Felix Eitner, unterschätzer Komödiant

Hinterm roten Teppich

Der geborene Komödiant Felix Eitner ist Feinschmeckern des Fernsehens eher unbekannt. Dabei kann er weit mehr als Schnulzen mit debilen Namen wie Alles für meine Tochter (Freitag, 20.15 Uhr, ARD), für die er sein Talent zur Authentizität verschwendet.

Von Jan Freitag

Humor ist, wenn es optisch kracht, wenn Gesichtsausdrücke gute Pointen ersetzen und Gesten gehaltvolle Worte. Aufgerissene Augen zum Beispiel, die funktionieren immer. Der schmallippige Schmollmund natürlich auch. Nicht zu vergessen dieses halbseitige Lächeln, Typ ironische Zustimmung – geht alles eigentlich immer, sobald der Fernsehvorabend beginnt. Zumindest, falls die ARD dort lustig sein will und diesen Versuch obendrein Heiter bis tödlich tauft.

Also hieß es eine Weile lang auch für Felix Eitner: Augen auf, Lippen schmal, Lächeln halbieren, vor einem Jahr etwa, fast vier Monate am Stück. Da verkörpterte der rührige Schauspieler nämlich im neuesten Schmunzelkrimi, dem seriellen Quotendesaster vor Thomas Gottschalks, die männliche Hauptfigur Paul Degen. Dessen weibliches Pendant hieß Klara Kleinert (Wolke Hegenbarth), was nicht nur putzig alliteriert, sondern den noch putzigeren Titel Alles Klara herausforderte. Was seinerseits nun auch nicht richtig lustig war. Wie überhaupt die ganze Reihe um einen Kommissar und seine nebenbei ermittelnde Tippse, die es in der Harzer Provinz mit überraschend tödlichen Verbrechen in Reihe zu tun haben, alles Mögliche ist. Außer sonderlich lustig.

„Finden Sie?“, fragt Felix Eitner da ehrlich erstaunt. Lachen, beteuert er, rechtfertige doch grundsätzlich jeden Humor, und der in Alles Klara werde schon seine Lacher finden. Die eigenen zum Beispiel, obwohl Eitner selbst eher auf schwarzen Humor stehe, besonders den britischen, „es darf gern böse sein“. So wie im Ersten, dessen heiter gemeinte Vorabendermittlungen Schwerstverbrechen zur Pointe erheben, die wiederum Missverständnisse kultivieren und Dialoge erzeugen wie folgenden, den Felix Eitner beim Interview mit Alsterblick aus dem Nichts auf die publikumslose Interviewbühne in Hamburg zaubert:

Einer sagt was.

„Was hast du gesagt?“

„Du hörst mir gar nicht zu!“

„Natürlich hör ich dir zu!“

„Also was hab ich eben gesagt?“

„Warum soll ich dir sagen, was du gesagt hast?“

„Weil ich wissen will, ob du es gehört hast?“

„Warum soll ich das nicht gehört haben?“

„Weil du mich gefragt hast.“

„Was jetzt?“

Und dann komme, wie im hiesigen Formathumor üblich, ein Dritter hinzu und verwirre sie alle, Prinzip Missverständnis eben. „Mir gefällt das.“ Und wie der Mittvierziger Eitner mit dem kreisrund gelichteten Haar es verteidigt, mit Händen und Füßen, mit Showeinlange, Hüsteln, Stirnrunzeln, aber ohne spürbares Konzept, voll aus dem Bauch, da spürt man: Der brennt für seine Sache. Nur – wie sehr er brennt, das wissen die wenigsten, wie überhaupt die wenigsten wissen, wer Felix Eitner eigentlich ist.

Sein filmischer Aggregatszustand ist schließlich die personifizierte Nebenrolle, der Sidekick, ein Ergänzungsspieler, seit jeher im zweiten Glied, so wie er es auch morgen im berechenbar schnulzigen ARD-Freitagsfilm mit dem berechenbar debilen Holzhammertitel Alles für meine Tochter tut. Seit er als 14-Jähriger die erst Kinderrolle übernahm und 2001 als Fluchthelfer im preisgekrönten Drama Der Tunnel das „History-Event“ als TV-Genre gebären half. Es war eine ernste Rolle, gespielt mit jener beiläufigen Leichtigkeit, die Felix Eitner auszeichnet, die ihm ein durchaus erträgliches Schauspielerleben gewährleistet, aber eben keins auf den Titelseiten der Aufmerksamkeitsindustrie.

„Bevor ich den roten Teppich betrete, höre ich oft das Kameragewitter“, er lächelt ein bisschen bitter, „aber wenn ich drauf bin, hört es auf.“ In diesem Schaufenster nicht erkannt, geschweige denn „von der Celebrity-Reporterin nach der Marke meines Mantels gefragt“ zu werden, sagt er im Singsang seiner badischen Heimat, „das tut schon auch brutal weh“. Da gehe er lieber hinten rein – und spielt sich von da aus ins Rampenlicht, ganz leise. Denn Felix Eitner spielt alles und das regelmäßig, er tut es im Arthaus-Kino wie Doris Dörries Kirschblüten – Hanami oder in ZDF-Hochglanz wie Margarethe Steiff, in der ARD-Klamotte Für immer 30, wo er kürzlich mal die Besetzungsliste anführte, ebenso wie im Stuttgarter Tatort, wo er kürzlich sogar Dialekt sprechen durfte. Er kann fast alles, sogar Hochdeutsch. Am besten aber kann er Komödie.

Das wusste schon Rainer Matsutani, als er Felix Eitner 1995 in der Zombie-Groteske Nur über meine Leiche besetzte. „Ein neuer Tony Randall“, schwärmte der Regisseur damals. Jener Zuspieler also, der gern als überdrehter Spießer zwischen Rock Hudson und Doris Day vermittelte. Dieser Typus liegt auch dem früheren Klassenclown mit späterer Clownausbildung, dem Sohn zweier Lehrer, der selbst einer werden wollte und jetzt immerhin hier und da spielt, geprüft und abgenommen von seiner volljährigen Tochter.

Früh geheiratet, rasch Vater, Häuschen im Allgäu, Haarausfall ohne Kopfrasur, Spießer als Paraderolle – Felix Eitner grinst: „Es gibt bei mir einen gewissen Zug zum Bodenständigen“. Und sei es nur, um sich im hektischen Filmbetrieb mit all seinen Eitelkeiten zu erden. Er pflegt diesen Zug auch in der ARD-Schnulze zum Wochenende wie er es eben bei Alles Klara pflegte. Dass das weder lustig noch gehaltvoll ist – an Felix Eitner liegt es nicht.

Der aktualisierte Text ist i m April 2012 in der Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau erschienen

Adolf Kujau, Führer und Tagebuchautor

Stern_Logo.svgKonrad Hitler Superstar

Heute vor genau 30 Jahren verkündete der Stern stolz vor versammelter Weltpresse, Adolf Hitlers Tagebücher entdeckt zu haben. Es waren zwar dreiste Fälschungen, aber sie passten bestens zur neuen Medienwelt. Was seither mehr denn je zählt, ist der Knüller, nicht die Recherche.

Der Sieg des Boulevards über die Nachricht hat ein Datum: Am 1. Januar 1984 ging der erste deutsche Privatsender auf Sendung. Vielleicht fand er aber auch gut acht Monate früher statt. Ganz sicher aber wurde Winston Churchills Victory nicht erst von Josef Ackermann entweiht, sondern durch einen kleinen Reporter einer großen Zeitschrift. Nervös reckte Gerd Heidemann am 25. April 1983 ein paar Bücher in die Höhe, und als die Meute Fotografen vor ihm brüllte, er möge das Siegeszeichen machen, da spreizte der blasse Reporter die Finger zum V. Es war das Zeichen eines Sündenfalls.

Denn gegen alle Bedenken, ein abschließendes Gutachten des BKA zum Trotz, veröffentlichte der Stern heute vor 30 Jahren Sensationelles. „Hitlers Tagebücher entdeckt“, prangte drei Tage zuvor bei der internationalen Pressekonferenz in Hamburg auf überdimensionalen Titelbildern hinter Heidemann. Sie sollten bald darauf in stark erhöhter Auflage die Zeitungskioske prägen. Dass es sich um Fälschungen handelt, wehte durch die Gerüchteküchen der Republik, blieb aber den Zauderern vorbehalten, den Nostalgikern und Mutlosen. Ihren prominentesten, Andreas Hillgruber, schmähte das Magazin im Editorial als „Archiv-Ayatollah“ mit rechtem Stallgeruch. Es war nicht unbedingt die Zeit der Recherche, es war die des Scoops, der Knüller um des Knüllers Willen. Eine hektische Zeit. Denn es dräute etwas am Medienhimmel. Die Yellowpress wurde um den Begriff des Lifestyle erweitert und expandierte kräftig, der Nachrichtenwert von Königshäusern war mit Lady Dianas Hochzeit enorm gewachsen, vor allem aber planten die Privatsender den Sprung ins Programm. Was das bedeutet, konnte man bereits im Frankreich beobachten: Dort bauschte RTL Stars wie Sternchen zu echten News auf und füllte den Platz zwischen Hollywoodfilmen mit Soapoperas oder langen Werbeblöcken.

Die neue, kommerzielle, aufgeregte Mediengesellschaft war im Anflug, ihre Verbreitungstechniken beschleunigten sich, die Generation Golf hatte es eilig. Da konnte es sich ein großes Blatt wie der Stern nicht leisten, zaghaft mit seinem Exklusivmaterial umzugehen. Nur wenige Wochen dauerte es vom Ankauf der ersten von 60 Bänden aus der Hand des brillanten Fälschers Konrad Kujau bis zur Druckfahne (an Führers Geburtstag, ausgerechnet). Vorbei an großen Teilen der Redaktion wurde der Deal, bei dem mindestens neun Millionen Mark in Plastiktüten den Besitzer wechselten, getätigt. Materialproben, Gegenexpertisen, ja selbst die Überprüfung der Initialen auf den Buchdeckeln wurden verschoben. Die Akteure im Verlagshaus waren „high von der Droge Sensation“, schrieb der damalige Tagesthemen-Moderator Manfred Buchwald. Geschichte wird gemacht, es geht voran, dachte sich dagegen der damalige Stern-Chefredakteur Peter Koch und verkündete vollmundig, die Historie des Nationalsozialismus müsse „in großen Teilen neu geschrieben werden“.

Dieser „heilige Eifer“, wie Buchwald es nennt, galt auch Hitler selbst, dem unbekannten Wesen. Seine vermeintlichen Gedanken rückten nach den Tätervolkdebatten der Ausschwitzprozesse und 68er-Proteste die Führungsclique der Nazis in den Fokus. Nicht zufällig gründete Guido Knopp kurz nach dem Skandal die ZDF-Redaktion Zeitgeschichte und verbreitet seither emsig die Theorie des verführten Volkes. Auch Helmut Kohls Besuch der SS-Gräber von Bitburg oder Oliver Hirschbiegels Untergang kann man im Lichte des Skandals betrachten. Der Nationalsozialismus wurde nicht gerade salonfähig, aber seine Thematisierung massentauglich. Und Massentauglichkeit zugleich zur Existenzberechtigung der Medien. Die Tagebücher von Adolf Hitler Superstar haben also nicht das Pressewesen beschädigt, sondern seine Seriosität. Konrad Kujau und Gerd Heidemann wanderten ins Gefängnis, nicht jedoch die zwei Chefredakteure. Und der Stern erholte sich bald wieder, nicht aber das Renommee des Qualitätsjournalismus, ob gedruckt oder gesendet.

Sachlichkeit wird seither oft mit Vielfalt verwechselt. Privatsender und Regenbogenpresse galten plötzlich nicht nur als Unterhaltungsfaktoren, sondern Lieferanten relevanten Lebensinhalts. Verglichen mit der drögen Tagesschau sehen viele in den glitzernden RTL-News längst die verlässlichere Quelle – auch weil reines Entertainment weniger korrumpierbar scheint, weil harte Nachrichten Reflexion erfordern, weil Realität anstrengend ist. Selbst die FAZ hat heute ein Farbbild auf Seite 1. Ernst gilt irgendwie als fadenscheinig und Politik als dubios. Verlässlicher sind da doch die Monarchien mit ihrer betonierten Tradition oder Hollywoods ferner Glanz. Wie nah sich Buckingham und Bonn kamen, zeigte fünf Jahre nach der Stern-Affäre das Geiseldrama von Gladbeck. Wie nie zuvor wurden die Medien Teil der Story und Reporter von Frank Plasberg bis Udo Röbel lange vor dem 2. Golfkrieg quasi embedded, das Mikro tief im Fluchtauto, die Kamera voll auf Silke Bischoffs leere Augen. Im Rennen um Titelstorys hatte sich die Medienrepublik selbst überholt. Erst kommt die Schlagzeile, dann die Recherche.


Philip Simon, Holländer und Comedien

Das Baby kann sprechen

Philip Simon sieht aus wie Oli Welke mit Armtattoos und erzählt meist Holländerwitze. Das darf er, ab heute (18. April, 22.15 Uhr, ZDFneo) sogar in seiner eigenen Late Nite Comedy namens Nate Lite. Der 36-jährige ist ja nicht nur Komiker sondern halber Niederländer. Aber warum finden Deutsche die bloß so witzig? Eine Antwortsuche.

Na, das fängt ja toll an: Nate Lite. Die neue Spaßparade auf ZDFneo heißt allen Ernstes Nate Lite, was schon im Titel die Güte gen Alles nichts, oder? plättet, Tendenz „zum Bleistift“, also eher Liga der außergewöhnlich Belämmerten als das, was sprachlich korrekter mit „Late Night Comedy“ untertitelt wird: Ein Nachttalk mit Humor. Doch toller wird’s nicht. Denn „Nate Lite“ dreht sich vor allem um Wohnwagenwitze. Oder Edamerwitze. Natürlich Windmühlenwitze. Nicht zu vergessen Tandemwitze. Alles gebündelt in Rubriken von „Two and a half Kaaskopp“ über „Oranje Gedankje“ bis „Mein Holland“. Womit wir bei Ursache, Wirkung, Dilemma und self fulfilling prophecy dessen wären, was, besser: wer uns da künftig die Spätnacht verulkt: Philip Simon, ein – Überraschung! – Niederländer.

Ab heute kriegt der versierte Bühnenkomiker von 36 Jahren nach einem ertragreichen Dasein als Gast all der Satiregipfel, Quatschclubs und Anstaltsneuigkeiten des Fernsehhumors seine erste eigene Show. Und allem Anschein nach wird die Enscheder Ahnenreihe des binational aufgewachsenen Deutschholländers den Wesenskern der kabarettistischen Gesprächssause bilden. Es geht also um eher plakative Pointen, verpackt in ein Format, das die Late Night per Buchstabendreher zwar umarmt, zugleich aber wegstößt. Denn möglichst viel und herzlich wenig zugleich soll an Thomas Gottschalk nebst Epigonen erinnern: Es gibt den unvermeidlichen Stand-up-Start (zum aktuellen Zeitgeschehen), allerlei Sketch-Elemente (wie eine Campingplatz-Sitcom) und den üblichen Sidekick (die Comedynovizin Tahnee Schaffarczyk), aber weder Schreibtisch, noch Großstadtpanorama, geschweige denn die übliche Studioband.

Nate Lite ist ein Mix aus Harald Schmidt und Mario Barth im Mittelstrahl der genretypischen Eigenurin-Therapie aus der Blase des TV-Humors – zum Auftakt zu Gast: Bernhard Hoëcker und Marijke Amado, ein Berufskasper und eine Berufslandsfrau. Dramaturgisch dürfte es also alles andere als innovativ werden, stilistisch dafür knallorange. Holland zieht eben im deutschen Unterhaltungsprogramm. Sogar wenn es jemand verkörpert, der optisch ein bisschen an Oliver Welke mit tätowierten Unterarmen erinnert und auch sonst dessen Masche der unbedarften Gehässigkeit aus dem Gefühl tiefster Normalität heraus teilt. Was also zieht an Philip Simon, aufgewachsen in Essen und erfolgreich vor allem östlich seiner Geburtsheimat? Und was zieht ihn so sehr auf die andere Seite des Grabens zwischen dem kleinen Nordseestaat und ihrem einst verhassten Besatzer? Ganz einfach, sagt dieser vielfach prämierte Vollblutkomödiant, der noch während seines Germanistikstudiums als Conférencier im Varieté gearbeitet hat und seither schon mal 300 Vorstellungen pro Jahr in den größten Häusern des Kabaretts absolviert: Es ist der Akzent („Oh, guck mal – das Baby kann sprechen“) und purer Pragmatismus („außerdem sind die Arbeitsmöglichkeiten größer“).

Dennoch muss es weitere Gründe geben, warum unsere Nachbarn seit den Tagen von Jopi Heesters und Heintje hierzulande so angesagt sind, warum ihre Popularität vor allem in den Neunzigerjahren nochmals kräftig angezogen hat. Die Antworten lauten: große Show und kleiner Grenzverkehr. Denn während der Amsterdamer Mediendozent Maartin Reesink deutsche Moderatoren als „eher steif“ empfindet, hält er seine unterhaltsamen Landsleute für weit „freimütiger, einfach geradeaus, unverblümt“. Und das wissen öffentlich-rechtliche Sender bereits seit den Sechzigern zu schätzen, als erst der singende Moderator van Burg zum gemütlichen „Onkel Lou“ der erblühenden Fernsehnation avancierte und Rudi Carell sodann den Typus väterlicher Grandseigneure um den Faktor Lockerheit erweiterte.

So richtig zum Durchbruch kamen die fröhlichen Grenzgänger allerdings erst, als sich die Scouts des Neulings RTL praktisch bloß in die Straßenbahn setzten mussten, um das junge Dualsystem mit Holländern auszustatten. Marije Amado, geschult als Assistentin Am Laufenden Band, die kleine Schwester des späteren Großproduzenten John de Mol namens Linda, dazu Harry Wijnvoord – die räumliche Nähe versorgte den Kölner Kommerzkanal Anfang der Neunziger regelmäßig mit frischen Gesichtern, aber auch gebrauchten wie dem Rudi Carrells, der 1993 von der ARD an den Rhein wechselte. Seither zählen Niederländer jeder Art insbesondere bei RTL zum Stammpersonal, derzeit etwa das heitere Barbiepüppchen Sylvie van der Vaart, die in Let’s Dance nicht nur ihr strahlend weißes Zahnarztlachen, sondern sämtliche sekundären Geschlechtsmerkmale zu Markte trägt. Oder Tooske Ragas, bei Deutschland sucht den Superstar vor allem für süße Optik zu sinnlosen Fragen zuständig. Beide sind indes nur noch austauschbare Folien für das Klischee der naturfröhlichen Anrainer mit dem einnehmenden Wesen, deren putzig glattgebügelte Diphtongs unserer Sprache ein wenig ihrer Härte nehmen, aber ja doch noch irgendwie hiesigen Dialekt sprechen. Friesisch eben. Und genau das wird Philip Simon neben all den Hasch- und Kraushaarscherzen in Nate Lite thematisieren. Immer und immer und immer wieder. Holländerwitze in Endlosschleife. Deutsches Publikum kriegt davon nie genug.

Der Artikel ist auch in Berliner Zeitung und FR erschienen:

http://www.berliner-zeitung.de/medien/tv-eine-ganz-eigene-liga,10809188,22386026.html

http://www.fr-online.de/medien/tv-eine-ganz-eigene-liga,1473342,22386026.html

Von Jan Freitag

7 Fragen an … FIFA-Chef Sepp Blatter

FIFA_Logo(2010).svgIch bin nicht bestechlich

Joseph Blatter, seit 1998 FIFA-Präsident, ist der umstrittenste Sportfunktionär aller Zeiten. Kein Wunder, dass “Sepp” nicht mit dem kritischsten Sportforum aller Zeiten spricht. Die freitagsmedien mussten daher etwas improvisieren.

freitagsmedien: Herr Blatter, die Vorwürfe der Bestechlichkeit gegen Ihre Person nehmen täglich zu. Hand aufs Herz: sind Sie korrupt?

Joseph Blatter: Ich bin nicht bestechlich, da können Sie mir beide Hände abhacken.

Es gab also nie eine gekaufte WM?

Gekaufte WM … Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu naiv.

Bestechungen innerhalb der Fifa sind also möglich?

Provisionszahlungen. Man kann die Vergangenheit nicht mit den Maßstäben von heute messen. Das ist Moraljustiz.

Gibt es denn Rass…

Es gibt keinen Rassismus im Fußball.

Aber Kevin Prince Boateng hat doch wegen offensichtlich rassistischer Zuschaurreaktionen das Spielfeld eines Freundschaftsspiels verlassen?

Ich denke, dass ein Spieler nicht einfach vom Feld gehen kann, das ist nicht die Lösung. Es ist ein Spiel und am Ende vom Spiel schütteln wir uns die Hand.

Wie ist es mit Spielmanipulationen?

Sind der Teufel in unserem Spiel. Gerade in finanzschwachen Ländern ist Korruption, Wettbetrug und Spielmanipulation weit verbreitet. Alle, die darin verwickelt sind, sollten lebenslang gesperrt werden. Wenn man schon vorher weiß, wer am Ende gewinnt, läuft etwas total falsch.

Herr Blatter, wann treten Sie endlich zurück?

Meine Aufgabe ist erfüllt, wenn die Gesellschaft uns dabei unterstützt, mit dem Fußball zu einer besseren Welt beizutragen. Fußball ist mehr als eine Religion, mehr als alle anderen Religionen zusammen.

Für Zweifler: Alle Antworten stammen aus anderen Interviews. Dieses Interview hat so nie stattgefunden. Das ist ein Karton.

7 Fragen an … GWA-Sprecher Vieregge

gwa-logo“Gleichzeitig schön reden”

Henning von Vieregge, früher Hauptgeschäftsführer vom Verband Kommunikationsagenturen (GWA) heute Publizist zu Thema, über Werbebotschaften für knallige Artikel

freitagsmedien: Herr von Viereggel, bildet Werbung grundsätzlich die Konsumwirklichkeit ab oder kann Sie sie auch lenken oder erzeugen?

Henning von Vieregge: Werbung kann Konsum gegen die Disposition des Konsumenten nicht auslösen. Sie ist eine starke Hilfe im Markenwettbewerb, ein Beispiel ist das Rauchen.

Oder der Umweltschutz, der in den Achtzigern plötzlich zur Werbebotschaft wurde, während es heute vor allem Individualität ist.

Der Umweltgedanke ist jetzt in anderer Form in der professionellen Kommunikation: in der Nachhaltigkeit. Den Individualitätsaspekt sehe ich nicht stärker als in den achtziger Jahren.

Wie sehr spiegeln sich gesellschaftliche Entwicklungen und politische Ereignisse in der Werbung wieder?

Werbung unterscheidet sich von Kunst durch ihre Zeitbezogenheit.

Merkt man das schon zur Zeit der Kampagne oder erst im Rückblick?

Im Nachhinein sieht man das deutlicher als in der aktuellen Werbung. Die Zeitbezogenheit kann auch in der Ausblendung bestehen. In so weit ist Werbung politisch korrekter als Journalismus oder Kunst.

Verändern sich Konsumverhalten und Werbung im Gleichschritt?

Werbung kann Konsumverhalten in unnachahmlicher Weise auf den Punkt bringen und gleichzeitig schön reden. Denken Sie nur an die Kampagne „Geiz ist geil“.

Wie erklären Sie, dass nach langer Phase ökologischer Ansprüche an Reinigungsmittel zurzeit eine große Zahl davon mit aggressiv klingenden Namen wie Oxi Action, Bref Power oder Cillit Bang im Umlauf sind und stark beworben werden?

Wissen Sie, wie im Journalismus gibt es auch in der professionellen Marketing-Kommunikation Themen- und sonstige Moden.

Was beeinflusst das Konsumverhalten mehr: Geldbeutel, Qualität, Reiz, Emotion?

Gegen den Geldbeutel ist nicht viel zu machen. Das zeigte zuletzt die Studie „Premiumkäufer“, die wir mit der GfK gemacht haben.

Von Jan Freitag
Das Interview stammt noch aus der Zeit, als Vieregge GWA-Sprecher war.

7 Fragen an … Pro7Sat1-Sprecherin Schardt

Logo_P7S1Galileo-News

Diana Schardt, Sprecherin der Sendergruppe ProSiebenSat1, über die dürre Nachrichtenlage auf ihren Sendern und Stefan Raabs Kanzlerduell

Interview: Jan Freitag

freitagsmedien: Worin unterscheiden sich private von öffentlich-rechtlichen Nachrichten?

Diana Schardt: Hier ist keine allgemein gültige Unterscheidung möglich. Unterschiede ergeben sich (wie in der Presselandschaft) durch die unterschiedlichen Zielgruppen. heute hat zum Beispiel sehr viele ältere Zuschauer, ProSieben ist Marktführer im Bereich TV-Nachrichten bei den Unter-30-Jährigen.

Worin unterscheiden sich die Nachrichten der ProSiebenSat.1-Gruppe generell von anderen?

In Moderator und Studio.

Wie viele mit Information befasste Redakteur(inn)e(n) gibt es in der Sendergruppe?

In der Sendergruppe arbeiten ca. 50 Redakteure, Redaktionsleiter und Programm-Manager im Bereich Information/Infotainment. Dazu kommen die Redaktionen der externen Produktionsfirmen, die die Sendungen produzieren, sowie die Regionalprogramme.

Welche Sendungen firmieren dort unterm Begriff „Information“? 

SAT.1 Nachrichten, ProSieben NEWSTIME, kabel eins news, Absolute Mehrheit, Eins gegen Eins, Galileo, Galileo Spezial (u.a. mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet), akte 2013, GesundheitsAKTE,  SAT.1 Event-Dokumentationen (wie zuletzt zur Guttenberg-Story), Sondersendungen zu aktuellen Ereignissen, Focus TV Reportage, Spiegel TV Reportage, Planetopia, ProSieben Spezial/Dokumentationen, K1 Magazin, K1 Reportage, Abenteuer Auto, Abenteuer Leben, SAT.1-Regionalfenster

Was kostet die Produktion der jeweiligen Hauptnachrichten?

Zu Produktionskosten machen wir grundsätzlich keine Angaben.

Haben Sie je einen Nachrichtenbeitrag bereut und was senden Sie aus Chronistenpflicht?

Wir machen nichts aus reiner Chronistenpflicht, sondern haben die Relevanz für unsere Zuschauer im Blick.

Warum soll Peter Limbourg beim Kanzler-Duell durch Stefan Raab ersetzt werden und was hält Ihr Anchor davon?

Der Vorschlag kam vom ProSiebenSat.1-Beitratsvorsitzenden Edmund Stoiber. Alle Beteiligten finden die Idee toll.

 


7 Fragen an … FDF-Sprecher Joachim v. Gottberg

Logo_der_FSF“Geschlechtsteile in erregter Aktion”

Joachim v. Gottberg, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), über pornografisches Fernsehen und sexistische Topmodelsuchen

Fragen: Jan Freitag

freitagsmedien: Gab es in früheren Jahren mehr oder weniger Beanstandungen von Programmen mit vermeintlich pornografischem oder anders jugendgefährdendem Inhalt als im Jahrzehnt zuvor?

Joachim von Gottwald: Es gab Ende der 90er Jahre ca. fünf Beanstandungen bei Premiere und drei bei DF 1. Es ging dabei darum, dass nach Ansicht der damaligen HAM die FSF bei ihrer Freigabe zu großzügig gewesen sei.

Welche Sender verbuchen diesbezüglich die meisten Beanstandungen bzw. Publikumsklagen?

Das Publikum beschwert sich bei expliziten Sexfilmen selten. Zu Beate Uhse TV bekommen wir eher Beschwerden, warum so viel geschnitten ist und nicht mehr gezeigt werden darf. Aber insgesamt sind die Sexprogramme sehr viel weniger geworden. Beschwerden gibt es es eher bei normalen Spielfilmen oder bei Serien, in denen Geschlechtsverkehr in der dort üblichen Form gezeigt wird, vor allem im Tagesprogramm oder Hauptabendprogramm.

Gibt es aus Ihrer Sicht eine Veränderung im Programmangebot – wird weniger expliziter Sex gezeigt?

Es wird insgesamt weniger gezeigt, was aber an der Spezifizierung der Programme liegt. Wer viel sehen will, der bekommt im Internet alles geboten. Das hat Rückwirkungen auf das Fernsehen.

Ab welchem Grad sexueller Darstellung wird ein Format sendeuntauglich oder beanstandenswert?

Wenn es die Grenze zur Pornographie überschreitet. Die Definition ist nicht ganz einfach. Praktisch spielt eine Rolle, wie weit die Kamera geht – also ob sie den Sex nur andeutet oder ob die Geschlechtsteile  groß in erregter Aktion gezeigt werden. Letztlich geht es aber um das Bild von zwischenmenschlicher Sexualität.

Inwiefern?

Wenn Sex verabsolutiert wird und der Lustgewinn zwischenmenschliche Beziehungen dominiert, der Mensch also völlig austauschbar ist, dann spricht man von Pornographie.

Welche Formate wurden diesbezüglich zuletzt beanstandet?

Das waren Softsexfilme, die so an der Grenze waren.

Wie verhält es sich mit subtileren Formen sexueller Zurschaustellung wie Germanys Next Topmodel. Schreiten Sie in solchen Fällen ein, falls ja: warum, falls nein: warum nicht?

In der Tat sind solche Formen unter den Gesichtspunkten des Egos und des Weltbildes relevanter. Allerdings bewegen sie sich in einem gesellschaftlich adäquaten Rahmen, so dass wir wenig damit erreichen würden, gegen ein Format vorzugehen, das letztlich im Mainstream liegt. Das kann man mögen oder nicht, aber Jugendschutz darf keine Geschmackszensur ausüben.


7 Fragen an … ZDF-Sprecher Alexander Stock

800px-ZDF.svgFragen Sie Pilawa

7 Fragen an Alexander Stock, Sprecher des Zweiten Deutschen Fernsehens in Mainz

Interview: Jan Freitag

Kurz. Ein bisschen kurz angebunden sogar, fast stakkatoartig kurz, aber nicht sinnverkürzt und sogar in der gewünschten Zeit – so antwortet die Pressestelle des ZDF auf die wöchentlichen 7 Fragen der freitagsmedien. Nicht schlecht…

freitagsmedien: Herr Stock, wie viel Gebührengeld kriegt das ZDF im Jahr und was ist mit welcher Summe der größte Posten?

Alexander Stock: 2012 erhielt das ZDF aus den Rundfunkgebühren etwas mehr als 1.720 Mio. €. Das Gesamtbudget liegt bei rund 2.030 Mio. €.  Der größte Posten ist mit rund 1.600 Mio. € das Programm.

Wie viel ist das gemessen an der Durchschnittsquote des Monats Februar pro Zuschauer?

Das ZDF war im Februar – wie schon im gesamten letzten Jahr – das meistgesehene TV-Programm in Deutschland. Den Beitragszahler kostet das Gesamtangebot inklusive Digitalsender, Partnerkanäle und Onlineangebote im Monat 4,37 €.

Warum sollte diese Frage eigentlich keine Rolle spielen?

Die Frage – vielleicht ein wenig anders formuliert – nach der Leistung, die die Gesellschaft für die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erhält, ist absolut berechtigt.

Warum geht Jörg Pilawa zurück zur ARD und was bedeutet das fürs ZDF-Entertainment?

Das müssen Sie ihn fragen. Das Angebot der Kollegen scheint in irgendeiner Hinsicht attraktiv gewesen zu sein. Und zur Bedeutung: Es gibt neue Chancen für neue Köpfe und neue Formate.

Was genau spricht gegen Roche & Böhmermann im Hauptprogramm des ZDF?

Eigentlich nichts. Das war geplant, ist aber daran gescheitert, dass Frau Roche aufgehört hat.

Was noch mal gegen einen Fortbestand von ZDFkultur?

Die dem ZDF auferlegten Zwänge zu Einsparungen und Personalabbau, leider.

Und warum kriegt Katrin Bauerfeindt keine eigene Sendung zur Primetime im Zweiten?

Unter anderem, weil dort alle Sendeplätze belegt sind.


7 Fragen an … VDA-Sprecher Eckehart Rotter

VDA_Logo#1_PosFlexibilität, Effizienz, Komfort

Eckehart Rotter, Sprecher des Verbands der Automobilindustrie VDA

Interview: Jan Freitag

Herr Rotter, gibt es zu viele oder zu wenig Autos in Deutschland?

Eckehart Rotter: Die Frage ist nicht, ob es zu viele oder zu wenige Autos gibt, sondern genügend effiziente. Deutschland braucht individuelle Mobilität, aber sie muss sowohl klimaschonend als auch effizient, sicher, komfortabel und finanzierbar sein

Wird nicht auch mit so einer Flotte bald ein Sättigungsgrad erreicht sein?

Da nur zehn Prozent aller Neuwagenkäufe in Deutschland Erstkäufe sind und der Rest Ersatzbeschaffungen, erneuert sich der Pkw-Bestand bei einer Gesamtzahl von gut 42  Millionen Autos  und drei Millionen Neuzulassungen alle 14 Jahre komplett. Da geht es also nicht um Sättigungsgrad, sondern um Kundenzufriedenheit.

Und wie sähe es mit den Klimazielen aus, wenn Afrika irgendwann durchmotorisiert wäre?

Ich würde das zunächst mal durch China ersetzen, wo der Fahrzeugbestand vor zehn Jahren unter dem deutschen lag und nun über dem europäischen. Heute hat der Welt-Pkw-Markt ein Volumen von 70 Millionen Autos, im Jahr 2020 werden es 90 Millionen sein.  Das klimaneutraler zu schaffen, erfordert alternative Antriebe, also Elektromobilität. Dann sind die Ziele erreichbar.

Was ist eigentlich ein effektiver Jahreszins, mit dem die Autoreklame wirbt?

Da würde ich Sie gerne an die Vertriebsabteilungen der Hersteller verweisen, aber grob vereinfacht stellt  der effektive Jahreszins die Kosten dar, die Sie bei der Neuwagenfinanzierung haben. Die Alternative ist Barzahlung des vollen Kaufpreises beim Kauf. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus ist die Finanzierung eines Neuwagenkaufs derzeit die Variante, die von den meisten Käufern genutzt wird.

Und was ist ein Preisvorteil?

Bei der Finanzierung haben Sie – im Gegensatz zur Barzahlung des gesamten Kaufpreises – eine geringere Kapitalbindung.

Was ist auf der Strecke Hamburg – München ökonomisch, ökologisch, zeitlich im Vorteil: Pkw, Bahn, Bus oder Flugzeug?

Wenn Sie allein reisen und nur einen Termin haben, der auch noch in Hauptbahnhofsnähe liegt, ist die Bahn  im Vorteil. Falls Sie aber eine Reihe von Terminen an verschiedenen Orten haben, ist das Auto am flexibelsten und komfortabelsten. Noch klarer wird der Vorteil des Autos,  wenn Sie mit einer vierköpfigen Familie unterwegs sind.

Wie fahren Sie persönlich die Strecke am liebsten und warum?

Wenn ich unter Termindruck stehe, fliege ich von Berlin nach München und nehme vor Ort einen Mietwagen. Privat nehme ich lieber das Auto. Ebenso wie bei der Fahrt ins Büro. Im eigenen Auto ist die Erkältungsgefahr doch deutlich geringer als in einer voll besetzten S-Bahn im Winter.


7 Fragen an … DB-Sprecher Reinhard Boeckh

Logo-Deutsche-Bahn-300x212Die zweite Jahreshälfte

Bahnsprecher Reinhard Boeckh

Von Jan Freitag

Eigentlich sollten hier die Antworten auf 7 Fragen an die Deutsche Bahn stehen. Eigentlich hätte die gewaltige DB-Pressestelle auch genug Zeit dazu gehabt. Eigentlich, könnte man meinen, würde eine(r) der mindestens zwei Dutzend Konzernsprecher(innen) schon zehn Minuten Zeit finden für ein paar erhellende Worte zu folgenden Anliegen:

1. Warum „erhält“ ein Zug „Einfahrt“, statt einfach „einzufahren“?

2. Warum gibt es auf den Toiletten der DB-Züge keine Klobürsten?

3. Warum ist die Seife aus Pulver?

4. Wie setzt ein Zugangsberechtigter einen Bahn-Comfort-Platz durch, wenn alle besetzt sind?

5. Welcher deutsche Topschauspieler war noch nie auf dem Cover von mobil?

6. Hat Hartmut Mehdorn eine 1. Klasse Bahncard-100 auf Lebenszeit und falls ja: warum?

7. Was sind die drei beliebtesten DB-internen Wortspiele zu Bahnchef Rüdiger Grube?

Keine komplizierten, geschweige denn kompromittierenden Fragen, weder Staatsbahngeheimnisse noch Betriebsinterna betreffend, nichts Anrüchiges also oder sonstwie Unangenehmes. Das Gespräch lief dann aber sinngemäß doch wie folgt ab:

Reinhard Boeckh: Herr Freitag, wir können Ihnen die Fragen gern beantworten, aber nicht jetzt sofort.

freitagsmedien: Oh, schön, wann denn dann?

Zweite Jahreshälfte.

Bitte?

Vorher geht’s nicht, keine Chance.

Sie finden in den nächsten fünf Monaten niemanden in Ihrer Pressestelle, der zehn Minuten Zeit für sieben unkomplizierte Fragen findet?

Herr Freitag, wenn Ihnen das nicht reicht, können wir das Interview auch ganz lassen.

Nein … äh … danke … also … melde ich mich … im Sommer.

Das wäre nett. Danke. Auf Wiedersehen.