Martin Wuttke, Theater-Wolf auf Tatort-Jagd

Der stille Berserker

Seit fünf Jahren ermittelt Martin Wuttke am Tatort Leipzig. Sonntag folgt mit Die Wahrheit stirbt zuletzt bereits sein 17. Fall an der Seite von Simone Thomalla. Dabei fühlt sich der 51-jährige Theaterschauspieler im Fernsehen eigentlich alles andere als wohl und ist auch im Kino ein unbeschriebenes Blatt. Begegnung mit einem Bühnenberserker auf Filmabwegen

Von Jan Freitag

Es gleicht einem Bild wie aus dem Kriegswinter: Den Kragen hochgeschlagen, streift Martin Wuttke durchs Foyer. Die Hand am Hals wie ein Schal, die andere über der Brust wie zum Schutz zurrt er den aschgrauen Mantel zusammen, als herrschen Minusgrade im Hamburger Edelrestaurant. Hager, fahrig, das dünne Haar streng nach hinten gekämmt – wer den Schauspieler bei der Präsentation seiner Rolle im neuen Leipziger Tatort sieht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren: Martin Wuttke ist der ideale Ermittler. Wie ein einsamer Wolf stromert er allerdings nicht nur hier, in einem Hamburger Nobelrestaurant  mit Elbblick, durch die Menschenreihen und meidet scheinbar jeden Kontakt, stets auf irgendeiner imaginären Suche nach irgendwas. Nein, genauso kennt man den Theatervirtuosen aus seinen wenigen Filmrollen, so spielt er Joseph Goebbels in Margarethe von Trottas Rosenstraße, so gibt er den Stasi-Offizier Erwin Hull in Volker Schlöndorffs Die Stille nach dem Schuss, so verkörpert er auch seinen Andreas Keppler, den introvertierten Sonderling neben der quirlig-strahlenden Simone Thomalla, das Ermittlerduo im Leipziger Tatort, mittlerweile fünf Jahre nach dem spröden Sachsenduo Kain und Ehrlicher.

„Ich weiß, dass ich manchmal sehr beobachtend wirke“, erklärt er frühmorgens im Hotel, dasselbe düstere Äußere wie tags zuvor unter Leuten. Auch introvertiert, bedächtig, abwesend wirke er gelegentlich. „Aber meistens langweile ich mich einfach nur, eigentlich bin ich sehr gesellig.“ Jetzt lächelt er, das passiert ihm selten, im Film wie im Leben. Ob er mal so richtig aus sich raus komme, den Panzer der Stille verlasse? Er zündet sich die x-te Zigarette an: „Wenn ich erwache, kann ich richtig aufblühen.“ Und auf der Bühne, da sei er sogar „das krasse Gegenteil“. Die Bühne, Martin Wuttkes Feuchtbiotop oder besser: sein Gehege. Denn wenn einer die Symbiose von Theatralik und Alltagsverhalten vollzogen hat, dann der Gelsenkirchener Mime mit dem gefurchten Gesicht, dem die berühmten Bretter nur dann die Welt bedeuten, wenn er auf ihnen steht. „Ich gehe ungern ins Theater“, sagt da allen Ernstes Anfangsfünfziger, der seit 1995 Brechts Arturo Ui spielt, viele Hundert Mal bereits. Der nach seiner Ausbildung in Bochum an den renommiertesten Sprechbühnen tätig war und nach Heiner Müllers Tod kurzzeitig die Intendanz des Berliner Ensembles innehatte, der zweimal zum Schauspieler des Jahres gekürt noch immer so viel im Kleinen spielt, dass er unerkannt durch die Hauptstadt laufen kann.

Damit dürfte jetzt Schluss sein. Der Tatort ist eine Popularisierungsmaschine. Wenn man dann noch die beiden zweitdienstältesten Kommissare ersetzt, wird eine Hypothek daraus. Auch deshalb will er die Rolle ein wenig mit sich selbst auffüllen, wie er es nennt. Sein Arbeiten verlaufe ja ähnlich pedantisch, bisweilen eigenbrötlerisch wie das seines künftigen Alter Ego. Und so wenig man über den zweifachen Vater Wuttke weiß, so wenig solle man auch über den geschiedenen Kommissar Keppler wissen. „Krimis werden hierzulande immer mehr zu Gesellschaftsromanen.“ Nächste Zigarette. „Das will ich ein wenig zurückbauen.“ In Richtung Marlowe, Cottan, Detektive ohne Mütter, Hobbys, Biografien.

Das klingt fast nach Rebellion in einem Genre, das dem Privatleben der Protagonisten den gleichen Platz einräumt wie ihren Fällen. Doch Aufruhr ist Martin Wuttke eher fremd. Die Schule mit 16 verlassen zu haben, lag eher daran, dass der Halbwaise mit hart arbeitendem Vater dort erfolglos einen Familienersatz gesucht hatte. Und das Theater könne nichts mehr bewegen, ihr fehle das übergeordnete Projekt, das Sendungsbewusstsein der Achtziger, das Subversive der Vorjahrzehnte. Bleibt das Fernsehen. Ein „Super-Medium“, wie es der TV-Neuling Wuttke nennt, „weil es Inhalte so breit vermittelt“. Und nun also sein Medium, solange es Instrumente zur Verfügung stellt, „die ich für mich nutzen kann“, statt ihn selbst zu instrumentalisieren. „Noch benutze ich den Tatort“, sagt er. Das Gegenteil würde ihn nervös machen, aber keinen Revolutionsimpuls auslösen. Höchstens Fluchtinstinkte.

Oder akribisches Hineinarbeiten. Noch so eine Parallele zu Andreas Keppler, der den Ort des Mordes schon mal räumen lässt, um dort mit ihm und sich allein zu sein, nicht auf der Suche nach Beweisen, sondern Atmosphären, einer Art Aura, nach Ruhe, die er auch abends beim Rotwein in der Pension findet. „Ich schätze die unverbindliche Freundlichkeit anonymer Hotels“, sagt Keppler durch Wuttke hindurch, „keiner ist recht daran interessiert, was einer macht“. Diese Vertrautheit der Fremde nomadisierender Schauspieler überträgt er auf auch seine neue Figur. „Man wird in gewisser Weise asozial“, er schweigt lange, „aber das kann ich durchaus genießen“. Eigentlich müsste man ihn einen Kauz nennen. Bleiben wir bei Eigenbrötler: Auf der Bühne genial, im Fernsehen ungewöhnlich. Aber bei Martin Wuttke dreht sich so was schnell mal um.

Der Text ist in ähnlicher Form in der FAZ erschienen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tatort-novize-martin-wuttke-er-schlaegt-den-kragen-hoch-1542215.html


Heimatliebe, öffentlich-rechtliches Kernthema

Im Baedeker-Rausch

Mit Lust auf Deutschland beweist die ARD seit Dienstag (16.10 Uhr) täglich, in welch kritiklosen Jubelpatriotismus der öffentlich-rechtliche Auftrag bisweilen mündet. Statt Regionalität zu fördern, liefern besonders die Dritten oft bloß bräsige Heimattümelei.

Von Jan Freitag

Fernsehen wirkt manchmal wie Bierwerbung. „Deutschland ist schön“, schwelgte zum Beispiel mal eine aus dem schönen Erding, „seine Landschaften sind typisch, die Bauwerke weltberühmt“. So ähnlich klingt es oft, wenn das Öffentlich-Rechtliche in seinen ersten drei Programmen die Tage bis zur Nacht füllt. So ähnlich klingt es auch, wenn die ARD ab heute den Standort im Ganzen zum Dokutainment-Schauplatz macht. Lust auf Deutschland heißt das neue Stück biederer Blut- und Bodenkunde zu Kaffeezeit. Sechs Wochen lang lässt es je „fünf bekennende Nord- und Südlichter“ täglich „Vielfalt und Bandbreite, die unser Heimatland bietet“ entdecken.

Darauf zwei, drei Weißbier.

Denn wie im Rausch werden die Flachländer André, Jasmina, Jürgen, Frank und Diana wie ihre Gebirgsrivalen Peter, Konny, Gege, Hans und Daniela auf einer Rallye zwischen Glücksburg und Bodensee, Eifel und Eisenhüttenstadt geschickt. Zu erleben gibt es für sie nix als tolle Geschichten toller Menschen toller Gegenden. In dreiviertelstündigen Einzeletappen gilt es für beide Teams nämlich nur, richtig Weißwurst oder Austern zu essen, Kölsch zu sprechen oder Sächsisch, bergzusteigen oder wattzuwandern. Das Ziel ist, Klischees und Vorurteile jeder Art so zu verinnerlichen, um diverse Quizfragen über Land und Leute beantworten zu können.

Es geht also ausschließlich um die schönen Seiten der erstaunlich makellosen Werbespotrepublik Deutschland. Rassismus dagegen, Armut, Verfall, Schuldenfallen, Ungerechtigkeit oder auch nur lange Gesichter werden dem Publikum garantiert nirgends zugemutet, bis sich die zwei Reisegruppen ausgerechnet an der national bedeutsamen Wartburg zum Finale treffen. Immerhin ist das Format aus Sicht von Birgitta Kaßeckert, Redakteurin beim verantwortlichen BR, „ein Stück Heimatkunde zum Wohlfühlen“. Und weil das generell ein Strukturprinzip gebührenfinanzierter Unterhaltung ist, gewinnt man oft den Eindruck, ARZDF seien bisweilen von Fremdenverkehrsämtern gestaltet.

Dafür reicht ein Blick aufs kommende Wochenende: Nach der zünftigen Morgenshow Immer wieder sonntags im Zweiten, kriegen vor allem die Zuschauer der Dritten eine Art freundliche Wurzelbehandlung: Im NDR feiert Mein schöner Land TV den Norden und beim RBB der Musikantendampfer den Osten, das BR-Magazin Bergauf-Bergab besingt den Süden und Das große Hessenquiz die betroffene Region. Und während der MDR quasi 24 Stunden vom 14. Thüringentag schwärmt, verlässt der WDR in seiner Reihe Wunderschön! nur ausnahmsweise mal die Landesgrenzen. Ansonsten wird dort zwischen Rhein und Ruhr allem stets vorbehaltlos gehuldigt.

Bei so viel Lokalpatriotismus im modernisierten Sound der Fünfziger fragt sich allerdings, ob das noch Bundesvaterlandsliebe ist oder schon Kleinstaatsnationalismus. Bayerns Rundfunk, 1964 als erstes Drittes auf Sendung, prügelt seine Doktrin schließlich schon mal live von der Großdemo gegen das Kruzifix-Verbot unters Publikum und der Mitteldeutsche Rundfunk hat sich bekanntlich schon vor Jahren vom seriösen Fernsehen jenseits biederer Trachten- und Ostalgieshows verabschiedet. Dabei hat das Loblied auf die eigene Scholle in Zeiten globaler Entwurzelung durchaus gute Gründe. Die Dritten, sagte Patricia Schlesinger vor einiger Zeit zu einem ähnlichen Thema, sollen Bewohnern „Heimat im positiven Sinne“ bieten. „Lokal fühlen, global denken“, lautet das Credo der NDR-Kulturchefin. Und Anja Görzel vom SWR hielt im selben Zusammenhang den Bezug zum Sendegebiet gar für ein „Alleinstellungsmerkmal“, Heimat und Lokalpatriotismus inklusive. Zumindest, sofern man den „Spannungsbogen zwischen Hightech, Moderne und Tradition schlägt“.

Allzu oft aber bleibt von Stoibers berühmter Dualität aus Laptop und Lederhose nur das traditionelle Beinkleid übrig. Und das, obwohl selbst Landesrundfunkgesetz von den Sendeanstalten allenfalls fordern, die Aspekte Bildung, Unterhaltung, Nachrichten zu liefern. Von Regionalität ist da nie die Rede, von kritikloser schon gar nicht. Im Gegenteil: Als die Dritten Programme gegründet wurden, sollten sie kulturelle Nischen besetzen, die von den Hauptsendern zum Wohle der Massenbefriedigung nicht mehr gefüllt werden konnten.

Umso mehr stellt sich nun die Frage, ob regional verankertes TV wirklich zwingend an Baedeker-Kataloge aus der konfliktscheuen Nachkriegszeit erinnern muss. Ausgabe „Garmisch-Partenkirchen“ zum Beispiel. „Ob Sommer oder Winter“, deliriert der Sprecher zu Beginn von Lust auf Deutschland aus dem Off – „die Bergwelt rund um die Zugspitze ist zu jeder Jahreszeit eine Reise Wert.“ Dass dies bis vor 68 Jahren für Juden, Linke, Homosexuelle und ähnlich ungarmisch-partenkirchenerische Menschen irgendwie nur eingeschränkt galt, womit die Garmisch-Partenkirchener heute nicht so gern behelligt werden, muss man den Zuschauern am Nachmittag ja nicht auch noch erzählen. Da ist Deutschland eben einfach schön.


Peter Frankenfeld, Showmaster (100)

Der Gesangsmoderatorenkomiker

Es gab eine Zeit, da waren Showmaster noch Grandseigneure mit guten Manieren. Ihr Pionier wäre heute 100 geworden. Eine kleine Eloge auf Peter Frankenfeld, den ersten und letzten Entertainer alter Schule des alten Fernsehens.

Von Jan Freitag

Fernsehen ist gern ein Spiel mit Zahlen: Einschaltquote, Produktionskosten, Senderumsatz, Werbeeinnahmen – je größter desto besser. Insofern sagt diese Zahl mehr aus als das tollste Attribut: 4000. So viele Menschen gaben vor 34 Jahren Willi Julius August Frankenfeldt das letzte Geleit. Eine gewaltige Ziffer für einen so kleinen Friedhof wie den von Wedel bei Hamburg. Es fragt sich jedoch, ob dieser Massenauflauf nicht doch jemand völlig anderem kondolierte als jenem Will, mit ähnlichem Namen zwar, aber doch unvergleichlich. Er lautet Peter, hintendran mit Frankenfeld, allerdings ohne „t“. Es ist ein Pseudonym, das die junge Republik weit mehr geprägt hat als manch echte mit Geburtsurkundenbeleg.

Auch dazu nur kurz eine Zahl. Sie ist etwas kleiner, aber umso eindrücklicher: 100. So viel Prozent befragter Volksschulabsolventen kannten Ende der Fünfziger den ersten Showmaster in Fernsehland. Elvis Presley brachte es auf einen Punkt weniger, Freddy Quinn, seinerzeit der Star schlechthin, gar nur auf 94. Das sagt einiges aus über Peter Frankenfeld, der heute 100 Jahre alt geworden wäre. Noch mehr aber sagt es was übers Fernsehen von gestern wie heute und jene Menschen, die darin von Bedeutung sind und waren. Denn Peter Frankenfeld, der Mann mit dem karierten Sakko, das die Schwarzweißära des Fernsehens kolorierte als gäbe es das längst in Farbe, er war nicht einfach ein Showmaster; der Handwerkersohn aus Kreuzberg war der Inbegriff des jungen Mediums, auf Sendung seit dem zweiten Tag seiner Existenz, ein TV-Inventar bis tief in die Siebzigerjahre wie heute nicht mal ein Thomas Gottschalk. Geschweige denn Markus Lanz. Oder gar Stefan Raab.

Das hat einen Grund, der sich nicht durch öffentlich-rechtliches Monopol oder die formierte Gesellschaft (West) und sedierte Gesellschaft (Ost) allein erklären lässt. Dass ein Kleinbürger wie dieser, der seine drei sperrigen Vorkriegsnamen sehr weitsichtig gegen das populäre Peter der Nachkriegszeit getauscht hatte, zum Superstar aufstieg, lag ja zu allererst daran, dass Fernsehen mal wirklich alle Generationen des Publikums gleichermaßen erreicht hat. Und dass dies auch sieben Jahre nach Hitler noch immer ein wenig nach Führung verlangte, nach klaren Regeln, klarer Sprache, klaren Sitten, im Entertainment zumal, das damals noch treudeutsch Unterhaltung hieß.

Seit Frankenfeld 1952 (ersatzweise) das NWDR-Potpourri „Eine nette Bescherung“ geleitet und zwei Jahre später mit 1:0 für Sie die Fernsehspielshow erfunden hatte, war der zeitlebens skandalfreie Moderator nämlich alles in einem für Zuschauer aller Schichten, Neigungen, Alterskohorten: Der Conférencier und der Clown, der Zirkusdirektor und der Alleinunterhalter, der nette Onkel und gestrenge Herr, der respektable Opa und freche Enkel. Mit hackenschlagendem Diener begrüßte der fragende wie antwortende Tanzgesangsmoderatorenkomiker sein Publikum und nahm es danach mit guten Manieren und zahmen Witzen in den Würgegriff des Varietés, wie es sonst nur wenige konnten: Hans-Joachim Kuhlenkampff, Lou van Burg, Vicco Torriani, Rudi Carrell und auf ostdeutsche Köpfe verteilt Die drei Dialektiker im Kessel Buntes.

Sie waren nicht nur Händler der leichten Abendunterhaltung von nationalem Gewicht, sondern Grandseigneure gewaltiger Conférencen, in denen sich die Fernsehrepublik ihrer seriösen Heiterkeitsbegabung versicherte. Deshalb erhielt ein Peter Alexander, dessen gleichnamige Show ab 1963 mehr als 30 Jahren lang locker die Hälfte der gesamtdeutschen Bevölkerung vorm Röhrenapparat fesselte, den Goldenen Otto der Bravo ebenso wie die Goldene Kamera der Hörzu. Deshalb schaffte es ein Kuhlenkampff aufs Cover von seriöser und Regenbogen-Presse zugleich. Deshalb galt Frankenfeld bis zu seinem Ausstieg bei Musik ist Trumpf 1978 als idealer Entertainer, der eine Show auch ohne thematische Fokussierung über die Sendezeit brachte.

Heute fehlen dazu nicht nur Typen, sondern auch Formate. Das große Samstagabendallerlei ist nur noch als Einerlei mit Volksmusik präsent, dem zuletzt ausgerechnet eine Frau ziemlich lange, meist ziemlich nackte Beine machte: Helene Fischer, das neue Zentralgestirn am Volksschlagerrumpftatahimmel mit prominentem Freund (Florian Silbereisen) und generationenübergreifender Strahlkraft (dank Dauer-PR via ARZDF). Auch Peter Frankenfeld müsste jetzt wahrscheinlich irgendwas mit Wok oder Wetten moderieren. Er könnte wohl auch das.


Afrika, Elend oder Urlaub

Stöhnen hilft

Das Fernsehen zeigt Afrika gern als Himmel oder Hölle. Komödien wie  Buschpiloten küsst man nicht und Schnulzen wie Stürme in Afrika wollen vor allem ein leichtes Bild des Kontinents vermitteln und landen damit zielsicher im Klischeegewitter.

Von Jan Freitag

Glutrot steigt die Sonne über Afrika. Es ist flirrend und fremd, schön und exotisch. Und dann erwacht die Wüste zum Leben: eine Giraffe, zwei Nashörner, drei Antilopen – kaum vier Minuten dauert die TV-Komödie Buschpiloten küsst man nicht, da war von Elefant über Strauß bis Flusspferd die prospekttaugliche Fauna des Kontinents bereits im Bild. Und als die sehr blonde Alexandra Neldel sodann aus einer Propellermaschine steigt, um den hilfsbedürftigen Kontinent mit Rollkoffer an der Hand als Ärztin zu heilen, zischelt neben dösenden Löwen gar eine Klapperschlange.

Klapperschlange?

Die gibt es zwar einzig und allein in Amerika, aber wenn deutsche Sender in Afrika drehen, geht es eben nicht um Fakten, es geht um Thrill, Romantik, Stereotypen. Deshalb wimmelt es auch am Samstag in der heiteren ARD-Romanze Stürme in Afrika nur so vor tollen Tieren und irren Pflanzen, freundlichen Schwarzen und ein bisschen Sex auf Safari. Aus Sicht des Unterhaltungsfernsehens von öffentlich-rechtlich bis Sat1 sorgen die lästigen Nachrichten schließlich schon mehr als genug für den elenden Teil des Erzählenswerten. Am Bildschirm firmiert Afrika folglich nur in zwei Aggregatszuständen: als Schlachtfeld oder Reiseziel, ausgebeutetes Gesetzlosenland wie Freitag im Actiondrama Blood Diamond auf Pro7 oder eben tags darauf im Ersten, wo die weißen Europaflüchtlinge ihr Exil unter schwarzen Bewohnern genießen, die ihnen stets zudiensten sind. Ein Mittelweg existiert nur nachts und bei Arte; kein Wunder, dass sich Binyavanga Wainaina in Zynismus flüchtet. „Zeigen Sie nie das Bild eines modernen Afrikaners“, rät der Kenianische Literat den Medien. Besser seien „Kalaschnikows, hervortretende Rippen, nackte Brüste“. Und nicht vergessen: Der Erdteil mag 53 Staaten haben, im Titel reicht „Afrika“.

Wenn Christine Neubauer also Meine Heimat Afrika besingt, meint die ARD Namibia. Wenn das ZDF ins alte Deutschsüdwest reist, ist die SOKO Leipzig Verloren in Afrika. Katja Flint erlebt ihre Stürme in Afrika, nicht am Kap, wo Wolke Hegenbarth unlängst vor Diamantenjägern Im Brautkleid durch Afrika hetzte. Man fährt im Traumschiff nach Botswana, folgt Sophie Schütt nach Afrika – wohin mein Herz mich trägt und Alexandra Neldel nach Simbabwe, wo ihre schöne wie gescheite Ärztin Maria (!) lieber Eingeborenen hilft (!!) und Buschpiloten (!!!) küsst, als mit ihrem Einserabschluss (!!!!) daheim Karriere zu machen.

Es ist das typische Primetime-Epos vom guten Europäer, der den armen Süden retten will. Die heile Welt wird darin zwar durchaus mal bedroht. Aber nur von einzelnen, versteht sich, von schwarzen Schafen, nie vom System im Ganzen. Und nur bis zum Happyend. Versprochen! Denn Afrika ist die perfekte Projektionsfläche für Fernweh plus Romantik. Und weil sich das Publikum nach Feierabend, Jobsuche oder Frühschoppen lieber berieseln als belehren lässt, taugt der Kontinent nur dann zur Hauptsendezeit, wenn die Probleme so simpel sind wie ihre Lösung. So lässt auch öffentlich-rechtliche Unterhaltung aufgeblähte Babybäuche ebenso beiseite wie Agrarprojekte äthiopischer Fraueninitiativen. Für derart differenzierte Blicke muss man schon die letzten Reportageplätze zur Nacht einschalten – obwohl es den 28 Korrespondenten deutscher Medien schwer fällt, ein vielschichtiges Afrika-Bild zu zeichnen; schließlich sind sie im Schnitt für 33 Länder zuständig und kriegen nur späte Programmplätze.

Gleich nach der Tagesschau zählen dagegen weiße Identifikationsfiguren, gern Mediziner, alle attraktiv. Und falls Kriegelendhunger doch mal im Hauptfilm landet, dann auf der sicheren Seite. Iris Berbens Auswandererepos Afrika, mon Amour etwa spielt zu einer Zeit, da Farbige noch Neger waren und macht es sich somit leicht: Die Kolonialära zu schildern, befreit die Filmemacher unterm Deckmantel historischer Chronistenpflicht vom Aufklärungsdruck. Wer hielt Schwarze damals nicht für Wilde? Heute hält man sie für kläglich bis süß. Die schneeweißen, gern auch strohblonden Wohlstandseindringlinge aus dem Norden treffen da vor allem Ureinwohner, die ihre putzigen Bräuche in fließendem Deutsch auf Augenhöhe pflegen. Im Grunde sind Afrikaner also die gleichen Ausstellungsstücke wie bei Carl Hagenbecks Völkerschauen: holzschnittartig, hilfebedürftig, hübsch anzuschauen. Selbst sachliche Medien, klagt der zuständige Botschafter im Auswärtigen Amt Matthias Mülmenstedt, „würdigen die positiven Entwicklungen zu wenig“. Ein Teufelskreis: Ständig von Korruption oder HIV zu berichten, schrecke Investoren ab.

Und Zuschauer. So gibt es Afrika nur als Ort der Extreme oder Verliebten: im Film als Paradies mit Mängeln, im Bericht als Mangel im Paradies. Den Autoren Revisionismus vorzuwerfen, ginge aber zu weit. Eher dramaturgische Nachlässigkeit zum Wohle der Unterhaltung. Da hilft nur Binyavanga Wainainas Rat: „Stöhnen ist gut.“


Niveaufilm, spät versendet

ImageResize.aspxJe später der Abend…

ARD und ZDF zeigen viele ihrer anspruchsvollen Filmimporte und -debüts spätnachts, während um 20.15 Uhr Zeit für leichte Stoffe ist. Ein Überblick der Mutlosigkeit zum durchaus mutigen FilmDebüt im Ersten, das ab heute um 22.45 Uhr sehenswerte Erstarbeiten junger Regisseure wie Sibel Kekilli als Die Fremde bietet.

Von Jan Freitag

Es gibt Tage, da zeigt die schöne neue Medienwelt ihr wahres Gesicht. Tage, an denen öffentlich-rechtliches Fernsehen der Privatkonkurrenz nicht mehr bloß ähnelt, sondern gleicht. Ein Wochenende zum Beispiel, April, beliebiges Jahr: Karfreitag zeigt das ZDF, sagen wir: den oscargekrönten Historienfilm There Will Be Blood, zwei Abende drauf das britische Drama Lewis, während die ARD zwischendurch mit der Gaunerkomödie Bruchreif und Ostermontag mit der Hochhuth-Verfilmung Der Stellvertreter glänzt.

Großes Bildschirmkino, könnte man denken. Und doch wenig mehr als ein Armutszeugnis. Denn die vier sehenswerten Filme liefen um elf oder später! Und wo sollten Sie auch laufen – zur besten Sendezeit verstopften neben all der Kriminalödnis fast zwanghaft Christine Neubauer und Rosamunde Pilcher die Kanäle. Seit jeher werden Erstausstrahlungen von Flags of Our Fathers bis Capote Richtung Geisterstunde verdrängt und selbst auf den seltenen Rückzugsorten von Montag bis Mittwoch bleibt für Qualitätsware zusehends die anbrechende Tiefschlafphase.

Senderauftrag – gute Nacht!

Also läuft das wichtige FilmDebüt im Ersten, das talentierten Regisseuren die Chance auf einen Platz im Hauptprogramm gewährt, im Grunde erst, wenn es zeitlich langsam endet. Sibel Kekilli muss als Die Fremde folglich bis 22.45 Uhr auf all jene warten, die am kommenden Tag besser keine frühen Termine haben, Lohnarbeit oder so. Ganz ähnlich verhält es sich, wenn das ambitionierte SommerKino im Ersten seine TV-Premieren zwar offensiv bündelt, aber defensiv versteckt. Programmchef Volker Herres mag zu Recht einwenden, die FSK verbiete bei mancher Kinoperle frühere Ausstrahlungen. Doch die Altersgrenze der grandiosen Gangstergroteske Brügge sehen … und sterben? ist ja kaum weniger geheimnisvoll als die Spätschiene für den jugendfreien Rest.

Was sich auch im ZDF zeigt. Dort starten die erotisch gemeinten Sommernachtsphantasien sommers stets weit nach zehn. Die „2. Primetime“ ist eben nur ein programmplanerischer Euphemismus für „irgendwie noch sichtbar“, aber nicht mehr richtig wichtig. Wenn der bürgerlich finanzierte, staatlich bestellte Rundfunk mit dem Import niveauvoller Produkte soziokulturelle Bedeutsamkeit suggeriert, muss das vertrackte Zeugs ja nicht auch noch zur publikumsfreundlichen Sendezeit laufen. Gut, das Sehverhalten mag sich verschoben haben, die Fokussierung auf den Gong der Tagesschau noch aus eine Ära linearer Berufsbiografien heimkehrender Väter stammen, die nach dem Abendbrot im Kreise der Lieben einen von drei Kanälen schauen, bis das Testbild rauscht. Einschaltkurven selbst beliebter Formate wie Wer wird Millionär belegen, dass sich der Start des gemütlichen Fernsehabends Richtung Nacht verschiebt. Aber gleich mitten hinein?

Das Problem ist wie üblich die Quote. Die Berücksichtigung jeder Festplattenrecorder-Aufnahme entlastet die Sender vom Druck, den Lebensrhythmus des Publikums in die Sendekonzepte einzubeziehen. Was bleibt, ist der unbedingte Wunsch zur Masse zu Lasten der Klasse. Stimmt schon, sagt ZDF-Spielfilmchef Norbert Himmler, „wir müssten uns in der Primetime gelegentlich mehr trauen“. Wie zum Jahrestag von 9/11 etwa, wo sogar das sperrige Entführungsdrama Flug 93 mal zur ersten Primetime laufen kann. Doch auch sein Arbeitgeber müsse „strukturell wettbewerbsfähig bleiben“. Diese Arithmetik fehlenden Mutes und soziokultureller Resignation klaut ausländischer Fiktion jenseits von Serie und Blockbuster peu à peu attraktive Sendezeiten. Wie am Freitagabend im Ersten, der vor seiner bräsigen Volkstümlichkeit als Rückzugsort importierter Filmkreativität galt.

Noch schwerer hat es der heimische Film von Rang, was zuletzt die ZDF-Reihe Bodybits erleben musste. Die Filmexperimente zur digitalen Welt von morgen liefen ebenso gegen Mitternacht wie all die wunderbaren Kleinen Fernsehspiele und damit noch später als das Filmdebüt im Ersten. Zum Wohl der Regisseure, wie es gern heißt, die angeblich fürchten, im kommerziellen Konkurrenzdruck unterzugehen. Seltsam nur, dass die Betroffenen vom Bundesverband der Fernseh- und Filmregisseure bis zur Schauspielervereinigung BFFS per Petition einen „wöchentlichen Sendetermin für deutsche Kinofilme in der Hauptsendezeit“ fordern, um das kulturelle Schaffen im Land „dem breiten Publikum nahe zu bringen“.

Besonders in der ARD, klagt auch Norbert Simon von der IG Rundfunkgebührenzahler, „ist es mittlerweile ein Normalzustand, Filme die was taugen, nachts zu senden.“ Kein Abend scheint mehr vor Schnulzen, Shows und Sport gefeit, während zum Beispiel Tilda Swintons Oscarvorstellung in Michael Clayton einst nächtens erfolgte – obwohl sie ebenso massentauglich wie starbesetzt und vor allem teuer im Ankauf sind. Für große Hollywood-Streifen, sagt Himmler, „geht das auch mal in die Millionen“.

Dass man es zur Unzeit versendet, spricht Bände übers Verantwortungsgefühl bei denen, die dazu per Staatsvertrag verpflichtet sind. Mit Verweis auf „Partnerkanäle wie 3sat und Arte, mit Reichweiten von 99 Prozent“ (Himmler), zu denen sich der Zuschauer „mit dem Wahlzettel der Fernbedienung“ (John de Mol) vermeintlich „frei entscheiden“ könne (Volker Herres), begräbt man jeden Versuch, sein Publikum auch zur reichweitenstärksten Zeit mehr zu fordern. Sonst hätte ZDFneo ja messbare Zuschaueranteile. Wie umschrieb der Medienexperte Stefan Niggemeier den Spartenkanal so schön? „Fernsehen für Leute, die nicht mehr fernsehen.“ Sondern nachts vielleicht einfach schlafen.


Felix Eitner, unterschätzer Komödiant

Hinterm roten Teppich

Der geborene Komödiant Felix Eitner ist Feinschmeckern des Fernsehens eher unbekannt. Dabei kann er weit mehr als Schnulzen mit debilen Namen wie Alles für meine Tochter (Freitag, 20.15 Uhr, ARD), für die er sein Talent zur Authentizität verschwendet.

Von Jan Freitag

Humor ist, wenn es optisch kracht, wenn Gesichtsausdrücke gute Pointen ersetzen und Gesten gehaltvolle Worte. Aufgerissene Augen zum Beispiel, die funktionieren immer. Der schmallippige Schmollmund natürlich auch. Nicht zu vergessen dieses halbseitige Lächeln, Typ ironische Zustimmung – geht alles eigentlich immer, sobald der Fernsehvorabend beginnt. Zumindest, falls die ARD dort lustig sein will und diesen Versuch obendrein Heiter bis tödlich tauft.

Also hieß es eine Weile lang auch für Felix Eitner: Augen auf, Lippen schmal, Lächeln halbieren, vor einem Jahr etwa, fast vier Monate am Stück. Da verkörpterte der rührige Schauspieler nämlich im neuesten Schmunzelkrimi, dem seriellen Quotendesaster vor Thomas Gottschalks, die männliche Hauptfigur Paul Degen. Dessen weibliches Pendant hieß Klara Kleinert (Wolke Hegenbarth), was nicht nur putzig alliteriert, sondern den noch putzigeren Titel Alles Klara herausforderte. Was seinerseits nun auch nicht richtig lustig war. Wie überhaupt die ganze Reihe um einen Kommissar und seine nebenbei ermittelnde Tippse, die es in der Harzer Provinz mit überraschend tödlichen Verbrechen in Reihe zu tun haben, alles Mögliche ist. Außer sonderlich lustig.

„Finden Sie?“, fragt Felix Eitner da ehrlich erstaunt. Lachen, beteuert er, rechtfertige doch grundsätzlich jeden Humor, und der in Alles Klara werde schon seine Lacher finden. Die eigenen zum Beispiel, obwohl Eitner selbst eher auf schwarzen Humor stehe, besonders den britischen, „es darf gern böse sein“. So wie im Ersten, dessen heiter gemeinte Vorabendermittlungen Schwerstverbrechen zur Pointe erheben, die wiederum Missverständnisse kultivieren und Dialoge erzeugen wie folgenden, den Felix Eitner beim Interview mit Alsterblick aus dem Nichts auf die publikumslose Interviewbühne in Hamburg zaubert:

Einer sagt was.

„Was hast du gesagt?“

„Du hörst mir gar nicht zu!“

„Natürlich hör ich dir zu!“

„Also was hab ich eben gesagt?“

„Warum soll ich dir sagen, was du gesagt hast?“

„Weil ich wissen will, ob du es gehört hast?“

„Warum soll ich das nicht gehört haben?“

„Weil du mich gefragt hast.“

„Was jetzt?“

Und dann komme, wie im hiesigen Formathumor üblich, ein Dritter hinzu und verwirre sie alle, Prinzip Missverständnis eben. „Mir gefällt das.“ Und wie der Mittvierziger Eitner mit dem kreisrund gelichteten Haar es verteidigt, mit Händen und Füßen, mit Showeinlange, Hüsteln, Stirnrunzeln, aber ohne spürbares Konzept, voll aus dem Bauch, da spürt man: Der brennt für seine Sache. Nur – wie sehr er brennt, das wissen die wenigsten, wie überhaupt die wenigsten wissen, wer Felix Eitner eigentlich ist.

Sein filmischer Aggregatszustand ist schließlich die personifizierte Nebenrolle, der Sidekick, ein Ergänzungsspieler, seit jeher im zweiten Glied, so wie er es auch morgen im berechenbar schnulzigen ARD-Freitagsfilm mit dem berechenbar debilen Holzhammertitel Alles für meine Tochter tut. Seit er als 14-Jähriger die erst Kinderrolle übernahm und 2001 als Fluchthelfer im preisgekrönten Drama Der Tunnel das „History-Event“ als TV-Genre gebären half. Es war eine ernste Rolle, gespielt mit jener beiläufigen Leichtigkeit, die Felix Eitner auszeichnet, die ihm ein durchaus erträgliches Schauspielerleben gewährleistet, aber eben keins auf den Titelseiten der Aufmerksamkeitsindustrie.

„Bevor ich den roten Teppich betrete, höre ich oft das Kameragewitter“, er lächelt ein bisschen bitter, „aber wenn ich drauf bin, hört es auf.“ In diesem Schaufenster nicht erkannt, geschweige denn „von der Celebrity-Reporterin nach der Marke meines Mantels gefragt“ zu werden, sagt er im Singsang seiner badischen Heimat, „das tut schon auch brutal weh“. Da gehe er lieber hinten rein – und spielt sich von da aus ins Rampenlicht, ganz leise. Denn Felix Eitner spielt alles und das regelmäßig, er tut es im Arthaus-Kino wie Doris Dörries Kirschblüten – Hanami oder in ZDF-Hochglanz wie Margarethe Steiff, in der ARD-Klamotte Für immer 30, wo er kürzlich mal die Besetzungsliste anführte, ebenso wie im Stuttgarter Tatort, wo er kürzlich sogar Dialekt sprechen durfte. Er kann fast alles, sogar Hochdeutsch. Am besten aber kann er Komödie.

Das wusste schon Rainer Matsutani, als er Felix Eitner 1995 in der Zombie-Groteske Nur über meine Leiche besetzte. „Ein neuer Tony Randall“, schwärmte der Regisseur damals. Jener Zuspieler also, der gern als überdrehter Spießer zwischen Rock Hudson und Doris Day vermittelte. Dieser Typus liegt auch dem früheren Klassenclown mit späterer Clownausbildung, dem Sohn zweier Lehrer, der selbst einer werden wollte und jetzt immerhin hier und da spielt, geprüft und abgenommen von seiner volljährigen Tochter.

Früh geheiratet, rasch Vater, Häuschen im Allgäu, Haarausfall ohne Kopfrasur, Spießer als Paraderolle – Felix Eitner grinst: „Es gibt bei mir einen gewissen Zug zum Bodenständigen“. Und sei es nur, um sich im hektischen Filmbetrieb mit all seinen Eitelkeiten zu erden. Er pflegt diesen Zug auch in der ARD-Schnulze zum Wochenende wie er es eben bei Alles Klara pflegte. Dass das weder lustig noch gehaltvoll ist – an Felix Eitner liegt es nicht.

Der aktualisierte Text ist i m April 2012 in der Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau erschienen

Adolf Kujau, Führer und Tagebuchautor

Stern_Logo.svgKonrad Hitler Superstar

Heute vor genau 30 Jahren verkündete der Stern stolz vor versammelter Weltpresse, Adolf Hitlers Tagebücher entdeckt zu haben. Es waren zwar dreiste Fälschungen, aber sie passten bestens zur neuen Medienwelt. Was seither mehr denn je zählt, ist der Knüller, nicht die Recherche.

Der Sieg des Boulevards über die Nachricht hat ein Datum: Am 1. Januar 1984 ging der erste deutsche Privatsender auf Sendung. Vielleicht fand er aber auch gut acht Monate früher statt. Ganz sicher aber wurde Winston Churchills Victory nicht erst von Josef Ackermann entweiht, sondern durch einen kleinen Reporter einer großen Zeitschrift. Nervös reckte Gerd Heidemann am 25. April 1983 ein paar Bücher in die Höhe, und als die Meute Fotografen vor ihm brüllte, er möge das Siegeszeichen machen, da spreizte der blasse Reporter die Finger zum V. Es war das Zeichen eines Sündenfalls.

Denn gegen alle Bedenken, ein abschließendes Gutachten des BKA zum Trotz, veröffentlichte der Stern heute vor 30 Jahren Sensationelles. „Hitlers Tagebücher entdeckt“, prangte drei Tage zuvor bei der internationalen Pressekonferenz in Hamburg auf überdimensionalen Titelbildern hinter Heidemann. Sie sollten bald darauf in stark erhöhter Auflage die Zeitungskioske prägen. Dass es sich um Fälschungen handelt, wehte durch die Gerüchteküchen der Republik, blieb aber den Zauderern vorbehalten, den Nostalgikern und Mutlosen. Ihren prominentesten, Andreas Hillgruber, schmähte das Magazin im Editorial als „Archiv-Ayatollah“ mit rechtem Stallgeruch. Es war nicht unbedingt die Zeit der Recherche, es war die des Scoops, der Knüller um des Knüllers Willen. Eine hektische Zeit. Denn es dräute etwas am Medienhimmel. Die Yellowpress wurde um den Begriff des Lifestyle erweitert und expandierte kräftig, der Nachrichtenwert von Königshäusern war mit Lady Dianas Hochzeit enorm gewachsen, vor allem aber planten die Privatsender den Sprung ins Programm. Was das bedeutet, konnte man bereits im Frankreich beobachten: Dort bauschte RTL Stars wie Sternchen zu echten News auf und füllte den Platz zwischen Hollywoodfilmen mit Soapoperas oder langen Werbeblöcken.

Die neue, kommerzielle, aufgeregte Mediengesellschaft war im Anflug, ihre Verbreitungstechniken beschleunigten sich, die Generation Golf hatte es eilig. Da konnte es sich ein großes Blatt wie der Stern nicht leisten, zaghaft mit seinem Exklusivmaterial umzugehen. Nur wenige Wochen dauerte es vom Ankauf der ersten von 60 Bänden aus der Hand des brillanten Fälschers Konrad Kujau bis zur Druckfahne (an Führers Geburtstag, ausgerechnet). Vorbei an großen Teilen der Redaktion wurde der Deal, bei dem mindestens neun Millionen Mark in Plastiktüten den Besitzer wechselten, getätigt. Materialproben, Gegenexpertisen, ja selbst die Überprüfung der Initialen auf den Buchdeckeln wurden verschoben. Die Akteure im Verlagshaus waren „high von der Droge Sensation“, schrieb der damalige Tagesthemen-Moderator Manfred Buchwald. Geschichte wird gemacht, es geht voran, dachte sich dagegen der damalige Stern-Chefredakteur Peter Koch und verkündete vollmundig, die Historie des Nationalsozialismus müsse „in großen Teilen neu geschrieben werden“.

Dieser „heilige Eifer“, wie Buchwald es nennt, galt auch Hitler selbst, dem unbekannten Wesen. Seine vermeintlichen Gedanken rückten nach den Tätervolkdebatten der Ausschwitzprozesse und 68er-Proteste die Führungsclique der Nazis in den Fokus. Nicht zufällig gründete Guido Knopp kurz nach dem Skandal die ZDF-Redaktion Zeitgeschichte und verbreitet seither emsig die Theorie des verführten Volkes. Auch Helmut Kohls Besuch der SS-Gräber von Bitburg oder Oliver Hirschbiegels Untergang kann man im Lichte des Skandals betrachten. Der Nationalsozialismus wurde nicht gerade salonfähig, aber seine Thematisierung massentauglich. Und Massentauglichkeit zugleich zur Existenzberechtigung der Medien. Die Tagebücher von Adolf Hitler Superstar haben also nicht das Pressewesen beschädigt, sondern seine Seriosität. Konrad Kujau und Gerd Heidemann wanderten ins Gefängnis, nicht jedoch die zwei Chefredakteure. Und der Stern erholte sich bald wieder, nicht aber das Renommee des Qualitätsjournalismus, ob gedruckt oder gesendet.

Sachlichkeit wird seither oft mit Vielfalt verwechselt. Privatsender und Regenbogenpresse galten plötzlich nicht nur als Unterhaltungsfaktoren, sondern Lieferanten relevanten Lebensinhalts. Verglichen mit der drögen Tagesschau sehen viele in den glitzernden RTL-News längst die verlässlichere Quelle – auch weil reines Entertainment weniger korrumpierbar scheint, weil harte Nachrichten Reflexion erfordern, weil Realität anstrengend ist. Selbst die FAZ hat heute ein Farbbild auf Seite 1. Ernst gilt irgendwie als fadenscheinig und Politik als dubios. Verlässlicher sind da doch die Monarchien mit ihrer betonierten Tradition oder Hollywoods ferner Glanz. Wie nah sich Buckingham und Bonn kamen, zeigte fünf Jahre nach der Stern-Affäre das Geiseldrama von Gladbeck. Wie nie zuvor wurden die Medien Teil der Story und Reporter von Frank Plasberg bis Udo Röbel lange vor dem 2. Golfkrieg quasi embedded, das Mikro tief im Fluchtauto, die Kamera voll auf Silke Bischoffs leere Augen. Im Rennen um Titelstorys hatte sich die Medienrepublik selbst überholt. Erst kommt die Schlagzeile, dann die Recherche.


Philip Simon, Holländer und Comedien

Das Baby kann sprechen

Philip Simon sieht aus wie Oli Welke mit Armtattoos und erzählt meist Holländerwitze. Das darf er, ab heute (18. April, 22.15 Uhr, ZDFneo) sogar in seiner eigenen Late Nite Comedy namens Nate Lite. Der 36-jährige ist ja nicht nur Komiker sondern halber Niederländer. Aber warum finden Deutsche die bloß so witzig? Eine Antwortsuche.

Na, das fängt ja toll an: Nate Lite. Die neue Spaßparade auf ZDFneo heißt allen Ernstes Nate Lite, was schon im Titel die Güte gen Alles nichts, oder? plättet, Tendenz „zum Bleistift“, also eher Liga der außergewöhnlich Belämmerten als das, was sprachlich korrekter mit „Late Night Comedy“ untertitelt wird: Ein Nachttalk mit Humor. Doch toller wird’s nicht. Denn „Nate Lite“ dreht sich vor allem um Wohnwagenwitze. Oder Edamerwitze. Natürlich Windmühlenwitze. Nicht zu vergessen Tandemwitze. Alles gebündelt in Rubriken von „Two and a half Kaaskopp“ über „Oranje Gedankje“ bis „Mein Holland“. Womit wir bei Ursache, Wirkung, Dilemma und self fulfilling prophecy dessen wären, was, besser: wer uns da künftig die Spätnacht verulkt: Philip Simon, ein – Überraschung! – Niederländer.

Ab heute kriegt der versierte Bühnenkomiker von 36 Jahren nach einem ertragreichen Dasein als Gast all der Satiregipfel, Quatschclubs und Anstaltsneuigkeiten des Fernsehhumors seine erste eigene Show. Und allem Anschein nach wird die Enscheder Ahnenreihe des binational aufgewachsenen Deutschholländers den Wesenskern der kabarettistischen Gesprächssause bilden. Es geht also um eher plakative Pointen, verpackt in ein Format, das die Late Night per Buchstabendreher zwar umarmt, zugleich aber wegstößt. Denn möglichst viel und herzlich wenig zugleich soll an Thomas Gottschalk nebst Epigonen erinnern: Es gibt den unvermeidlichen Stand-up-Start (zum aktuellen Zeitgeschehen), allerlei Sketch-Elemente (wie eine Campingplatz-Sitcom) und den üblichen Sidekick (die Comedynovizin Tahnee Schaffarczyk), aber weder Schreibtisch, noch Großstadtpanorama, geschweige denn die übliche Studioband.

Nate Lite ist ein Mix aus Harald Schmidt und Mario Barth im Mittelstrahl der genretypischen Eigenurin-Therapie aus der Blase des TV-Humors – zum Auftakt zu Gast: Bernhard Hoëcker und Marijke Amado, ein Berufskasper und eine Berufslandsfrau. Dramaturgisch dürfte es also alles andere als innovativ werden, stilistisch dafür knallorange. Holland zieht eben im deutschen Unterhaltungsprogramm. Sogar wenn es jemand verkörpert, der optisch ein bisschen an Oliver Welke mit tätowierten Unterarmen erinnert und auch sonst dessen Masche der unbedarften Gehässigkeit aus dem Gefühl tiefster Normalität heraus teilt. Was also zieht an Philip Simon, aufgewachsen in Essen und erfolgreich vor allem östlich seiner Geburtsheimat? Und was zieht ihn so sehr auf die andere Seite des Grabens zwischen dem kleinen Nordseestaat und ihrem einst verhassten Besatzer? Ganz einfach, sagt dieser vielfach prämierte Vollblutkomödiant, der noch während seines Germanistikstudiums als Conférencier im Varieté gearbeitet hat und seither schon mal 300 Vorstellungen pro Jahr in den größten Häusern des Kabaretts absolviert: Es ist der Akzent („Oh, guck mal – das Baby kann sprechen“) und purer Pragmatismus („außerdem sind die Arbeitsmöglichkeiten größer“).

Dennoch muss es weitere Gründe geben, warum unsere Nachbarn seit den Tagen von Jopi Heesters und Heintje hierzulande so angesagt sind, warum ihre Popularität vor allem in den Neunzigerjahren nochmals kräftig angezogen hat. Die Antworten lauten: große Show und kleiner Grenzverkehr. Denn während der Amsterdamer Mediendozent Maartin Reesink deutsche Moderatoren als „eher steif“ empfindet, hält er seine unterhaltsamen Landsleute für weit „freimütiger, einfach geradeaus, unverblümt“. Und das wissen öffentlich-rechtliche Sender bereits seit den Sechzigern zu schätzen, als erst der singende Moderator van Burg zum gemütlichen „Onkel Lou“ der erblühenden Fernsehnation avancierte und Rudi Carell sodann den Typus väterlicher Grandseigneure um den Faktor Lockerheit erweiterte.

So richtig zum Durchbruch kamen die fröhlichen Grenzgänger allerdings erst, als sich die Scouts des Neulings RTL praktisch bloß in die Straßenbahn setzten mussten, um das junge Dualsystem mit Holländern auszustatten. Marije Amado, geschult als Assistentin Am Laufenden Band, die kleine Schwester des späteren Großproduzenten John de Mol namens Linda, dazu Harry Wijnvoord – die räumliche Nähe versorgte den Kölner Kommerzkanal Anfang der Neunziger regelmäßig mit frischen Gesichtern, aber auch gebrauchten wie dem Rudi Carrells, der 1993 von der ARD an den Rhein wechselte. Seither zählen Niederländer jeder Art insbesondere bei RTL zum Stammpersonal, derzeit etwa das heitere Barbiepüppchen Sylvie van der Vaart, die in Let’s Dance nicht nur ihr strahlend weißes Zahnarztlachen, sondern sämtliche sekundären Geschlechtsmerkmale zu Markte trägt. Oder Tooske Ragas, bei Deutschland sucht den Superstar vor allem für süße Optik zu sinnlosen Fragen zuständig. Beide sind indes nur noch austauschbare Folien für das Klischee der naturfröhlichen Anrainer mit dem einnehmenden Wesen, deren putzig glattgebügelte Diphtongs unserer Sprache ein wenig ihrer Härte nehmen, aber ja doch noch irgendwie hiesigen Dialekt sprechen. Friesisch eben. Und genau das wird Philip Simon neben all den Hasch- und Kraushaarscherzen in Nate Lite thematisieren. Immer und immer und immer wieder. Holländerwitze in Endlosschleife. Deutsches Publikum kriegt davon nie genug.

Der Artikel ist auch in Berliner Zeitung und FR erschienen:

http://www.berliner-zeitung.de/medien/tv-eine-ganz-eigene-liga,10809188,22386026.html

http://www.fr-online.de/medien/tv-eine-ganz-eigene-liga,1473342,22386026.html

Von Jan Freitag

7 Fragen an … FIFA-Chef Sepp Blatter

FIFA_Logo(2010).svgIch bin nicht bestechlich

Joseph Blatter, seit 1998 FIFA-Präsident, ist der umstrittenste Sportfunktionär aller Zeiten. Kein Wunder, dass “Sepp” nicht mit dem kritischsten Sportforum aller Zeiten spricht. Die freitagsmedien mussten daher etwas improvisieren.

freitagsmedien: Herr Blatter, die Vorwürfe der Bestechlichkeit gegen Ihre Person nehmen täglich zu. Hand aufs Herz: sind Sie korrupt?

Joseph Blatter: Ich bin nicht bestechlich, da können Sie mir beide Hände abhacken.

Es gab also nie eine gekaufte WM?

Gekaufte WM … Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu naiv.

Bestechungen innerhalb der Fifa sind also möglich?

Provisionszahlungen. Man kann die Vergangenheit nicht mit den Maßstäben von heute messen. Das ist Moraljustiz.

Gibt es denn Rass…

Es gibt keinen Rassismus im Fußball.

Aber Kevin Prince Boateng hat doch wegen offensichtlich rassistischer Zuschaurreaktionen das Spielfeld eines Freundschaftsspiels verlassen?

Ich denke, dass ein Spieler nicht einfach vom Feld gehen kann, das ist nicht die Lösung. Es ist ein Spiel und am Ende vom Spiel schütteln wir uns die Hand.

Wie ist es mit Spielmanipulationen?

Sind der Teufel in unserem Spiel. Gerade in finanzschwachen Ländern ist Korruption, Wettbetrug und Spielmanipulation weit verbreitet. Alle, die darin verwickelt sind, sollten lebenslang gesperrt werden. Wenn man schon vorher weiß, wer am Ende gewinnt, läuft etwas total falsch.

Herr Blatter, wann treten Sie endlich zurück?

Meine Aufgabe ist erfüllt, wenn die Gesellschaft uns dabei unterstützt, mit dem Fußball zu einer besseren Welt beizutragen. Fußball ist mehr als eine Religion, mehr als alle anderen Religionen zusammen.

Für Zweifler: Alle Antworten stammen aus anderen Interviews. Dieses Interview hat so nie stattgefunden. Das ist ein Karton.

7 Fragen an … GWA-Sprecher Vieregge

gwa-logo“Gleichzeitig schön reden”

Henning von Vieregge, früher Hauptgeschäftsführer vom Verband Kommunikationsagenturen (GWA) heute Publizist zu Thema, über Werbebotschaften für knallige Artikel

freitagsmedien: Herr von Viereggel, bildet Werbung grundsätzlich die Konsumwirklichkeit ab oder kann Sie sie auch lenken oder erzeugen?

Henning von Vieregge: Werbung kann Konsum gegen die Disposition des Konsumenten nicht auslösen. Sie ist eine starke Hilfe im Markenwettbewerb, ein Beispiel ist das Rauchen.

Oder der Umweltschutz, der in den Achtzigern plötzlich zur Werbebotschaft wurde, während es heute vor allem Individualität ist.

Der Umweltgedanke ist jetzt in anderer Form in der professionellen Kommunikation: in der Nachhaltigkeit. Den Individualitätsaspekt sehe ich nicht stärker als in den achtziger Jahren.

Wie sehr spiegeln sich gesellschaftliche Entwicklungen und politische Ereignisse in der Werbung wieder?

Werbung unterscheidet sich von Kunst durch ihre Zeitbezogenheit.

Merkt man das schon zur Zeit der Kampagne oder erst im Rückblick?

Im Nachhinein sieht man das deutlicher als in der aktuellen Werbung. Die Zeitbezogenheit kann auch in der Ausblendung bestehen. In so weit ist Werbung politisch korrekter als Journalismus oder Kunst.

Verändern sich Konsumverhalten und Werbung im Gleichschritt?

Werbung kann Konsumverhalten in unnachahmlicher Weise auf den Punkt bringen und gleichzeitig schön reden. Denken Sie nur an die Kampagne „Geiz ist geil“.

Wie erklären Sie, dass nach langer Phase ökologischer Ansprüche an Reinigungsmittel zurzeit eine große Zahl davon mit aggressiv klingenden Namen wie Oxi Action, Bref Power oder Cillit Bang im Umlauf sind und stark beworben werden?

Wissen Sie, wie im Journalismus gibt es auch in der professionellen Marketing-Kommunikation Themen- und sonstige Moden.

Was beeinflusst das Konsumverhalten mehr: Geldbeutel, Qualität, Reiz, Emotion?

Gegen den Geldbeutel ist nicht viel zu machen. Das zeigte zuletzt die Studie „Premiumkäufer“, die wir mit der GfK gemacht haben.

Von Jan Freitag
Das Interview stammt noch aus der Zeit, als Vieregge GWA-Sprecher war.