiner Zeit jonglieren muss. Von der will schließlich jeder ein Stück: Dein Boss, deine Familie, die Gemeinde, du selbst. Da ist es eine gewaltige Aufgabe, Zeit eigenständig und unabhängig zu verwalten. Diese Möglichkeit bezeichne ich als meinen größten Reichtum. Und das auch wertschätzen zu können, ist vielleicht ein bürgerliches Element in mir.

Sprechen Sie eigentlich Deutsch.

Nur eins: (auf Deutsch) Nein.

Dann kennen Sie das Wort Spießer nicht?

Leider nicht, aber es klingt interessant.

Es ist die Steigerung des Bürgerlichen zur Mittelmäßigkeit, Angepassten, Ängstlichen und Konformen.

Dann war ich nie ein Spießer.

Und Walter?

Schwer zu sagen. Er war deprimiert von den vergebenen Chancen im Leben, seiner Furcht zu scheitern, von seinem unterdrückten Potenzial. Deshalb ist es ein so interessanter Aspekt der Geschichte, dass er ausgerechnet Lehrer wurde, denn die sind bei uns zuhause zutiefst respektiert. Das mag sich nicht unbedingt in den Gehältern ausdrücken, aber in ihrem guten Ruf. In den USA gelten Lehrer förmlich als unkritisierbar. Diese Mischung aus Selbstzweifel und Anerkennung, verpassten Chancen, einem guten Leben und der Art, wie das alles in kürzester Zeit auf den Kopf gestellt wird, macht Breaking Bad womöglich so erfolgreich.

Das erklärt vielleicht den Erfolg in den USA, aber nicht unbedingt in mehr als 30 Ländern, in denen die Serie nicht selten als beste Fernsehserie aller Zeiten gilt.

Das hat mit Identifikation und Fallhöhe zu tun. Breaking Bad ist die Geschichte Mannes aus der Mitte der Gesellschaft, der fürs Auskommen seiner Familie hart arbeitet, bis sein Leben durch eine Krankheit, die alle treffen kann, ins Wanken gerät. Nennen Sie mir einen Erwachsenen in ihrem Umfeld, der keinen Angehörigen oder Bekannten durch Krebs verloren hat! Diesen unvermittelten Sturz aus der Normalität können die Zuschauer so gut nachempfinden, dass ihn selbst sein Ausweg ins Verbrechen kaum Sympathien kostet.

Zumindest anfangs.

Fast bis zum Schluss sogar! Seine Methoden mag nicht jeder nachempfinden, seine Verzweiflung schon. Deshalb gilt er bis tief in die 4. Staffel hinein für viele noch als Good Guy. Das ist die perfekte Voraussetzung einer guten Serie.

Was macht sie dann brillant?

Dass der Sympathieträger radikaler auf die andere Seite wechselt als in jeder anderen Serie. Walter macht nämlich etwas viel zu Kühnes für einen, wie sagten Sie – Spießer: er riskiert etwas, sogar alles. Er nimmt zum ersten Mal sein Schicksal in die eigene Hand.

Würden Sie das auch tun?

Selbstverständlich, darin ähneln wir uns. Ich würde alles tun, um meine Familie zu retten.

Auch Drogen verkaufen?

Gott, nein! (lacht) Ich würde aktiv werden, sozusagen vom Subjekt zum Objekt, aber doch nicht meine Seele verkaufen wie Walter. Andererseits zeigt Breaking Bad eindrucksvoll, was geschehen kann, wenn sich die Dinge verselbständigen. Vielleicht kann das, was Walter passiert, also doch jedem passieren. Da schlummert etwas in jedem von uns. Jeder hat das Potenzial, um gefährlich zu werden.

Also auch zum Mörder?

Jedenfalls um zu töten. Sofern es die Umstände erlauben. Immer wenn die eigene Existenz umzustürzen droht, wenn alles um einen zusammenbricht, manchmal auch nur, wenn sich etwas Grundlegendes sehr plötzlich ändert, kann dieses Potenzial wachgerufen werden. Denken Sie an Ruanda, Serbien, an all die Amokläufe ganz normaler Menschen; wenn sich Faktoren, die einzeln folgenlos bleiben, zu einer einzigen Katastrophe bündeln, ist selbst inmitten der Zivilisation fast alles möglich. Entscheidend ist nur, was man als Einzelner zu tun bereit ist, was man noch zu verlieren hat. Nehmen Sie eine simple Kneipenschlägerei: Wer die gewinnt, hängt selten von den Muskeln ab, sondern Willensstärke und Verzweiflung. Darum würde ich bei solchen Streitereien eher auf den Kleinsten wetten, sonst hätte er sich doch gar nicht drauf eingelassen.

Sie würden also im Zweifel auf sich wetten.

Wenn ich ausreichend wütend und hoffnungslos bin, allemal. Das alles steckt ja auch in mir. Meine Umstände sind derzeit nur zu gefestigt, aber wenn alles zusammenkäme, könnte auch ich ausbrechen aus meiner Normalität. Ich könnte töten.

Ist das die Grundvoraussetzung, um einen Charakter wie Walter White zu spielen?

Ich glaube, die wichtigste Voraussetzung, um so etwas glaubhaft verkörpern zu können, ist, zu sich und anderen ehrlich zu sein. Die meisten halten Walts Situation für hypothetisch. Nur – das ist sie nur bis zu dem Punkt, wo der nötige Anstoß daraus Realität macht. Wenn ich Sie beim Abendessen frage, was Sie für eine Million Dollar tun würden, kämen sehr theoretische Antworten dabei heraus, vielleicht lustige, aber kaum ultimative. Wenn ich das Geld aber vor Ihnen auf den Tisch lege, kriegt das Spiel sofort eine neue Wendung. Oder nehmen wir’s etwas kleiner: Wenn ich frage, ob ich Ihnen eins in die Fresse hauen darf?

Lehne ich dankend ab.

Und wenn ich dafür, sagen wir: 25.000 Dollar auf den Tisch lege.

Sie würden hart zuschlagen?

Normal hart.

Nur mit der Faust?

Ohne Hilfsmittel.

Dann los!

Sehen Sie! Solche Debatten sind nicht moralischer Natur; es geht darin immer um Aushandlungen zu einer bestimmten Währung.

Sie meinen Geld?

Nicht immer, aber sobald es ins Spiel kommt, verändert sich unser Verhalten. Wir alle sind fähig zur Bescheidenheit, Größenwahn plus alles, was dazwischen liegt. Und in unserer Gesellschaft kann einen Stapel Banknoten nun mal jede Überzeugung mit einem Fingerschnipsen umwerfen.

Es passt zu Breaking Bad, dass Sie ausnahmslos Beispiele wählen, die von Gewalt handeln. Ist die neben der Fallhöhe des Hauptdarstellers das Kernthema der Serie?

Nein, das wäre zu eindimensional. Gewalt ist ein dramaturgisches Mittel der Serie, um das wichtigere Kernthema zu visualisieren: Verführung. Wenn ich sage, der Ort, an dem Sie geboren sind, ist einer der schönsten Plätze, an dem ich je war, fühlen Sie sich geschmeichelt und kaufen mir danach vielleicht die größte Lüge ab. Man kann Menschen mit den einfachsten Mitteln manipulieren. Menschen sind Manipulatoren. Menschen im Fernsehen besonders. Das ganze Fernsehen ist Manipulation.

Sie sehen sich als Manipulator?

Das ist mein Job! Wenn ich Walter White spiele, wie ich ihn spiele, manipuliere ich das Publikum, indem ich es einfach gut unterhalte, indem ich es vielleicht zum nachdenken bringe, indem ich, wie eingangs erwähnt, der Gesellschaft durch Walt einen Spiegel vorhalte.

Haben Sie überhaupt irgendwas mit ihm gemeinsam?

Nichts, was für die Serie von Bedeutung ist. Was ich bloß spielerisch tue, macht er mit seiner gesamten Existenz: Walter versucht jemand zu sein, der er nicht sein kann. Dabei geht ihm mit jedem Schritt in diese Arena, für die ihm eigentlich das Rüstzeug fehlt, ein weiteres Stück seiner Seele verloren, bis sie im Laufe der Serie so gealtert ist, dass sie ihn langsam von innen zersetzt.

Deshalb sieht er in der Serie so viel älter aus als Sie in Natura.

Oh, danke! Gut, das zu hören. Meine Seele ist offenbar jünger geblieben, obwohl ich äußerlich ebenso altere wie er. Und falls doch einige seiner Abgründe in mir stecken, tue ich alles, um sie nicht herauszulassen; ich will weder verhaftet noch getötet werden oder auch nur gefürchtet. Dafür lernt man ja von klein auf: Sei nett! Sei freundlich! Teil dein Spielzeug! Senk deine Stimme! Warte, bis du dran bist! Solche Selbstkontrollen zählen zur Grundausstattung unserer Erziehung, weil wir eben nicht als soziale Wesen auf die Welt kommen, sondern als komplette Egoisten. Für Babys dreht sich die ganze Welt nur um sie selbst. Von daher glaube ich, Menschen, die eine Wendung wie Walt machen, entwickeln sich ein Stück weit zurück.

Wenn man Ihrem Produzenten Vince Gilligan glaubt, dann entwickelt sich Walter White sogar so weit zurück, dass er nicht überleben darf. Mr. Cranston, sterben Sie im Finale?

Das könnte ich Ihnen nicht mal sagen, wenn ich wollte; selbst wir Schauspieler erfahren erst kurz vorn Drehen jeder Folge, wie sie genau aussieht. Ehrlich! Aber es ist schwer vorstellbar, dass sein Leben nach dem Finale einfach normal weitergeht.

Ihr eigenes wird sogar besser weitergehen als bisher. Nachdem Sie bis Breaking Bad vor allem in TV-Serien wie Malcom Mittendrin gewirkt haben, ist das Kino auf Sie aufmerksam geworden.

Das ist richtig. Ich mache aber auch weiter mit Leidenschaft gutes Fernsehen.

Viele behaupten ohnehin, die großen Erzählungen von HBO bis AMC übertreffen längst die des Kinos.

Stimmt, TV ist das neue Kino. Dort laufen mittlerweile mehr umfassende, befriedigende Dramen als auf der Leinwand. Nehmen Sie nur Mad Men, Justified, Damages, Dexter, brillant! Aber es gab schon immer gutes Fernsehen, das wird heute oft vergessen.

Was war die Serie Ihrer Kindheit?

Zum Beispiel die Andy Griffith Show. Was hab ich die geliebt! Das war schon damals großes Fernsehen. Fast so groß wie Breaking Bad.


Tote Raser und zänkische Schwestern

Werbung, RFT Color 20, FernseherDie Gebrauchtwoche

2. – 8. Dezember

Drei Namen, drei Tote, drei Verluste: dem Bildschirm kamen vorige Woche drei sehr verschiedene Protagonisten abhanden, die auf ihre Weise zeigen, wie im flüchtigen Fernsehen Relevanz entsteht: Mit 85 etwa starb die Legende des erblühenden Nachkriegsmedieums Chris Howland, reißt jedoch mangels zeitgenössischer Beiträge bestenfalls ein Loch ins TV-Gedächtnis Gleichaltriger; zehn Jahre jünger ging Peter Graf von uns, dessen mediale Dauerpräsenz Ende der 80er allei durch Tochter Steffis tolle Rückhand gerechtfertigt war. Völlig rechtfertigungsfrei indes tunkte Paul Walker (40) erst die Leinwand, dann RTL in Testosteron und trat nach sechs Folgen The Fast And The Furious völlig folgerichtig bei einem Autounfall geschwindigkeitsüberhöht endgültig vom Gaspedal.

Tragisch, zugegeben. Zugleich aber nichts, was vernunftbegabte Wesen tiefer bewegen dürfte als zwei Sekunden DMAX. Dass man aber auch mit modernen Methoden für Teilnahmslosigkeit sorgen kann, beweist die ARD. Deren Ankündigung, noch ein Tatort-Event zu planen, diesmal mit Heike Makatsch in Freiburg, ist nach dem Weimarer Ausflug ihrer Kollegin Tschirner ähnlich überraschend wie eine andere Meldung vom Hochamt des Krimis: Von den 73 Leichen, die in 43 Erstausstrahlungen 2013 ums Leben kamen, pflasterten stolze sechs den Weg von Til Bang Schweiger alias Nick Boom Tschiller bei seinem Debüt in Hamburg. Errechnet hat das die Fanpage www.tatort-fundus.de, der jene Zehntklässlerin offenbar nicht angehört, die sich auf einer Online-Plattform (http://www.out-takes.de/index.php/2012/offener-brief-einer-schulerin-an-ard-und-zdf/) mal so richtig über öffentlich-rechtliche Biederkeit ausgekotzt hat.

Aber vielleicht sollte sie statt fernsehen ohnehin lieber lesen. Den Spiegel zum Beispiel. Das hält geistig rege, fördert echten Journalismus und ist ab 2015 an einem neuen, alten Erscheinungstag möglich. Dann erscheint das Magazin nach fast 50 Jahren auf dem Montag wieder wie zu Beginn samstags. Wahnsinns-News von Chefredakteur Wolfgang Büchner also, mit der er seine Vorgänger vergessen machen möchte. Die übrigens nun geschlossen das ideologische Lager gewechselt haben. Denn nach dem Wechsel Mathias Müller von Blumencrons zur FAZ, scheint sein alter Mitchef Georg Mascolo nun zu Springer zu gehen. Also zurück zu etwas mit mehr Haltung und Charakter: Der ARD, die für den Brennpunkt längst alle Sehgewohnheiten sprengt wie Donnerstag, als die Sondersendung zum Sturm Xaver mehr als sieben Millionen Zuschauer fand.

TV-neuFrischwoche

9. – 15. Dezember

Und damit mehr als Wetten, dass…? am Samstag erwarten darf. Mehr auch als tags drauf der Polizeiruf mit Horst Krause und Maria Simon. Ja sogar mehr als Günther Jauch zum SPD-Mitgliederentscheid, für den der zuvor bereits wegen angeblicher Jugendgefährdung auf 22 Uhr verschobene Tatort: Franziska gen Januar verrückt wurde. Und ganz gewiss ein Vielfaches dessen, was sich vor der ansehnlichen Doku Auschwitz vor Gericht, heute um 23.30, zum 50. Jubiläum der Auschwitzprozesse auf gleichem Kanal versammeln dürfte.

So ist es halt, mit Relevanz und Resonanz, diesen zwei zänkischen Schwestern der Aufmerksamkeitsgesellschaft. Da findet ein tolles Politdrama wie Der Staat schweigt am Freitag auf Arte tendenziell unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, während sich Oliver Pocher Dienstag zuvor ohne Esprit, Talent, ohne Sinn und Verstand vor mehreren Millionen durch den pappeflachen Sat1-Ulk Der Weihnachtskrieg stümpert. Da wird es andererseits der unschlüssige Stromlinienthriller Das Jerusalem-Syndrom über irgendwas Dan-Brown-artig Religiös-Mystisches im Gelobten Land dank seines prädestinierten Sendeplatzes am ARD-Mittwoch zu anständiger Quote bringen; die famose Dokumentation Made in Germany dagegen, in der sich die Politpunk-Legende Jello Biafra Samstagabend bei Arte allen Ernstes als Fan des porträtierten Heino outet, sieht sicher wieder keine Sau.

Aber wenigstens halten sich bei der heute-show sich Renommee und Reichweite voraussichtlich die Waage, wenn das ZDF dort Freitag um 22.30 Uhr gewohnt witzig aufs scheidende Jahr zurückblickt. Noch was? Ach ja: Das Zweite wiederholt auf seinem Ableger Neo ab morgen die fiktive Selbstironie Lerchenberg. Sat1 widmet sich beim letzten Kampf der schönen Kickboxerin Christine Theiss am Freitag (23.15 Uhr) wohl zum letzten einer Randsportart. Und der Tipp der Woche schwenkt wie so oft Richtung Vergangenheit: ins Paris des Jahres 1972, wo Der letzte Tango Marlon Brando zum gefeierten, beschimpften Softpornodarsteller machte.


Dokumentarreihe: Geliebte Feinde

Ziemlich beste Feinde

Seit Montag zeigt Arte in seiner Dokumentarreihe Geliebte Feinde täglich um 19.30 Uhr (und zu jeder Zeit in der Mediathek http://www.arte.tv) zehn Teile lang, was Deutsche und Franzosen eigentlich gegeneinander haben. Vor allem aber: was daran bloß nationalistisch geprägtes Machtgehabe ist.

Von Jan Freitag

Historische Unwahrheiten haben meist eine ziemlich hohe Halbwertszeit. Das von der Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland zum Beispiel: Schon immer, hieß es lange Zeit, seien sich die zwei Nachbarstaaten spinnefeind gewesen. Selbst jetzt, da aus der alten Rivalität fast innige Freundschaft zu werden scheint, gelten mit dem neuen Kuschelkurs Jahrhunderte, ach Jahrtausende des Zankens, Haderns, Kriegeführens überwunden. Alles Unsinn? Fals alles Unsinn! Das behauptet zumindest eine Dokumentarfilmserie, die dem deutsch-französischen Verhältnis gründlich auf den Zahn fühlt.

Denn siehe da: Viele Gegensätze zwischen den nur vermeintlich so gegensätzlichen Völkern, vermeldet der Zehnteiler Geliebte Feinde auf Arte, sind nichts als sorgsam geschürte Ressentiments, politische Erfindungen mithin. Überwiegend entstanden im anschwellenden Nationalismus des 19. Jahrhunderts, der den Gedanken konsistenter Völker in festen Landesgrenzen erst hoffähig, dann zum guten ton, schließlich zur Staatsdoktrin machte. Genährt von Napoleon Bonaparte, dessen Okkupation überhaupt erst half, aus dem Flickenteppich rivalisierender Fürstentümer im Osten einen leidlich kompakten Verbund namens „Deutsches Reich“ zu formen. Ignorierend, dass Frankreich zuvor eher England grundlegend feindlich gegenüber stand, zumal Deutschland damals – wenn überhaupt – deckungsgleich mit Preußen war, das ohnehin fast nur Gegner kannte.

Trotzdem gedeiht das ewige Gerede vom Erbfeind bis heute prächtig im Kanon wirkmächtiger Klischees. Dass französische Bräuche, Dichter, Denker, Speisen, die gesamte Zivilisation jahrelang prägend waren fürs deutsche Selbstverständnis, dass unser Wortschatz vollgestopft mit Frankismen jeder Art ist, dass der germanische Adel bis zu seiner Entmachtung parlierte, nicht sprach, dass nicht nur Nietzsche alle Literaten außer ein paar Parisern (und ihm selbst, versteht sich) für Idioten hielt und Deutschlands geistige Elite der Eroberer Napoleon für einen ordnungsstiftenden Heilsbringer – alles gern vergessen.

Da ist es erfrischend, von den fünf verschiedenen Autoren der Miniserie mit den üblichen Spielszenen zum verfügbaren Archivmaterial zu erfahren, dass die deutsch-französischen Beziehungen eben nicht erst seit Konrad Adenauer friedlicher wurden und die Pariser Verträge von 1963 weniger Anbahnung, als Aussöhnung waren. Und Annette Frier als Germania sowie Antonia Rendinger als Marianne präsentieren das auch genau mit jener Leichtigkeit, die dem Prozess der Entspannung entspricht. Bei aller weltpolitischen Relevanz zwischen Karl dem Großen und Charles de Gaulle, Revolutionen und Weltkriegen, geht es schließlich auch um die Gegensätze des Alltags: vom Weingraben über die Weißbrotmauer bis hin zur Kinogrenze quasi.

Das wirft die Frage auf, wie weit es mit der franko-germanischen Freundfeindschaft denn kulturell gediehen ist? Was sich die Nachbarn im Kleinen zu geben haben? Am Bildschirm zum Beispiel? Womit man schnell beim ausstrahlenden Sender selbst wäre: Arte. Das Gemeinschaftsprogramm ist ja schon qua Statut und Auftrag beiden Bevölkerungen verpflichtet. Und er hat dabei in den vergangenen 21 Jahren Außergewöhnliches geleistet. Bestand das französische Kulturangebot im deutschen Fernsehen auf den prominenten Sendeplätzen bis dato vornehmlich aus Ulk von Louis de Funès bis Jean Paul Belmondo und eher zu nächtlicher Stunde mal aus anspruchsvollem Film Noir bis Nouveau, so gelangten plötzlich französische Serien wie zuletzt Odysseus oder Seconde Chance zu deutschen Ohren. Dazu Reportagen und Dokumentationen, ja selbst Magazine und Nachrichten. Umgekehrt bekam Romy Schneider, rechts des Rheins einst als „Franzosenflittchen“ verpönt, Kollegen zur Seite, die auch links des Rheins gut ankamen: Daniel Brühl zum Beispiel, in Frankreich hochgeschätzt, Sebastian Koch, Hannelore Elsner, Benjamin Sadler, die Liste ließe sich leicht erweitertn.

Dennoch ist noch eine Menge zu tun. Denn anders als angloamerikanisches Fernsehen führt das französische bei uns ein ebensolches Nischendasein wie umgekehrt das deutsche in Frankreich. Sicher, Ziemlich beste Freunde war auch in hiesigen Kinos ein Renner, für die Mundartkomödie Willkommen bei den Scht’is erdachten sich deutsche Übersetzer sogar ein eigenes Ideom und die Zeichentrickserie Es war einmal… ist seit Langem ein Dauerbrenner im Kinderprogramm. Insgesamt aber stammt jenseits von Arte nur ein Bruchteil des Programms vom jeweiligen Nachbarn. Daran wird auch Geliebte Feinde nichts ändern. Quel dommage.


Marietta Slomka – beharrliche Moderatorin

Nicht per se auf Krawall gebürstet

Wie fest Marietta Slomka zubeißen kann, hat die Moderatorin vorige Woche im heute journal bewiesen, als sie Sigmar Gabriel zwischen den Zähnen hatte. Grund genug, ein Interview aus dem Jahr 2010 zu dokumentieren, als sie über ihre Reportagereise in den WM-Kontinent Afrika, Klischees in der Berichterstattung oder Frauen in den Medien gesprochen hat – und auch dabei irgendwie alles andere als handzahm war. Zum Glück!

Interview Jan Freitag

freitagsmedien: Frau Slomka, wie beginnt man ein spannendes, gehaltvolles, kontroverses Interview – eher diplomatisch oder eher konfrontativ?

Marietta Slomka: Das hängt ganz davon ab, mit wem man spricht und worüber. Wichtig ist vor allem, ob eine Konfrontation zielführend ist, ob man mit ihr herauskriegt was man herauskriegen will. Wenn Sie zum Beispiel mit Augenzeugen einer Katastrophe sprechen, ist der konfrontative Ansatz ganz sicher fehl am Platze. Mit einem medienerfahrenen Politikprofi hingegen kann er durchaus sinnvoll sein.

Der kann das ab.

Und der ist als Funktionsträger durch die harte innerparteiliche Schule gegangen und entsprechend gecoacht.

Macht es mehr Spaß, zu attackieren als zu tasten?

Also ich bin nicht per se auf Krawall gebürstet, sondern suche Antworten. Das hört man meinen Interviews wahrscheinlich auch an. Aber wenn das Thema geeignet ist und der Gesprächspartner nur mit Floskeln antwortet, muss man als Journalistin auch mal härter zupacken.

Kann es sein, dass Sie mit Ihrer Reportage „Afrikas Schätze“ journalistischen Populismus betreiben?

Wie kommen Sie denn darauf?

Weil Sie wie bereits zu den Olympischen Spielen in China diesmal mit der gesamten Karawane Richtung WM in Afrika reisen, um ihn für ein halbes Jahr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und danach wieder mit seinen Problemen alleine lassen.

Na da müssten Sie sich selbst fragen, warum wir jetzt ein Interview dazu führen. Oder sollen wir im WM-Jahr gar nicht über Afrika berichten? Das ist ja Quatsch. Ich habe auch vor der EU-Osterweiterung Reportagen aus Osteuropa gedreht oder vor der Bundestagswahl aus Deutschland. Anlässe wie eine WM bieten den Medien die Möglichkeit, andere Blickwinkel auszuprobieren. Das tun wir in Afrika. Und wenn Sie mutmaßen, wir würden den Kontinent nach der WM wieder „alleinlassen“, ist das im übrigen auch eine etwas paternalistische Formulierung – als handele es sich bei den Afrikanern um kleine Kinder.

Eher Ausdruck der Befürchtung, dass die Medien ein paar Monate die Vielschichtigkeit Afrikas beleuchten und dann wie gewohnt die Extreme: Elend und Krieg auf der einen Seite, Urlaub und Natur auf der anderen.

Afrika war schon lange vor der WM ein bedeutender Berichtsgegenstand fürs ZDF. Nicht umsonst haben wir dort zwei ständige Korrespondenten. Insofern haben Sie recht: Afrika hat es nicht verdient, kurz im Fokus zu stehen, und nach dem letzten Pfiff verabschieden wir uns wieder. Aber so ist es auch nicht. In unserer Reportage zeigen wir, wie reich Afrika an Natur- und Bodenschätzen ist, fragen aber nach, wer davon profitiert.

Natur und Ausbeutung – da ist doch wieder.

Nein, denn wir zeigen nicht 90 Minuten lang, dass Afrika ein Armutsproblem in schöner Kulisse hat, sondern was für Potenziale darin stecken. Man kann Armut nicht ausklammern oder relativieren, aber es gibt jenseits von Elend oder der Fotokulisse für Fernsehromanzen viel  Berichtenswertes. Weil so viel über die Entrechteten oder Korrupten und Reichen berichtet wird, fällt zum Beispiel die Mittelklasse oft unter den Tisch. Auch da wollen wir Aha-Effekte erzielen. Und: Afrika sieht oft anders aus als viele es sich vorstellen, die nie dort waren. Wir haben zum Beispiel mit einem indischen Farmmanager in Äthiopien gesprochen, der sagte, er kannte das Land aus dem Fernsehen nur als einzige braune Wüste und sei nun total baff, wie grün es dort ist. Das zeigen wir und ändern damit vielleicht auch ein paar tradierte Bilder.

Auch die eigenen?

Ich habe eine äthiopische Freundin, deshalb wusste ich schon vorher einiges über Äthiopien. Und es war auch nicht meine erste Afrika-Reise. Aber auch ich war vor Ort immer wieder erstaunt.

Kann Fernsehen das Denken der Zuschauer beeinflussen?

Wenn sie sich von mir mitnehmen lassen als jemand, der ihnen vertraut ist, vielleicht. Ein guter Seismograph dafür sind vielleicht die Reaktionen auf  das Land Ruanda. Als ich von meiner Reise dorthin erzählte, meinten viele: Ruanda, ist das nicht gefährlich? Da denkt jeder an Völkermord.

Nicht an die letzten Gorillas.

Daran dachte nur ein Freund von mir, der schon mal dort war. Interessanterweise ist Ruanda für Ausländer eines der sichersten afrikanischen Länder überhaupt. Da kann man als Tourist wirklich entspannt durchreisen. Natürlich nicht als Oppositionelle oder kritische Journalisten aus Ruanda selbst, für die ist es dort alles andere als sicher. Davon abgesehen ist Ruanda auch unglaublich sauber, Plastiktüten sind verboten. Eine ökologische Entwicklungsdiktatur, die so aufgeräumt ist, dass es kaum noch, pardon: afrikanisch aussieht. Die Mittelklasseviertel in Kigali sehen aus wie in einer englischen Kleinstadt. Ich denke, das wird viele Zuschauer überraschen.

Und deren Sicht auf die Dinge verändern?

Das ist mir ein echtes Anliegen. Und ich versuche es, indem ich das Afrika zwischen den Extremen zeige, mehr aber noch die Menschen darin. Deshalb möchte ich weniger über Afrika reden, sondern mehr mit Afrikanern. Einfach mal zuhören, statt unsere europäischen Afrikaexperten zu befragen. Wir haben in der Doku nur einen Deutschen befragt, einen Völkerrechtler in Ruanda, weil der sich politisch kritischer äußern kann als die Ruander selbst. Ansonsten waren wir immer mittendrin.

Wenn Sie also aus den Diamantminen Sierra Leones oder Ruandas Urwald, von den Fischern auf Sansibar oder Immobilienspekulanten in Angola zurückkehren, erholen Sie sich in Ihrem komfortablen Devisenhotel von der Arbeit.

(lacht) Ich musste mich nicht „erholen“, weil ich eine solche Arbeit als spannend und nicht als erschöpfend empfinde. Übrigens leben auch nicht alle Afrikaner in Lehmhütten. Man übernachtet als Journalistin weder in Fünfsternehotels noch unter Brücken, aber wenn man in großen Städten Zwischenstation macht, versucht man natürlich in ein Hotel zu gehen, das nicht nur fließend Wasser sondern auch Internetanschluss hat. Ich muss mich wohl auch nicht dafür rechtfertigen, auf einer Drehreise nicht ständig nur auf Luftmatratzen zu schlafen. Was wir aber auch hatten.

Gibt es den Anspruch an sich selbst, bei einer Reportage im Dschungel dort zu übernachten, statt in der Lodge außerhalb, um tiefer in die Materie einzutauchen?

Die Logistik richtet sich nach Terminplan und Reiseroute, nicht nach den eigenen Ansprüchen.

Sind Sie privat eher eine Trekking-Touristin, die auch mal ein paar Tage ohne warme Dusche auskommt?

Wenn’s sein muss, sogar ohne fließend Wasser. Aber ich finde es gar nicht so gut, wenn Journalisten da ihre Belastbarkeit bezeugen; es ist eine Selbstverständlichkeit, auch Entbehrungen hinzunehmen. Privat mögen mein Mann und ich nun so gar nicht die Abteilung Strandurlaub. Wenn wir durch Indien fahren oder in Südamerika tauchen, geht es eher mal mit Bussen übers Land. Ich will Dinge von der Welt sehen, nicht nur Hotelresorts.

Und kein Cluburlaub.

Genau. Aber das soll jeder machen wie er mag. Ich persönlich finde es nur spannender, in Afrika bergzusteigen als in Kenia am Strand zu liegen. Wenn ich ständig über die Welt berichte, kann es nicht schaden, viel davon gesehen zu haben, und zwar auch die hässlichen Seiten.

Ist so eine mehrwöchige Arbeit in Afrika, hässliche Seiten inklusive, auch Urlaub vom Schreibtisch?

Absolut, und ich empfinde so eine Reportage auch gar nicht als Arbeit. Man kriegt zwar wenig Schlaf und ackert wie irre, aber das merkt man in diesem Rausch der Eindrücke kaum. Ich empfinde es als großes Privileg, solche Reisen beruflich machen zu dürfen. Davon habe ich geträumt, als ich zum Fernsehen gekommen bin. Von solchen Reisen wie nach Afrika.

Wie ist man Ihnen dort als Frau begegnet? Afrika gilt noch immer als äußerst patriarchal.

Noch so ein Klischee. Ich hatte, zumindest in schwarzafrikanischen Ländern, durchaus nicht das Gefühl, Frauen würden überall nur unterdrückt. In Ruanda etwa ist die Hälfte des Kabinetts weiblich. Es gibt kaum irgendwo ein Land mit so vielen Frauen in Spitzenpositionen von Politik und Wirtschaft. Und in Äthiopien haben wir eine Frau getroffen, die hat ihren Mann rausgeschmissen, der soff und sie schlug, dann an einem landwirtschaftlichen Ausbildungsprogramm teilgenommen und für ihre kleinen Felder völlig neue Bewirtschaftungsmethoden entwickelt. Jetzt ist sie als Alleinerziehende die reichste Frau des Dorfes. Und in Ruanda habe ich mich bei einem Abend mit hochgebildeten, selbstbewußten und sehr humorvollen Businessfrauen in einer Bar nicht anders gefühlt als mit meinen deutschen Freundinnen.

Keine strukturelle Benachteiligung mehr in Afrika?

Doch, natürlich. Es gibt zum Beispiel nach wie vor Beschneidungen, auch wenn wir das in unserem Film nicht thematisieren. Oder das große Aids-Problem haben wir auch ausgeklammert, man kann in einem Film nicht immer alle Aspekte berücksichtigen. Es ist keine Frage, dass Afrika gewaltige Probleme im Umgang mit Frauen hat, aber es ist auch nicht so, daß in allen 53 afrikanischen Staaten überall die Frauen zuhause sitzen und unterdrückt werden. Ich habe auf dieser Reise jedenfalls viele hart arbeitende selbstbewußte Frauen gesehen.

Empfinden Sie sich durch Ihre Rolle vor Kamera berufen, etwas für Gleichberechtigung in Deutschland zu tun?

Ich hoffe, dass ich das lebe und äußere mich ja auch zu dem Thema. Aber ich muß nicht Aktivistin einer Frauenorganisation sein.

Wie weit sind wir denn in den Medien mit der Gleichberechtigung?

Ich kenne jetzt nicht so viele Intendantinnen und Chefredakteurinnen. Da könnten es ruhig noch mehr werden.

Vor der Kamera sieht es besser aus.

All die Talkshowmoderatorinnen oder Nachrichtenmoderatorinnen haben doch auch noch genügend starke Mann an ihrer Seite. Neben mir moderiert auch noch Claus Kleber. Und außer Anne Will und Maybritt Illner gibt es ja auch noch die Plasbergs und Beckmanns. Aber ich glaube, wir wären schon einen Schritt weiter, wenn ich zu einer Afrika-Reportage nicht über Frauenbelange im deutschen Fernsehen sprechen müsste.

Fahren Sie wieder hin?

Ganz sicher, vor allem in Länder, in denen ich noch nicht war.

Und zur WM?

Leider nicht. Das sende ich schön unser heute journal aus Deutschland.